Review LED LENSER SEO 7R

Ziliax

Flashaholic
27 November 2012
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Leipzig
Einleitung

Zum Geocachen benötige ich ein Stirnlampe um bei Klettereinlagen und diversen anderen damit verbunden Aktivitäten die Hände frei zu haben. Dabei war mir wichtig, dass die Lampe das Nahfeld als auch Details auf mittleren Entfernungen gut ausleuchtet. Meine Wahl fiel auf die fokussierbare LED LENSER SEO 7R, die ich für 53 € inkl. Versandkosten bei einem Internethändler erwarb.

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Lieferumfang


Die Stirnlampe wurde in der typischen Verpackung mit Test-Funktion geliefert. In der Packung befanden sich die Lampe mit montierten Stirnband und eingelegten AAA-Batterien, einem Akkupack, Micro-USB-Ladekabel, Steckernetzteil sowie einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung.

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Stirnlampe und Kopfband

Die Lampe besteht aus Kunststoff und ist wertig verarbeitet. Sie wiegt mit Stirnband und Akku 90,4 Gramm und gehört damit zu den leichteren Vertretern ihrer Art. Das Batteriefach geht recht straff auf und zu, wobei zum Öffnen beide Hände benötigt werden. Der Hersteller gibt die Schutzart mit IPx6 (Schutz vor Strahlwasser) an. Das abnehmbare und waschbare Stirnband ist sehr elastisch und leicht einzustellen. Mit einer Breite von 25 mm sitzt es angenehm straff auf dem Kopf ohne irgendwo zu drücken. Die Lampe trägt sich aufgrund des geringen Gewichts nicht kopflastig. Unterhalb der Linse befinden sich zwei weitere Öffnungen. Eine ist für eine rote LED, die andere für den Helligkeitssensor.

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Funktionen und Bedienung

Der Lampe liegt eine gut verständliche Anleitung (auch in Deutsch) bei, in der alle Funktionen ausführlich beschrieben werden. Die Bedienung der vielfältigen Funktionen erfolgt durch einen Taster auf der Oberseite der Lampe. Der Taster ist sehr leichtgängig und hat einen klar definierten Druckpunkt. Durch eine Wölbung lässt er sich mit bloßen Händen gut erfühlen, mit Handschuhen braucht man einiges an Geschick um die Lampe sicher zu bedienen.

Die Lampe hat vier Grundfunktionen, die durch Klicken innerhalb kurzer Abstände aufgerufen werden können.
1x klicken: Volle Helligkeit
2x klicken: gedimmte Helligkeit
3x klicken: automatische Helligkeitsanpassung
4x klicken: Blinkmodus
5x klicken: Aus

Wird zwei Sekunden der Taster nicht betätigt, schaltet der nächste Klick die Lampe wieder aus.

Die gedimmte Helligkeitsstufe ist auf ca. 15% der maximalen Helligkeit eingestellt und lässt sich durch gedrückhalten des Tasters beim zweiten Klick verändern. Dabei dimmt die Lampe bis zur maximalen Helligkeit, blinkt kurz, um dann bis zur minimalen Helligkeit zu dimmen und wieder kurz zu blinken. Das wiederholt sich, bis der Taster losgelassen wird. Die dann eingestellte Helligkeit wird bis zum nächsten Akkuwechsel gespeichert.

Die Lampe kann zwischen dem Energiesparmodus, bei dem die Helligkeit stetig abnimmt, in den Konstantstrommodus umgeschaltet werden. Dieser wird später beim Laufzeitdiagramm näher beschrieben. Der Konstantrommodus bleibt bis zum nächsten Batteriewechsel eingestellt.

