Da ist er nun, mein neuer Ansmann Akkulader. Eins vorab - ich bin positiv überrascht! Doch nun eins nach dem anderen.
Verpackung
Eine Blisterverpackung ohne Schnickschnack, nicht verschweißt, sondern mit ein paar Klebepads verschlossen, so dass man sie recht problemlos aufbekommt. Erfreulich wenig Verpackungsmüll - mich würde interessieren, wie so eine sparsame Kunstoffverpackung in der Ökobilanz gegen eine Verpackung aus nachwachsenden Rohstoffen abschneidet. Aber das ist hier Off-Topic.
Erste Überraschung
"NEW: mit beleuchtetem Display / with illuminated display" steht auf einem beigelegten Pappkärtchen. Aha, da hat Ansmann sich zumindest einen der Kundenwünsche zu Herzen genommen. Bin gespannt, wann die ersten Beschwerden über das nicht abschaltbare Licht kommen
Formfaktor
Der Lader ist bei gleicher Grundfläche etwa einen Zentimeter flacher als mein alter Powerline 4 von 1997. Nur - den alten konnte man einfach in die Steckdose stecken, beim neuen braucht man noch eine externe Stromquelle. Also noch ein Ladegerät mit Kabel

. Leider ist das ja bei allen Ladern dieser Klasse und mit Display so. Schön dagegen der Lieferumfang - neben dem Netzgerät liegt noch ein 12 V Adapter für's Auto bei.
Erster Eindruck nach dem Auspacken
Schlicht und kompakt. Gefällt mir optisch besser als die Konkurrenz - die ich jedoch nur von Fotos kenne. Das Steckernetzteil besteht übrigens aus 2 Teilen - dem eigentlichen Netzteil plus einem Eurosteckeraufsatz, den man erst aufstecken muss. Die Verarbeitung ist OK.
Anleitung / Zweite Überraschung
Es liegt ein recht umfangreiches Heft bei - mit Anleitungen in 22 Sprachen! Zum Glück geht es mit Deutsch als erster Sprache los, ich brauchte nicht erst groß zu blättern. Zumindest der deutsche Teil ist kurz, bündig und informativ gehalten und flüssig geschrieben. Man ist ruck zuck durch und weiß dann alles, was man zur Bedienung wissen muss.
Da hat jemand geschrieben, der sein Handwerk versteht und technische Sachverhalte gut und anwenderfreundlich auf den Punkt bringt. Chapeau!
Dritte Überraschung
Man kann die Betriebsart und den Lade- / Entladestrom auf einen Schlag für alle 4 Schächte verstellen. Dazu hat man nach Einlegen
des letzten Akkus 8 Sekunden Zeit bis zum ersten Tastendruck. Man sollte also vorher wissen, was man will und welche Knöpfe dafür zu drücken sind. Bei anderen Ladern wird teilweise bemängelt, das man die Einstellungen für jeden Schacht einzeln vornehmen muss, ob man will oder nicht.
Vierte Überraschung
Will man jeden Schacht individuell einstellen oder hat man einfach die 8 Sekunden verpennt, dann helfen die 4 Tasten unter den Ladeschächten. Damit wählt man einen Schacht aus und kann diesen einzeln und nachträglich einstellen. Sehr fein, gut durchdacht und intuitiv finde ich das.
Funktion
Endlich geht's zur Sache - Steckernetzteil in die Steckdose und das Stromversorgungskabel in den Lader. Es leuchtet! Blau! Rechts vom Display versteckt sich eine blaue LED im Gehäuse und beleuchtet die Anzeige. Leider ist die Lichtverteilung nicht optimal, rund um die LED ist ein heller Fleck zu sehen. Die Ablesbarkeit stört das nicht, es sieht nur ein wenig billig aus.
2 leergesaugte Eneloops warten auf Betankung. Einen in den Schacht links außen, einen in den rechts außen, schnell die "Current" Taste gedrückt und den Ladestrom auf 1.800 mA hochgekurbelt, und los geht es!
1 1/4 Stunde und 2.1 Ah später zeigt die Anzeige "FULL". Wow - die 4 Stunden meines alten Laders fand ich schon fix. Während des Ladens kann man per "Display" Taste die Anzeige zwischen Ladung (mAh bzw. Ah), Lade- / Entladestrom, Zeit und Akkuspannung umschalten. Nach einigen Sekunden springt die Anzeige immer wieder auf die Anzeige der Ladung zurück. Nett.
Während des Ladens werden weder die Akkus noch der Lader mehr als handwarm. Erst in den letzten Minuten steigt die Akkutemperatur. Ich kann die Akkus gerade noch anfassen, ohne Angst zu haben mir die Finger zu verbrennen - was bei mir schon bei Temperaturen von etwas über 40 Grad der Fall ist. Das macht einen sehr guten Eindruck, die Akkus bleiben jedenfalls deutlich unter 50 Grad. Es gibt Berichte von Fällen, in denen die Akkus recht heiß werden. Da sind wohl entweder die Akkus nicht mehr die Besten oder man hat ein Montagsgerät erwischt.
Moment - 2.1 Ah pumpt der Lader in meine Eneloops, die mit "min. 1.900 mAh" angegeben sind? Ja, das passt schon. Ca. 10% der Ladung gehen flöten - von irgendwas müssen die Akkus ja warm werden. Und - die Akkus waren wirklich leer.
Display
Schön, dass es jetzt beleuchtet ist. Recht dezent, finde ich, das sollte man sogar im dunklen Schlafzimmer aushalten können. Die Zahlenwerte sind gut ablesbar. Die Texte darunter sind arg klein geraten, aber trotzdem gut ablesbar. Ein prima Test, ob man eine Lesebrille braucht

. Vermutlich hilft hier die Beleuchtung sehr, ohne Licht könnte es schwer werden die kleinen Buchstaben zu entziffern. Aber "ohne Licht" kann der Lader ja nicht mehr.
Fazit
Das Teil macht fürs Erste einen sehr guten Eindruck, die Bedienung gefällt mir, und die neue Displaybeleuchtung ist ein echter Fortschritt. Dazu die beiden Goodies KfZ Anschlusskabel und USB Buchse, und das ganze auch noch 10.- € günstiger als Konkurrenz. Da könnte durchaus Bewegung in den Markt für NiMH Lader kommen. Nur das klobige externe Netzteil stört mich - ein kompaktes Steckergerät wie mein alter Ansmann oder der Sanyo Lader nehmen in der Schublade und auf reisen deutlich weniger Platz weg.