Vorab: Das Review wurde in Abstimmung mit der Moderation so umgestaltet, dass potentiell kritische Formulierungen klar als Meinung dargestellt werden.
Im Rahmen der Weihnachtsverlosung habe ich die Duracell DF6000R gewonnen. An dieser Stelle noch mal vielen Dank, sowohl an die tolle Organisation, als auch an Zweibrüder für den Gewinn! Bitte seht dieses Review auch nicht als Respektlosigkeit gegenüber der Spender, der Organisatoren oder des Gewinns an, ich bin sehr dankbar für alles! Trotzdem möchte ich euch meine Meinung zu der Lampe unverblühmt wiedergeben.
Verpackung
Die Lampe kommt in einer edlen, schwarzen Verpackung. Auch das Innere wirkt sehr hochwertig, die Lampe wird toll präsentiert. Man merkt, dass die Verpackung ein großes Augenmerk bei der Entwicklung bekommen hat.



Verarbeitung & Eindrücke
Auf den ersten Blick ist die (riesige) Lampe ein Augenschmaus. Mattschwarz, kupfer-goldene Akzente, dezentes Knurling, richtig eingängiges Design.

Olight Arkfeld zum Größenvergleich.
Auf den zweiten Blick und vor allem das erste Gefühl verfliegt leider viel davon. Die Lampe fühlt sich leichter an, als ich es für die Größe erwarten würde. 587g sagt meine Wage, 589 der Hersteller. Erstaunlicherweise merkt man davon in der Hand wenig. Die Anodisierung ist ok, hat aber schon einen speckig glänzenden Kratzer. Der Kopf wackelt leicht, sobald er nicht in einer Endstellung festgeschraubt ist. Die Einfassung um den Taster hat eine fühlbare Kante, rechts oben zum Display hin. Dort ist das kupferfarbene Insert auch schon minimal angefressen. Das Gewinde der Tailcap ist gefettet und läuft weitestgehend sauber, aber nicht auf dem Niveau von z.B. Acebeam oder Olight.
Wirklich warm werde ich mit der Lampe nicht. Der Preis ist durchaus im Premium-Segment angesiedelt, mir ist die Lampe dafür nicht Premium genug.
Das Display zeigt Akkustand und Leuchtstufe, es gibt einen Schalter für ein/aus und einen für Leuchtstufenwechsel. Damit ist auch das UI erkärt, Shortcuts gibt es keine.

Auf der Duracell-Seite finden sich etwas verwirrende Angaben zum Akku(pack). Es findet sich zum Zeitpunkt des Reviews ein Bild der Lampe mit zwei 21700-Einzelzellen, die Angabe, dass die Lampe mit einem 21700er betrieben wird, an anderer Stelle ist von zwei 21700 die Rede. Auch bei der Kapazität ist sich die Seite nicht mit sich selbst einig, es ist an der einen Stelle von 4000mAh, an anderer von 4600mAh die Rede. Bevor das der Abmahnindustrie auffällt, sollte Duracell da wohl besser die Angaben korrigieren.
In der Lampe befindet sich, was auf der Homepage nicht erwähnt wird, nämlich ein Akkupack. In viel Plastik eingepackt und ohne weitere Angaben auf der Außenseite.

Natürlich gab es da Jugend forscht - im Plastikkleid versteckt sich ein 2S1P 4600mah Pack - vielleicht kann sich da mal jemand äußern, ob da eine Balancer-Schaltung zu sehen ist, ich sehe keine offensichtliche - ich habe aber auch ehrlich gesagt keine Ahnung, ob sowas z.B. zwischen den Akkus im Schrumpfschlauch sein kann.
Ich habe dazu im Thread der ersten Veröffentlichung mehrfach bei Zweibrüder nachgefragt, eine Antwort kam leider nicht.

Die Lötstellen zu den Kontakten hin sind nicht die schönsten.

