[Review] ThruNite Archer Mini

SammysHP

Flashaholic**
6 Oktober 2019
3.873
6.064
113
Celle
www.sammyshp.de
ThruNite hat mir eine ihrer neuen EDC-Lampen geschickt, die ThruNite Archer Mini, welche ich euch in diesem Review genauer zeigen möchte.

Dieses Review ist auch auf meiner Webseite zu finden: https://www.sammyshp.de/betablog/post/130

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Lieferumfang und Hardware​

Die Archer Mini kommt in einer überraschend kleinen Verpackung zusammen mit einem vormontierten Clip, einer Anleitung und einem USB-C Ladekabel.

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Die geriffelte Struktur des Akkurohrs zusammen mit der kleinen Stufe an der Tailcap ermöglichen ein gutes Handling mit zwei Fingern. Viel mehr gibt es gar nicht zu sagen: Keine Öse für eine Handschlaufe und ohne Clip neigt die Lampe zum Wegrollen. Die Verarbeitungsqualität ist aber ausgezeichnet. Alle Kanten sind abgerundet, keine Defekte in der Anodisierung.

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Im direkten Vergleich mit einigen anderen kleineren Lampen fällt auf, wie kompakt die Archer Mini ist. Sie hat eine Länge von 83 mm, hat einen Durchmesser von 16,7 mm und wiegt inklusive Clip gerade mal 36 g.

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Da der Akku fest verbaut ist, lässt er sich über einen USB-C Anschluss laden, welcher hinter einer Hülse am Kopf der Lampe verborgen ist. Diese Hülse wird losgeschraubt (fällt aber nicht komplett ab). Dadurch ist auch ein guter Schutz gegen Schmutz und Wasser gewährleistet (IPX8, 2m).

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Während des Ladevorgangs leuchtet eine kleine LED in rot, nach Abschluss in blau.

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Das Aufladen dauert 1:18 h und sollte an jedem USB-Anschluss funktionieren, da gerade mal 320 mA benötigt werden. Für den kleinen 320 mAh Akku ist das schon recht ordentlich.

Bedienung und Funktion​

An der Tailcap gibt es einen abgerundeten Taster, der vom Gefühl her erst wie ein Schalter wirkt: Erst ein Stück federnd, dann ein herzhaftes Klack. Es handelt sich jedoch um einen elektronischen Taster. Natürlich ist durch den exponierten Taster kein Tailstand möglich.

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ThruNite hat die Funktionen auf das Nötigste reduziert und erlaubt damit eine sehr einfache Bedienung.

ZustandAktionFunktion
aus1Clow
aus/an2Chigh
aus/an3Cstrobe
an1Coff
an1Hlockout
lockout1Hlow

Fast alle Funktionen sind aus jedem Zustand zu erreichen. Eine Ausnahme stellt low dar, welches nur von aus erreicht werden kann. Ungewöhnlich ist auch, dass der Lockout nur bei eingeschalteter Lampe durch Halten des Tasters von mindestens 0,5 s möglich ist. Ebenso kurzes Halten deaktiviert den Lockout wieder. Dies könnte meiner Meinung nach etwas länger ausfallen, etwa 1-2 Sekunden.

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Der Zwei-Wege-Clip ermöglicht die Nutzung der Archer Mini zusammen mit einer Mütze als improvisierte Kopflampe. Das funktioniert erstaunlich gut, da die Lampe nicht zu schwer ist.

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Lichtbild​

In der Archer Mini ist eine Luminus SST-20 verbaut. Zwar ist auf der Verpackung "CW" angegeben, die Farbtemperatur bewegt sich aber mehr im Bereich von 5500 K. Wie zu erwarten war, gibt es einen leichten Grünstich und der CRI ist auch nur mäßig. Die LED sitzt hinter einer recht kleinen TIR-Optik mit einem sichtbaren Durchmesser von nur 10 mm.

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Das Lichtbild wird von dem großen, gleichmäßigen Spot dominiert, der in einem weichen Verlauf in einen immer noch recht brauchbaren Spill übergeht. Ein recht guter Kompromiss zwischen Reichweite, Benutzbarkeit im Nahbereich und Leistung.

