[LED-Test / Review] Nichia NV4WB35AMT sm653 R9080 E900 - Extrem hohe Licht- und Farbqualität, leider begrenzte Leistung

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
4.140
5.940
113
nahe Köln
LED-Test / Review
DE


Nichia NV4WB35AMT sm653 R9080 E900


13.11.2023


396fc19e5ecd19dcae11d44628fb.jpg

Seit 2019 ist eine Multi-die LED von Nichia verfügbar, die B35AM. Durch den nicht vorhandenen Dome stellt sie in gewisser Weise eine Konkurrenz zur XHP35 HI bzw. dem neueren Modell XHP50.3 HI dar, zudem ist sie in CRI 90 bei bis zu 6500 K verfügbar, was auch für Nichia-Verhältnisse ungewöhnlich ist. Dieser Test klärt, inwieweit sich diese LED auch bei stärkerer Bestromung schlägt und ob sie wirklich mit einer XHP50.3 HI mithalten kann.

Der hier getestete Emitter wurde mir inklusive LED-Board vom BLF-User 'thefreeman' für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!


Technische Daten​


Tj 25 °C, If 1400 mA


Typ: multi-die, 2S2P
Binning: E900
Farbgruppierung: sm653 (6500 K)
CRI: min. 90, R9 min. 80

Nennspannung: typ. 5,93 V
Max. Vorwärtsstrom: 1800 mA
Max. Spitzenstrom: 2400 mA
Abstrahlwinkel: unknown
Wärmewiderstand: min. 1,5 - max. 2,8 K/W
Max. Temperatur Tj: max. 150 °C


Offizielles Datenblatt: NV4WB35AMT (PDF, 0,8 MB)


Äußerliches Erscheinungsbild​


Die B35AM ist eine flache LED ohne Dome. Die vier erkennbaren Leuchtflächen sind von weißem Silikon umgeben und ragen nur leicht daraus hervor. Das graue Substrat entspricht dem anderer Nichia-LEDs.
Auffällig ist die große Leuchtfläche im Vergleich zur Größe der LED selber. Die Ränder um die Leuchtfläche sind sehr klein, sodass die Fläche des Footprint möglichst effizient ausgenutzt wird.

Die B35AM ist 3,65 x 3,65 mm groß. Das Format ist also nicht kompatibel mit gängigen Maßen, was je nach Anwendung und benötigtem Zubehör ein Problem darstellen kann.


503837a9bcef52fe102bd682987f.jpg


a42ef21a7f6229509057de6d3b49.jpg


3a0581681bfb02bccfa0816786cf.jpg


Durch das unübliche Maß sind Zentrierhilfen für XP- bzw. 3535-LEDs nicht direkt nutzbar. Dank des symmetrischen Gehäuses können zumindest mittels Drehbank hergestellte Zentrierringe verwendet werden. Empfohlen wird hier eine Maßanfertigung der Zentrierhilfen mittels 3D-Druck oder Drehbank, bzw. Verwendung von anderweitiger Zentrierung oder Nutzung von Linsen.


2348785c6f0529a043611e4838f3.jpg


Das Footprint ist ebenfalls ungewöhnlich. Anders als bei den meisten Emittern dieser Leistungsklasse gibt es kein Thermal Pad. Dies dürfte die maximale Performance einschränken. Ein Board mit möglichst geringem Wärmewiderstand der Kontakte oder ein reduzierter Betriebsstrom ist für diese LED daher essentiell. DIese LED wurde auf einem LED-Board von 'Eurekatronix' (Clemence) getestet, welches einen möglichst geringen Wärmewiderstand unter den Kontakten aufweist.
Hier muss beachtet werden, dass es nicht den gängigen Maßen anderer 20mm-Boards entspricht und insbesondere die Aussparungen für Schraubmontage nachträglich aufgeweitet werden mussten.


Leuchtfläche​



Dank der sehr eng beieinanderliegenden Segmente (LED-Chips) und dem dicht aufgetragenen Phosphor sind fast keine Lücken erkennbar. Lediglich an den Rändern und der Mitte sind dunklere Stellen erkennbar, welche aber nicht die optischen Eigenschaften beeinträchtigen sollten.

