LED-Test / Review
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Luminus SST-12-WxS Specialty White
SST-12-W50S-A120-H3502
EDIT 02.07.2023 - SST-12 dedomed, Lichtstrom- und Leuchtdichtemessungen sowie Spektralmessung hier!
EDIT 02.07.2023 - SST-12 dedomed, Lichtstrom- und Leuchtdichtemessungen sowie Spektralmessung hier!
LEDs mit runden LED-Chips scheinen immer interessanter zu werden. Nachdem „Yinding“ eine LED mit runder Leuchtfläche im XM-Footprint auf den Markt brachte (Test hier), bietet nun auch Luminus eine LED mit runder Leuchtfläche an. Die runde Leuchtfläche sollte das Verhalten in Optiken deutlich verbessern und die Leuchtdichte steigern.
Wie gut diese LED gegenüber Konkurrenten abschneidet, wird dieser Test klären.
Technische Daten
Tj 85 °C / 700 mA
Typ: single die, domed
Binning: min. H3 (min. 267 / max. 285 lm)
Farbgruppierung: 502 (DA, DB, DC, DD ≈ 5000 K)
Nennspannung: 2,5 bis 3,1 V
Max. Vorwärtsstrom: 1800 mA
Max. Spitzenstrom: 2400 mA (130 °C Tj)
Abstrahlwinkel: typ. 120°
Wärmewiderstand: typ. 4,9 °C/W
Max. Temperatur Tj: 150 °C
Offizielles Datenblatt hier (Luminus, PDF)
Äußerliches Erscheinungsbild
Besonders auffällig ist bereits auf den ersten Blick die runde Leuchtfläche, welche auf einem grauen Substrat mit weißer Silikonbeschichtung sitzt. Der Dome besteht aus klarem Silikon, die weiße Beschichtung um die Leuchtfläche herum scheint ein extra Layer zu sein, welches vor dem Aufbringen des Domes in einem extra Arbeitsschritt vergossen wird. Interessant ist, dass der hier genutzte LED-Chip mit Bonding-Drähten angeschlossen wird, was bei vielen LEDs heute nicht mehr umgesetzt wird. Hier dürfte dies wegen der runden Leuchtfläche und der damit ohnehin nicht auftretenden Abschattung der Leuchtfläche gewählt worden sein.
Diese LED entspricht in ihrem Design sonst der XP-E2. Es zeigt sich hier auch relativ schnell, dass die XP-E2 am ehesten der anvisierte Konkurrent ist, da sich die Betriebsparameter und elektrischen Eigenschaften sehr ähneln.
Aufgrund der symmetrischen Bauform sind gedrehte Zentrierhilfen problemlos einsetzbar. Generell ist Zubehör für XP-LEDs (3535) voll kompatibel.
Das Footprint entspricht dem XP-Format. Das Thermal Pad ist elektrisch isoliert, sodass problemlos DTP-Boards dieses Formats verwendet werden können.
Leuchtfläche
Eine Besonderheit ist die runde Leuchtfläche. Dies hebt diese LED zusätzlich von existierenden Modellen ab. Runde Leuchtflächen sind bisher eher von großen COB-LEDs bekannt, wobei in diesen mehrere kleine Leuchtflächen in einer kreisrunden Fläche angeordnet sind. Bei der SST-12-W leuchtet die runde Leuchtfläche absolut gleichmäßig. Bemerkenswert ist hier die sehr scharfe Abgrenzung von Leuchtfläche, was auf die Verwendung eines Chips der klassisch lateralen Bauart hinweist – heutige LED-Chips strahlen meist auch an den Seiten Licht ab, um die allgemeine Effizienz zu erhöhen, was aber häufig Probleme mit Farbsäumen in Reflektoren verursacht (siehe XHP70.2).
Die runde Leuchtfläche ist 2,64 mm² groß. Durch die runde Form geht trotz Nutzung von zwei Bonding-Drähten kein Licht durch Abschattung an den Drähten verloren.
