Wurkos TD11 Technisches Review

astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
241
240
43
Hallo Freunde des kräftigen Lichtstrahls,

Seit ein paar Stunden liegt die TD11 auf meinem Labortisch. Natürlich will ich euch meine Testergebnisse nicht vorenthalten. Hier Auszüge aus einer Rezension von mir:

"Hersteller Angaben:
LED: 2x SFT25R
Betriebsspannung: 2,7 V-4,2 V
Abstrahlwinkel: Strahler °
Akku-Optionen: 1x eingebauter Lithium-Polymer-Akku 1670 mAh
Abmessungen 133,5 × 31 × 23 mm
Gewicht: 116 g
Reflektor: 2x OP Reflektor
Lens: Glas
Schaltertyp: 2x Heck - Schalter, Modus Wahlschalter
Taschenlampengehäuse: Aluminiumlegierung
Wasserbeständigkeit nach IPx6
Advanced Temperature Regulation (ATR)-Technologie: ATR reduziert automatisch die Helligkeitsstufe, wenn die Treibertemperatur 60 °C erreicht, um eine Überhitzung zu verhindern
Unterspannungswarnung

----------------------------------------------------------------------------------------------

Die äußere Verarbeitungsqualität der Wurkkos TD11 ist auf einem sehr hohen Niveau. Die Lampe kam in einem makellosen Zustand bei mir an. Keine Kratzer auf dem Lampenkörper, kein Staub im Reflektor.

Der Hersteller bewirbt die Lampe als EDC mit 3000 Lumen Ausgangsleistung, 320m Strahlreichweite und IPX6.

Sie besitzt viele verschiedene Lichtmodi, die teilweise im Ramping Modus arbeiten.
Die Helligkeitsstufen sind als Ramping ausgelegt. Sicher ist das nicht jedermanns Sache, aber da der letzte Wert gespeichert wird, hat man beim Einschalten diese Helligkeit sofort.

Die Lampe besitzt ein Mini OLED Display. So hat man eine exakte Ladungsanzeige sowie eine vorraussichtliche Brenndauer in der aktuellen Helligkeitsstufe. Die Lumenanzeige halte ich mehr für ein Gimmick, als für notwendig. Was mich persönlich stört ist, daß die Displayanzeige nur lesbar ist, wenn der Lampenstrahl auf sich gerichtet ist. Wenn ich Nachts im Betrieb die Restbrenndauer ablesen möchte, so muß ich mich erst mal selbst blenden, um auf dem kleinen Display den Wert abzulesen. Es sollte für den Hersteller kein Problem sein, die Anzeige zu drehen.

Die TD11 ist mit einem Lichtsensor ausgestattet. Dieser erfaßt die reflektierte Helligkeit bei nahen Objekten im Strahlengang. Die Elektronik verringert die Helligkeit, um Blendung zu vermeiden. Oberhalb 240 Lumen dimmt die Elektronik die Helligkeit auf 55 Lumen. Das System arbeitet allerdings ziemlich träge, und nur in eine Richtung, also Abregelung. Bevor eine effektive Helligkeitsverringerung einsetzt, ist man in jedem Falle schon deutlich geblendet. Insofern halte ich das System für überarbeitungswürdig.

Dank der insgesamt 3000 Lumen starken beiden Main-LED's (laut Hersteller SFT25R) spendet die Wurkkos TD11 ein gutes aber vergleichsweise nicht so weitreichendes Licht. Bedingt durch die kleinen SMO Reflektoren von 10mm Austrittsapertur kann diese Lampe, physikalisch bedingt, keinen kleinen Spot ausbilden. Im Foto erkennt man trotzdem einen guten Spot mit breitem Spill.
Die Lens ist Multivergütet.
Die Bezel ist aus Stahl, und nicht aus eloxiertem Alu.

