LED-Test / Review
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Luminus SFT-12 F4 BC (≈ 6500K, typ. 70 CRI)
25.02.2024
Vor etwa einem halbe Jahr wurde die SST-12 getestet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Emittern der Low-Power-Klasse besitzt diese LED einen LED-Chip mit runder Leuchtfläche.
Die Luminus SFT-12 ist erst seit kurzem kommerziell erhältlich. Im Prinzip ist die SFT-12 eine SST-12 ohne Dome. Genaue Informationen oder ein Datenblatt gibt es zu der SFT-12 wie bei den meisten chinesischen Emittern allerdings nicht. WIe genau sich diese LED im Vergleich schlägt, wird der Test zeigen.
Der Emitter wurde Januar 2024 bei Kaidomain erworben, zur Verfügung gestellt wurde dieser von BLF-User @1stein. Vielen Dank dafür!
Technische Daten
Tj --- °C, If --- mA
Typ: single die, lateral
Binning: F4 (?)
Farbgruppierung: BC (?) (6500 K)
CRI: 70
Nennspannung: --- V
Max. Vorwärtsstrom: --- mA
Max. Spitzenstrom: --- mA
Abstrahlwinkel: ---
Wärmewiderstand: --- K/W
Max. Temperatur Tj: max. --- °C
Ein offizielles Datenblatt liegt nicht vor. Angaben im Verlauf des Tests entstammen der Artikelbeschreibung von Kaidomain und können daher falsch sein.
Design, LES, Performance und Leuchtdichte
Vom Design her entspricht die SFT-12 vielen anderen Luminus-Emittern. Auch bei dieser ist das weiße Silikon um der gelben Leuchtfläche von einem metallenen Rand umgeben, wobei dieser statt gold silbernfarben ist.
Erlennbar sind zwei Bonding-Drähte, welche den Anschluss der Anode sicherstellen. Im Gegensatz zur 'YLX N3535B', welche hier im Test zu finden ist und möglicherweise den selben LED-Chip verwendet, besitzt die SFT-12 nur zwei Bonding-Drähte, obwohl der LED-Chip Kontakte für vier Bonding-Drähte besitzt. Allerdings ist das Muster auf der Leuchtfläche bei beiden Chips unterschiedlich, was wiederum auf unterschiedliche Hersteller der runden Chips hindeuten könnte.
Das Footprint ist uneingeschränkt mit XP- bzw. 3535-Boards kompatibel, allerdings ragen die einzelnen Kontaktflächen deutlich sichtbar aus dem grauen Substrat hervor, was auch für das Thermal Pad gilt. Dies sorgt für eine vermeintlich "schlechte" Verlötung mit "Lücken", obwohl die LED fest auf dem LED-Board sitzt (siehe auch seitliche Abbildung der LED). Die Kathode ist mit einer Kerbe im Thermal Pad gekennzeichnet.
Solche deutlichen Verkleinerungen der Wärmeabfuhrflächen sind kritisch zu betrachten; so verringern sie die Wärmeabfuhr weiter, welche insbesondere im kompakten 3535-Format ohnehin stark limitiert ist. Hier ist eine Markierung auf der Oberseite bzw. eine Abschrägung einer Ecke der des Anschluss der Anode eher empfehlenswert.
Die runde Leuchtfläche wird von einem auffälligen gelblichen Ring umgeben, welcher vermutlich durch seitlich aufgebrachtes Phoshor oder seitlich austretendes Licht verursacht wird. Das weiße Silikon ist undurchsichtig und sollte damit die optischen Eigenschaften bei Verwendung von Sekundäroptiken verbessern.
Die Leuchtfläche ist 1,27 mm² groß. Der Name SFT-12 bezieht sich hier auf die Größe der Leuchtfläche. Aufgrund des seitlich schwach austretenden Lichts ist eine genaue Leuchtflächenbestimmung sehr schwierig und mit Unsicherheiten behaftet.
- bei 1800 mA (offizieller Maximalstrom): 605 lm @ 3,22 V
- Leistung bei offiziellem Maximum: 5,8 W
- Effizienz bei 1800 mA: 104,4 lm/W
- Maximum bei 5 A erreicht, an diesem Punkt 1070 lm @ 3,89 V
- Leistung bei Maximum 19,5 W
- Effizienz im Maximum 55,0 lm/W
Aufgrund fehlender offizieller Leistungsinformationen wurden für die offiziellen Maximalwerte die Angaben von Kaidomain (Spitzenstrom 1,8 A) herangezogen. Eine Richtigkeit dieser Angaben kann daher nicht sichergestellt werden.
