Welches Multimeter habt ihr?

Dieses Thema im Forum "Messgeräte" wurde erstellt von tomtetom, 25. Dezember 2011.

  1. Nuss und FrankFlash haben sich hierfür bedankt.
  2. Folomov
    Das Nixie-Multimeter ist cool :thumbsup: Danke fürs Zeigen.
    Gruß Frank
     
    power-dodge hat sich hierfür bedankt.
  3. Und dann diese Ziffernöhe :oops: Da zahlste Dich heutzutage dumm und dämlich für. :)
     
    power-dodge hat sich hierfür bedankt.
  4. Acebeam
    Ja die sind nicht ohne....

    Im Wohnzimmer steht noch eine Uhr mit den selben 6 Röhren und DCF77.
    Ach ein Nixie Tischrechner ist auch da, nur mit kleineren röhren.

    Neben der Uhr ist auch ein Pegelmesser für 5.1 Surroudanlage mit IN-9 Nixies...
     
  5. So läufts, wenn jemanden interessiert:

     
  6. So sieht das vor kurzem hier von mir gezeigte HP 400F aktuell aus (ja, das sind wirklich alle Teile, inklusive Gehäuse). :)

    2017-01-18 00.31.07s.jpg

    Nachdem die vinylbeschichteten Kunststoffbleche klebten (Weichmacher...), alles auch im Geräteinneren mit einer sichtbaren Sandschicht bedeckt und viele Metallteile über die Maße korrodiert waren, habe ich mich zu einem Großputz entschieden.
    Das ist halt das Risiko, wenn man ein Gerät aus Israel kauft... Aber hauptsache das Dehspulinstrument ist in Ordnung, fast alles andere könnte man durch Alternativen ersetzen.
     
    Nexxos1412 und Maiger haben sich hierfür bedankt.
  7. Skilhunt Taschenlampen
    Das sieht ja trotz der hervorragenden Werte sehr übersichtlich aus. Auch die Elkos sehen auf dem Bild noch gut aus. Ob sie noch ihre Werte haben :S
     
  8. Das wird sich zeigen, wenn ich sie ausgetauscht habe. :) Die Sendung mit den Ersatzteilen ging gestern an mich raus.
    Wobei nicht alles was dort glänzt auch Al-Elkos sind. HP hat damals oft Tantals in axialer Bauform verwendet (die eigentlich nie Probleme machen und deswegen auch drin bleiben). :)
    Ein Elko im Vorverstärker sieht nicht mehr so gut aus (Stopfen drückt raus). Interessanterweise war auch genau dieser Elko anfangs in meinem anderen HP 400E kaputt (Kurzschluß).
     
  9. Ich habe mal aus einem älteren Telefunken TX bestimmt mal 10 Tantals getauscht die einen Kurzschluss hatten :thumbdown:
     
  10. Danke für eure Beiträge. Aufgrund dessen hab ich mir auch das Brymen BM867s zusätzlich zu meinem billigen Holdpeak geholt. Nach ersten Tests bin ich total zufrieden damit. Nach lesen der knappen Anleitung hab ich nur überlegt ob ich doch besser das 869er hätte nehmen sollen falls ich mal Messungen bei hohen Frequenzen bräuchte. Soll nämlich ein Multimeter fürs Leben sein. Momentan fange ich erst an mich mit Elektrotechnik zu beschäftigen. Aber wenn ich das richtig sehe bräuchte ich diese Fähigkeiten nur wenn ich wirklich Spannungen und Ströme bei hohen Frequenzen messen wollen würde, was wohl vorrangig notwendig wäre wenn ich mit Funkfrequenzen oder Audiosignalen arbeiten würde. Wenn ich z.B. nur die Frequenz oder das An-Aus-Verhältnis einer z.B. PWM-Steuerung messen möchte dann geht das auch mit dem 867er welches z.B. bei 500mV Wechselspannung und 100mV Signalunterschied bis 200kHz misst, richtig?

