Review: Armytek Wizard C2 Pro Max LR

Unheard

Flashaholic**
6 November 2017
4.011
2.570
113
Raffnixhausen
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Die Gilde der Zauberer hat ein neues Mitglied: Armyteks neuester Sprößling der Kopflampen-Familie ist die Wizard C2 Pro Max LR. Max steht wie gehabt für das 21700 Akku-Format, LR für Long Range und damit für ein Novum der Serie: Dies ist die erste Wizard mit Reflektor. Damit gibt es neben der normalen Max als reinem Fluter nun eine Wizard mit universelle(re)m Lichtbild. Die große LED XHP70.2 sorgt zusammen mit dem kleinen Reflektor immer noch für eine anständige Ausleuchtung im Nahbereich, gibt aber auch einen nennenswerten Spot für etwas Reichweite ab. Throw-lastig, wie der Namenszusatz LR nahelegt, wird die Lampe damit aber bei weitem nicht, ganz im Gegenteil. Die LR ist universeller, aber nach wie vor eher ein Fluter.

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Bis auf den Reflektor scheinen sich Max und Max LR nicht zu unterscheiden, jedenfalls wird für die LR die Anleitung der einfachen Max mitgeliefert.

Für dieses Review hat mir Armytek ein kostenloses Sample der Warm Light-Ausführung zur Verfügung gestellt, wofür ich mich ganz herzlich bedanke.

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Accio!​

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Neben dem in die Lampe eingelegten 5000 mAh 21700-Akku kommt die Max LR mit einem Adapter auf 18650-Zellen.

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Deep-Carry-Clip, Holster und Stirnband (mit Überkopfband) bieten alle erdenklichen Möglichkeiten, die Lampe zu tragen.

Interessant, dass die Wizard C2 Pro noch mit Fahrradhalterung kam, die Max LR aber darauf verzichtet. Dafür fehlt dem kleinen Geschwister das Holster.

Zwei Ersatz-O-Ringe und natürlich ein USB-Ladeadapter für den magnetischen Port der Lampe halten die LR einsatzbereit.

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Confundo!​

Ein Vergleich der technischen Daten zwischen der Max LR (links) und der normalen Wizard C2 Pro (rechts), bei in der Ausführung Warm Light.

Wiard Pro Max LR Warm LightWizard Pro Warm Light
Turbo 3-2330 lm
129 m
30 s (danach 605 lm)
Turbo 23870 lm
180 m
50 s (danach 840 lm)
1750 lm
112 m
- (*)
Turbo 11210 lm
100 m
12 Min. (danach 840 lm)
810 lm
76 m
9 Min. (danach 605 lm)
Main 3420 lm
60 m
7 Std.
344 lm
50 m
5 Std. 15 Min.
Main 2140 lm
34 m
21 Std.
149 lm
33 m
12 Std. 15 Min.
Main 142 lm
19 m
64 Std.
42 lm
17 m
43 Std.
Firefly 3-5,6 lm
6 m
12 Tage
Firefly 26,5 lm
7 m
10 Tage
1,4 lm
3 m
40 Tage
Firefly 30,5 lm
2 m
62 Tage
0,14 lm
1 m
200 Tage
UIGeneral Type
Advanced Type
General Type
Advanced Type
LEDXHP 70.2 / 4000KXHP 50.2 / 4000K
Akku21700, 5000 mAh18650, 3500 mAh
internes LadenMagnetischer PortMagnetischer Port
OptikTIR / WabenGlattreflektor
Stromaufnahme Standby14 µA7,6 µA
Akkuspannung bei Lieferung3,48 V-
Akkuspannung nach internem Laden4,15 V-
SchutzklasseIP68, 10 Meter EIntauchtiefeIP68, 10 Meter EIntauchtiefe
max. Fallhöhe10 Meter10 Meter
Arbeitsbereich-25 ... +40 °C-
Garantie10 Jahre10 Jahre

*) Die Daten der Wizard C2 Pro Warm Light sind nicht restlos klar. Auf der Verpackung sind nur zwei Turbo-Stufen angegeben, die Lampe hat aber tatsächlich drei.

Es fällt auf, dass der Max LR gegenüber dem Adepten Wizard C2 Pro jeweils ein Turbo- und ein Firefly-Modus genommen wurde. Mir fehlen diese Modi definitiv nicht, ich frage mich aber nach dem Hintergrund für das Zusammenstreichen.

