Neue Taschenlampe mit 21700 Lithium Akku - wie behandelt ihr den Akku bei den ersten Aufladungen

22 Dezember 2025
5
7
3
Hallo,
habe hier eine neue Fenix LD45R mit 21700 Lithium Akku.
Wie behandelt ihr den Akku die ersten Male? Mir ist schon klar, dass man den Akku idealerweise in einem Ladezustand zwischen 20-80 Prozent betreiben soll. Nun habe ich aber gelesen (KI), dass man die ersten 8-10 mal den Akku leer werden lässt (bis 0 Prozent oder sogar bis sich die Lampe ausschaltet?) und dann bis 100 Prozent lädt. Dies soll man machen, damit der Akku die volle Kapazität erreicht. Angeblich wäre es auch für das Batteriemanagementsystem (BMS) des Akkus gut um eine genaue Prozentanzeige der Taschenlampe zu erreichen. Ist das so richtig oder mache ich mir zu viele Gedanken?

Gruß Karsten
 

bluemoon

Flashaholic**
18 Dezember 2011
1.363
1.102
113
51
Offenbach
Hallo,
habe hier eine neue Fenix LD45R mit 21700 Lithium Akku.
Wie behandelt ihr den Akku die ersten Male? Mir ist schon klar, dass man den Akku idealerweise in einem Ladezustand zwischen 20-80 Prozent betreiben soll. Nun habe ich aber gelesen (KI), dass man die ersten 8-10 mal den Akku leer werden lässt (bis 0 Prozent oder sogar bis sich die Lampe ausschaltet?) und dann bis 100 Prozent lädt. Dies soll man machen, damit der Akku die volle Kapazität erreicht. Angeblich wäre es auch für das Batteriemanagementsystem (BMS) des Akkus gut um eine genaue Prozentanzeige der Taschenlampe zu erreichen. Ist das so richtig oder mache ich mir zu viele Gedanken?

Gruß Karsten
Hallo und herzlichen Glückwunsch zu einer sehr schönen Taschenlampe. Sie wird Dir viel Freude bereiten!
Also ganz wichtig! Lithium Akkus niemals, wirklich nieeeemals ganz leer werden lassen, dann gehen sie nämlich kaputt!!! Deine Lampe wird das aber nicht zulassen :augenrollen:
Wenn es Dir darum geht, dass der Akku am längsten hält, dann stimmt die Angabe 20-80% schon. 3,7V (ca 50%) sind eine gute Lagerspannung, wenn man die Lampe bzw. den Akku länger nicht benutzt. Da wir unsere Taschenlampen aber gerne einsatzbereit haben und so ein Akku ein Verbrauchsgegenstand ist, würde ich dir raten in einfach voll zu laden, denn nur voll geladen hast Deine Lampe die maximale Helligkeit. Die Lampe ist zwar geregelt, leuchtet also unabhängig von der Akkuspannung in den einzelnen Leuchtstufen gleichbleibend hell, aber das gilt nicht für die maximale Leuchststufe. Die wird mit leerer werdendem Akku dunkler. Mein Rat ist, einfach benutzen und nicht zu viel darüber nachdenken :thumbup:
Der Akku ist ganz voll, wenn er eine Spannung von 4,2V hat. Bei ca. 3,7V hat der noch ca. 50% Kapazität und bei allerspätestens 2,5V ist er leer. Sollte er tiefer als 2,5V entladen werden nimmt er Schaden und das kann sogar gefährlich werden. Deine Lampe hat natürlich eine entsprechende Schutzschaltung um das zu verhindern und schaltet rechtzeitig aus. Trotzdem freut sich der Akku nicht über solche Grenzbereiche.
Hier ist mal ein wirklich wichtiger Artikel, der beschreibt recht gut, was mit einem Lithium Akku passiert, wenn der zu tief entladen wird:
https://accundu.de/brandgefaehrlich-akkus-wiederbeleben
Zum Antrainieren vom BMS:
Es stimmt Management-Systeme lernen erst durch ein paar Zyklen, wie viel Energie wirklich rein- und rausgeht.
Die Anzeige wird genauer, der Akku selbst wird aber nicht besser, der hat von Anfang an seine volle Kapazität.
Aber ob dieses Anlernen auch bei Lampen der Fall ist, da bin ich überfragt. Ich kenne das z.B. vom Handy.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Danke
Reaktionen: Buteo und Thomas W

Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
414
484
63
Monsaraz - Portugal
Akkus muss man nicht einfahren. Böse Zungen (ich) behaupten, die Ansage, dass Akkus sich erst "entwickeln müssen, entspringt dem Versuch der Hersteller, Retouren direkt nach dem Kauf abzuwimmeln. Aufladen, Spaß haben. Nicht zu weit entladen und nicht unbedingt wochenlang komplett voll wegstellen. Jede weitere Feinarbeit ist Batterievoodoo...
 
22 Dezember 2025
5
7
3
Vielen Dank schon mal für die Antworten.
Das mit der Lagerung der Akkus hatte ich bei meiner Dampfe (E-Zigarette) mal falsch gemacht. Dachte mir, ich lade die schön voll, damit sie sich nicht so schnell entladen. Als ich dann gelesen hatte bei welcher Spannung man sie lagert hab ich sie schnell in meinem Ladegerät, welches auch eine Entladefunktion hat, auf die entsprechenden Volt gebracht.
Die hab ich eigentlich immer zu 100% geladen. Bestimmt weit über 1000 mal. Konnte nicht feststellen das sie schwächeln. Waren ungeschützte Sony 18650 VTC5a (jetzt Murata). Meine Dampfe hat auch brav bei 3,2 V abgeschalten.
 
  • Danke
Reaktionen: bluemoon

0ssi1973

Flashaholic**
11 Oktober 2015
3.556
1.774
113
Wellmitz/ Landgut
Vielen Dank schon mal für die Antworten.
Das mit der Lagerung der Akkus hatte ich bei meiner Dampfe (E-Zigarette) mal falsch gemacht. Dachte mir, ich lade die schön voll, damit sie sich nicht so schnell entladen. Als ich dann gelesen hatte bei welcher Spannung man sie lagert hab ich sie schnell in meinem Ladegerät, welches auch eine Entladefunktion hat, auf die entsprechenden Volt gebracht.
Die hab ich eigentlich immer zu 100% geladen. Bestimmt weit über 1000 mal. Konnte nicht feststellen das sie schwächeln. Waren ungeschützte Sony 18650 VTC5a (jetzt Murata). Meine Dampfe hat auch brav bei 3,2 V abgeschalten.
Mit der Lagerung ist auch etwas Aberglaube. Ich lagere die meisten voll und das im Kühlschrank, was der Alterung entgegen wirkt. Ich habe 2 Vierersätze NCR 18650 Ga und VTC 6, die nur 2,3 mal im Jahr genutzt werden und 6 oder 7 Jahre min alt sind, da ist nichts an Verlus beim laden festzustellen. 1000mal geladen, kann ich mir fast nicht vorstellen und wenn dann mit ordentlich Verlusten. Ich habe in meiner E Zigarrette 2 Akkus drin und die müssen mittlerweile alle 2 Tage geladen werden. In ca 6 Jahren der zweite Satz Akkus, nachdem der erste Samsung 30Q nur noch ca.1500mAh hat. Die Sony VTC6 liegen noch bei ca.1800mAh und werden 2026 nicht mehr überstehen.
 

bluemoon

Flashaholic**
18 Dezember 2011
1.363
1.102
113
51
Offenbach
Die hab ich eigentlich immer zu 100% geladen. Bestimmt weit über 1000 mal. Konnte nicht feststellen das sie schwächeln.
Wie groß der Alterungsunterschied ist, wird man leider auch nur durch lagen Selbstversuche erfahren und dann gibt es schon wieder neue und bessere Zellen. Ich lade die Akkus, die regelmäßig benutzt werden auch immer voll. Wenn sie nach ein paar Jahren an Kapazität verlieren oder der Innenwiderstand zu hoch wird, werden sie durch Neue ersetzt. Schuhe und Autoreifen halte ja auch nicht ewig, da isses genauso :)
 
