Bei Nachteinsätzen mit meinem Rettungshund habe ich festgestellt, das er recht empfindlich gegen weißes Licht reagiert.
Inwiefern empfindlich? Wirkt er regelrecht geblendet oder "nur" abgelenkt oder mit einem Aha-Effekt, so als ob man uns das Licht auf der Kellertreppe endlich einschaltet?
Wenn wir davon ausgehen, dass weiss wirkendes Licht einen höheren Blau-Anteil (als warmweiss) und ein Hund sein bestes Farbsehen im blauen Bereich hat, und seine Augen zusätzlich noch deutlich mehr Licht aufnehmen können als unsere, sollte ihm grellweisses Licht noch mehr zusetzen als uns. (Ist zumindest meine Modellvorstellung.)
Dann könnte man versuchen, mit einer deutlich wärmeren Lichtfarbe das Dämmerungssehen weniger zu beeinträchtigen, ähnlich der wenig beinträchtigten Nachtadaption unserer Augen bei Rotlicht.
Beim eigenen Hund bin ich der Meinung, dass er wesentlich gelassener bei plötzlich eingeschaltetem warmweißem Licht reagiert, als bei gleicher Situation (zB Abbruchhaus) mit gruselig kaltweißem Licht mit deutlichem Blaustich. Es wirkt so, als ob er mit blauem Licht mehr Details erkennen kann bzw sich von mehr plötzlich erkennbaren Details ablenken lässt.
Vielleicht sind das alles auch nur Zufälle oder er hat die gleiche Aversion gegen solche Lichtfarben wie ich und ich mache mir zu viele Gedanken um nichts.
Umgehen kann ich die Ablenkung durch Licht nur, indem ich eher flutiges Licht nutze und ihn nicht direkt anleuchte. Kommt er auf mich zu, senke ich den Lichtkegel so, dass er den zwar vor sich hat, bzw dass ich sehe wo er hin läuft, aber dass er allenfalls am Rand des Kegels ist.
Bei der reinen Nasenarbeit in sehr schwachem Licht bringe ich ihn jedenfalls durch plötzliches Beleuchten für eine Sekunde aus dem Konzept. (Mich selbst deutlich länger.

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Wird schon off topic, ist aber ganz interessant und eine Ergänzung zum o.g. Wikipedia-Link. Dieser Artikel fasst den aktuellen Wissensstand zum Farbsehen ganz gut zusammen.
Was sieht der Hund
Im Grunde meint man, dass alles was roter als gelbgrün ist immer gelb wahrgenommen würde. "Unsichtbar" werden rote Gegenstände dadurch aber nicht. Ob es hier eine weitere Nuancierung gibt bleibt offen. Jedenfalls erkennt mein Hund eine rote Frisbeescheibe auch wenn sie auf einem roten Teppich liegt. Evtl. helfen ihm hier Schatten oder verschieden intensive Reflexionen der unterschiedlichen Materialien, so dass seine Wahrnehmung durch Helligkeitsunterschiede bzw Kontraste unterstützt wird. Eine rote Frisbeescheibe in grünem Gras kann er sehr deutlich erkennen, der Kontrast ist entsprechend deutlich. Ob er nun unser rot als sein gelb sieht ist ja egal, Hauptsache es unterscheidet sich vom Boden.