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Treiber und Laufzeit​

Für eine Taschenlampe dieser Größe erreicht die Archer Mini eine beachtliche Laufzeit. Auf High gibt es nach zwei Minuten einen Stepdown auf 45%. Danach wird die Helligkeit für rund 50 Minuten absolut konstant gehalten. In Low bleibt die Helligkeit sogar für knapp acht Stunden konstant. Hier die Angaben des Herstellers:

ModusHelligkeitLaufzeitIntensität
Low18 lm7,5 h
High405 lm / 157 lm2,5 + 52 min1880 cd (87 m)
Strobe355 lm110 min

Sobald die Helligkeit bei leerem Akku anfängt zu fallen, fängt die Lampe an, alle 10 Sekunden zu blinken. Leider konnte ich in meinen Tests kein LVP erkennen – im Gegensatz zu einem anderen Review.

ThruNite_Archer_Mini_runtime.png

Leider gibt es keine Möglichkeit, den momentanen Ladestand zu erfahren. Aufgrund der konstanten Helligkeit weiß man nicht, ob die Lampe noch für 50 Minuten läuft oder nur noch für eine. Eine Anzeige des Ladestands gibt es auch nicht. Somit bleibt nur noch regelmäßiges Aufladen und für den Notfall eine Powerbank in Griffweite.

Das Laufzeitdiagramm deutet darauf hin, dass in der Archer Mini ein Buck-Regler genutzt wird, welcher in diesem Fall den maximalen Strom konstant hält. Die einzelnen Helligkeitsstufen werden wiederum mittels PWM bei 4 kHz geregelt. Das ist zwar nicht zu sehen, aber ein leichtes Fiepen ist zu vernehmen, wenn man die Lampe dicht ans Ohr hält.

ThruNite_Archer_Mini_PWM.png

Mehr gibt es zum Inneren nicht zu sagen, da alles komplett verklebt ist. Das ist natürlich ein Problem, sollte der Akku irgendwann einmal altersschwach werden. Bevor man dann die Lampe komplett entsorgt, kann man natürlich versuchen, sie mit Gewalt zu öffnen. Sollte es bei mir mal soweit sein, werde ich Strommessungen nachliefern.

Fazit​

Eine kompakte Taschenlampe für die Hosentasche, die durch ihr schlichtes Auftreten und die einfache Bedienung überzeugt. Allerdings sehe ich auch Verbesserungspotential: austauschbarer Akku, Ladestandsanzeige und eine SST-20 in 4000 K, welche eine weitaus bessere Farbwiedergabe bietet. Alles in allem eine tolle, kleine Lampe, die auch gar nicht mal so viel kostet.

Archer Mini bei thrunite.com
 

Flummi

Moderator
Teammitglied
26 Oktober 2015
6.569
8.309
113
Nähe Hannover
Sehr gutes Review, danke Dir!

So hosentaschenfreundlich diese sehr kleinen Talas sind (ich nutze sie sehr gerne) - in der Hand gehalten liegt mein ergonomisches Optimum eher bei der 18650er Klasse. :)

Aber schon beachtenswert, wie viel Technik (USB C) in so ein Lämpchen passt. Und der fest verbaute Akku :rolleyes:...muss für bestimmte Zielgruppen nicht von Nachteil sein.

Beste Grüße,
Flummi
 

SammysHP

Flashaholic**
6 Oktober 2019
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So hosentaschenfreundlich diese sehr kleinen Talas sind (ich nutze sie sehr gerne) - in der Hand gehalten liegt mein ergonomisches Optimum eher bei der 18650er Klasse. :)
Ein Teelöffel fällt dir ja vermutlich auch nicht aus der Hand. ;) Die Archer Mini könnte fast schon als Schlüsselbundleuchte genutzt werden, nur fehlt dafür das Loch für eine zuverlässige Befestigung.

Aber schon beachtenswert, wie viel Technik (USB C) in so ein Lämpchen passt. Und der fest verbaute Akku :rolleyes:...muss für bestimmte Zielgruppen nicht von Nachteil sein.
Das denke ich auch. Bei vielen meiner Bekannten wird die Lampe höchstens geöffnet, wenn der Akku kaputt ist. Ansonsten immer Laden über USB, ein Li-Ion-Ladegerät ist nichtmal vorhanden. Auch der Akkuwechsel bei Handys ist ja eher eine Seltenheit. Ist der Akku hin, sehen viele Leute das Produkt gleich als defekt an und entsorgen es. Das ist nicht schön, aber für solche Leute ist ein fest verbauter Akku auch kein Problem.