[LED-Test / Review] LMP W5050SQ3 (≈ 3000 K, 70 CRI) - warmweiße LED mit hoher Leuchtdichte

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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nahe Köln
LED-Test / Review
DE


LMP W5050SQ3 (3000 K, 70 CRI)


06.03.2024


In neuerer Zeit tauchen immer wieder neue LEDs mit interessanten Konfigurationen auf. Meist sind es LEDs in bekanntem Design, welche allerdings ungewöhnliche Merkmale mitbringen. Die W5050SQ3 ist so ein Kandidat. Es gab Berichte, wonach ein Hersteller lamens "Lumenpioneer" (häufig als LMP abgekürzt) hinter vielen dieser LEDs mit runder Leuchtfläche steckt.

Die hier getestete warmweiße Variante wird mit einem Farbwiedergabewert von 70 beworben, könnte deswegen allerdings recht effizient sein und damit eine hohe Leuchtdichte und viel Throw bieten. Bisher haben warmweiße LEDs durch hohe Farbwiedergabe oder geringe Grundeffizienz in dieser Hinsicht recht wenig geboten.
Die hier getestete LED wurde November 2023 bei Convoy auf Aliexpress erworben.

Zur Verfügung gestellt wurde er mir vom TLF-User @Palladin, vielen Dank dafür!


Technische Daten​


Tj --- °C, If --- mA


Typ: single die, lateral
Binning: ---
Farbgruppierung: 3000 K ( K)
CRI: 70

Nennspannung: 3 V
Max. Vorwärtsstrom: 5000 mA
Max. Spitzenstrom: --- mA
Abstrahlwinkel: ---
Wärmewiderstand: --- K/W
Max. Temperatur Tj: max. --- °C


Achtung: Ein offizielles Datenblatt und weitere Informationen liegen zu diesem Emitter nicht vor. Lediglich rudimentäre Informationen sind im Convoy-Store auf Aliexpress zu finden. Offizielle Angaben können im Verlauf des Tests daher nicht benannt werden.


Design, LES, Performance und Leuchtdichte​


Die W5050SQ3 entspricht in ihrem Design anderen LEDs ähnlicher Bauart (FFL505A, "Yinding 5050 egg-yolk"). Die runde Leuchtfläche ist von einer weißen Silikonschicht umgeben. Wie schon bei der FFL505A ist das weiße Silikon recht spröde, was eine vorsichtige Handhabung erfordert. Insbesondere sollte die W5050SQ3 niemals am weißen Silikon gegriffen werden, sondern nur am dunkelgrauen Substrat.

Im Gegensatz zur FFL505A sind hier die vier Bonding-Drähte unterhalb des Silikons besser sichtbar. Die Nutzung von vier Drähten sollte die Vorwärtsspannung (Vf) verringern.

Die W5050SQ3 ist 4,95 x 4,95 mm groß.


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Das Footprint bietet keine Überraschungen. Durch das verwendete XM- bzw. 5050-Footprint ist sie mit Zubehör für dieses Format kompatibel und lässt sich daher in vielen Lampen nachrüsten. Dank des symmetrischen Gehäuses können zudem per Drehbank gefertigte Zentrierhilfen genutzt werden.Das mittige Thermal Pad ist elektroisch isoliert, sodass die Verwendung von DTP-Boards kein Problem darstellt.

Die Segmentierung des LED-Chips ist hier besser erkennbar. Bei der FFL505A ist diese aufgrund der dickeren Phosphorschicht nicht erkennbar. Das weiße Silikon ist zur Leuchtfläche hin scharf abgegrenzt, was unschöne Artefakte im Lichtbild verhindern sollte.


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Die Leuchtfläche ist 2,3 mm² groß. Bei niedriger Bestromung ist die Strukturierung des LED-Chips in Form von kleinen Pünktchen erkennbar, was auf eine deutlich dünnere Schicht Phosphor hindeutet. Dies ergibt Sinn, da die hier getestete W5050SQ3 trotz des warmen CCT von etwa 3000 K eine LED mit einem niedrigen Farbwiedergabeindex von 70 ist.