Die Segmente sind als Flip chip angeschlossen, sichtbare Bonding-Drähte gibt es nicht.


1ea62d3034bb5380f1ca1bcaa4a8.jpg


Die Leuchtfläche ist 9,83 mm² groß. Dieser Wert liegt sehr nahe an den von Nichia angegebenen 9,73 mm² (3,12 x 3,12 mm große Leuchtfläche).

Nach Betrieb bei maximal möglichem Betriebsstrom wurde die Leuchtfläche minimal beschädigt (roter Kreis im nachfolgenden Bild). Zwar wurde das Phosphor nicht verbrannt, doch ist deswegen von einem Betrieb bei maximal möglichem Strom abzuraten, auch wenn dieser Effekt nicht unbedingt bei jeder B35AM auftreten dürfte und möglicherweise auch vom CRI abhängig ist, weil dies u.a. ein Faktor für die Dicke der Phosphor-Schicht ist.

Ein Betrieb bei 3-3,5 A sollte dieses Problem auf bei längerem Dauerbetrieb allerdings umgehen.


3a1bb56a5f7b86c9398c433eeccf.jpg



Leistung und Überbestrombarkeit​



6367bfc46af588845a0c0b738608.png


Innerhalb offizieller Parameter, soweit diese bekannt sind:
  • bei 1800 mA (offizieller Maximalstrom): 1227 lm @ 5,86 V
  • Leistung bei offiziellem Maximum: 10,6 W
  • Effizienz bei 1800 mA: 116,4 lm/W

Diese LED ist ein gutes Sample. Nicht nur erreicht es das höhere Flux Binning E1000 (1000 lm @ 1,4 A), noch dazu ist die Vf sehr niedrig und liegt unterhalb den von Nichia angegebenen typischen Werten.


Überbestromung:
  • Maximum bei 5,0 A erreicht, an diesem Punkt 2521 lm @ 6,24 V
  • Leistung bei Maximum 31,2 W
  • Sweet Spot bei etwa 3,4 A (2031 lm @ 6,09 V)
  • Leistung im Sweet Spot 20,7 W
  • Effizienz im Maximum 80,8 lm/W
  • Effizienz im Sweet Spot 98,2 lm/W

Bei Überbestromung verhält sich diese LED merkwürdig. Bis etwa 4,4 A verhält sich die Kurve normal und steigt an wie es von anderen LEDs bereits bekannt ist, ehe sie dann plötzlich abflacht und dann nur 600 mA später (bei 5,0 A) als Plateau endet. Dies deutet für mich auf einen massiven Hitzestau hin, der trotz möglichst idealem LED-Board und geringem Wärmewiderstand wegen dem fehlenden Thermal pad auftritt. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Punkt bei weniger hochwertigen LED-Boards bereits deutlich früher erreicht sein dürfte.
Auch die 719A besitzt diese Kennlinie, allerdings deutlich weniger ausgeprägt.

Für Hochleistungs-Anwendungen mit zig tausend Lumen Lichtstrom ist die B35AM daher nicht geeignet. Würde Nichia die B35AM mit einem Thermal Pad ausstatten, sodass der Wärmestau wegfält, würde sie vermutlich (schätzungsweise) über 4500 Lumen und 11-13 A max. Strom erreichen! (Dies vorbehaltlich einer ausgeschlossenen Beschädigung der Leuchtfläche.)


cdde2d564ecf3cbf26efc101b71c.png


Interessanterweise ist die hier getestete B35AM effizienter als die XHP50.3 HI, ebenfalls in 90 CRI. Die 719AC hat keinerlei Chance, was an ihrem hohen Wärmewiderstand wegen den gestapelten LED-Chips liegt.

Eine Überraschung ist aber die SFT-70-X. Obwohl 70 CRI in höchstem CCT, ist sie bei 7 A doch nur 15-20 % effizienter als die XHP50.3, wobei diese im späteren Verlauf bei höherem Maximalstrom einen gleichen Lichtstrom erreicht. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die XHP50.3 bei maximal möglichem Betriebsstrom nicht stabil ist und schnell Beschädigungen auf dem Phosphor aufweist (siehe Test).