Die automatische Helligkeitsanpassung funktioniert schnell und in der defokussierten Einstellung auch zuverlässig. Von einem Sensor wird das auf die Lampe zurückreflektierte Licht gemessen und die Helligkeit der LED entsprechend angepasst. Das ist sinnvoll, wenn zum Beispiel eine Hinweistafel im unmittelbaren Nahbereich angeleuchtet wird. Die Lampe dimmt automatisch runter um eine Eigenblendung zu vermeiden. Mir ist aufgefallen, dass im fokussierten Zustand die Helligkeitsregelung nicht richtig funktioniert. Der Kunststofftubus, mit dem die Linse eingestellt wird, ist nicht lichtdicht. Im herausgedrehten Zustand wirft er diffuses Licht auf den Helligkeitssensor, so das dieser annimmt, es wird viel Licht reflektiert und die Helligkeit der LED entsprechend herunterregelt.

Wird im ausgeschalteten Zustand der Taster zwei Sekunden betätigt, wird die Stirnlampe in den Rotlichtmodus versetzt. Eine rote LED ermöglicht die Orientierung im unmittelbaren Nahbereich ohne die Dunkelanpassung des Auges groß zu beeinflussen. Auch die rote LED hat einen Blinkmodus. Wird der Taster im ausgeschalteten Zustand länger als fünf Sekunden betätigt, aktiviert sich die Transportsicherung. Die Deaktivierung erfolgt auf gleiche Weise.

Die Neigung der Linse kann in neun Stufen eingestellt werden. Dabei macht die Konstruktion der Rastmechanik einen langlebigen Eindruck. Leider ist die rote LED nicht im gleichen Winkel, wie die weiße LED angeordnet. Strahlt z.B. die rote LED waagerecht nach vorn, ist die weiße LED schon auf den Boden gerichtet. Der Lichtkegel kann durch einen weißen Ring (ähnlich der Scharfstellung bei alten Fotoobjektiven) stufenlos von Flutlicht auf Spotlicht verändert werden. Der Drehmechanismus ist leichtgängig ohne aber zu klappern oder sich von selbst zu verstellen. Auch hier ist die Bedienung mit Handschuhen nur mit viel Geschick möglich.

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defokussiert (Flutlicht)

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voll fokussiert (spot)

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Neigung nach unten


Stromversorgung

Der Stirnlampe ist ein 3,7 V Li-Polymer-Akku mit einer Nennkapazität von 880 mAh beigelegt. Weiterhin kann die Lampe mit drei Batterien bzw. Akkus der Größe AAA betrieben werden. Der Akku wird anstelle der Batterien eingelegt und passt nur in einer Position. Der Akku verfügt über einen Micro-USB-Anschluss und kann mit dem beiliegenden Netzteil oder einem beliebigen USB-Anschluss geladen werden. Mit dem Netzteil dauert der Ladevorgang ca. 3 Stunden. Neben der USB-Buchse ist eine rote LED, die den Ladevorgang signalisiert und eine grüne LED, die leuchtet, wenn der Akku voll ist. Der Akku kann zum Laden in der Lampe verbleiben, allerdings muss das Batteriefach geöffnet werden. Zum Test der Akkukapazität wurde der Akku mit dem mitgeliefertem Netzteil voll aufgeladen und dann an einem Modellbaulader bei 0,5 A bis 3 V entladen. Die ermittelte Kapazität betrug 842 mAh.

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Laufzeit und Regelung

Die Stirnlampe wurde mit dem vollgeladenen mitgelieferten Akku auf maximaler Helligkeit im Konstantstrommodus betrieben. Die Messung der Helligkeit erfolgte mit voll fokussierter Linse (Spot) bei 1 m Entfernung.
Nach dem Einschalten hatte sie fast 6000 lx, die innerhalb von 2 Minuten auf 3400 lx sinken. Auf dieser Helligkeit blieb die Lampe ca. 30 Minuten um dann nochmal langsam auf 2400 lx herunterzuregeln. In der Praxis wird man das Herunterregeln wahrscheinlich nicht wahrnehmen. Die nächsten 1,5 Stunden bleibt die Helligkeit fast konstant.

