Ich dachte, ich stelle mal einen Mod vor, der es bei mir in die Hall of Fame geschafft hat.
Ehre, wem Ehre gebührt: Die Idee ist nicht aus meinem Mist gewachsen,
@ennokin hatte mal darüber sinniert, ich war bloß schneller in der Realisation.

Irgendwann lag mal ein Emitter rum - der Rest ist Geschichte.
Die Komponenten sind allseits geschätzte Bekannte, nur die Kombination war mir neu.
T3 mit B35AM. Die Vorstellung erzeugt vielleicht Stirnrunzeln, aber die Kombination ist in der Praxis ausgesprochen Stimmig.
Der Beam ist flutig, mit einem kaum abgegrenzten Spot der fließend in den Spill übergeht. Bildschön.
Nun, das ist sicherlich nix für die weitpinkel Fraktion, wer einen Streuner täglich Gassi führt, wird damit auch nicht glücklich werden - alle anderen sollten aber weiterlesen.
Für mich ist es fast schon die ideale EDC Kombination, für den Kompletten Alltag.
Indoor ist der Mod hervorragend zu verwenden, ohne scharf abgegrenzten Spot blendet da nix, selbst auf kürzeste Distanz.
Outdoor ist die Reichweite emitterbedingt etwas begrenzt, vieles macht der Mini-Dragster aber durch seine Leistung wett - und das Umfeld ist damit sehr Übersichtlich.
Die Nichia gibt es in mindestens 8 Lichtfarben im Referenzbereich, da sollte für jeden Geschmack etwas Dabei sein.
Die Lampe ist durchaus - mit Einschränkung - dauerbetriebsfest. Soll heißen: Solange man den Kopf mit bloßer Hand fest umklammert, ist ein Dauerbetrieb auf Max kein Problem. Abgestellt wird es allerdings ganz schnell fatal.
Da es keine passenden Komponenten gibt, ist etwas Umbau angesagt. Es ist kein Einsteiger Mod.
Der Schwierigkeitsgrad ist zwar theoretisch nicht soo sonderlich hoch, nur erfordert das Emitter-Sensibelchen absolut saubere Arbeit, sonst ist großer Frust vorprogrammiert.
Die kleinste Nachlässigkeit rächt sich hier ganz schnell.
Die Knackpunkte:
Treiber mit Kontaktplatte - rechts Original.
Boards: Links original - Mitte zurechtgeschliffen - rechts 16mm.
LED Board:
Die T2/T3 benutzt bekanntermaßen originäre 14mm MCPCBs. Diese gibt es nicht mit dem exotischen B35 Footprint. Also muss man auf die klassischen 16mm Boards ausweichen.
Wer über eine Drehbank verfügt, kann die Board Aufnahmetasche in dem Lampen Zwischenstück "einfach" aufdrehen. Elementar dabei ist, daß keinerlei Rand verbleibt, ebenso aber auch nicht vom Bodenbereich weiteres Material abgenommen wird. Die Wandstärke ist für den Mod schon so spitz auf knapp.
Die Meisten, werden einen anderen Weg einschlagen müssen - das Board herunterschleifen.
Das läßt sich mittels Schleifrolle und Dremel relativ leicht realisieren.
Da aufgrund des deutlich verringerten Durchmessers auch die Leiterbahnen mitangeschliffen werden, liegen diese folglich am Rand frei. Das provoziert nur allzu gerne einen Kurzschluss. Ein feinschliff ist daher Pflicht, eine Politur hat auch noch nie geschadet.
Beim vollen herunterschleifen auf das nötige Maß ist auch die Abgrenzung der Lötpads gefährdet. Ohne diese besteht die Gefahr, daß das Lot jeweils bis an den Rand fließt und Kontakt zum Gehäuse Bekommt. Noch schlimmer, wenn es am Rand des Boards herunterläuft.
Ich hab mir da folgendermaßen beholfen: Feinschliff vor dem letzten halben Millimeter Durchmesser, den Rest mit der Polierscheibe nicht ganz auf voller Höhe entfernt , so daß oben noch ein dünner Rand verbleibt. Nur wenig stehen lassen, nicht daß das Board am Ende auf dem Rand hängt.
Hier empfehle ich dringend ein Verkleben des Boards in der Lampe. Auch wenn der Durchgangsprüfer am Ende der Montage grünes Licht gibt, ist ansonsten nicht garantiert, daß dies so bleibt, falls das MCPCB mit der Zeit noch einen Hauch wandern sollte.
Verklebt und verpresst ist auch ansonsten keine Schlechte Idee. So ist dauerhaft eine optimale Wärmeabfuhr garantiert. Großartige thermische Reserven hat der kleine Dragster nämlich keine.
Treiber:
Im Vergleich fast schon einfach.
Der Standard 6V 2A Convoy Treiber leistet hier beste Dienste, allerdings ist für die große Feder in dem lütten Host halt kein Patz. Folglich braucht man am Besten ein starres Kontaktplättchen von 1,5mm (optimal) bis 2mm (maximal) Bauhöhe.
1mm geht zur Not auch, solange man strikt Akkus mit Nippel verwendet. Flache Akkus würden die Kondensatoren zermatschen.
Ach ja, wie man auf meinem Foto sieht, ist der Treiber auch federsetig prall bestückt, bis an den Rand mit filigransten Bauteilen. Bitte nur mit extremer Vorsicht, den Treiberring anziehen!
Gasket:
Gibt es selbstredend auch nicht für Reflektoren mit 5mm Bohrung.
Das ist aber kein Beinbruch, nur eine feinmotorische Fingerübung.
Die klassischen 3535er Schmetterlings-Gaskets sind dankenswerterweise sogar schon in den Ecken geschlitzt. Mit einem Schnöden 11er Skalpell kann man diese recht problemlos etwas weiter schnitzen.
Nicht zu eng! Das Teil muß von selber drüber fallen. Die B35AM Beschichtung ist so eine Art Haft-Folie, diese ist nur allzu leicht Beschädigt.
Fertig