Leistung und Überbestrombarkeit
Offizielle Parameter:
- bei 1800 / 2400 mA (offizieller Maximalstrom 150 / 130 °C Tj): 601 lm @ 3,20 V / 709 lm @ 3,33 V
- Leistung bei offiziellem Maximum: 5,76 / 7,99 W
- Effizienz bei 1800 / 2400 mA: 104,3 / 88,7 lm/W
Die Vf ist im normalen Bereich einzuordnen, sie ist nicht extrem niedrig wie bei manchen Lumileds-Emittern, aber auch nicht so hoch wie bei XP-E2 oder XP-G2 (alte Version).
Überbestromung:
- Maximum bei 3,20 A erreicht, an diesem Punkt 771 lm @ 3,49 V
- Leistung bei Maximum 11,17 W
- Sweet Spot bei etwa 2 A (642 lm @ 3,24 V)
- Leistung im Sweet Spot 6,48 W
- Effizienz im Maximum 69,0 lm/W
- Effizienz im Sweet Spot 99,1 lm/W
Eine Überbestromung empfehle ich nicht. Der Leistungszuwachs ist sehr gering. Interessanterweise ist selbst der Betrieb auf 2,4 A (offizieller Maximalstrom bei 130 °C Tj) nicht wirklich empfehlenswert, da es kaum noch Sicherheitsreserven gibt und bei höheren Umgebungstemperaturen die Tj von 130-150 °C deutlich überschritten werden könnte.
Bei 2-2,1 A ist der Betrieb mit einem 6*7135-Treiber problemlos möglich.
Die alte XP-G2 S4 2B mit der kleineren Leuchtfläche sowie die Black Flat bieten einen deutlich höheren Lichtstrom und ziehen dank ihrer erheblich höheren Überbestrombarkeit gnadenlos davon. Die Black Flat bietet in etwa dieselbe Vf wie die SST-12, erreicht aber einen erheblich höheren Maximalstrom von 5,8 A.
Leuchtdichten
Die Leuchtdichte ist nicht sehr hoch. Interessanterweise ist die Leuchtdichte der SST-12 trotz deutlich höherem Lichtstrom nur minimal höher wie bei der XP-E2 R4, und das auch nur wenn der maximal mögliche Strom gefahren wird. Die hier angegebene Leuchtdichte wurde sowohl mit der Reflektor-Messmethodik als auch mittels Direktmessung in 1 m bestätigt. Die nur minimal erhöhte Leuchtdichte ist vor allem durch die größere Leuchtfläche als bei der XP-E2 bedingt.
Für Extrem-Thrower ist die SST-12 nicht zu empfehlen. Hier halte ich die XP-E2 (sofern es auf höhere Leuchtdichte bei geringem Strom ankommt und die höhere Vf wenig relevant ist) für sinnvoller. Alternativ kann auch eine CSLNM1/PM1.TG oder Black Flat HWQP verwendet werden, wobei letztere kein elektrisch neutrales Thermal Pad besitzt und der Umbau mit dieser LED daher deutlich schwieriger ist.
Lichtfarbe und Farbqualität
Die hier getestete SST-12 erzeugt ein grünliches Licht, insbesondere bei geringeren Betriebsströmen. Überraschungen gibt es im Spektrum sonst nicht; es ist typisch für eine neutralweiße LED mit niedriger Farbwiedergabe.
Ein duv von 0,0062 bei 350 mA ist relativ hoch, bei 50 mA liegt dieser bei 0,0098. Die Farbwiedergabe ist ebenfalls nicht brauchbar, ein Ra von 67 und ein R9 von -40 ist sehr niedrig, wobei diese LED in diesem CCT grundsätzlich nur im Bereich von typ. 65-70 CRI erhältlich ist.
Hier möchte ich allerdings an der Stelle ein paar Worte zu den Produkten von Luminus allgemein verlieren.