    Mich interessiert einfach welche Anwendungsbereiche es gibt wo das 867er nicht mehr reichen würde und die durch das 869 abgedeckt würden. Dann kann ich für mich entscheiden ob ich das 867er schnell als fast neu verkaufe und das 869er hole falls ich meine irgendwann mal in dessen Anwendungsbereiche zu kommen. Daher die Frage liege ich mit meinen Vermutungen richtig? Habt ihr noch Beispiele wo das 869 noch messen kann und das 867er nicht?

    Laut Datenblatt beherrscht das 869 zusätzlich VFD-Messungen (brauch ich nicht, wenn würde ich höchstens mal an den gebräuchlichen Brushlessmotoren im Modellbau messen), misst Wechselspannungen oberhalb 1kHz bis 100kHz und unterhalb 45Hz. Bei Wechselströmen misst es ebenfalls oberhalb 1kHz bis 100kHz.
     
  11. Hier muß man wohl zwischen den unterschiedlichen Tantals unterscheiden. HP hat hier immer "nasse" Tantal-Elkos verwendet.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tanta...kondensatoren_mit_fl.C3.BCssigem_Elektrolyten

    Interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch den Beitrag, wieso es bei trockenen Tantals so gerne zu Ausfällen kommt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tanta...rsachen.2C_Selbstheilung_und_Anwendungsregeln

    Andererseits könenn nasse Tantals natürlich genauso wie AL-Elkos austrocknen... ich muß nochmal drüber nachdenken, ob ich die drinnen lasse. :)

    Nachtrag:
    ich habe gerade mal ein bischen gestöbert, die Tantals in dem Gerät sind teilweise auch heute noch im Ersatzteilkatalog von Keysight, dort kann man auch eine Herstellerteilenummer finden. Der 10x im Gerät verwendete 4,7 uF-Tantal beispielsweise ist eine trockene Type von Vishay. www.vishay.com/docs/40015/150d.pdf
    Vishay schreibt selbst in seinen FAQs: "Solid tantalum capacitors are very stable with time, with no known wear-out mechanism."An anderer Stelle lese ich, das die Ausfallraten von Tantals mit der Zeit sogar abnehmen.
    Wichtig bei den Tantals ist aber immer die richtige Auswahl und das richtige Derating. Muß wohl noch ein bischen drüber nachdenken.
     
    #291 schopi68, 20. Januar 2017
    Zuletzt bearbeitet: 20. Januar 2017
  12. Meiner Meinung nach ist die Fähigkeit, Wechselspannungen auch bis 100 kHz messen zu können nur selten von Nutzen. Meist wird hier keine präzise Messung erwartet, sondern eher auf die Kurvenform geschaut - da wäre dann imho ein Oszilloskop sinnvoller (die heutigen Digitaloszis können dann meist ganz nebenbei auch noch die Spannungsmessung bis in den MHz-Bereich hinein, z.B. ein Rigol DS1052 für 300€, hat dann allerdings nur 3% Genauigkeit [das soll jetzt keine spezielle Empfehlung für dieses Modell sein, Oszis auszuwählen ist noch komplizierter als ein Multimeter zu finden]).

    Andererseits wird der Audio-Bereich vom 867 auch nur mittelmäßig abgedeckt. Da wird dann statt einer Prozentangabe im Datenblatt in ein paar Meßbereichen eine Angabe in dB gemacht... 1 dB sind aber halt schon 12% Abweichung. Wenn Du vorhast mal im Audio-Bereich Messungen zu machen, dann wird Dir das 867 keine so große Hilfe sein.
     
    tino79 hat sich hierfür bedankt.
  13. Danke für deine Infos. Audiobereich wird wahrscheinlich nie vorkommen. Das mit den Dezibelangaben hatte ich auch gesehen aber erstmal ausgeblendet und nach dem Messbereich bis 1kHz gefragt da ich das nicht verstanden habe. Aber schön zu wissen dass dann oberhalb wenigstens Schätzmessungen gehen.