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  • bei 5000 mA (offizieller Maximalstrom): 1239 lm @ 3,40 V
  • Leistung bei offiziellem Maximum: 17,0 W
  • Effizienz bei 5000 mA: 72,8 lm/W
  • Maximum bei 8,6 A erreicht, an diesem Punkt 1566 lm @ 3,73 V
  • Leistung bei Maximum 32,1 W
  • Effizienz im Maximum 48,9 lm/W


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Aufgrund fehlender offizieller Leistungsinformationen wurden für die hier betrachteten Maximalwerte die Angaben vom Convoy-Store auf Aliexpress (Spitzenstrom 5,0 A) herangezogen. Eine Richtigkeit dieser Angaben kann daher nicht sichergestellt werden, insbesondere weil die Leistung bei angegebenem Maximalstrom in meiner Messung um 2 W nach oben abweicht.

Aufgrund der niedrigen Vf und dem recht hohen Lichtstrom (über 50 % höher als bei der FFL505A, welche sonst sehr ähnliche Leistungsparameter aufweisen) ist eine hohe Leuchtdichte zu erwarten. Die Effizienz ist recht hoch, insbesondere wegen der geringen Farbwiedergabe von 70. Ein Betrieb in Direct drive (Anschluss direkt an Akku) ist aufgrund der Vf nicht zu empfehlen, mit FET-basierten Treibern ist dagegen ein recht hoher Output möglich.

Die 519A in 5000 K und R9080 entspricht in ihrer Effizienz der W5050SQ3. Hier kommt das kleinere Footprint der 519A zum Tragen, die Wärmeabfuhrfläche ist kleiner und limitiert die maximale Leistung. Wie gewohnt bietet die 519A eine sehr geringe Vf, die bei steigendem Strom sogar noch geringer ausfällt. Zwischen FFL505A und W5050SQ3 gibt es abgesehen vom Lichtstrom kaum einen Unterschied. Es ist wahrscheinlich, dass die W5050SQ3 und FFL505A vom selben Hersteller (Lumenpioneer?) stammen, die Ähnlichkeit in Design und Kennlinien deutet darauf hin.

Die SFT-40 ist außer Konkurrenz und als Referenz mit aufgeführt. Durch das XM-Footprint und dem recht großen Chip ist die Effizienz höher. Trotz nominalem CRI von 95 und 3000 K ist der Lichtstrom höher als bei der W5050SQ3. Dies verwundert aber nicht, da LEDs mit kleineren Leuchtflächen grundsätzlich eine geringere Effizienz bei hohen Strömen aufweisen. Vorteil bei diesem LEDs ist vor allem eine hohe Leuchtdichte bereits bei geringer Bestromung.


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Daten für 25 °C Tsp (bei 85 °C sind die Leuchtdichten etwa 13 % geringer).

Die Leuchtdichte ist recht hoch. Sie übertrifft die der alten XP-L HI und der FFL505A bei weitem, selbst die sehr kaltweiße "Yinding 95 CRI" wird übertroffen. Die SFT-40 hat durch ihren großen Chip eine geringere Leuchtdichte, ist aber durch ihren höheren Lichtstrom eine Wahl vor allem bei sehr stark bestromten Lampen.


Lichtbild, Spektrum und Farbeindruck​



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Das Lichtbild ist perfekt (ím Bild: JAX Mini C8 mit OP-Reflektor). Durch die runde Leuchtfläche und der fehlenden seitlichen Abstrahlung gibt es keine Artefakte. Je nach verwendeten Reflektor und Güte der Oberfläche sowie Berechnung können Ringe auftreten. In OP-Reflektoren treten diese ohnehin nicht mehr auf und der Übergang von Spot zum Spill (Corona) ist frei von Farbverläufen, wie sie bei manchen LEDs wie XHP70.2 oder XP-G4 auftreten können.