Ich habe nun bereits so einige LEDs dieses Herstellers getestet, auch wenn ich nicht zu jedem Emitter einen eigenen Test veröffentlicht habe. Durch die Bank weg sind diese LEDs sichtbar grün, weshalb ich keinen einzigen Emitter von Luminus empfehlen werde, sobald es auch nur ansatzweise um Farb- und Lichtqualität geht. Die Bezugsquelle spielt diesbezüglich keine Rolle, da sowohl die LEDs von Aliexpress, Kaidomain als auch Mouser dieselben Grünstiche aufweisen und dies damit auch Chargen-unabhängig ist.
Mir gefällt diese Entwicklung nicht. Niedrige Farbwiedergabe ist das eine, aber grünstichige LEDs waren und sind grundsätzlich nicht sonderlich beliebt, insbesondere wenn ein etwas höherer Anspruch an Lichtqualität essentiell ist. Der Grünstich tritt auch bei den Varianten mit hoher Farbwiedergabe (4000 K SST-20-H bspw.) auf, wobei hier ebenfalls die Farbsättigung und Farbechtheit leidet – der Ra und auch der R9 sind zwar nominal sehr hoch, aber die Farbwiedergabe gefühlt ist dennoch nicht sehr gut. Die Nichia 519A liefern ein minimal rotstichiges Licht, was aber die Farbsättigung erhöht und subjektiv betrachtet einfach sehr gut aussieht.
Warum Luminus nicht verstärkt Augenmerk auf Lichtqualität legt und wenigstens spezielle Binnings mit negativem duv anbietet, erschließt sich mir nicht. Technisch sind die Emitter ja sehr gut, nur die Lichtfarbe ist es nicht. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass spezielle Farbbinnings verfügbar sind, aber solange diese nicht im breiten Massenmarkt ankommen und auch im Großhandel verfügbar sind, frage ich mich, warum dieser Bereich der guten Lichtfarbe quasi ausschließlich Nichia vorbehalten bleibt.
Verhalten in Optiken
In Reflektoren ist das Lichtbild sehr gut. Je nach Qualität und Berechnung des Reflektors können Ringe um den Spot auftreten, wobei der Spot dennoch scharf abgegrenzt ist. Spill ist nur wenig vorhanden, die meiste Lichtmenge wird im Spot konzentriert. Farbverfälschungen in Spot oder Spill gibt es nicht.
Die Aussagen aus dem Yinding 5050-Test treffen grundlegend auch auf die SST-12 zu; durch die kreisrunde Leuchtfläche ist diese LED ebenfalls gut für die Verwendung in Zoom-Optiken (Linsen) geeignet.
Fazit
Die SST-12-W ist eine der ersten LEDs mit Dome und kreisrunder Leuchtfläche. Die kreisrunde Leuchtfläche sorgt für ein hervorragendes Lichtbild in Sekundäroptiken, und die Vf ist relativ niedrig.
Weniger gefällt mir die grünliche Lichtfarbe und die geringe Leuchtdichte, wodurch für Thrower-Anwendungen bei geringerem Betriebsstrom LEDs wie CSLNM1/PM1.TG oder Black Flat HWQP und selbst die alte XP-E2 geeigneter erscheinen. Zudem ist eine Überbestromung wenig sinnvoll, die Herstellerangaben sind hier bereits sehr hoch angesetzt.
Pro
- XP-Footprint
- kreisrunde Leuchtfläche, dadurch sehr gutes Lichtbild in Sekundäroptiken
- günstiger Preis
Neutral
- Leuchtdichte auf Niveau der XP-E2 R4
- Überbestromung lohnt kaum
Contra
- hoher Wärmewiderstand
- Schlechte Farbwiedergabe und grüne Lichtfarbe
Danke für das Lesen des Tests! 
Viele Grüße, Dominik
Viele Grüße, Dominik
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