    Was mir auch aufgefallen ist dass die ganzen Hochfrequenzmessungen nur im mV-Bereich funktionieren. Wenn eine LED nun per PWM ohne Glättung gesteuert wird wie kann ich da an der LED die PWM-Frequenz messen? Ich bin ja da im Voltbereich.

    Bzw. hat wer nen Link wo auf die ganzen Messmöglichkeiten eines Multimeters eingegangen wird und nicht nur auf Spannung, Strom, Widerstand und Durchgangsmessung? Und vor allem mit welchen Einstellungen man bei bestimmten Messungen ein Multimeter ziemlich sicher zerstört und welche Einstellungen und Messungen meist gefahrlos möglich sind? Und wenn möglich noch unter Einbezug möglicher Messbereichsüberschreitungen?

    Ich könnte mir vorstellen dass jetzt die Frage kommt wieso ich nicht erstmal mit der Materie beschäftige und dann würde ich auch wissen was ich messen kann. Ich will anhand der Messungen lernen.

    Ich hab z. B. Schwankungen in der Netzfrequenz gemessen und hab aufgrund dessen erlesen woher die kommen. Nun weiß ich auch wie diese gesteuert wird. Sehr interessant das ganze. Oder auch einfache Dinge wie wieso der gemessene Widerstand einer Glühbirne um ca. Faktor 10 nicht zum erwarteten passte. So ist das für mich einprägsamer als das irgendwo zu lesen und schnell wieder zu vergessen wenn man es nicht mal live gesehen hat.
     
  14. Hmm... ich bin mir nicht sicher, ob ich da was übersehe - wo siehst Du, daß die HF-Messungen nur im mV-Bereich funktionieren?

    (BTW: ich würde die PWM-Steuerung der LED immer mit einem Oszi anschauen... hier stimmt dann nämlich auch schnell die von einem Multimeter angezeigte Spannung nicht mehr, Stichwort Crest-Faktor). ;)

    Pauschal kann man sagen: gefährlich wird es, wenn man die Messstrippen im Strommessbereich einsteckt. Ansonsten hängt vieles vom Multimeter und seinen eingebauten Schutzfunktionen ab. Bei guten Geräten kannst Du auch gefahrlos im Widerstandsmessbereich mal Netzspannung auf die Prüfspitze geben, ohne daß was durchbrennt.

    Eine allgemeingültige Anleitung habe ich jedoch bisher nicht gefunden (ist für mich auch schwierig zu beurteilen, nachdem ich seit ich ca. 7 Jahre alt war mit Multimetern gespielt habe...)

    Was die Messmöglichkeiten angeht: da ist ja jedes Multimeter unterschiedlich, im Normalfall ist der erste Anlaufpunkt hier die Anleitung. Gut, Brymen schreibt da offensichtlich nur das notwendigste rein...
     
    tino79 hat sich hierfür bedankt.
  15. Olight Shop
    Vielen Dank, ich antworte mal der Reihe nach. Dass die HF-Messungen nur im mV-Bereich gehen, zumindest für PWM an LED habe ich geschlussfolgert. Im Voltbereich hab ich die Hz-Messung nur bei Wechselspannungen laut Symbolen auf dem Multimeter. Nur im mV-Bereich sind auf dem Multimeter die Symbole für Frequenzmessungen. Daher dachte ich ich könne nur da Frequenzen bei Gleichspannungen messen. Die Spannung an sich interessiert mich dabei eher weniger von daher nicht schlimm dass das mein Multimeter nicht kann.

    Dass der Strommessbereich meist kritisch ist leuchtet ein. Vielen Dank nochmals für Deine Ausführungen. Damit bin ich schon wieder ein Stück weiter.
     
  16. Also ich sehe da in den Bildern auch bei der ACV-Einstellung ein HZ-Symbol. ;)

    Oder meinst Du das D%-rechtecklinie-HZ-Symbol bei der mV Gleichspannungsmessung? Das ist für Logic-Level und Duty-cycle Messungen. Aus Sicht des Messgerätes ist auch eine gepulste Gleichspannung eine Wechselspannung.
     
