Projekt "elektronische Last"

Ivo

Stammgast
29 März 2023
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18
Leipzig
Hallo zusammen,

die Tage werden wieder dunkler - Zeit für ein neues Elektronikprojekt!
Ich bastle öfters mit Taschenlampen, Treibern und LEDs, und stehe regelmäßig vor der Frage: "welche andere LED passt da rein?".
Das Messgerät der Wahl ist eine elektronische Last. Da kann man z.B. einstellen, dass diese Last ein zu testendes Netzteil mit 3A belastet, oder die Spannung auf 3,6V dropt, oder 25W Leistung zieht. Quasi ein schlauer Widerstand, an dem man Strom, Spannung, Leistung einstellen kann.
Soetwas gibt es fertig zu kaufen, aber natürlich ist mir das zu teuer, unflexibel und langweilig! :cool:

Wunschzettel:
- ablesen, wieviel Strom vom Akku in den Treiber/Taschenlampe fließt, und auf welcher Spannung der Akku liegt
- ablesen, wieviel Strom vom Treiber in die "LED" fließt, und welche Flussspannung die "LED" dabei hat
- damit kann man ausrechnen, wie effizient der Treiber arbeitet
- einstellen einer "LED" Flussspannung: welchen Strom schafft der Treiber an einer 3,6V LED?
- einstellen eines "LED" Wunschstroms: welche Flussspannung darf eine 700mA LED maximal haben?

Dimensionierung:
- meine dickeren Blau/UV-Brocken haben eine Vorwärtsspannung von bis zu 36V.
- trotzdem sollen auch niedrige Spannungen möglich sein, für IR LEDs oder Dioden o.ä.
- dicke "übliche" weiße LEDs scheinen bei über 10A betrieben zu werden?
- auch 350mA und darunter sollen sinnvoll möglich sein

Nach langer Recherche, wühlen in Datenblättern, fluchen über Reichelts unfähige Filterfunktion, Diskussion mit ChatGPT, und einigen Skizzen, bin ich jetzt bei der angehängten Schaltung:


- Eine variable rail-to-rail Spannungsreferenz LT 3080 EST (IC1) erzeugt 0V bis 36V. Hier wird 0V bis 12V genutzt. Wählbar über einen 12-pol Drehschalter (12KD1). Die 12 Spannungen werden über 12 Trimmer (TR1..12) eingestellt (die 0V bis 12V Spannung wird am Ende auf 0V bis 36V geshiftet).#

- Ein OPAmp OPA2188 (OPA1) [korrektes Datenblatt] vergleicht die gewählte Referenzspannung mit der tatsächlichen Spannung am Mosfet, und regelt nach. Verglichen wird über einen 1:3 Spannungsteiler (R7 + R8), hier wird "aus 12V 36V".

- Als Mosfet habe ich den IRFB 4110 (FET1..4) gefunden. Vier parallel, um auch hohe Verlustleistungen ohne Hitzetod zu überstehen. Mit Lastwiderständen (R9..12), damit die vier Mosfets ähnliche Ströme abbekommen.

- An Buchse B1 kommt der LED-Ausgang des Treibers/Taschenlampe.

- Die Buchse BU2 wird gebrückt. Oder man schließt eine externe LED an, um deren Strom/Spannung anzuschauen.

- Ich habe vergessen, den Sicherungshalter einzuzeichnen. Bis 20A ausgelegt, Sicherungen gibt es bis 30A und mehr.. *evil*

- MU1 und MU2 ist ein PZEM-025 Multimetermodul, ausgelegt bis 50A und 300V. Gefällt mir mega!

- Um einen Strom durch die Mosfets einzustellen, nutze ich auch den OPAmp (OPA1). Ich vergleiche aber nicht die Spannungsreferenz, sondern den Spannungsabfall an einem Shunt. Praktischerweise hat das Multimetermodul ja schon einen Shunt integriert, den ich dafür mitnutze. Gemessen habe ich 0,0196R.

- Der Spannungsabfall ist mit maximal 0,684V zu klein, also verstärke ich die Spannung im OPAmp SGMOP07E (OPA2).

- Über einen Trimmer (TR13) kann man den Verstärkungsfaktor einstellen. Bei x52 fließt 1A wenn man am Drehschalter (12KD1) 1V einstellt, und 36A bei 36V. Bei x104 fließen bei 1V 500mA. Maximal kann man mit dem 200k Trimmer etwa x200 einstellen, für 1V 250mA und 36V 9A. Je nachdem, ob man große Maximalströme, oder genaue kleine Ströme haben möchte, kann man den Verstärkungsfaktor ändern. Oder einen anderen Trimmer für ganz andere Werte.