Grundsätzlich ist bei zwei Zellen in Serie ein gebalanceter Akkupack angesichts der Gefahr beim Umgang von unbedarften Personen mit Akkus unterschiedlichen Ladestands durchaus sinnvoll, sobald man sich nicht nur an Enthusiasten richtet und die Akkus mitverkauft. Die Entscheidung zum Akkupack an sich verstehe ich daher. Die Konstruktion, bei der ca. die Hälfe des Raumes mit Plastik und Luft gefüllt wird, gefällt mir hingegen nicht. Wurkkos hat z.B. in der TS27 gezeigt, wieviel Akku in eine so große Lampe passt, das würde ich mir auch von Zweibrüder wünschen.
Warum man zwei USB-C Ports eingebaut hat, einen für Input, einen für Output, anstatt einen der beides kann, erschließt sich mir bisher noch nicht. Es funktioniert aber alles, sofern man richtig ansteckt. Steckt man falschrum an, passiert nichts. Die Gummiabdeckung sitzt aber ganz gut, trotz ihrer Größe.


Die Leuchtstufen? Das Konzept dahinter verstehe ich nicht. High und Medium unterscheiden sich optisch kaum und low ist mir deutlich zu hell. In einer zukünftigen Version der Lampe würde ich mir 5 Stufen, z.B. bei 10Lumen, 100Lumen, 500Lumen, 3000Lumen, 6000Lumen wünschen. Das würde die Lampe deutlich vielseitiger machen
Auch der Zoom gefällt mir überhaupt nicht. In der weiten Einstellung hat man einen riesigen Kreis relativ gleichmäßiges Flutlicht. In der engsten Einstellung hat man einen immer noch sehr großen Flutlichtkreis. Mein optischer Eindruck war, dass beim zoomen ziemlich viel Licht verloren geht und die Lampe voll fokussiert nicht weiter reicht als voll defokussiert. Ich habe das dann im Low auf 1m gemessen: 797lx im rausgezoomed, 1903lx reingezoomed. Wesentlichtlich deutlicher messbar als sichtbar.
CCT liegt bei 6800K, CRI bei 76. Der DUV ist bei -0,007, und das sieht man auch. Der Tint ist wirklich schön!
Duracell spricht auf der Seite von konzentriertem Spotlight für längere Distanzen.
“Concentrated Spotlight" ist in meinen Augen etwas anderes, ich habe da eher das fokussierte Licht einer Convoy Z1 im Kopf. Die Reichweite gibt Duracell mit 200m an, kombiniert mit dem Output ist das nicht das, was sich der durchschnittliche Forennutzer unter dem Claim vorstellt. Für mich deutet concentrated spotlight eher auf einen Thrower hin, aber ich bin wohl auch nicht die Zielgruppe dieses Marketings. Auch den Lichtaustrittswinkel gibt Duracell / Zweibrüder mit 20-40°an, was überhaupt nicht zu dem Claim passt.
Performance
Jetzt kommen wir zu dem Punkt, den ich mit einem kurzen Disclaimer beginnen möchte. Meine Sphäre ist nicht wirklich kalibriert. Ich lande zwar bei ziemlich allen Lampen bei den selben Werten, die auch in anderen Reviews für Lampen genannt werden, aber jede Messung kann fehlerhaft sein. Die Laufzeitmessung konnte ich wegen des Näherungssensors nur mit der Ceilingbounce-App in einem dunklen Raum machen. Es ergab sich aber zwei mal der selbe Kurvenverlauf.
Warum ich das so beginne? Die Lampe kommt in meiner Sphäre auf gerade einmal 3700 Lumen im vollen Flood. Im gezoomten Modus sogar nur noch 2000. Med und Low übertreffen die Angaben hingegen, Medium ist bei knapp über 3000Lumen, Low liegt sogar über 700 Lumen.
Zweibrüder hatte unter dem ursprünglichen Review ein Messprotokoll für die Lumenmessung der Lampe gepostet, Medium und Low lagen quasi Deckungsgleich mit meinen Messungen. Nur High nicht.
Nachdem ich meinem Testaufbau für den Kurvenverlauf gerade für den Anfang nur bedingt getraut habe, habe ich mit dem LMIII noch mal manuell gegengecheckt: Die Lampe rampt ab der ersten Sekunde runter.
Leider sorgt der Näherungssensor dafür, dass die Lampe in meiner Kugel nach wenigen Sekunden ausgeht, also kann ich für die Laufzeit nur mit einer Kurve ohne Lumenwerte dienen. Bitte auch die Verhältnisse / Absolutwerte nicht überbewerten, der Helligkeitssensor des alten Smartphones produziert gerne Überschwinger. Der Kurvenverlauf insgesamt passt aber.