  17. Ja, ich meinte zweiteres. Okay, dann werde ich mal mit der Wechselspannungseinstellung rumprobieren. Ich frag halt erst nicht dass mir das Multimeter gleich verdampft :)
     
  18. Mal diesen Beitrag hervorgeholt. Hat jemand zwischenzeitlich so ein Multimeter und kann etwas dazu schreiben?
     
  19. Ich hab's mir noch nicht gekauft, weil mein UNI-T noch funktioniert. Wenn Du das Gerät kaufen möchtest, dann laß Dich mal auf den BG-Newsletter setzen, da taucht das ab und zu mal zum Freundschaftspreis auf.
     
    Muckemick hat sich hierfür bedankt.
  20. Ich habe ein Stromzangenmessgerät von Voltcraft VC 521
    und ein Multimeter von Voltcraft VC 830

    Bin mit beiden sehr zufrieden. :thumbsup:
     
  21. Gleich vorweg: Haben - nein. Aber will man so ein Messgerät?! Das Brymen BM231 kostet rund 68 € und ist qualitativ sicherlich besser. Sofern einem natürlich der Funktionsumfang des Brymen ausreicht.
     
  22. Tolles Teil für den Außendienst, aber warum zum Teufel kann das Teil nicht im µA Bereich messen? Die Ausstattung bei Fluke ist meist leider nicht die beste.

    [​IMG]
     
  23. Das ist ein Scherz, oder?
     
  24. Nein warum?
     
  25. Nuja, mir ist kein Multimeter bekannt, daß diese Ausstattung, Größe, Preis und einen µA-Bereich hätte.
    Wobei, das abnehmbare Display ist ja auch schon wieder eine sehr spezialisierte Anwendung - mit fest montierter Anzeige gibt es sowas ja auch bei Fluke (z.B. Fluke 27-II).

    Fluke macht auf mich jedoch einen sonderbaren Eindruck: bei den Handmultimetern habe ich immer das Gefühl, es handelt sich um Geräte die für den Einsatz auf einer Baustelle konzipiert wurden, auf der der anderen Seite ist Fluke eine der Referenzen wenn es um hochpräzise Kalibrierprodukte geht. Selbst HP/Agilent/Keysight gibt in seinen Serviceanleitungen teilweise Fluke-Produkte als zu verwendendes Gerät an (und umgekehrt verweist Fluke dann auf Keysight *lacht*)

    Ansonsten hast Du natürlich recht, ein µA-Bereich wäre wünschenswert - speziell in der heutigen Zeit der vielzahl an batteriebetriebenen Geräten, in auch die Anforderung im pA-Bereich zu messen existiert.

    Andererseits sehe ich, daß Gossen Metrawatt dieses Jahr sein genauestes Handmeßgerät, daß Metrahit 30M vom Markt genommen hat. Das Teil konnte Strom bis auf 100 pA auflösen, hatte 4-Leiter Widerstandsmessung, 1200000 Counts (6 1/2-Stellen), und 0,0035% Grundgenauigkeit.
    Jetzt hat das beste Handmultimeter von denen nur noch 0,05% Grundgenauigkeit und kann im Strommessbereich als kleinste Einheit 10 nA auflösen.

    Wie man an den ebay-Verkäufen und Internetberichten zu diesem Gerät sieht, gab es offenbar keinen Markt dafür (obwohl das Gerät ca. 10-15 Jahre lang auf dem Markt war).
     
    #305 schopi68, 22. Juni 2017
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2017
    Maiger hat sich hierfür bedankt.
  26. Was mich bei vielen Meßgeräten stört, ist das veraltete Batterikonzept (9V Block).

    Die guten Geräte mit 2xAA oder AAA muss man richtig suchen, Warum?
     
