Einleitung
Die TD11 ist eine Lampe, die meinen Design-Geschmack ziemlich gut trifft. Doch Design ist nicht alles, so war ich sehr gespannt, wie der Flachmann ohne Laser, UV- oder Rotlicht, dafür mit RGB und weißem Seitenlicht, sich im Test so schlägt. Das UI sah auf den ersten Blick etwas überwältigend aus - ob es in der Praxis taugt, lest ihr hier.
Alle meine Reviews findet ihr auch auf meiner Homepage.
Review der Wurkkos TD11 auf dahamstah.de
Disclaimer: Wurkkos hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.
Review der Wurkkos TD11 auf dahamstah.de
Disclaimer: Wurkkos hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.
Spezifikationen laut Wurkkos
Es gibt die TD11 nur in der einen, hier gezeigten Version.
Kaufen könnt ihr die Lampe hier bei Wurkkos oder hier auf Amazon. (keine Affiliatelinks!)
Packungsinhalt und Eindrücke
Die Lampe kommt in der typischen, weißen Wurkkos-Schachtel mit Plastik-Einschub. Alle wichtigen Daten, sowie ein Bild der Lampe, sind auf dem Karton angegeben. In dem Tray ruht die Lampe, in einem Plastiksäckchen sicher verpackt. Darunter findet sich noch ein Lanyard, eine Anleitung und ein kurzes Ladekabel.
Das Design der Lampe ist interessant. Flachmann, irgendwie futuristisch, irgendwie ergonomisch. Mir gefällt es, aber die Geschmäcker sind bekannter Maßen verschieden. Die Anodisierung ist mattsilber mit schwarzen Akzenten und weißer Schrift, keine scharfen Kanten, nur der Bezel ist etwas aggressiver. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und ich habe die Lampe immer wieder gern in der Hand.
In dieser, bessergesagt in der Faust, liegt die Lampe toll. Beide Knöpfe, sowie der Schiebeschalter sind einwandfrei erreichbar. Auch das Display ist für mich gut ablesbar, spätestens wenn ich den Zeigefinger etwas anhebe.
Am Heck hat die Lampe zwei Knöpfe. Einen Runden und einen gewinkelten, rechteckigen. Der runde Knopf verbirgt einen zweistufigen Schalter, der rechteckige einen normalen, einstufigen. Allen Druckpunkten ist gemein, dass sie knackig und gut fühlbar sind.
An der Seite ist ein Schieber mit 3 Positionen. Jede rastet mir einem schönen Klicken sauber ein, die nötige Kraft für die Bedienung ist angenehm - verstellen wird sich der Schieber ziemlich sicher nicht von selbst.
Unter dem Schieber sitzt das kleine Display. Es zeigt Akkustand, voraussichtliche Restlaufzeit und Leuchtstufe an. Die Farben werden im Format 123st angezeigt, wobei das keinen Bezug auf irgendein Farbsystem nimmt. Beim Laden wird natürlich der Ladevorgang dargestellt.
Schaut man auf das Display, so sitzt rechts davon der USB-Port hinter einer ausreichend vertrauenserweckenden Gummiabdeckung. Er liegt zwar tief, der Ausschnitt ist aber so weit gehalten, dass ich mit keinem Kabel Probleme hatte. Während des Ladens ist die Lampe bis maximal 954 Lumen nutzbar, das Seitenlicht steht voll zur Verfügung.
Eine Seite der Lampe ist abgerundet mit Mulden, die für guten Grip sorgen. Auf der anderen Seite, welche abgeflacht ist, befindet sich das Seitenlicht. Hinter drei Ausschnitten in einer Abdeckung ist ein weißer Plastikdiffusor, hinter dem sich weiße, sowie farbige LEDs befinden.
An der Front, umrandet vom schwarzen Bezel, sitzen zwei kleine, glatte Reflektoren hinter einer vergüteten Glasscheibe. Die gesamte Reflektoreinheit ist aus einem Stück gefertigt. In den Reflektoren sitzen zwei SFT-25R. Erstaunlicherweise sieht es aus, als würden die Reflektoren direkt auf den LEDs aufliegen, die Gaskets sind entweder versteckt angebracht oder tatsächlich nicht vorhanden.
Zwischen den LEDs sitzt noch, als kleiner, schwarzer Punkt erkennbar, der Annäherungssensor. Ob man ihn mag oder nicht, irgendwie sinnvoll ist er, denn die Lampe erzeugt ganz schön Hitze. Die LEDs sind nah am Glas, das ist immer noch mal gefährlicher für Löcher in der Hosentasche als tiefe Reflektoren. Der Sensor reagiert schnell, wenn die Lampe in einer höheren Stufe ist und etwas dem Bezel zu nahe kommt. Leider schaltet die Lampe danach nicht wieder von selbst hoch, das muss manuell erfolgen. Der Sensor reagiert übrigens auf reflektiertes Licht - blockt man ihn z.B. mit einem Stückchen schwarzem Gummi, so ist er außer Betrieb.