Nach dem Stepdown liegt die Lampe bei ca. 1000 Lumen. Das ist an sich nicht so schlecht, man darf aber nicht vergessen, dass es sich um eine Lampe handelt, die über ein halbes Kilo wiegt und von zwei 21700-Akkus befeuert wird. Vergleicht man das z.B. mit der Convoy M21J, so liegen selbst die Exemplare mit der heißen und throwigen SBT90.2 bei ähnlichem maximalem Output, aber mehr als dem doppelten dauerhaften - bei weniger als der Hälfte des Gewichts und weniger als der Hälfte des Preises!
Laut Duracell-Seite ist eine Temperaturregelung verbaut. Ob das so ist oder ob ein getimter Stepdown verwendet wird, habe ich nicht geprüft - heiß wird die Lampe jedenfalls nicht.
Im Gegensatz zur Convoy, die nach dem Stepdown gut geregelt ist, fällt die Kurve der Duracell weiter ab. Sollte eine Regelung verbaut sein, ist die Vf der LED zu hoch für die Spannungslage des Akkupacks - in meinen Augen sieht die Kurve aber nach einer ungeregelten Taschenlampe aus. Angesichts des Preises würde ich mir, ggf. für eine zukünftige Neuauflage, einen Buck-Treiber und eine längere Laufzeit des High-Modus wünschen. Die Lampe hat ausreichend Masse dafür und mit dem 2S1P-Akkupack braucht es nicht mal einen Boost-Treiber für die 6V-LED. Noch schöner wäre hingegen ein 32140-Akku und ein Boost-Treiber.
Die Lampe soll auf höchster Stufe 2 Stunden laufen, am Schluss stehen 3,5 Stunden auf der Uhr. Dass die Lampe nicht mit 6000 Lumen 2 Stunden durchhält, war klar, die Laufzeit passt aber zum zu niedrig gemessenen Output.