  27. Vermutlich weil die meisten Geräte auf dem Markt auch schon ein paar Jahre alt sind... Möglicherweise spielt auch mit rein, daß die Halterung leichter zu bauen ist. Bei 9V fallen Übergangswiderstände weniger ins gewicht und auch gibt es bei der 9V-Klemme so gut wie nie Kontaktprobleme (vor allem verglichen mit den AA oder AAA-Halterungen).
     
  28. Jubel! Gerade frisch eingetroffen. Die Kalibriersiegel sind noch unbeschädigt, Kalibrierung gültig bis Ende des Monats. Gebaut laut Seriennummer nach 1972 (da ich die Siegel erstmal nicht beschädigen möchte, kann ich das genaue Datum nicht nachschauen).

    Was daran so toll ist? Es handelt sich hierbei um ein echtes RMS Voltmeter.
    Das Gerät hat auch bei einem Crest-Faktor von 10 noch seine volle Genauigkeit am Skalenende.
    Bei 1/2 der Skala schafft das Gerät noch einen Crest-Faktor von 20.
    Bei 1/10 der Skala schafft das Gerät noch einen Crest-Faktor von 100 (!!!). Wobei hier vermutlich besser über den DC-Ausgang als am Zeigerinstrument abgelesen wird.

    Ein Crest-Faktor von 100 bedeutet, auch z.B. ein Rechteck mit Impulsen von 1/10000 der Periodendauer wird noch korrekt gemessen (Interessant bei PWM).

    Das alles bei einem Spannungsbereich (Skalenende) von 1mV bis 300V.

    Wie schafft das dieses Gerät? Im Inneren befindet sich ein thermischer Wandler. Das Eingangssignal heizt (nach entsprechender Verstärkung) ein Heizelement auf, welches entsprechend der entstehenden Temperatur über ein Thermoelement ein Ausgangssignal erzeugt (dessen DC Ausgangssignal wird dann über einen Chopperverstärker verstärkt und über ein zweites Thermoelement linearisiert).
    Es wird also wirklich die entstehende effektive Heizleistung gemessen und keine Mathematik betrieben um auf die Effektivwerte der Spannung zu kommen.

    Achja... das Ganze von 10 Hz bis 10 MHz.
    Zwischen 50 Hz und 1 MHz beträgt die Meßgenauigkeit der Skala 1%, am DC-Ausgang auf der Geräterückseite 0,75%. Ausserhalb dieses Frequenzbereiches sinkt die Genauigkeit bis auf 5%.

    2017-06-23 11.21.36s.jpg
     
    Roger K3, Maiger und FrankFlash haben sich hierfür bedankt.
  29. So... der erste Check ist durch. Leider keine guten Nachrichten: bei konstantem Eingangssignal pendelt die Anzeige langsam um ca. 4% hin und her.

    Die Anleitung verweist darauf, daß man den Thermocoupler checken soll. Wenn der etwas hat, kann er nur ausgetauscht werden (was mangels Ersatzteilen natürlich nicht geht).

    Könnte auch der Chopperverstärker sein. Bei diesem älteren Modell von 1972 (nach 1980 wurde das mit ICs gelöst.... ja, das Gerät wurde von 1965 bis Ende der 90er Jahre verkauft und dabei die Elektronik mehrfach überarbeitet), wurde ein Photochopper verbaut. Direkt vom Trafo werden zwei Glimmlampen angesteuert, die dann mit Netzfrequenz abwechselnd ein paar Fotowiderstände beleuchten. Glimmlampen haben auch nur eine begrenzte Lebensdauer. Gut, die Glimmlampen könnten getauscht werden.

    Was ist ein Chopperverstärker? Nun, es ist nicht einfach eine kleine Gleichspannung - wie sie das Thermoelement liefert - präzise zu verstärken. Viel genauer geht das mit Wechselspannungen. Ein Chopperverstärker "zerhackt", bzw. Moduliert einfach gesagt die Gleichspannung am Eingang zu einer Rechteckspannung, schickt sie durch einen Wechselspannungsverstärker und demoduliert sie dann in umgekehrter Weise wieder zu einem Gleichspannungssignal.