Wie aus den Bildern und der Beschreibung inzwischen klar sein dürfte, ist der Akku fest verbaut und lässt sich nicht wechseln. Auch modden dürfte bei der Lampe schwer werden, einzig an der Abdeckung für das Seitenlicht sind zwei Schrauben zu sehen.
Größe
Schlanke 114g zeigt meine Waage für die Lampe an.
Die wichtigsten Abmessungen habe ich in der folgenden Darstellung zusammengefasst.
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Ein einfaches Lanyard ist enthalten, befestigt werden muss es am Clip.
Clip: Der Clip ist zwar nicht ganz deep carry, dafür schön breit, ohne scharfe Kanten und mit ordentlich Platz darunter ausgeführt. Er liegt schön flächig auf, auch die Öffnung ist groß. Einzig die Schrauben verhindern das vollständige Einschieben bei dickeren Säumen.
Magnet: Ein Magnet ist nicht integriert.
(Jacken)tasche: Sowohl in der Hosen-, wie auch in der Jackentasche verschwindet die Lampe durch ihre schlanke Bauform absolut unauffällig.
UI (Bedienung)
1C: kurzer Klick, 2C: Doppelklick, ...
1H: Drücken und ohne loslassen gedrückt halten
2H: kurzer Klick, gefolgt 1H
1H: Drücken und ohne loslassen gedrückt halten
2H: kurzer Klick, gefolgt 1H
Das UI der Lampe ist recht umfangreich und einzigartig. Die grundsätzliche Bedienung ändert sich mit der Stellung des Schiebeschalters. Dieser kennt drei Stellungen: Tactical , Eco (Accidental Activation Prevention) und Lighting ☼. Dazu gibt es zwei Buttons, den kleineren, runden Tactical Button und den rechteckigen Touch Button.
Ist der Schalter auf Tactical gestellt, gibt es nur Momentlicht. Ein leichter Druck auf den zweistufigen Tactical Button führt zur niedrigsten Leuchtstufe, ein fester Druck zur höchsten. Ein Druck auf den Touch Button führt zu Strobe.
Steht der Schalter auf Eco, so führt jedes gedrückthalten nach kurzer Zeit zur niedrigsten Leuchtstufe, bis man den Schalter wieder loslässt.
Steht der Schalter auf Lighting ☼, so sind die Interaktionsmöglichkeiten etwas umfangreicher. Die zweistufige Funktion des Tactical-Buttons wird in diesem Modus nicht genutzt.
| Zustand der Lampe | Button Tactical ⬤ / Touch □ | Bedienung | Funktion |
| aus | Tactical ⬤ | 1H | Frontlicht an - niedrigste Stufe |
| aus | Tactical ⬤ | 1C | Frontlicht an - gespeicherte Stufe |
| an / aus | Tactical ⬤ | 2C | Frontlicht an - höchste Stufe |
| an / aus | Tactical ⬤ | 3C oder mehr | Frontlicht Strobe |
| an | Tactical ⬤ | 1H | Frontlicht ändern der Helligkeit (ramping) |
| an | Tactical ⬤ | 1C | aus oder wechseln zu Frontlicht, wenn im Seitenlicht. Wenn höchste Stufe mit 2C aktiviert, Rückkehr zur vorherigen Helligkeit |
| aus | Touch □ | 1H | Seitenlicht an - niedrigste Leuchtstufe |
| aus | Touch □ | 1C | Seitenlicht an - gespeicherte Stufe |
| aus | Touch □ | 2C oder mehr | RGB statischer Modus |
| ein | Touch □ | 1C | aus oder wechseln zu Seitenlicht, wenn im Frontlicht. Wenn höchste Stufe mit 2C aktiviert, Rückkehr zur vorherigen Helligkeit. Wenn in RGB dynamischer Modus, dann Rückkehr zum statischen Modus |
| ein - Seitenlicht | Touch □ | 2C | Seitenlicht - höchste Leuchtstufe |
| ein - Seitenlicht | Touch □ | 3C oder mehr | Strobe -> 2C -> SOC -> 2C-> Beacon |
| ein - Seitenlicht | Touch □ | 1H | Seitenlicht ändern der Helligkeit (ramping) |
| ein - RGB statischer Modus | Touch □ | 1C | aus |
| ein - RGB statischer Modus | Touch □ | 2C | RGB dynamischer Modus* |
| ein - RGB statischer Modus | Touch □ | 1H | Farbe ändern |
| ein - RGB dynamischer Modus | Touch □ | 1H | Rückkehr zu statischer Modus und Farbe ändern. |
| ein - RGB dynamischer Modus | Touch □ | 2C | Weiterschalten zum nächsten dynamischen Modus |
*blinken, blau-roter Strobe, RGB flow, RGB Lauflicht, RGB fade, RGB Pulse, RGB "Stapel", RGB doppelseitiges Lauflicht, RGB bouncing.
Leuchtprofil und Messungen
Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 20 und 24°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!