Eine große, eigentlich starke 6V-LED (CREE-XFL05K) in einer großen Lampe, da wäre mehr gegangen. Heiß wird die Lampe nie. Handwarm, mehr nicht.
Die LED-Wahl ist interessant, aber verschenkt in meinen Augen viel potential, die Werte hätte man auch mit einer NBT160 o.Ä. erreicht, dann allerdings auch mit der Chance auf wenigstens ein bisschen throw.
Fazit
Ich glaube, Zweibrüder hat sich selbst keinen Gefallen damit getan, eine Lampe, die für Baumarktkunden designed ist, an ein Fach- / Enthusiatenforum zu verlosen. Es mag durchaus sein, dass z.B. heiß beim Ottonormalkäufer als schlecht empfunden wird oder auch die fehlende Regelung als “Da steh ich nicht auf einmal im Dunkeln” und dass ich nicht die Zielgruppe bin.
Dementsprechend muss sich die Lampe bei mir mit deutlich anderer Konkurrenz messen, als im Baumarkt. Was mir nicht gefällt, kann durchaus passend für die Zielgruppe sein - was ich als technisch “simpel” empfinde, kann bei der Zielgruppe durchaus positiv aufgefasst werden.
Naja, ich kann trotzdem nicht aus meiner Haut, daher das Flashie-Fazit:
Schwierig. Wirklich schwierig. Die Lampe soll 89,90€ kosten und verspricht sehr viel. Was sie von den Marketing-Versprechen und angegebenen Werten einhält, überlasse ich eurer Beurteilung. Die Verpackung ist wirklich toll, allerdings wäre es mir lieber gewesen, Zweibrüder hätte die Mühe in die Entwicklung der Lampe gesteckt.
Der Zoom und die Leuchtstufenaufteilung gefallen mir überhaupt nicht, der Output kommt bei meinen Messungen im Turbo nicht ansatzweise an die Werbeversprechen heran. Für die fehlende Regelung würde sich jede Lampe in dem Preissegment eine negative Kritik von mir anhören müssen.
Die, aus Flashie-Sicht schlechte Regelung, der Stepdown und Sustain haben mich für eine Lampe dieser Größe enttäuscht.
Die Verarbeitung ist hübsch, aber ein dem Preis entsprechendes Premium-Gefühl stellt sich bei mir nicht ein. Dafür hapert es an zu vielen Kleinigkeiten.
Für wen die Lampe gedacht sein soll, keine Ahnung. Sowohl Leuchtstufen als auch der sehr flutige Beam in Kombination mit der Größe der Lampe schränken die Anwendungsbereiche der Lampe schon sehr stark ein - mir würde kein Anwendungszweck einfallen.
Die Lampe für mich wie ein Exemplar, das im Baumarkt oder beim Discounter verkauft werden soll - das hat Zweibrüder auch in den Kommentaren bestätigt. Ob die Kalkulation hinter der Lampe, die in China produziert wird, an der Einhaltung der EU-Richtlinien und dem Firmensitz in Deutschland liegt oder ob z.B. Wurkkos einfach eine deutlich geringere Gewinnmarge hat, kann und will ich nicht beurteilen. Aus meiner Sicht als Kunde passt die Lampe eher ins Segment der <40€-Lampen. Und wie das so ist, ist es dem geneigten Flashie-Kunden egal, wie der Hersteller kalkuliert, wenn die Konkurrenz deutlich mehr für weniger Geld bietet.
Im Rahmen der Weihnachtsverlosung habe ich die Duracell DF6000R gewonnen. An dieser Stelle noch mal vielen Dank, sowohl an die tolle Organisation, als auch an Zweibrüder für den Gewinn! Bitte seht dieses Review auch nicht als Respektlosigkeit gegenüber der Spender, der Organisatoren oder des Gewinns an, ich bin sehr dankbar für alles! Trotzdem möchte ich euch meine Meinung zu der Lampe unverblühmt wiedergeben.
Verpackung
Die Lampe kommt in einer edlen, schwarzen Verpackung. Auch das Innere wirkt sehr hochwertig, die Lampe wird toll präsentiert. Man merkt, dass die Verpackung ein großes Augenmerk bei der Entwicklung bekommen hat.



Verarbeitung & Eindrücke
Auf den ersten Blick ist die (riesige) Lampe ein Augenschmaus. Mattschwarz, kupfer-goldene Akzente, dezentes Knurling, richtig eingängiges Design.

Olight Arkfeld zum Größenvergleich.
Auf den zweiten Blick und vor allem das erste Gefühl verfliegt leider viel davon. Die Lampe fühlt sich leichter an, als ich es für die Größe erwarten würde. 587g sagt meine Wage, 589 der Hersteller. Erstaunlicherweise merkt man davon in der Hand wenig. Die Anodisierung ist ok, hat aber schon einen speckig glänzenden Kratzer. Der Kopf wackelt leicht, sobald er nicht in einer Endstellung festgeschraubt ist. Die Einfassung um den Taster hat eine fühlbare Kante, rechts oben zum Display hin. Dort ist das kupferfarbene Insert auch schon minimal angefressen. Das Gewinde der Tailcap ist gefettet und läuft weitestgehend sauber, aber nicht auf dem Niveau von z.B. Acebeam oder Olight.
Wirklich warm werde ich mit der Lampe nicht. Der Preis ist durchaus im Premium-Segment angesiedelt, mir ist die Lampe dafür nicht Premium genug.
Das Display zeigt Akkustand und Leuchtstufe, es gibt einen Schalter für ein/aus und einen für Leuchtstufenwechsel. Damit ist auch das UI erkärt, Shortcuts gibt es keine.