Diese Turboleistung kann allerdings nur wenige Sekunden abgerufen werden. Die Lampe wird dann wegen der gehäusebedingten niedrigen Wärmeabfuhr zu heiß. Sie wird automatisch auf eine niedrigere Leuchtstufe herunterfahren.

Die seitlichen Leuchtelemente ergänzen das Hauptlicht um ein weißes Flutlicht mit bis zu 350 Lumen, sowie um ein RGB-Panel. Die "Programmierung" dieses RGB Paneels auf eine bestimmte statische Farbe, z.B. Rot, ist nicht intuitiv. Die Doppelklickerei in bestimmten Modi führt manchmal eher zufällig in den richtigen Modus. Zumindest habe ich es anhand der schematischen Bebilderung im Manual - welches auch einen deutschen Teil besitzt - nicht auf Anhieb hinbekommen.
Warum man so ein kompliziertes und umfangreiches UI in eine Taschenlampe "pressen" muß, verstehe ich nicht. Wer also nicht ständig mit dieser Lampe arbeitet, wird nach einiger Zeit wieder vor dem Problem stehen, "wie programmiere ich sie nun".

Ein eingebauter guter Boost-Treiber sorgt für eine konstante Helligkeit über den gesamten Entladezyklus. Im Oszillogramm war keinerlei PWM erkennbar.

Leider konnte ich, bis auf Temperatur und Leuchtstärke, keinerlei weitere Messungen vornehmen. Die Bezel wurde hier eingepreßt/eingeklebt, und wäre nur zerstörend zu entfernen. Der Tail ist mit den drei kleinen Schrauben, die den Clip halten, befestigt. Unter Umständen kann man ihn herausziehen. Da aber USB.Buchse,Schiebeschalter sowie Oled Display an dieser Baugruppe "hängen", habe ich es aus naheliegenden Gründen dann doch nicht durchgeführt. Der Clip wird durch kleine Schrauben mit O-Ringen zum Body abgedichtet, aber die komplette Taileinheit, die sich rausziehen läßt, hat keinerlei Dichtung zu Body. Insofern würde ich IPX6 für fragwürdig halten.

An der Schnelligkeit, mit der die Temperatur im Turbomodus ansteigt, erkennt man das vorbildlich gestaltete Wärmemanagement.. Also auch hier eine top Verarbeitung.

Ich habe eine maximale Leuchtstärke von 22950 Lx@1m (Candela) gemessen. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Leuchtweite von 303 m. Das unterscheidet sich nicht wesentlich von der Herstellerangabe 320m. Wohlgemerkt, der Akku wurde vorher voll geladen.

Mit 1670 mAh erscheint mir die Akkukapazität sehr schmalbrüstig für eine 3000Lm Lampe. Das laden funktioniert problemlos mit modernen PD/QC Ladegeräten, und daher recht zügig.

Die für mich relevanten "Mankos" sind folgende:
- Ich bin kein Freund von Lampen, die einen fest verbauten Akku besitzen. Akkus im allgemeinen gehen gern auch mal kaputt oder verlieren Leistung. Der Akku ist zu klein.
- Das UI ist viel zu kompliziert und ohne Manual kaum beherrschbar.
- verkehrt herum anzeigendes Display."


Der Preis von 120.- € ist viel zu hoch, und unangemessen. Man bekommt die Lampe beim Hersteller für 60.-€. Ob da schon der neue Chinazoll eine Rolle spielt? Ansonsten ist es ein nettes Spielzeug, nur leider kein Handschmeichler wegen des monströsen Clips. Dieser mag zwar am Gürtel oder am Taschen/Rucksack Rand seine Berechtigung haben, verhindert aber, das man diese Lampe lange in der Hand halten möchte.
 