    Der DC-Ausgang hat auch kein Signal. Etwas sonderbar, da der direkt aus der Ansteuerung des Drehspulmeßwerks abgezapft wird.

    Na... muß ich die nächste Zeit wohl mal etwas Zeit investieren und auf Fehlersuche gehen.

    Den Kalibrieraufkleber kann ich jetzt ja wohl ohne Bedenken runtermachen. *hmpf*

    p.s. Sehe gerade in der Schaltung - und bin erstaunt - der hohe Eingangswiderstand des Gerätes von 10 MOhm wird nicht wie bei anderen Voltmetern aus dieser Baureihe mittels eines JFETs, sondern durch eine Elektronenröhre (Nuvistor triode) erreicht. Argh... noch ein Verschleißteil mehr. Die Röhreneingangsstufe wurde interessanterweise auch bei späteren Änderungen der Schaltung in den 80er Jahren nicht ersetzt. Gut, die Nuvistoren können sehr hohe Frequenzen...
     
    #309 schopi68, 24. Juni 2017
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juni 2017
  30. So. Alles repariert. Drei Transistoren getauscht, ein paar Widerstandswerte und eine Diode im Netzteil geändert (wegen Umstellung von Germanium auf Silizium-Transistoren), Elkos erneuert, äußerlich hübsch gemacht, kalibriert und VDE 701/702 geprüft.
    Hat alles ein wenig länger gedauert, da ich die Originaltypen der Transistoren, die auch HP verwendete, benutzt habe und diese teilweise aus China kamen. Keine Ahnung, wie Bauelemente die seit 30 Jahren nicht mehr produziert werden nach China kommen... :D

    Zwischenzeitlich habe ich noch eine Schaltung mit aktuellen Bauteilen entworfen um den Photochopper im Chopperverstärker zu ersetzen, es zeigte sich aber, die Glimmlampen und Fotozellen sind noch in Ordnung. Mal sehen, vielleicht besorge ich mir ja nochmal so ein Multimeter und baue dort "mein" Ersatzteil ein, muß eigentlich nur noch die Platine machen. :)

    2017-07-28 23.38.02s.jpg

    Achja, hier noch ein ganz besonderes Schmankerl aus dem Gerät. Das ist eine Elektronenröhre auf dem Stand der Technik von 1960. Eine Nuvistorröhre, wie sie auch in diesem Meßgerät eingesetzt wird. Es handelt sich um eine Triode, welche bis 400 MHz (!) einsetzbar war. Zu dieser Zeit begann gerade die Umstellung in der Elektronik auf Transistoren, deswegen fand diese letzte Entwicklung der Elektronenröhren keine Anwendung in der Breite mehr.

    Der Nuvistor wurde als Eingangsverstärker eingesetzt. Als Elektronenröhre ist er sehr hochohmig und völlig unempfindlich gegen Überspannungen (falscher Meßbereich gewählt, oder auch ESD). Spätere Generationen von Voltmetern hatten an dieser Stelle einen JFET, dessen Eingänge mussten noch zusätzlich mit Dioden geschützt werden.

    2017-07-28 23.49.07s.jpg

    p.s. ist das jetzt eigentlich zuviel für diesen Thread? Soll ich das besser irgendwie auslagern?
     
    #310 schopi68, 28. Juli 2017
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2017
    wapd2, Maiger, brushles und 3 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  31. Alles gut :)
     
  32. Ich finde Deine Beiträge super interessant, auch wenn ich nur 25 % davon verstehe :thumbup:
    Die alten Geräte haben einen ganz eigenen Charme im Gegesatz zu den modernen Plastikteilen. Danke fürs Zeigen.
    Gruß Frank
     
    schopi68 hat sich hierfür bedankt.
  33. An dieser Stelle möchte ich Euch einfach mal was zum Thema kalibrieren oder justieren (keine Ahnung welches genau nun der richtige Begriff ist) berichten. Irgendwo hatte ich gelesen dass zum einen mit zunehmendem Alter der Drift immer geringer wird und zum zweiten meistens nur ein Messbereich kalibriert werden muss und die anderen dann automatisch passen.