Generell hat die B35AM wegen dem fehlenden Thermal Pad und der daraus resultierenden geringen Maximalleistung wenig Chance gegen andere Emitter. Wie schon erwähnt, würde Nichia die Wärmeabfuhr der vier LED-Chips massiv verbessern, wie durch ein dediziertes Thermal Pad möglich, würde sie wohl prinzipiell mit der XHP50.3 in 90 CRI gleichziehen oder diese sogar leicht übertreffen!


d6dce94ef60e35d74f72e5134382.png


Der Vergleich mit einer Getian GT-FC40 wurde mehrfach nachgefragt. Normalerweise vermeide ich solche Direktvergleiche unterschiedlicher LED-Typen, da dies schnell irreführend werden kann, denn folgende Unterschiede sind zu berücksichtigen:
  • Die GT-FC40 ist eine 12 V-LED
  • Die GT-FC40 hat ein riesiges Thermal Pad (7070 Footprint)
  • Die GT-FC40 hat eine erheblich größere Leuchtfläche mit deutlich mehr parallel/seriell geschalteten Chips (4S-4P)
Daraus resultierend ist die mögliche Gesamtleistung der GT-FC40 mit über 150 W um fast den Faktor 5 (!) höher, trotz gleicher Farbwiedergabe-Einstufung.


Leuchtdichten​



Werte bei 25 °C Tsp, 85 °C Tsp Werte 13 % niedriger


6ec5db9196db0a38e50a2d39ca29.png


Die Leuchtdichte ist niedrig, eine 519A mit Dome wird nur sehr knapp übertroffen, jeweils auf Maximalstrom gesehen. Durch die große Leuchtfläche und den geringen Maximalstrom ist sie nicht der Rede wert. Für einen guten Allrounder ist die LED perfekt, für einen Thrower ist sie trotz fehlendem Dome nicht geeignet.

Für 5 A wurde die Leuchtdichte berechnet, um eine weitere mögliche Beschädigung der Leuchtfläche zu verhindern.


Lichtqualität und Verhalten in Optiken​



815dc9c3fd26e94228478fa9379d.jpg


Das Lichtbild ist perfekt. Störende Farbverfälschungen oder Ringe gibt es nicht. Letztere können lediglich bei schlecht berechneten Reflektoren auftreten. Für all jene, die Wert auf ein optimales Lichtbild legen, ist diese LED perfekt geeignet!


Lichtfarbe​



91b1005444f7cf2102d6d08d93ef.png


Trotz der laut Nichia-Datenblatt leicht in den grünlichen Bereich liegenden Farbverortung ist der Tint dieses Exemplars gut. Der Grünanteil ist sehr gering, der Tint ist problemlos auch für anspruchsvollere Nutzer geeignet. Allerdings ist diese LED definitiv von der kälteren Sorte, mit fast 7400 K. Allerdings macht dies diese LED wieder einzigartig, da ein solch hoher CCT bei gleichzeitig extrem hoher Farbwiedergabe sehr selten ist und diese LED für Tageslichtbeleuchtung (Farbtemperatur eines bedeckten Himmels) geeignet macht.
Sonst gibt es keine Überraschungen, die Angabe von Nichia für Ra (min. 90 ) und R9 (min. 80) wird problemlos eingehalten, und der extrem hohe R9 reiht sich ebenfalls bei den SFT-40 3000 K und Getian FC-40 ein..

  • Ra: 96
  • R9: 99
  • CCT: 7370 K
  • duv: 0,0019


Fazit​



Die B35AM ist eine ambivalente LED. Mir gefällt die Nichia-typisch extrem gute Lichtqualität in Optiken, ohne jegliche Artefakte, und die extrem hohe Farbwiedergabe bei gleichzeitig sehr kalter Farbtemperatur, was gerade im Bereich Tageslicht-Lampen neue Möglichkeiten eröffnet.
Doch gleichzeitig steht sich dieser Emitter auch selber im Weg.
Größtes Manko ist das fehlende Thermal Pad und das ungewöhnliche Footprint, wodurch die maximal mögliche Leistung begrenzt ist. Zudem droht bei längerem Betrieb auf maximal möglicher Leistung eine dauerhafte Beschädigung der Leuchtfläche. Die Leuchtdichte ist dadurch ebenfalls relativ gering, was aber nur für Thrower-Anwendungen von Nachteil ist.
Alles in allem eine sehr gute LED mit exzellenter Lichtqualität, wenn ein guter Allrounder gewünscht ist, allerdings nur, wenn Lichtleistung nicht vordergründig ist.