Output und Lichtbild
Das Lichtbild der Lampe ist nicht schlecht, aber etwas eigen. Durch die kleinen Reflektoren und den schmalen Bezel ist der Spill seitlich abgeschnitten. Das sieht man durchaus auch in der realen Nutzung, nicht nur an der weißen Wand. Wirklich schlimm ist das nicht, je nach dem wie man die Lampe hält aber durchaus auffällig.
Abgesehen davon gibt es einen großen, gleichmäßigen Spot mit relativ scharfer Abgrenzung zum Spill. Artefakte gibt es keine, der Beam ist insgesamt schön gleichmäßig. Das Seitenlicht ist reines Flutlicht ohne störende Artefakte und läuft an den Rändern sanft aus.
| Lumen | candela / Reichweite | |
| Frontlicht | 2967 (736 nach 30S) | 29900 / 346 |
| Seitenlicht | 297 (285 nach 30S) | 184 / 27 |
Der Turbo fällt recht schnell ab, die Lampe erwärmt sich dabei entsprechend. Danach gibt es bis kurz vor Ende keinen weiteren Stepdown. Das alles wird auf dem Display nahezu in Echtzeit und mit halbwegs passenden Werten dargestellt.
Die deutliche Erwärmung sieht man auch gut im Themobild - hier nach der zweiten Turboreaktivierung.
Der Turbo kann jederzeit reaktiviert werden. Wenn die Lampe zu heiß ist, wird sowohl Output als auch Dauer eingeschränkt, die Lampe regelt dann sofort wieder herunter. Ist aber etwas Zeit vergangen und die Lampe wieder abgekühlt, so erhält man auch gegen Ende der Laufzeit noch nahezu den vollen Turbo!
Das Seitenlicht hat, auch gemäß Spezifikationen, einen Stepdown. Das Diagram entspricht in etwa den Angaben von Wurkkos. Bitte beachtet, dass das Seitenlicht durch die Form schwer zu messen ist und daher die Abweichungen durchaus etwas größer sein können.
CCT, CRI, DUV, PWM
| Seitenlicht min / max | Frontlicht min / max | |
| CCT | ~5800 / ~6400 | ~5800 / ~7200 |
| CRI | 100 / 100 | 66 / 73 |
| DUV | 0,003 / 0,002 | 0,009/ -0,001 |
Flicker ist immer im grünen Bereich , PWM weder mit dem Auge noch mit der Kamera zu erkennen.
Beamshots
Ich habe leider nichts, was sich wirklich gut mit der TD11 vergleichen lässt. Deshalb gibt es einen Vergleich verschiedener Flatlights für euch , wobei der Rest der Lampen auch Laser und UV integriert hat und daher eigentlich, abgesehen von der Bauform, eher nicht wirklich vergleichbar ist. Davor möchte ich euch aber auch die etwas eigene Form des Beams zeigen.
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Das Seitenlicht ist reines Flutlicht. In Rot lässt sich das besser darstellen, es hebt sich schöner vom Hintergrund ab.
Nachdem Wurkkos die dynamischen Modes nicht näher benannt hat und meine Namen etwas sperrig sind, gibt es Bewegtbilder dazu. Es ist nicht die volle RGB-Sequenz zu sehen, alle RGB-Modes wechseln durch alle Farben. Das wird aber für GIFs etwas zu lang.
Akkus und Aufladung
Die Ladekurve sieht einwandfrei aus. CC- sowie CV-Phase sind gut, die Ladegeschwindigkeit schnell. Wurkkos gibt für den Akku 1670mAh an, mein Ladeanalyzer hat ca. 1500mAh ausgerechnet - da das aber keine exakte Messung ist, sollte das so passen.
Zusammenfassung
Die TD11 ist definitiv etwas besonderes. Eine flache Lampe mit gutem Seitenlicht. Kein Laser, kein UV - dafür richtig hell, mit Display und interessantem Bedienkonzept. Es wundert mich, dass sich die Lampe nicht mehr durchgesetzt hat!
Ja, das UI im allgemeinen Modus ist voll und der zweistufige Schalter wird dort nicht voll genutzt, aber die Bedienung funktioniert gut und weitestgehend intuitiv. Wenn ich dort wirklich etwas anmeckern wollen würde, dann dass mir Stufen lieber wären als Ramping, aber das ist Geschmackssache und mit dem Display, welches die verbleibende Laufzeit anzeigt auch nicht mehr ganz so relevant.
Der Turbo-Output ist für die Größe beeindruckend (und natürlich nur von kurzer Dauer), der dauerhafte Output aber auch nichts, weswegen die Lampe sich verstecken müsste. Das Seitenlicht ist so gut, dass ich manchmal einen Magneten vermisst habe - letztendlich ist mir bei der Handlage aber der Heckschalter lieber. Einzig die Form des Beams ist manchmal etwas störend, eine breitere Ausleuchtung wäre schön.
Während des Testzeitraumes habe ich die TD11 immer gerne getragen und genutzt, meist auf der Hunderunde, aber auch mal in der Arbeit und auch in einem Urlaub war sie dabei und hat dort den Dienst meiner Nachttischlampe übernommen - das Seitenlicht Richtung Wand gibt ein wunderbar diffuses Licht.