Auf der zweiten Seite kommen noch ein paar Hilfsschaltungen.

- Ein zweites Multimetermodul, für die Batterieseite der Taschenlampe

- Spannungsversorgung: um Spannungen unter 5V messen zu können, braucht das Multimetermodul eine externe Spannungsversorgung

- ein SGMOP07E Spannungswandler (CV1) erzeugt die benötigten 12V. Aus 2V-16V, per USB, Hohlbuchse oder 2xAA/9V-Kombibatteriefach.

- Versorgt man beide Multimetermodule mit den 12V aus dem Spannungswandler (CV1), liegt gemeinerweise GND von der Batterie/Treiberversorgung auf GND der LED/Treiberausgang. Wenn das unerwünscht ist, kann man per (SW3) das zweite Multimetermodul au eine eigene 2xAA/9V Versorgung (VI1) legen.

- Finally, wird (Thermo1) leitend wenn er etwa 50°C erreicht, und schaltet den Lüfter an.




Jetzt habe ich noch vier Bitten an euch:


Könnten Menschen, die sich besser als ich mit Elektronik auskennen, nochmal durchschauen, ob das alles so Sinn ergibt?
Das Konzept und viele Details kommen im Wesendlichen von ChatGPT. Ich habe per Taschenrechner und Datenblättern Plausibilität geprüft.

Wie würde man z.B. eine 18650 oder zwei 21700 an Kabel kriegen, um sie an das Multimetermodul zu hängen?
Die üblichen Batteriehalter würden instantan in Rauch aufgehen. Taschenlampenkörper umbauen?

Welche 12 Stufen hättet ihr gerne, um LED Spannungen und Ströme zu simulieren?

Wenn ich eins baue, kann ich auch zwei bauen. Wer sollte ein Exemplar bekommen, um Akkus, Taschenlampen und LEDs zu triezen?



Cheerio,

Ivo
 

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Roger66

Flashaholic*
26 November 2020
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Rodgau
Hi,

möchte mich nicht dort anmelden müssen, um zu antworten.

Bei Aliexpress findest du unter DL24 MP die neueste Generation eines 150W/25A/200V Lastmoduls, das modular erweitert werden kann. Jedes Lastmodul hat je 4 MOSFETs IRFP264 oder baugleiche. Offiziell gehen mit 4 angedockten Modulen bis 600W/40A/200V. Es gibt aber bereits Nutzeraufbauten mit 3kW. Strom bleibt dabei bei max. 40A. Siehe Video.

Ich finde das Ding genial. Neben den üblichen Modi CC, CV, CP und CR gibt es auch Testmodi für Power Supplies oder Innenwiderstandsbestimmung von Akkus. Da würde ich nichts mehr selber bauen wollen.

Meins kommt diese Woche . Zur Black Week für 35€ inkl. Versand, 12V Netzteil, Akkuadapter bis 26650 und Adapter für verschiedene USB Stecker geschossen.

 
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schmadde

Flashaholic
14 September 2015
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Bei Aliexpress findest du unter DL24 MP die neueste Generation eines 150W/25A/200V Lastmoduls, das modular erweitert werden kann. Jedes Lastmodul hat je 4 MOSFETs IRFP264 oder baugleiche. Offiziell gehen mit 4 angedockten Modulen bis 600W/40A/200V. Es gibt aber bereits Nutzeraufbauten mit 3kW. Strom bleibt dabei bei max. 40A. Siehe Video.
Das ist ja krank - 3kW aus so einem Bastelaufbau!
Meins kommt diese Woche .
Ich hab das "alte" DL24 bestellt, soll morgen kommen. Ich wundere mich nur, dass man das bis 200V einstellen kann. Ich meine mich zu erinnern, dass Equipment, das mit >60V DC arbeitet irgendwie speziell konstruiert oder zertifiziert werden muss?
 
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Roger66

Flashaholic*
26 November 2020
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Rodgau
Bei den Varianten mit nur einem FET sind die 200V eh Theorie. Vorher fliegt dir der FET um die Ohren.

Aber es steht ja ein Warnhinweis drauf, über 36V soll man aufpassen ;) .

Die selbst gebauten Akkupacks aus recycelten Zellen alter Notebookakkus, die solche Spannungen erzeugen, finde ich da viel bedenklicher. Siehe div. YT-Videos über Eigenbau-PV-Speicher. Und die sind natürlich auch nicht isoliert.