Der Vergleich zeigt, dass die höchste Stufe der Max LR mit 50 s deutlich länger genutzt werden kann, als die geringere höchste Stufe der normalen Wizard (30 s). Verantwortlich sind die höhere Masse und die größere Leuchtfläche der LED der Max LR. Das ist schon ein signifikanter Zugewinn.

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Flagrante!​

Im Spot liegt die Farbtemperatur der XHP70.2 bei knapp 3900 K (Ra 71), aufdringliche Farbsäume sehe ich nicht, das Licht ist weitgehend neutral, der Spot etwas wärmer als das Streulicht. Letzteres öffnet bei der Max LR nicht ganz so weit wie gewohnt, für einen anständigen Lichtteppich vor den Füßen reicht’s aber auch bei ihr.

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Abb. oben: links Wizard C2 Pro, rechts Wizard C2 Pro Max LR

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Imperio!​

Pro-Wizards kommen inzwischen alle mit zwei umschaltbaren Bedienarten, dem general type und dem advanced type UI.

Wechsel zwischen general und advanced UI​

Die Lampe wird mit dem general type UI ausgeliefert. Um sie in den advanced type zu schalten, dreht man die Endkappe etwas auf, drückt und hält den Taster, dreht die Endkappe wieder zu und lässt den Taster los.

Bedienung (advanced type)​

Modus

Aktion
Firefly EbeneMain EbeneTurbo EbeneStrobe EbeneAus
HaltenModi durchschaltenModi durchschaltenModi durchschaltenModi durchschaltenFirefly 1
KlickAusAusAusAusEin
DoppelklickEbene MainEbene FireflyEbene MainEbene MainEbene Main
DreifachklickEbene TurboEbene TurboEbene TurboEbene TurboEbene Turbo
VierfachklickEbene StrobeEbene StrobeEbene StrobeEbene StrobeEbene Strobe

Das sieht kompliziert aus, ist es aber nicht: Man muss sich merken, dass der Doppelklick zwischen Main und Firefly hin und her schaltet und von den anderen Ebenen nach Main zurückführt. Alles andere ist konsistent. Von Aus kommt man überall hin.

Sinn und Zweck der Sache: Jede Modus-Ebene hat einen eigenen Speicher. So kann man überall einen favorisierten Modus einstellen und hat dann ein UI mit drei regulären und einem Strobe-Modus, zwischen denen man mit Mehrfachklicks wechseln kann. Dazu kann man das Licht in den Main-Stufen anpassen, ohne über niedrige oder sehr hohe Leistungen zappen zu müssen. Das ist und bleibt für mich die geniale Armytek-Eigenheit, und darum empfehle ich stets, den advanced type zu aktivieren, also das UI der Pro-Lampen mit Taster.

Bedienung (general type)​

Im Grunde fehlen beim general type UI die Modusebenen und einige Modi. Die Lampe kann direkt im zuletzt gespeicherten Modus (außer den Fireflys) oder, durch Klicken und Halten, im kleinsten Firefly gestartet werden. In den Turbo führt hier ein Doppel-, in die Blinkies ein Dreifachklick. Alles so, wie man es auch von Olights und Acebeams kennt. Weitere Mehrfachklicks führen wieder zurück zum gespeicherten, regulären Modus.

Kapazitätsanzeige/Locator​

Die Kapazitätsanzeige des Akkus befindet sich im Taster (grün/rot-LED) und arbeitet während des Betriebs der Lampe (10 Sekunden in den Firefly-Modi, sonst dauerhaft). Sie ist sehr sparsam und kann bedenkenlos dauerhaft aktiviert werden, so dass sie als Locator fungiert. Dazu dreht man die Tailcap etwas auf, drückt und hält den Taster, dreht die Tailcap zu und gleich wieder auf. Das Prozedere ist so ähnlich wie das, um die UIs zu wechseln. Der Unterschied liegt im letzten Aufdrehen der Endkappe.

Oberhalb von 25% Restkapazität blinkt der Taster alle vier Sekunden (in den Firefly-Modi nur zweimal). Darunter blinkt er alle zwei Sekunden. Ein kritischer Akkuzustand wird durch rotes, sekündliches Blinken angezeigt.

Eine Überhitzung zeigt die LED durch orangefarbenes Blinken an, die Lampe regelt dann allerdings auch ab.