Ab der 120. Minute sank die Helligkeit rasch. In der 127. Minute begann die vordere rote LED in Abständen zu blinken um die zu Neige gehende Akkuladung anzuzeigen. Zu diesem Zeitpunkt war die Lampe schon merkbar dunkler. Die Lampe wurde immer dunkler und schaltete in der 130. Minute schlagartig aus. Der Akku wurde entnommen und eine Leerlaufspannung von 3,0 V gemessen. Für meinen Geschmack kommt die Akkuwarnung sehr spät. Die Restlaufzeit ist nach der ersten Warnung auf maximaler Helligkeit nur noch sehr kurz. Wie die Lampe herunterregelt, ist nicht nur von der Zeit, sondern auch von anderen Faktoren abhängig. Wie genau sich das verhält, hat sich mir noch nicht erschlossen. Kurz zusammengefasst: Im Konstantstrommodus hat man 120 Minuten helles Licht, dann ist es dunkel :)

Eigentlich bin ich ein Fan von konsequent konstant geregelten Lampen. Gleiche Helligkeit über die gesamte Laufzeit bis der Akku leer ist. Bei dieser Lampe finde ich das Runterregeln sinnvoll, da sie dadurch trotz des kleinen und leichten Akkus auf eine praxistaugliche Laufzeit kommt.

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Das Lichtbild

Die Lampe macht ein schönes neutrales weißes Licht ohne dabei ins bläulich kühle oder ins warmweiße abzudriften. Leider wird dieses Licht nicht gleichmäßig von der „Advanced Focus System“ genannten Optik abgestrahlt. In der Flutlichteinstellung ist ein heller Innenkreis von ein Ring mit etwas anderer Farbtemperatur umgeben. Beim Stellen des Fokusses in Richtung Spot wird der innere Kreis kleiner und der äußere Ring immer größer. Voll fokussiert ist das Lichtbild nicht mehr ganz rund. In der defokussierten Einstellung erscheint weit außerhalb der beleuchteten Fläche noch ein weißer scharftkantiger Ring.

Was an einer weißen Wand sehr unschön aussieht und micht fast zur Rückgabe der Lampe bewegt hätte, macht in der Praxis nicht soviel aus. Auf einigen wenig strukturierten Flächen ist das ungleichmäßge Lichtbild erkennbar aber nicht störend. In Wald und Feld sind die Effekte kaum wahrnehmbar.

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defokussiert

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halb fokussiert

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fokussiert

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defokusiert, schräg nach oben


Fazit

Fürs meinen Verwendungszweck, das Geocachen, ist die SEO 7R gut geeignet. Zu einem guten Preis erhielt ich das Rundumsorglospaket aus Stirnlampe, Akku und Ladegerät. Die Lampe ist leicht und angenehm zu tragen. Nach kurzer Eingewöhnung ist die Handhabung kinderleicht. Dennoch ist die Lampe nicht perfekt. Besonders beim Lichtbild hat der Hersteller noch die Möglichkeit, sichtbare Verbesserungen zu erzielen. Vielleicht gibt’s mal einen Nachfolger.
 
Zuletzt bearbeitet:

cre8ure

Flashaholic**
27 Juli 2012
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BW
AW: Review LED LENSER SEO 7R

Danke für das Review und vor allem den Laufzeittest.

Ich finde die SEO technisch ja schon spannend... Wenn Sie nur nicht so eine bunte Lutschbonbonoptik hätte... :)
 

MetalDeep

Flashaholic**
4 November 2010
2.444
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Weißwasser
AW: Review LED LENSER SEO 7R

Die Lichtautomatik für den Preis noch mit Akku, Ladegerät ist schon interessant. Danke für deinen Bericht.
 

Dunuin

Flashaholic**
3 April 2013
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Hamburg
Ich würde das aber nur als Halbautomatik bezeichnen, da ich ja trotzdem noch ständig die Hände wegen dem Fokussieren frei haben muss. Da finde ich das bei der NAO mit den 2 LEDs für Flood und Spot besser gelöst.

Interessant würde ich mal einen Test finde, wo die gazen Automatiklampen einander gegenüber gestellt und verglichen werden. Also Petzl NAO, Tikka R+, Tikka RXP, SEO 7R und die SENS-Serie.
 
  • Danke
Reaktionen: Ziliax