    Also, vor länger Zeit habe ich mir ja dank des Forums das Brymen BM867s gekauft. Seit einigen Jahren besitze ich durch den Modellbau ein billiges HoldPeak HP-36A. Das hatte glaube ich mal nen 10er gekostet und ist irgendwann nach Start meines Modellflughobbys gekauft worden, also irgendwann nach Mitte 2009, ich denke spätestens irgendwann in 2010. Nun hatte es gegenüber dem Brymen eine Abweichung von 0,03V beim Vollen LiIon-Akku. Ich habe es also einfach mal aufgeschraubt und da war nur ein Potentiometer. Nach Murphys Law natürlich erstmal in die falsche Richtung gedreht, was natürlich überhaupt nicht schlimm ist. Ich habe es dann mit dem Brymen an einem Eneloop abgeglichen. Nachdem die Werte am Eneloop übereinstimmten bin ich einfach mal am Labornetzteil alle Messbereiche durchgegangen. Dabei habe ich in jedem Messbereich mal einen unteren, mittleren und hohen Wert genommen. Mein Labornetzteil geht bis 60V. Und juhuuu, es gibt überall nur minimale Abweichungen, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Ich wohne zwar im Vogelsberg, aber auch hier haben wir schon 230V Wechelspannung. Nur da traue ich mich mit dem Billigmultimeter nicht dran um auch das noch abzugleichen :D

    Ich kann also bestätigen dass für das bisschen Messerei was wir für gewöhnlich betreiben ein Billigmultimeter vollkommen ausreicht. Was ich auch noch gelesen habe ist dass nach Kalibierung der Spannung meist auch die Stromanzeige wieder stimmt. Wer also ein Billigmultimeter hat und das kalibrieren möchte sieht einfach zu dass er irgendwann mal auf jemanden trifft der ein gutes kalibriertes Multimeter hat und gleicht damit ab. Falls das eher schwierig ist reicht aber auch sowas hier, da ja nach Abgleich an einer Spannung die anderen meist auch stimmen:

    http://www.ebay.de/itm/REF198ESZ-An...326417?hash=item2a845d3151:g:z0UAAOSwHQ9WWC3y

    4,096V Referenzspannung mit 2mV Abweichung für insgesamt 8,- Euro. Wenn die Referenzspannung gealtert ist kann man sich einfach eine neue kaufen. Ist zwar irgendwie komisch wenn die Referenzspannung nochmal genau so viel kostet wie das Multimeter, aber ich denke mit Billigmultimeter und Kalibrierung an der Referenzspannung kommt man günstiger und genauer bei weg wie mit einem Nichtganzsobilligmultimeter ohne Kalibrierung.

    Ich hoffe ich konnte mit meinem im Netz zusammengeklauten Wissen hier auch etwas beitragen. Was ich noch dazusagen muss: Die Kalibrierung an der von mir genannten Referenzpsannung habe ich noch nie versucht, ich bin nur der Meinung dass das funktionieren müsste.
     
  34. In der Bucht gibt es schon fertige "High Precision Voltage Reference Module" für wenig Geld.
    Schau mal dort nach "voltage reference" oder "AD584".
    Ich habe schon seit längerem so ein Teil und bin sehr zufrieden damit. Es lag sogar einen Eichtabelle dabei.
     
    tino79 hat sich hierfür bedankt.
  35. Da finde ich nirgendwo etwas über die Genauigkeit...
     
  36. [Besserwissermodus ON] Das ist ein Kalibrierzertifikat[Besserwissermodus Off]
    Eichen tut eine Behörde um etwas zu prüfen das gegen Bezahlung abgerechnet wird.
     
    schopi68 hat sich hierfür bedankt.
  37. Das hängt stark vom Multimeter ab das zu kalibrieren ist.
    Zuersteinmal etwas grundsätzliches über die Funktionsweise:

    Der A/D-Wandler im Multimeter, mit dem die angelegte Spannung gemessen wird, kann nur einen einzigen Meßbereich. Hier wird typischerweise die angelegte Spannung mit einer sehr präzisen internen Referenzspannung verglichen.