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Piertotum Locomotor!​

Die LR ist natürlich voll geregelt, es gibt ein Energiemanagement und wärmebedingte Stepdowns. Die höchste Leuchtstufe ist jederzeit abrufbar.

Turbo 2 (3870 lm)​

Die Leistung steigt bis zum Stepdown an, die Temperatur erreicht dann knapp 50 °C. Der Turbo kann jederzeit reaktiviert werden und hält die Maximalleistung, bis erneut 50 °C erreicht werden. Harte Stepdowns gibt es nicht, stattdessen fällt die Leistung linear über ein paar Sekunden ab. Das ist deutlich sichtbar, wirkt aber weniger irritierend als ein abrupter Stepdown.

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Turbo 1 (1210 lm)​

Nach 12 Minuten sollte ein Stepdown erfolgen. Die Lampe war jedoch leicht gekühlt (geringer Luftzug) und erreichte die erforderlichen 50 °C nicht. Nach 30 Minuten habe ich die Aufzeichnung beendet. Unter realistischen Bedingungen (maximal Zimmertemperatur bei leichtem Luftzug) kann die Max LR diese Leistung bei etwa 40 °C sogar dauerhaft halten.

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Main 3 (420 lm)​

Anekdote: Die erste Messung über mehr als sieben Stunden habe ich mit abgedecktem Sensor des Luxmeters gemacht. Verhext. Oder einfach: D’oh. Nun gut, im zweiten Anlauf hat’s geklappt. Mehr als sieben Stunden dauert es, bis 10% der Anfangshelligkeit unterschritten sind. Die volle Leistung hat man immerhin für ca. 6 ½ Stunden.

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Nach sieben Stunden in Main 3 war der voll geladene Akku auf 2,85 V herunter.

Es gibt auf Main 3 ein leichtes Rippel um 16 kHz, das wegen der geringen Modulationstiefe hier und in allen anderen Leuchtstufen natürlich völlig unsichtbar ist.


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Zusammenfassend: Die Stepdowns erfolgen primär nach Temperatur (Turbo 2 Mode), sekundär aufgrund des Energiemanagements (Turbo 1 ff). Der Treiber baut die Maximalleistung jeweils über einen Zeitraum auf und hält stabile Leistungen schnurgerade.

Man kann die Lampe relativ unbesorgt aufdrehen, 50 °C werden nicht überschritten, auch auf die Restenergie achtet sie.

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Specialis Revelio!​

Die neue Wizard C2 Pro Max LR kann, was das Lichtbild angeht, eine normale Wizard mit Wabenoptik ohne wesentliche Einbußen in der Nahfeldausleuchtung ersetzen. Die leichte Verengung des Spots ist durchaus vorteilhaft bei Verwendung als Universallampe und nicht störend, wenn sie als Lauflampe eingesetzt wird.

Die hohe Maximalleistung ist willkommen, aber im Wesentlichen liegt der Vorteil der Max-Lampen bei Armytek in ihrer höheren Standfestigkeit und den langen Laufzeiten. Im Grunde lässt sich damit, professionell eingesetzt, bei ausreichendem Licht ein ganzer Arbeitstag absolvieren. Oder besser: eine Arbeitsnacht.

Läufer, die das Gewicht nicht scheuen, müssen sich keine Gedanken mehr um ein Energiemanagement machen. Man ist eher verführt, die Leistung so aufzudrehen, dass man u.U. entgegenkommende Verkehrsteilnehmer blendet. Ein Luxusproblem. 840 lm liefert die Lampe dauerhaft bei Zimmertemperatur, gut 1200 lm sind noch für 12 Minuten bei Zimmertemperatur drin, draußen läuft sie im Winter sogar stabil mit dieser Leistung durch, bis das Energiemanagement greift. Für eine neutral- bis warmweiße Winkelkopflampe ist das erstaunlich gut.

Seit einiger Zeit ist das UI der non-Pro Lampen auch bei den Pros wählbar. Anfangs war ich etwas skeptisch ob dieses Frevels, aber die Rezeption scheint mir durchweg positiv zu sein. Man muss es nicht nutzen, aber es zieht Nutzer an, die das Standard-UI von anderen Herstellern gewohnt sind. Bei der neuen Lampe ist es sogar voreingestellt.