Bei Verwendung asphärischer Linsen (wie in Zoom-Lampen häufig verbaut) wird ein kreisrunder Spot abgestrahlt, was auch auf der Whitewall sehr gut aussieht und eher an LEP als an LEDs erinnert.


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Spektrum gemessen bei 350 mA an Konstantstromquelle.

Die hier getestete W5050SQ3 ist warmweiß. Störende Farbstiche gibt es nicht. Der duv liegt leicht über 0, was aber im Alltag und auch auf der Whitewall nicht stört. ALlerdings ist der geringe Farbwiedergabeindex von 70 deutlich sichtbar. Braune Farbtöne erscheinen eher grünlich, feine Nuancen sieht nicht mehr wahrnehmbar. Gleichwohl spielt dies gerade im Außenbereich insbesondere in diesem Farbtemperaturbereich keine große Rolle, vor allem wenn diese LED in Throwern verbaut wird, wo in der Ferne ohnehin nur noch eingeschränkt Farben und Details wahrgenommen werden können. Die Farbsättigung ist mit einem Rg von 98 nicht zu stark ausgeprägt - dies kann bei warmweißen LEDs insbesondere bei hohen Farbwiedergabewerten durchaus auftreten.

Bei steigender Bestromung steigt die Farbtemperatur an und der Tint verschiebt sich etwas in den rötlichen Bereich. Insbesondere ab 5 bis 6 Ampere wirkt das Licht sehr angenehm und ist ohne Probleme für allgemeine Beleuchtungsaufgaben in Taschenlampen geeignet.


  • Ra: 71
  • R9: -20
  • CCT: 3208 K
  • duv: 0,0015


Fazit​



DIe W5050SQ3 ist in Design und Kennlinien ähnlich zur früher getesteten FFL505A. Unterschiede bestehen hier nur in der Effizienz (Lichtstrom) und der Vf, wobei diese Abweichungen schlicht Serienstreuung darstellen können.

Die Farbwiedergabe ist gering, der Tint aber angenehm und die Effizienz ist für eine warmweiße LED sehr hoch, was in einer hohen Leuchtdichte resultiert und diese LED vor allem für die Verwendung in Throwern geeignet macht. Dazu trägt auch das hervorragende Lichtbild in Reflektoren und Zoom-Linsen bei.

Weniger gut ist das Fehlen eines Datenblattes und allgemeiner Informationen wie den Hersteller. Zudem ist sie nur in China bzw. bei chinesischen Händlern verfügbar. Wenn dies kein Problem darstellt und warmweiß das Hauptkriterium ist, stellt sie eine gute LED für Thrower dar.


Pro
  • hohe Effizienz
  • hohe Leuchtdichte
  • perfektes Lichtbild
  • Standard-Footprint, dadurch hohe Kompatibilität

Neutral
  • geringer Farbwiedergabeindex

Contra
  • keinerlei gesicherte Informationen zur LED öffentlich verfügbar (Stand März 2024)
  • nur in China bzw. bei chinesischen Verkäufern erhältlich



Danke fürs Lesen dieses Tests. :)

LG, Dominik


v1.0.1
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,
wieder ein toller ausführlicher Test.
Ich hätte am liebsten noch den Vergleich zu Osram CSLPM1.TG "W2" gesehen, da die Leuchtfläche ähnlich groß ist.
Allerdings auch in einer radikal anderen Form und mit sonst sehr unterschiedlichen Werten. Kleinerer Footprint, kaltweiß, Flip-Chip.

Die Vf/If/Flux-Kurven der W5050SQ3 und der W2 würde ich gerne übereinandergelegt sehen.

Aus deinem Test (Link) erlaube ich mir, die Tabelle mit den Leuchtdichten zu zitieren:
2.800 mA: 126,9 cd/mm²
6.000 mA: 209,6 cd/mm²
8.600 mA: 232,4 cd/mm²
Ich war mal. So frei und hab die Zahlen ins Deutsche übersetzt :rofl:

Grüße
Hiasibua