Pro
  • perfektes Lichtbild in Reflektoren und Linsen ohne Artefakte
  • extrem hohe Farbwiedergabe
  • in vielen verschiedenen CCTs und Ra verfügbar

Neutral
  • relativ geringe Leuchtdichte

Contra
  • kein Thermal Pad
  • ungewöhnliches Footprint, ungewöhnliche Maße
  • begrenzte Maximalleistung



Danke fürs Lesen dieses Tests. :)

LG, Dominik


v1.0.1
 
Zuletzt bearbeitet:

Buteo

Flashaholic***
25 März 2015
8.453
5.147
113
Ich habe sie B35AM in einer Convoy M21B mit OP-Reflektor in 4500K.
Sie holt mit einem 21700er mehr heraus als eine 519A in 4500K...zum Einen wirkt sie tatsächlich etwas heller, zum Anderen wirken die Farben bei gleicher Farbtemperatur bei der B35AM tatsächlich noch etwas kräftiger.
Dank tiefem OP-Reflektor in der M21B erreicht die B35AM tatsächlich schon eine gute Reichweite und liefert ein makelloses Licht, ich mag die LED bisher von den Nichias am Meisten. :)

Sollte da mal eine überarbeitete Version mit einem guten Thermal Pad herauskommen...es wäre göttlich. ;)
 
  • Danke
Reaktionen: LightintheNight

Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
382
506
93
Sehr aufschlußreicher Test, vielen Dank dafür.

Zwei "Abers" aber, um keine falschen Hoffnungen aufkommen zu lassen:

- Das ist aber schon ein verdammt gutes kaltes Binning, in Mainstream Farbtönen dürfte es momentan schwer fallen, etwas vergleichbares zu finden.

- Das ist aber schon ein verdammt gutes MCPCB. Soll heißen, diese Ströme wird die LED auf den meisten anderen Boards vermutlich nicht überleben. Convoy wird schon einen guten Grund gehabt haben, hier zurückzurudern. Ich glaube, ein anderer Hersteller drosselte damals ebenfalls, vielleicht kann jemand meinem Gedächtnis mal auf die Sprünge helfen.

Ansonsten: Ich würde zu gern wissen, wer die Teile damals in Auftrag gegeben hat.
Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, daß Nichia ohne sehr triftigen Grund, mal spontan zwischendrin das Design grundlegend geändert hat. Wozu auch?
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
4.140
5.940
113
nahe Köln
Ansonsten: Ich würde zu gern wissen, wer die Teile damals in Auftrag gegeben hat.
Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, daß Nichia ohne sehr triftigen Grund, mal spontan zwischendrin das Design grundlegend geändert hat. Wozu auch?
Welches Design von welchem ausgehend geändert?

Meinst du, dass die 6500 K-Variante eine Sonderanfertigung ist? (Evtl. auf Kundenwunsch)
 

Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
382
506
93
Welches Design von welchem ausgehend geändert?
Format und fehlendes Thermal Pad.

Vielleicht muß man mich auch schon zu den Verschwörungstheoretikern zählen. :ninja:

Bloß: Zumindest für einen ganz speziellen Zweck wird die LED wohl schon entwickelt worden sein, anders lassen sich ja wohl das proprietäre Format und der Footprint kaum erklären. Mit so was schreckt man ja ansonsten potentielle Kundschaft nur ab. Diese Wahl bietet nur Nachteile und war beileibe wohl nicht unvermeidbar.
Daher unterstelle ich mal, daß der Emitter für einen sehr speziellen, klar definierten Anwendungsbereich punktgenau entwickelt wurde.
Die spinnen zwar die Japaner :rofl: aber auch dort entwickelt man nicht so etwas abseits der Norm einfach ins Blaue.
 

