Hmmm.... nicht so einfach das Ganze!!!
Hier mal meine aktuelle Kombi:
Canon EOS 40D mit BG-E2 und
Canon S95. Allein an der Größe wird schon deutlich wohin die Richtung geht. D.h. die DSLR nehme ich eigentlich nur noch mit wenn ich wirklich zum Fotografieren unterwegs bin. Für's Wandern, Trekking, Klettern oder Gecoachen ist sie mir zu schwer. Dafür dient die S95. Sie ist für mich momentan der beste Kompromiss aus Gewicht, Größe, Bildqualität und Bedienbarkeit.
Von einer Bridge-Kamera würde ich dir aus verschiedenen Gründen abraten:
1.) Du investierst in ein "totes System". Damit meine ich, dass du keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten hast und die Kamera nicht mit deiner Erfahrung wachsen kann. Zudem ist sie vermutlich bald schnell technisch überholt und kann nur noch für einen Bruchteil des Neupreises wieder verkauft werden. Im Gegensatz dazu, bist du bei einer DSLR voll flexibel. Je nach Bedarf kannst du neue Objektive oder ein neues Gehäuse kaufen. Zudem ist der Gebrauchtmarkt für die beiden Großen, Canon und Nikon, sehr umfangreich. Gebrauchte Objektive und Gehäuse lassen sich gut kaufen und wieder verkaufen. Es gibt z.T richtige Klassiker aus der Analogzeit, die schon seit den 90ern auf dem Markt sind und selbst an modernen sehr DSLRs gute Bilder erzielen (z.B. das Canon EF 50mm f/1.4 USM von 1993). Diese Objektive sind im Wert auch sehr preisstabil. Auch das Zubehör wie Blitze, Batteriegriffe etc. ist über einen langen Zeitraum verwendbar.
2.) Bridgekameras sind in Sachen Bildqualität oft nicht Fisch, nicht Fleisch. Schon allein ein 30fach Zoom kann nicht wirklich gut funktionieren! Da kommt schlichtweg die Physik an ihre Grenzen, denn die Anforderungen für ein Weitwinkel bzw. Teleobjektiv sind grundlegend verschieden. Das Ergebnis ist dann, besonders im Zoombereich, ein heftiger Matsch. Ein weiteres Problem ist der knappe Blendenbereich im Telemodus. Die hier Empfohlene Fuji bietet, z.B. nur drei Blendenstufen an (5,6 - 11). Alles andere muss über die ISO Zahl geregelt werden. Gute DSLR Teleobjektive kommen auf 6 oder mehr Blendenstufen (2,8-22)!
3.) Die eingebauten elektronischen Sucher sind meist nicht wirklich zu gebrauchen. Man fotografiert daher meistens mit dem externen Display.
4.) Der Autofokus kommt insbesondere bei Dunkelheit und schnellen Motiven sehr schnell an seine Grenzen.
5.) Ganz allgemein neigen die kleinen Sensoren im hohen ISO-Bereich immer noch deutlich zum Rauschen. Die von
TheHamster genannte Fuji gehört dabei aber noch eher zu den Guten

Da du ja explizit Wert legst auf gute Aufnahmen in der Dämmerung, wäre hier eine DSLR schon vorzuziehen.
Was wäre also denkbar?
1.) Kauf einer gebrauchte DSLR. Ob Canon oder Nikon hängt vom Geschmack ab, beide sind gut. Mein Tipp wäre jedoch nicht eine 450D oder 500D, sondern eher eine Kamera aus der Mittelklasse z.B. die 40D oder die 50D. Allein die wertigere Verarbeitung (Magnesium Gehäuse) und die bessere Bedienung (Daumenrad) sind den Aufpreis wert. Ein 40D Gehäuse bekommst du im
DSLR-Forum gebraucht für ca. 350€. Wenn du das Kitobjektiv mitbekommst, nimm es. So schlecht ist es nicht. Nach und nach kannst du dann die gewünschten Objektive aufrüsten. Ein Preistipp wäre hier noch das EF 50/1.8 eine günstige und nette Portraitbrennweite.
2.) Eine Alternative wäre eine Systemkamera aus dem Micro Four Thirds oder Sony NEX Lager. Hier hast du den Vorteil der kompakten Größe und dem der Wechselobjektive. In Sachen Bildqualität wäre mein Tipp momentan die
Sony NEX-5N. Gerade im High-ISO-Bereich ist die Bildqualität top. Ein User aus dem, systemkamera-forum meinte sogar, dass sie seiner Canon EOS 5DII kaum nachsteht. Ein Beispiel könnt ihr
hier anschauen (ISO 3200!!!). Leider ist die Objektivauswahl bei Sony momentan noch etwas eingeschränkt.
3.) Wenn's wirklich Kompakt sein soll und du die Kamera möglichst immer dabei haben willst, wäre noch eine hochwertige Kompaktkamera ein guter Kompromiss. Klein, voll manuell einstellbar und RAW kompatibel sind z.B. die
Canon S95 oder ihr Nachfolger die S100. Etwas größer und mit mehr Tele, die
Canon G12 oder
Nikon P7100. Ein richtiger Geheimtipp könnte die neun
Canon G1 X werden. Ihr Sensor ist nur 20% kleiner als ein APS-C Sensor und somit größer als ein MFTH Sensor!
Ich hoffe ich konnte dir bei deiner Entscheidung ein wenig weiterhelfen.
Grüße
Timo