Interessanterweise ist die Maximalperformance der SFT-12 deutlich besser als bei der früher getesteten SST-12, möglicherweise durch geringeren Wärmewiderstand. Durch die höhere Maximalbestromung ist der Lichtstrom höher, um etwa 30 %. Sonst folgt die Kennlinie im Kern der von der SST-12.
Die 'YLX N3535B' zieht der SFT-12 gnadenlos davon. Auch die Vf ist erheblich geringer. Dies dürfte durch die Verwendung von 4 Bonding-Drähten bedingt sein und eventuell an einem unterschiedlichen LED-Chip liegen. Durch den höheren Lichtstrom der N3535B ist deren Leuchtdichte viel höher. Die 95 CRI 'Yinding 5050' LED liegt in ihrer Größe und der deutlich größeren Leuchtfläche außer Konkurrenz, kann sich aber trotz hervorragender Lichtqualität leicht absetzen. Auch ist die Vf dieser LED recht gering.
Im Vergleich zu anderen round die-LEDs bietet die SFT-12 definitiv noch Verbesserungspotenzial, insbesondere durch die Verringerung des Wärmewiderstands.
Daten für 25 °C Tsp (bei 85 °C sind die Leuchtdichten etwa 13 % geringer).
Die Leuchtdichte ist hoch, vor allem im Vergleich zu anderen (größeren) Domeless-LEDs. Allerdings erreicht die SFT-12 bei weitem nicht die Leuchtdichte der 'YLX N3535B', welche in der Wurkkos TS12 zum Einsatz kommt und ihren deutlich höheren Lichtstrom direkt in höherer Leuchtdichte umsetzen kann. Für kleine Thrower wo ein zu hoher Strom nicht sinnvoll ist, eignet sich die SFT-12 aber problemlos.
Lichtbild, Spektrum und Farbeindruck
Das Lichtbild ist perfekt. Durch die runde Leuchtfläche gibt es keine Artefakte. Je nach verwendeten Reflektor können Ringe auftreten. In OP-Reflektoren treten diese ohnehin nicht mehr auf. Farbverfälschungen gibt es nicht.
Die hier getestete SFT-12 ist grün. MIt einem duv von fast 0,007 liegt sie außerhalb des ANSI-Farbraums, der normalerweise für die Farbgruppierung von LEDs verwendet wird. Bei steigendem Betriebsstrom verringert sich der duv, gleichwohl ist der Grünanteil je nach eigenem Empfinden nach wie vor deutlich erkennbar.
Das Spektrum entspricht dem einer LED mit typ. 70 CRI und enthüllt keine Überraschungen. Für Anwendungen wo es auf hohe Farbtreue ankommt, ist diese LED nicht geeignet. Die CCT liegt im zu erwartenden Bereich von etwa 6500 K.
- Ra: 71
- R9: -35
- CCT: 6619 K
- duv: 0,0069
Fazit
Die SFT-12 bietet eine gute Performance für Thrower im Low- bis Mid-Power-Bereich. Das Lichtbild ist perfekt, Tintshift gibt es nicht. Die Vf ist recht hoch, wobei diese auch mit klassischen Lineartreibern händelbar ist.
Weniger gefällt die grüne Lichtfarbe und das Fehlen jeglicher offizieller Informationen. Diese LED wird von Händlern gelistet, ohne jedoch offizielle Informationen bereitzustellen oder ein Datenblatt zu veröffentlichen.
Es zeigt sich hier zudem wieder einmal, was für eine gute LED die 'YLX N3535B' (Test hier) aus der Wurkkos TS12 ist. Wäre diese LED erhältlich, würde meine Empfehlung ganz klar in diese Richtung gehen, die SFT-12 bietet einfach zu wenig Leistung.
Pro
- akzeptable Maximalperformance
- perfektes Lichtbild
- Standardfootprint, dadurch hohe Komaptibilität
Neutral
- Vf könnte niedriger sein
- Wärmewiderstand recht hoch
Contra
- grüner Tint
- keinerlei gesicherte Informationen zur LED öffentlich verfügbar (Stand Feb. 2024)
- nur in China bzw. bei chinesischen Verkäufern erhältlich
Danke fürs Lesen dieses Tests.
LG, Dominik
v1.0.1