Anhänge

  • 20260103_141536.jpg
    20260103_141536.jpg
    98,2 KB · Aufrufe: 39
  • 20260103_141954.jpg
    20260103_141954.jpg
    68,5 KB · Aufrufe: 40
  • 20260102_185540.jpg
    20260102_185540.jpg
    85,9 KB · Aufrufe: 35
  • 20260102_185507.jpg
    20260102_185507.jpg
    91 KB · Aufrufe: 34
  • 20260102_185320.jpg
    20260102_185320.jpg
    87 KB · Aufrufe: 36
  • 20260102_185959.jpg
    20260102_185959.jpg
    78,7 KB · Aufrufe: 36
  • 20260102_190307.jpg
    20260102_190307.jpg
    82,2 KB · Aufrufe: 39
  • 20260102_190241.jpg
    20260102_190241.jpg
    103,8 KB · Aufrufe: 40
  • 20260102_190146.jpg
    20260102_190146.jpg
    119,1 KB · Aufrufe: 41
  • 20260103_141629.jpg
    20260103_141629.jpg
    117,9 KB · Aufrufe: 38
  • 20260103_141544.jpg
    20260103_141544.jpg
    91,8 KB · Aufrufe: 38
Zuletzt bearbeitet:

Buteo

Flashaholic***
25 März 2015
8.453
5.147
113
@astrowolfgang - Danke für das Review. :)

Ich sehe auch in allererster Linie den schwachen Akku als Hauptmanko...für eine Lampe mit 3000 Lumen sollte da schon ein leistungsstarker Akku hintersitzen.

Ich würde in der Größe, die die HD11 besitzt und mit der Akkugröße so roundabout 1000 Lumen im Turbo als sinnvoll sehen (entspricht dann auch in etwa meiner Surefire Stiletto Pro).
Das reicht vollkommen aus - und man hat dann auch lange was von dem Licht. :)

So bei normalen Handlampen mit wechselbarem Li-Io-Akku bin ich bei 1000 Lumen im Format 18650 und bei etwa 3000-4000 Lumen im Format 21700 unterwegs...das macht dann auch durchaus Sinn. :)

Den Clip sehe ich für ich eher als positiv, aber ich bin eh ein "Clipträger" bei Lampen und Messern.

Was die Verarbeitung und das Lichtbilt hier angeht...die sehen echt klasse aus, da gibt es so nichts zu meckern. :)
 
  • Danke
Reaktionen: astrowolfgang

Frank1984

Flashaholic***
15 September 2017
5.968
5.240
113
Richtig. ;)

IMG_2840.jpeg

Wenn man die Lampe in der dafür vorgesehenen Haltung hat und das Display durchschalten möchte während man drauf sieht, dann wäre eine andere Ausrichtung nicht sinnvoll. Aber danke für das Review. :thumbup:
 

DaHamstah

Flashaholic*
2 Mai 2013
999
1.124
93
München
dahamstah.de
Richtig. ;)

Anhang anzeigen 177787

Wenn man die Lampe in der dafür vorgesehenen Haltung hat und das Display durchschalten möchte während man drauf sieht, dann wäre eine andere Ausrichtung nicht sinnvoll. Aber danke für das Review. :thumbup:
Sorry fürs OT: Darf ich fragen, was das für Handschuhe sind? Die sehen ziemlich genau nach dem aus, was ich suche...

Zum Display - ich habe mich da auch schon gefragt, welche Ausrichtung die sinnvollste ist, gerade bei der TD11 finde ich es aber so ganz stimmig - ohne sie in der Hand gehabt zu haben. Passt für die taktische Haltung, wo man eh weniger drauf schaut, aber auch für die Bedienung des Seitenlichts. Höchstens um 90° gegen den Uhrzeigersinn wäre noch denkbar, aber auch wieder irgendwie seltsam...
 