  • Danke
Reaktionen: Thomas W

Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
414
484
63
Monsaraz - Portugal
Es gibt dazu Tests. Der Unterschied der Lebensdauer und Leistungsfähigkeit ist marginal. Kann mich erinnern, dass es da um ca 5% ging, wenn man die Akkus regelmäßig voll lagert. Bei Akkupreisen guter 21700er kann man sich überlegen, ob man durch intensives Verhätscheln 20ct in zwei Jahren spart. Der Killer ist hier in der Tat Tiefentladung unterhalb einer gewissen Schwelle. Dann setzen chemische Reaktionen ein, die den Akku sofort zerstören. Da gilt dann auch nicht mehr der Spruch "einmal ist keinmal".
 
  • Danke
Reaktionen: Thomas W und bluemoon

bluemoon

Flashaholic**
18 Dezember 2011
1.363
1.102
113
51
Offenbach
Da der Link oben grade nicht funktioniert, hier mal von mir vereinfacht zusammengefasst, was im Inneren einer Zelle passiert wenn sie zu tief entladen wird. Wichtig, ich bin kein Experte. Wenn hier was Falsches steht, bitte korrigiert mich! :)

Im Inneren einer Lithium-Ionen-Zelle befindet sich eine Kupferfolie und eine Aluminiumfolie, das sind die Minus- und Pluspole. In der Mitte zwischen den Polen ist ein Separator. Dieser Separator trennt die beiden Pole voneinander, sonst hätten wir ja direkt einen Kurzschluss.
Dann haben wir in der Zelle noch einen Elektrolyten, in dem die Lithium-Ionen dann von links nach rechts oder von rechts nach links fließen, je nachdem ob gerade geladen oder entladen wird.
Wenn die Spannung einer Zelle jetzt unter 2,5 Volt fällt, weil sie tiefentladen ist, dann löst sich die Kupferfolie am Minuspol ein bisschen auf. Das Kupfer trennt sich dann ab und schwimmt irgendwo im Elektrolyt herum.
Wenn dieser tief entladene Lithium-Ionen-Akku jetzt wieder geladen wird, scheidet der Elektrolyt das Kupfer wieder an die Folie ab.
Das Problem ist allerdings, dass sich das Kupfer auf der Folie nicht wieder dort ablagert, wo es ursprünglich war. Es setzt sich einfach irgendwo ab. Und da die Folie von vorneherein nicht zu 100 % glatt und eben ist, kann es dadurch zu einer verstärkten Dendriten-Bildung in der Zelle kommen.
Diese Dendriten müsst ihr euch vorstellen wie dünne, lange Nadeln oder Tropfsteine, die von der Kupferfolie aus wachsen. Irgendwann durchstößt so ein Dendrit den Separator, es besteht eine Verbindung zwischen den beiden Polen, wir haben den Kurzschluss und im schlimmsten Fall einen Brand.
Bei so einem "wiederbelebten" Lithium-Ionen Akku ist der Kurzschluss also vorprogrammiert. Der passiert aber natürlich nicht sofort. Es kann ein paar Wochen oder sogar ein paar Monate dauern oder gar nicht. Vielleicht habt ihr ganz vergessen, dass irgendeiner eurer Akkus so eine Zeitbombe ist und ganz plötzlich explodiert er dann.
Die Bildung von Dendriten bleibt ein kontinuierlicher Prozess.
Selbst wenn ein Akku zunächst stabil erscheint, ist nicht auszuschließen, dass er später versagt. Dies hängt stark von der Tiefe der ursprünglichen Entladung, der Zellchemie und den äußeren Bedingungen (z. B. Temperatur) ab.