Auf der Duracell-Seite finden sich etwas verwirrende Angaben zum Akku(pack). Es findet sich zum Zeitpunkt des Reviews ein Bild der Lampe mit zwei 21700-Einzelzellen, die Angabe, dass die Lampe mit einem 21700er betrieben wird, an anderer Stelle ist von zwei 21700 die Rede. Auch bei der Kapazität ist sich die Seite nicht mit sich selbst einig, es ist an der einen Stelle von 4000mAh, an anderer von 4600mAh die Rede. Bevor das der Abmahnindustrie auffällt, sollte Duracell da wohl besser die Angaben korrigieren.
In der Lampe befindet sich, was auf der Homepage nicht erwähnt wird, nämlich ein Akkupack. In viel Plastik eingepackt und ohne weitere Angaben auf der Außenseite.

Natürlich gab es da Jugend forscht - im Plastikkleid versteckt sich ein 2S1P 4600mah Pack - vielleicht kann sich da mal jemand äußern, ob da eine Balancer-Schaltung zu sehen ist, ich sehe keine offensichtliche - ich habe aber auch ehrlich gesagt keine Ahnung, ob sowas z.B. zwischen den Akkus im Schrumpfschlauch sein kann.
Ich habe dazu im Thread der ersten Veröffentlichung mehrfach bei Zweibrüder nachgefragt, eine Antwort kam leider nicht.

Die Lötstellen zu den Kontakten hin sind nicht die schönsten.

Grundsätzlich ist bei zwei Zellen in Serie ein gebalanceter Akkupack angesichts der Gefahr beim Umgang von unbedarften Personen mit Akkus unterschiedlichen Ladestands durchaus sinnvoll, sobald man sich nicht nur an Enthusiasten richtet und die Akkus mitverkauft. Die Entscheidung zum Akkupack an sich verstehe ich daher. Die Konstruktion, bei der ca. die Hälfe des Raumes mit Plastik und Luft gefüllt wird, gefällt mir hingegen nicht. Wurkkos hat z.B. in der TS27 gezeigt, wieviel Akku in eine so große Lampe passt, das würde ich mir auch von Zweibrüder wünschen.
Warum man zwei USB-C Ports eingebaut hat, einen für Input, einen für Output, anstatt einen der beides kann, erschließt sich mir bisher noch nicht. Es funktioniert aber alles, sofern man richtig ansteckt. Steckt man falschrum an, passiert nichts. Die Gummiabdeckung sitzt aber ganz gut, trotz ihrer Größe.