Buteo

Flashaholic***
25 März 2015
8.453
5.147
113
Format und fehlendes Thermal Pad.

Vielleicht muß man mich auch schon zu den Verschwörungstheoretikern zählen. :ninja:

Bloß: Zumindest für einen ganz speziellen Zweck wird die LED wohl schon entwickelt worden sein, anders lassen sich ja wohl das proprietäre Format und der Footprint kaum erklären. Mit so was schreckt man ja ansonsten potentielle Kundschaft nur ab. Diese Wahl bietet nur Nachteile und war beileibe wohl nicht unvermeidbar.
Daher unterstelle ich mal, daß der Emitter für einen sehr speziellen, klar definierten Anwendungsbereich punktgenau entwickelt wurde.
Die spinnen zwar die Japaner :rofl: aber auch dort entwickelt man nicht so etwas abseits der Norm einfach ins Blaue.
Mal eine Frage bezüglich Output der B35AM in 4500K...

Ich habe bei der Convoy M21B mit der B35AM etwas von 1500 Lumen Output auf der höchsten Stufe gelesen...das wären aber schon ca. 500 Lumen Output mehr als die 519A maximal schaffen würde.
Kann das ohne Thermal Pad so hinkommen?
 

Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
382
506
93
Ich weiß jetzt nicht, wo Du die 1500 Lumen hernimmst, ich würde eher auf ~1200 tippen, aber thermisch funktional ist der neue Treiber allemal. Da ging Convoy mit den 2 Ampere eher auf Nummer sicher.
Ich hab meine im Winter 21/22 ausführlich im Wald über eine dreistellige Anzahl von Stunden getestet ohne besondere Vorkommnisse - vom schönen Licht mal abgesehen ;)
 

Buteo

Flashaholic***
25 März 2015
8.453
5.147
113
Ich weiß jetzt nicht, wo Du die 1500 Lumen hernimmst, ich würde eher auf ~1200 tippen, aber thermisch funktional ist der neue Treiber allemal. Da ging Convoy mit den 2 Ampere eher auf Nummer sicher.
Ich hab meine im Winter 21/22 ausführlich im Wald über eine dreistellige Anzahl von Stunden getestet ohne besondere Vorkommnisse - vom schönen Licht mal abgesehen ;)
Hmm...irgendwo im Netz gelesen.
Das Licht aus der Convoy ist Mega. :)
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
4.140
5.940
113
nahe Köln
anders lassen sich ja wohl das proprietäre Format und der Footprint kaum erklären.
Ich habe eine andere Vermutung. So ein Platinen-Layout entwickelt man nicht eben einfach so, und man kann auch nicht - vor allem wenn Formfaktor und Optik vorgegeben ist, nicht einfach den Emitter wechseln. Insbesondere bei Lampen mit speziellem Anwendungsprofil oder vielen Emittern auf einer Trägerplatine ist das ein großes Problem. In Taschenlampen kann dank häufig genutzter Maße und schnellem Wechsel eben ein unterschiedliches LED-Board eingesetzt werden, sodass ein Lieferanten-Wechsel wenig problematisch ist und sehr schnell geht.

Würde mich nicht wundern, wenn dieses merkwürdige Design allein zum Zwecke der "Kundenbindung" gemacht wurde - um einen Wechsel des Lieferanten und damit den Verlust des Kundens zu erschweren ("Vendor-Lock-in"). Es gibt für mich keinen rationalen Grund, abseits von "paar Cent pro LED sparen" auf ein Thermal Pad zu verzichten oder sich nicht an Quasi-Industriestandards zu halten.
 

Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
382
506
93
Ich seh's genau anderster herum :)

Auf so einen Nepp fallen vielleicht Privatkunden, kleinere Unternehmen und Startups bestenfalls noch rein.
Aber für so ein "Gelump" lohnt sich keine LED Neuentwicklung.
Die großen, wirklich lukrativen Kunden gehen so einem Bauernfang definitiv nicht auf dem Leim.
Und ihre Marktmacht ist so groß, daß sie auch Sonderwünsche erfüllt bekommen.
Ich tippe daher eher darauf, daß das Footprint speziell an eine bereits existierende Platine angepasst wurde.