    Sind die zu messenden Spannungen größer als dieser "interne" Meßbereich, so müssen sie über einen Spannungsteiler soweit heruntergeteilt werden, bis sie darauf passen. Das sind dann die umzuschaltenden Meßbereiche.

    Hier gibt es schonmal zwei Hauptfehlerquellen (neben weiteren wie Leckströmen etc):

    1. wenn die interne Referenzspannung durch z.B. Alterung wegdriftet, verändern sich die gemessenen Spannungswerte in allen Meßbereichen um den gleichen Faktor.
    2. wenn die jeweiligen Widerstände (auch durch Alterung) im Spannungsteiler ihren Wert ändern, so ändert sich im jeweils gewählten Meßbereich der gemessene Wert.

    Die (Präzisions-)Widerstände für diese Spannungsteiler befinden sich oftmals auf einem einzelnen Chip/Array. Dort werden sie bereits bei der Herstellung z.B. mittels Laser genau abgeglichen. Auch ihr thermisches Verhalten (Temperaturkoeffizient) kann auf diese Weise genau eingestellt werden.
    Gerade bei kostengünstigeren Meßgeräten ist dieses Array deutlich präziser als es für die Genauigkeit des Meßgerätes notwendig wäre. Hier wird dann auf einen Einzelabgleich verzichtet. Nur die jeweilige interne Referenzspannung muß abgeglichen, bzw. der Korrekturfaktor für diese eingestellt werden. Hier genügt wirklich eine Einstellung.

    Bei etwas präziseren Meßgeräten hingegen kommt man auch nicht drumherum, die Abweichung für die einzelnen Meßbereiche zu justieren, da hier auch die Abweichungen der einzelnen Widerstandswerte im Array relevant sein können.

    Meist ja. :)
    Bei der Strommessung wird intern im Meßgerät über einen niederohmigen Meßwiderstand ("Shunt") durch den durchfließenden Strom ein Spannungsabfall erzeugt. Für die Messung dieser Spannung gilt das gleiche wie das oben gesagte.
    Allerdings kommt hier als Faktor noch der Meßwiderstand dazu. Präzise Meßwiderstände für große Ströme können teilweise sehr stark altern, dabei verändern sie auch ihre Werte.

    Beispielsweise der Strommeßwiderstand im HP 34401A (0,1 Ohm, ich glaube 5W) kann nach 2000h unter Vollast (die im Meßgerät aber nie auftreten können) seinen Wert um 0,5% ändern. Extreme Feuchtigkeit kann 0,2% Änderung bewirken...

    Dieser Fehler kommt dann nochmal zu denen der Spannungsmessung dazu.

    Allerdings sind die Meßwiderstände auch oftmals vielfach genauer als die Spezifikation der Geräte... womit dann die von Dir genannte Abhängigkeit von der einmaligen Einstellung der Spannungsmessung (Referenzspannung) wieder stimmt. ;)
    Aber was man wirklich sagen kann: speziell die internen Referenzspannungsquellen (Zenerdioden) in den Geräten werden mit den Jahren stabiler.
     
    tino79 und itf haben sich hierfür bedankt.
  38. ...dan lade dir doch mal das Datenblatt zu dem AD584L. Dort steht alles drin. :)
     
  39. ...ok falscher Begriff.
    Aber darauf kam es mir auch nicht an.
    Mir war es wichtig, dem Forenmitglied einen Tipp zu geben, daß es fertige Bausteine für wenig Geld gibt, die mit einem Präzisionsvoltemeter verglichen und deren Ergebnisse in einer Tabelle festgehalten wurden!
     
  40. Schon klar. War auch eher ironisch gemeint, wollte halt auch mal wieder was schreiben. :thumbsup:
     
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