Wer bislang mit seiner Wizard zufrieden war, wird keinen Anlass sehen, auf eine Max LR zu wechseln. Novizen würde ich unbedingt die Max LR nahelegen, sofern nicht das höhere Gewicht dagegen spricht. Die Verbesserung im Lichtbild ist dezent, aber Leistung und Durchhaltevermögen sind schon eine andere Klasse.

Armytek bietet mehrmals im Jahr Rabatte an. Wer nicht darauf warten will, bekommt mit dem Code TLFT stets 15 % auf den Verkaufspreis:

https://www.armytekstore.de/taschenlampen/das-modell/wizard/armytek-wizard-c2-pro-max-lr-warm/ (Neutralweiß)

https://www.armytekstore.de/taschenlampen/das-modell/wizard/armytek-wizard-c2-pro-max-magnet-usb-lr/ (Kaltweiß)

Danke fürs Lesen, Beamshots folgen heute Abend.

Thomas
 

taenzerwalze

Flashaholic**
7 März 2017
1.449
1.591
113
Wow. Was für ein Review! Was soll ich denn da bitte noch in meinem Review schreiben?8|

Bei meinem Exemplar meine ich, einen Tintshift im Spot zu bemerken. Ist das bei dir auch so? Ich sehe es allerdings nur auf weißen Flächen.
 
  • Danke
Reaktionen: Unheard

Unheard

Flashaholic**
6 November 2017
4.011
2.570
113
Raffnixhausen
Wow. Was für ein Review! Was soll ich denn da bitte noch in meinem Review schreiben?8|

Bei meinem Exemplar meine ich, einen Tintshift im Spot zu bemerken. Ist das bei dir auch so? Ich sehe es allerdings nur auf weißen Flächen.
Danke dir!

Schreib all das, was hier fehlt. Und das ist 'ne Menge.

Einen kleiner "Cree-Regenbogen" ist da. Wie gesagt, der Spot ist etwas wärmer als der Spill. Aber wie Du schreibst, der ist draußen im Grunde weg.
 

Dr.Devil

Flashaholic***
24 Juli 2012
5.466
7.016
113
nördlich von Stuttgart
Sehr stark dein review :daumenhoch:

Das aktualisiert mein (verstaubtes) Wissen um die aktuellen Wizard Modelle :augenrollen:
und erweitert mein Vokabular:
"Cree-Regenbogen" und "aufdringliche Farbsäume",

Einen wirklichen Unterschied zur Wizard mit TiR Optik kann ich bei bei deinem outdoor beamshot auch nicht erkennen, v.a. in Bezug auf die Reichweite und das wäre doch der eigentliche Sinn gewesen, der Wizard einen Reflektor zu verpassen und damit das Lichtbild signifikant zu verändern. Gibts da keine passende (leistunsgstarke) LED, die da geigneter, heißt gerichteter wäre?

Den ´Lichtteppich´ der Wizard mit Optik fand ich immer sehr überzeugend und praxistauglich im direkten und näheren Umfeld. Bei dieser Wizard mit Reflektor sehe ich keinen Mehrwert.

Anekdote: Die erste Messung über mehr als sieben Stunden habe ich mit abgedecktem Sensor des Luxmeters gemacht.
Das finde ich übrigens eine schlaue Methode. Das sollte doch die Elektronik des Instrumentes schonen und zu konsistenen Meßergebnissen führen :zufrieden:

Herzlichen Dank für deine Mühe
Grüße Jürgen
 

Unheard

Flashaholic**
6 November 2017
4.011
2.570
113
Raffnixhausen
Ja, das stimmt Jürgen. Die gemessene Kurve war total flach. Mir hat sie auch gut gefallen, leider lagen alle Werte bei genau Null. Ich arbeite noch dran.

Dass sich bei der Reichweite nicht viel getan hat, sieht man schon an der ANSI-Angabe. Ich war aber dennoch erstaunt, wie gering der Unterschied auf den Fotos tatsächlich ausfiel. Hoffentlich hat jemand die Max und die Max LR und kann mit denen vergleichende Bilder machen. Die normale Wizard hat ja eine kleinere LED. Vielleicht sollte man die mit Reflektor bauen? Aber, auch mir gefällt die Lichtwand eigentlich ziemlich gut, und was ich hier mitnehme, ist dass die Max-Famile einfach den längeren Atem hat, was der größte Vorteil sein dürfte.