Die Leuchtstufen? Das Konzept dahinter verstehe ich nicht. High und Medium unterscheiden sich optisch kaum und low ist mir deutlich zu hell. In einer zukünftigen Version der Lampe würde ich mir 5 Stufen, z.B. bei 10Lumen, 100Lumen, 500Lumen, 3000Lumen, 6000Lumen wünschen. Das würde die Lampe deutlich vielseitiger machen
Auch der Zoom gefällt mir überhaupt nicht. In der weiten Einstellung hat man einen riesigen Kreis relativ gleichmäßiges Flutlicht. In der engsten Einstellung hat man einen immer noch sehr großen Flutlichtkreis. Mein optischer Eindruck war, dass beim zoomen ziemlich viel Licht verloren geht und die Lampe voll fokussiert nicht weiter reicht als voll defokussiert. Ich habe das dann im Low auf 1m gemessen: 797lx im rausgezoomed, 1903lx reingezoomed. Wesentlichtlich deutlicher messbar als sichtbar.
CCT liegt bei 6800K, CRI bei 76. Der DUV ist bei -0,007, und das sieht man auch. Der Tint ist wirklich schön!
Duracell spricht auf der Seite von konzentriertem Spotlight für längere Distanzen.
“Concentrated Spotlight" ist in meinen Augen etwas anderes, ich habe da eher das fokussierte Licht einer Convoy Z1 im Kopf. Die Reichweite gibt Duracell mit 200m an, kombiniert mit dem Output ist das nicht das, was sich der durchschnittliche Forennutzer unter dem Claim vorstellt. Für mich deutet concentrated spotlight eher auf einen Thrower hin, aber ich bin wohl auch nicht die Zielgruppe dieses Marketings. Auch den Lichtaustrittswinkel gibt Duracell / Zweibrüder mit 20-40°an, was überhaupt nicht zu dem Claim passt.
Performance
Jetzt kommen wir zu dem Punkt, den ich mit einem kurzen Disclaimer beginnen möchte. Meine Sphäre ist nicht wirklich kalibriert. Ich lande zwar bei ziemlich allen Lampen bei den selben Werten, die auch in anderen Reviews für Lampen genannt werden, aber jede Messung kann fehlerhaft sein. Die Laufzeitmessung konnte ich wegen des Näherungssensors nur mit der Ceilingbounce-App in einem dunklen Raum machen. Es ergab sich aber zwei mal der selbe Kurvenverlauf.
Warum ich das so beginne? Die Lampe kommt in meiner Sphäre auf gerade einmal 3700 Lumen im vollen Flood. Im gezoomten Modus sogar nur noch 2000. Med und Low übertreffen die Angaben hingegen, Medium ist bei knapp über 3000Lumen, Low liegt sogar über 700 Lumen.
Zweibrüder hatte unter dem ursprünglichen Review ein Messprotokoll für die Lumenmessung der Lampe gepostet, Medium und Low lagen quasi Deckungsgleich mit meinen Messungen. Nur High nicht.
Nachdem ich meinem Testaufbau für den Kurvenverlauf gerade für den Anfang nur bedingt getraut habe, habe ich mit dem LMIII noch mal manuell gegengecheckt: Die Lampe rampt ab der ersten Sekunde runter.
Leider sorgt der Näherungssensor dafür, dass die Lampe in meiner Kugel nach wenigen Sekunden ausgeht, also kann ich für die Laufzeit nur mit einer Kurve ohne Lumenwerte dienen. Bitte auch die Verhältnisse / Absolutwerte nicht überbewerten, der Helligkeitssensor des alten Smartphones produziert gerne Überschwinger. Der Kurvenverlauf insgesamt passt aber.

Nach dem Stepdown liegt die Lampe bei ca. 1000 Lumen. Das ist an sich nicht so schlecht, man darf aber nicht vergessen, dass es sich um eine Lampe handelt, die über ein halbes Kilo wiegt und von zwei 21700-Akkus befeuert wird. Vergleicht man das z.B. mit der Convoy M21J, so liegen selbst die Exemplare mit der heißen und throwigen SBT90.2 bei ähnlichem maximalem Output, aber mehr als dem doppelten dauerhaften - bei weniger als der Hälfte des Gewichts und weniger als der Hälfte des Preises!
Laut Duracell-Seite ist eine Temperaturregelung verbaut. Ob das so ist oder ob ein getimter Stepdown verwendet wird, habe ich nicht geprüft - heiß wird die Lampe jedenfalls nicht.
Im Gegensatz zur Convoy, die nach dem Stepdown gut geregelt ist, fällt die Kurve der Duracell weiter ab. Sollte eine Regelung verbaut sein, ist die Vf der LED zu hoch für die Spannungslage des Akkupacks - in meinen Augen sieht die Kurve aber nach einer ungeregelten Taschenlampe aus. Angesichts des Preises würde ich mir, ggf. für eine zukünftige Neuauflage, einen Buck-Treiber und eine längere Laufzeit des High-Modus wünschen. Die Lampe hat ausreichend Masse dafür und mit dem 2S1P-Akkupack braucht es nicht mal einen Boost-Treiber für die 6V-LED. Noch schöner wäre hingegen ein 32140-Akku und ein Boost-Treiber.
Die Lampe soll auf höchster Stufe 2 Stunden laufen, am Schluss stehen 3,5 Stunden auf der Uhr. Dass die Lampe nicht mit 6000 Lumen 2 Stunden durchhält, war klar, die Laufzeit passt aber zum zu niedrig gemessenen Output.