Das DL24-Zeugs ist halt im weitesten Sinne Laborequipment. Wer damit arbeitet, sollte wissen, was er macht.
 

Ivo

Stammgast
29 März 2023
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Leipzig
Ich meine mich zu erinnern, dass Equipment, das mit >60V DC arbeitet irgendwie speziell konstruiert oder zertifiziert werden muss?
Die Verwirrung kommt vielleicht aus:
Bei Aliexpress [..]
:rofl:

Danke für den Input, Roger!
Ja, die Preise für elektronische Lasten aus China (im Bastelsegment) sind natürlich konkurrenzlos. Für das Geld habe ich hier gerade mal das Gehäuse und einen Mosfet gekauft ^^
Als Vorteil meiner (ebenfalls Bastel-) Lösung sehe ich nur noch, dass es robuster ist (Gehäuse, Bedienung, Lastauslegung) und ein UI hat, wie ich es möchte. Wenn man es variabel an einem Display bedienen möchte, ist die chinesische Variante sicher eine Überlegung wert.


Bei den Varianten mit nur einem FET sind die 200V eh Theorie. Vorher fliegt dir der FET um die Ohren.
Die Spannung macht mir hier, für den/die FETs, noch am wenigsten Sorgen. Der IRFP264 ist bis 250V ausgelegt. Bis zu 38A ließt sich im Datenblatt auch toll. Natürlich kann man nicht *gleichzeitig* 250V und 38A haben, das Datenblatt hat alle Fußangeln aufgelistet (derating factor, max power, max temp, max safe operation area, und sicher noch mehr).
Ob die Schaltung sicher genug ausgelegt ist für 200V (Leiterbahnabstand, Kriechspannung), ob die Kühlung leistungsfähig genug ist, ob die Mosfets ausreichend geringe Streuung haben, und überhaupt die behaupteten IRFP264 sind, ist eine andere Frage.

Aber macht ja nix - eine für 20A ausgelegte Sicherung einbauen, ein berührsicheres und trotzdem luftiges Gehäuse verwenden, und je nach Spannungen einen Fehlerstromschutzschalter/FI verwenden, und sonderlich viel sollte nicht schiefgehen können. Famous last words.. :pfeifen:

Ivo
 
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Roger66

Flashaholic*
26 November 2020
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Rodgau
Es gibt auch eine Gehäusevariante mit Encoder für mehr Komfort. Es fasst bis zu 4 Module.

Mit der Sicherung sprichst du was Wichtiges an. Wenn man einen hochstromfähigen Akku entlädt und der/die FETs durchlegieren, begrenzt sonst nur noch das Kabel oder eine Leiterbahn den Strom. Schönes Feuerwerk
 

Roger66

Flashaholic*
26 November 2020
304
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Rodgau
Leider muss man dort auf Vierdrahtmessung verzichten und bei 400W ist Schluss. Aber die hatte ich auch im Visier.

Wenn die bei Ali nicht immer 116€ Versand dafür aufrufen würden... der kostenlose Versand aus Polen wird zwar angezeigt, lässt sich aber nicht auswählen.
 

Vophatech

Flashaholic**
6 Dezember 2019
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Metrolpolregion Nürnberg
Leider muss man dort auf Vierdrahtmessung verzichten und bei 400W ist Schluss

400W ist ne Menge. Die zusammengeschusterten Atorch Teile (mehrere in einem Gehäuse) sind da eher.. naja :)

Ja 4wire müsste man sich rein basteln. Warum man das bei EastTester nicht direkt rausgeführt hat ist in der Tat eine Sache die Kopfschütteln verursachen kann.

Für 4wire OOTB muss man dann schon ein wenig tiefer in die Tasche greifen und z.B. eine Korad KEL10x (gibts mit diversen Labeln) Oder eine S-LS-61 nehmen.

Ich persönlich kann mit dem Bastelzeug nix anfangen da es zu 99,99% kein SCPI kann. Und das ist für LabView fast schon essentiell.
 
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Ivo

Stammgast
29 März 2023
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Ich wurde überzeugt - ich baue mir das nicht selbst, sondern suche mir eine elektronische Last mit SCPI.
SCPI kannte ich noch nicht, klingt großartig!
Als elektronische Last habe ich mir das Kunkin KP184 rausgesucht, als Netzteil/Multimeterkombo das Owon SPM6103, jeweils mit SCPI.

Danke euch für den Input!
 
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