Frank1984

Flashaholic***
15 September 2017
5.968
5.240
113
In der Praxis ist es bei mir so, dass ich das Display deutlich mehr ablese, wenn ich die Lampe zwar so wie auf dem Bild in der Hand halte, aber die Hand dann runternehme, um draufzuschauen. So kann ich korrekt ausgerichtet z.B. die Leuchtstufe vorwählen oder den Akkustand einsehen. Wenn ich die Lampe dann wie auf dem Bild nutze, ergibt sich bei mir in der Praxis kaum die Situation, wo ich raufschauen müsste. Ab und zu mache ich es zwar, aber meist aus Spieltrieb. Ich lese dann entweder kurz die Leuchtstufe und die Restleuchtdauer ab. Das geht auch ganz gut um 90 Grad verdreht.
Also in MEINER Praxis würde eine andere Ausrichtung des Displays überhaut nicht sinnvoll sein. :)

@DaHamstah Bezüglich der Handschuhe kann ich dir dieses Modell leider nicht nennen. Auf der anderen Seite ist ein großer Schriftzug „Polizei“ und diese sind nicht öffentlich zu erwerben. :grinsen:
IMG_1648.jpeg
Ich kann dir aber sagen, dass diese sehr nah an einigen Modellen der Marke „Mechanix“ dran sind. Da könntest du dich mal umschauen. :thumbup:
Wir haben hier im Forum ja auch eine Ausrüstung-Ecke. Kannst ja auch da mal einen Thread eröffnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Danke
Reaktionen: DaHamstah

astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
241
240
43
Das ist aber normal und bei anderen Lampen dieser Art auch zu finden. Du hältst sie ja in "taktischer" Haltung mit dem Daumen am Tailswitch. Dann stimmt das Display wieder.
Ich kenne zwar keine anderen Lampen mit diesem "Info-Display" sondern nur das der "Imalent DD2R" . Dort ist aber die Anzeige genau so, wie ich es mir wünsche.
1767608761757.png

Für mich ist das auch in der "taktischen" Haltung nicht ablesbar. Die für mich wesentliche Info darauf wäre sowieso nur die Rest-Brenndauer. Da würde ich gern - auch in "nicht taktischer" Haltung - gelegentlich draufschauen, ohne mich total zu blenden.
Dazu kommt noch, daß das OLED Display winzig und die drei Infozeilen seeeehr klein sind. Nicht so "riesig" wie bei der von @Frank1984 gezeigten "Nitecore".
Wenn man dann noch den Kopf drehen soll, zumindest ich kann so nichts mehr sinnvoll ablesen:confused:.
 
Zuletzt bearbeitet:

astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
241
240
43
Noch was interessantes. Der im Manual erwähnte Li-Polymer Akku "102263" ist im Web nicht auffindbar. Offensichtlich eine herstellerseitige Artikelbezeichnung.
Unabhängig davon, daß er sicher nicht einfach auszutauschen wäre - wenn man ihn nicht beschaffen kann - dann ist das nicht erfreulich.
 

Frank1984

Flashaholic***
15 September 2017
5.968
5.240
113
@astrowolfgang Die Imalent hat das Konzept mit Seitenschalterbedienung. Das ist etwas komplett anderes als eine Bedienung mit Heckschalter. Beim Heckachalter funktioniert einfach die Ausrichtung wie bei der Imalent nicht. Die Hersteller würfeln das ja auch nicht aus, sondern werden die Ausrichtung im Bedienkonzept schon gründlich bedenken. Aber ist ja auch egal, darum soll es hier nicht gehen. ;) Für mich fehlt irgendwie bei der TD11 noch das gewisse Etwas.
 

astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
241
240
43
Das ist die Größe, also vermutlich 10x22x63mm
Danke, wäre ja analog der zylindrischen Zellen :)
Muß man trotzdem kräftig suchen, um sowas zu finden. Naja, eine Zeitlang wird sie ja halten, nochzumal bei mir die Lampen (ohne Akkus) in Koffern lange "schlafen", bevor sie mal wieder dran sind. Bei den prismatischen Lampen kann man die Akkus selten rausnehmen, was mich schon ärgert.