Eine große, eigentlich starke 6V-LED (CREE-XFL05K) in einer großen Lampe, da wäre mehr gegangen. Heiß wird die Lampe nie. Handwarm, mehr nicht.
Die LED-Wahl ist interessant, aber verschenkt in meinen Augen viel potential, die Werte hätte man auch mit einer NBT160 o.Ä. erreicht, dann allerdings auch mit der Chance auf wenigstens ein bisschen throw.
Fazit
Ich glaube, Zweibrüder hat sich selbst keinen Gefallen damit getan, eine Lampe, die für Baumarktkunden designed ist, an ein Fach- / Enthusiatenforum zu verlosen. Es mag durchaus sein, dass z.B. heiß beim Ottonormalkäufer als schlecht empfunden wird oder auch die fehlende Regelung als “Da steh ich nicht auf einmal im Dunkeln” und dass ich nicht die Zielgruppe bin.
Dementsprechend muss sich die Lampe bei mir mit deutlich anderer Konkurrenz messen, als im Baumarkt. Was mir nicht gefällt, kann durchaus passend für die Zielgruppe sein - was ich als technisch “simpel” empfinde, kann bei der Zielgruppe durchaus positiv aufgefasst werden.
Naja, ich kann trotzdem nicht aus meiner Haut, daher das Flashie-Fazit:
Schwierig. Wirklich schwierig. Die Lampe soll 89,90€ kosten und verspricht sehr viel. Was sie von den Marketing-Versprechen und angegebenen Werten einhält, überlasse ich eurer Beurteilung. Die Verpackung ist wirklich toll, allerdings wäre es mir lieber gewesen, Zweibrüder hätte die Mühe in die Entwicklung der Lampe gesteckt.
Der Zoom und die Leuchtstufenaufteilung gefallen mir überhaupt nicht, der Output kommt bei meinen Messungen im Turbo nicht ansatzweise an die Werbeversprechen heran. Für die fehlende Regelung würde sich jede Lampe in dem Preissegment eine negative Kritik von mir anhören müssen.
Die, aus Flashie-Sicht schlechte Regelung, der Stepdown und Sustain haben mich für eine Lampe dieser Größe enttäuscht.
Die Verarbeitung ist hübsch, aber ein dem Preis entsprechendes Premium-Gefühl stellt sich bei mir nicht ein. Dafür hapert es an zu vielen Kleinigkeiten.
Für wen die Lampe gedacht sein soll, keine Ahnung. Sowohl Leuchtstufen als auch der sehr flutige Beam in Kombination mit der Größe der Lampe schränken die Anwendungsbereiche der Lampe schon sehr stark ein - mir würde kein Anwendungszweck einfallen.
Die Lampe für mich wie ein Exemplar, das im Baumarkt oder beim Discounter verkauft werden soll - das hat Zweibrüder auch in den Kommentaren bestätigt. Ob die Kalkulation hinter der Lampe, die in China produziert wird, an der Einhaltung der EU-Richtlinien und dem Firmensitz in Deutschland liegt oder ob z.B. Wurkkos einfach eine deutlich geringere Gewinnmarge hat, kann und will ich nicht beurteilen. Aus meiner Sicht als Kunde passt die Lampe eher ins Segment der <40€-Lampen. Und wie das so ist, ist es dem geneigten Flashie-Kunden egal, wie der Hersteller kalkuliert, wenn die Konkurrenz deutlich mehr für weniger Geld bietet.
