Was mich bei Talas und deren Akkuhaltern immer gestört hat, sind die schwindsüchtigen und schlechtleitenden Stahlfedern, egal ob mit oder ohne Goldauflage. Mit einem Vierpunkt-Milliohmmeter begrabbelt, kommen da schnell zwischen 15 und 70 mOhm pro Feder zusammen. Was bei einer z.B. Thrunite TN 31 (3x18650 ~ 11-12,4V -> 1x XM-L ~3,4V) noch ziemlich harmlos ist, macht sich bei 1 x 18650-, oder 1 x AA-Lampen schon stärker in der Laufzeit oder in der Dauer des geregelten Betriebs bemerkbar. Ebenso bei Lampen, wie dem BTU Shocker, bei dem mit 3x18650 drei in Reihe geschaltete Leds richtig Strom sehen sollen.
Beispiel: Zebralight SC 600 MK II
Originalfeder leitet schlecht mit 47 mOhm
Die Änderung: mit Entlötlitze ~1 mOhm leitet gut, sieht aber handwerklich nicht so prickelnd aus:
Also Kupferkappen drübermachen. Drehen ist aufwändig und bedarf extra giftig angeschliffener Stähle und einer guten Schmierung.
Warum nicht tiefziehen? Kupferblech mit 0,2-0,3mm liegt noch genug im Bastellager.
Zwei Stempel für 0,3mm Blech wurden aus Stahl gedreht.
Ein Stück Blech dazwischen, man kann es problemlos mit der Schere schneiden. Bei (nur ungefähr) achteckigem Zuschnitt zieht sich das nicht so leicht auf eine Seite, oder reißt ein.
Mit einem größeren Schraubstock zusammengepreßt.... sieht’s so....
oder so aus.
Den Rand von Hand abzuschneiden ist zuviel Arbeit und nichts für Ästheten
.
Zwei weitere Stempel wurden aus Stahl gedreht...
....um dann die Kappe dazwischenzuspannen und den Rand abzudrehen.
Etwa so: Unterer Stempel in Spannzange, beim Oberen mit Zentrierbohrung kommt der Rollkörner dagegen. Für die Metaller und Drehbankartisten unter uns: mit einem HSS-Einstechstahl mit großem Frei- und sehr großem Spanwinkel geht es nahezu gratfrei.
Dann sieht’s so aus: gestrahlt vernickelt, nur gestrahlt, blank
Rückseite: das Vernickelte war Vorserie, das Blech hat’s ungleichmäßig eingezogen. Deshalb der achteckige Zuschnitt, siehe weiter oben und außerdem blättert die Galvanik etwas....
Damit sieht das Zebrakäppi so aus und hat nur noch 1,5 mOhm.
Nachtrag: in dem Zebra ist der Platz so knapp
, daß dafür eine flacheres Käppi gebraucht wird
Etwa so:
dafür wurde noch ein weiterer Stempel zum Aufspannen gemacht. Das Käppi wird damit via Rollkörner einfach gegen die Planfläche gedrückt und der untere Rand abgedreht.
Jetzt sieht’s so aus, die Litze fehlt und wird noch reingelötet.
Bei „normalen“ Akkuhaltern ist aber genug Platz für die größere Version.
Hier auch noch ohne Litzen. @ Xandre: kennst Du den Akkuhalter
??
So, ich hoffe, der kleine Exkurs in die Metallbearbeitung hat Euch gefallen. Anregungen und (hoffentlich konstruktive
) Kritik sind immer willkommen.
Gruß
Volker
Beispiel: Zebralight SC 600 MK II
Originalfeder leitet schlecht mit 47 mOhm
Die Änderung: mit Entlötlitze ~1 mOhm leitet gut, sieht aber handwerklich nicht so prickelnd aus:
Also Kupferkappen drübermachen. Drehen ist aufwändig und bedarf extra giftig angeschliffener Stähle und einer guten Schmierung.
Warum nicht tiefziehen? Kupferblech mit 0,2-0,3mm liegt noch genug im Bastellager.
Zwei Stempel für 0,3mm Blech wurden aus Stahl gedreht.
Ein Stück Blech dazwischen, man kann es problemlos mit der Schere schneiden. Bei (nur ungefähr) achteckigem Zuschnitt zieht sich das nicht so leicht auf eine Seite, oder reißt ein.
Mit einem größeren Schraubstock zusammengepreßt.... sieht’s so....
oder so aus.
Den Rand von Hand abzuschneiden ist zuviel Arbeit und nichts für Ästheten
Zwei weitere Stempel wurden aus Stahl gedreht...
....um dann die Kappe dazwischenzuspannen und den Rand abzudrehen.
Etwa so: Unterer Stempel in Spannzange, beim Oberen mit Zentrierbohrung kommt der Rollkörner dagegen. Für die Metaller und Drehbankartisten unter uns: mit einem HSS-Einstechstahl mit großem Frei- und sehr großem Spanwinkel geht es nahezu gratfrei.
Dann sieht’s so aus: gestrahlt vernickelt, nur gestrahlt, blank
Rückseite: das Vernickelte war Vorserie, das Blech hat’s ungleichmäßig eingezogen. Deshalb der achteckige Zuschnitt, siehe weiter oben und außerdem blättert die Galvanik etwas....
Damit sieht das Zebrakäppi so aus und hat nur noch 1,5 mOhm.
Nachtrag: in dem Zebra ist der Platz so knapp
Etwa so:
dafür wurde noch ein weiterer Stempel zum Aufspannen gemacht. Das Käppi wird damit via Rollkörner einfach gegen die Planfläche gedrückt und der untere Rand abgedreht.
Jetzt sieht’s so aus, die Litze fehlt und wird noch reingelötet.
Bei „normalen“ Akkuhaltern ist aber genug Platz für die größere Version.
Hier auch noch ohne Litzen. @ Xandre: kennst Du den Akkuhalter
So, ich hoffe, der kleine Exkurs in die Metallbearbeitung hat Euch gefallen. Anregungen und (hoffentlich konstruktive
) Kritik sind immer willkommen.Gruß
Volker
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