Blendfreie Lampenfarbe für Rettungshund

20 Oktober 2013
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Bei Nachteinsätzen mit meinem Rettungshund habe ich festgestellt, das er recht empfindlich gegen weißes Licht reagiert.
Beim Menschen nimmt man ja bekanntlich rotes Licht um die Nachtsichtfähigkeit zu erhalten.
Welche Farbe nimmt man beim Hund damit er nicht geblendet wird? Hat da jemand Erfahrung?
 

SoaG

Flashaholic**
30 November 2014
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Bei Nachteinsätzen mit meinem Rettungshund habe ich festgestellt, das er recht empfindlich gegen weißes Licht reagiert.
Inwiefern empfindlich? Wirkt er regelrecht geblendet oder "nur" abgelenkt oder mit einem Aha-Effekt, so als ob man uns das Licht auf der Kellertreppe endlich einschaltet?

Wenn wir davon ausgehen, dass weiss wirkendes Licht einen höheren Blau-Anteil (als warmweiss) und ein Hund sein bestes Farbsehen im blauen Bereich hat, und seine Augen zusätzlich noch deutlich mehr Licht aufnehmen können als unsere, sollte ihm grellweisses Licht noch mehr zusetzen als uns. (Ist zumindest meine Modellvorstellung.)

Dann könnte man versuchen, mit einer deutlich wärmeren Lichtfarbe das Dämmerungssehen weniger zu beeinträchtigen, ähnlich der wenig beinträchtigten Nachtadaption unserer Augen bei Rotlicht.
Beim eigenen Hund bin ich der Meinung, dass er wesentlich gelassener bei plötzlich eingeschaltetem warmweißem Licht reagiert, als bei gleicher Situation (zB Abbruchhaus) mit gruselig kaltweißem Licht mit deutlichem Blaustich. Es wirkt so, als ob er mit blauem Licht mehr Details erkennen kann bzw sich von mehr plötzlich erkennbaren Details ablenken lässt.
Vielleicht sind das alles auch nur Zufälle oder er hat die gleiche Aversion gegen solche Lichtfarben wie ich und ich mache mir zu viele Gedanken um nichts.
Umgehen kann ich die Ablenkung durch Licht nur, indem ich eher flutiges Licht nutze und ihn nicht direkt anleuchte. Kommt er auf mich zu, senke ich den Lichtkegel so, dass er den zwar vor sich hat, bzw dass ich sehe wo er hin läuft, aber dass er allenfalls am Rand des Kegels ist.
Bei der reinen Nasenarbeit in sehr schwachem Licht bringe ich ihn jedenfalls durch plötzliches Beleuchten für eine Sekunde aus dem Konzept. (Mich selbst deutlich länger. :peinlich:)

Wird schon off topic, ist aber ganz interessant und eine Ergänzung zum o.g. Wikipedia-Link. Dieser Artikel fasst den aktuellen Wissensstand zum Farbsehen ganz gut zusammen. Was sieht der Hund
Im Grunde meint man, dass alles was roter als gelbgrün ist immer gelb wahrgenommen würde. "Unsichtbar" werden rote Gegenstände dadurch aber nicht. Ob es hier eine weitere Nuancierung gibt bleibt offen. Jedenfalls erkennt mein Hund eine rote Frisbeescheibe auch wenn sie auf einem roten Teppich liegt. Evtl. helfen ihm hier Schatten oder verschieden intensive Reflexionen der unterschiedlichen Materialien, so dass seine Wahrnehmung durch Helligkeitsunterschiede bzw Kontraste unterstützt wird. Eine rote Frisbeescheibe in grünem Gras kann er sehr deutlich erkennen, der Kontrast ist entsprechend deutlich. Ob er nun unser rot als sein gelb sieht ist ja egal, Hauptsache es unterscheidet sich vom Boden.
 
  • Danke
Reaktionen: Tauchlehrer
20 Oktober 2013
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Danke für die Antworten,

um auf die Fragen zu antworten:
- der Hund wirkt richtig geblendet, er springt aus dem Lichtbereich ins dunkle
- das ist aber nur so wenn er dicht bei mir ist.
-am besten sucht er wenn ich gar nicht in seine Rrichtung leuchte und ihn machen lasse. Um die Suchrichtung zu vermitteln leuchte ich mich selber an und gebe die Handzeichen.
Als Ergebniss der bisherigen Antworten werde ich mal rotes Licht probieren.
 

SoaG

Flashaholic**
30 November 2014
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Als Ergebniss der bisherigen Antworten werde ich mal rotes Licht probieren.
Vielleicht erst einmal mit einem kostengünstigen Aufsteckfilter probieren? Gibt diverse, je nach Lampenkopfdurchmesser, Olight, Nitecore, o.ä..

-am besten sucht er wenn ich gar nicht in seine Rrichtung leuchte und ihn machen lasse. Um die Suchrichtung zu vermitteln leuchte ich mich selber an und gebe die Handzeichen.
Bitte mal Feedback geben, ob sich da etwas bei Rotlicht ändert. Danke!
 
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Blinkybill

Flashaholic
20 November 2012
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Hmm, ich hab immer den Eindruck meine Hündin interessiert das Licht kaum.
Ich vermeide natürlich direkt auf den Hund zu leuchten, aber wenns mal passiert rennt die trotzdem auf mich zu, direkt ins Licht.
Habe aber nur noch warmweiße Lampen.

PS: Sonst hab ich allerdings auch eher den Eindruck die sieht nix was vor ihrer Nase liegt ;-)
Ist zwar erst 41/2 aber bei nem Mensch würd ich sagen: Du brauchst ne Brille. lol

Denke man kann nur probieren ob bei deinem Rot oder warmweißes Licht besser ist, vielleicht geht auch warmweiß mit Diffusor ums nicht so grell zu haben.
Oder der Hund ist Lichtempfindlicher als andere, warum solls das nicht wie beim Mensch auch geben.
 

SoaG

Flashaholic**
30 November 2014
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vielleicht geht auch warmweiß mit Diffusor ums nicht so grell zu haben.
Guter Gedanke.
Ich habe die Fenix HP15 mit Klappdiffusor. Ist der Diff. vor der Linse, ist der Hund weitest gehend unbeeindruckt, aber bei hoch geklapptem Diffusor und richtigem Spot versucht er wegzuschauen, wenn ich ihn doch mal anleuchte.
Nun ist die Lampe mit Diffusor aber auch nicht mehr das was ich als auffallend hell beschreiben würde. Der schluckt schon einiges an Licht.
 

Tekas

Flashaholic**
23 November 2011
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Ich hab' die Erfahrung gemacht, dass ungeachtet der Lichtfarbe in erster Linie die Gewöhnung des Hundes an die Lampe(n) entscheidend ist. Als mich mein Vierbeiner vor Jahren das erste Mal mit einer eingeschalteten LED-TaLa auf der Kellertreppe gesehen hat, zeigte er leichte Ansätze in Richtung Panik, wie zu Silvester wenn es knallt...

...inzwischen stört das TaLa-Licht ihn nicht mehr, stattdessen läuft er auf der abendlichen Runde an den Weggabelungen automatisch dahin, wo ich hinleuchte:thumbsup:.
 

Blinkybill

Flashaholic
20 November 2012
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Gewöhnung mag auch etwas nötig sein, ich geh ja jetzt den dritten Winter mit Lampe.
Diffusor mag ich auch nicht so gern, das Licht wirkt halt so undefiniert ohne klaren Spot. Ist aber in jedem Fall einfach zu testen, Pringles Deckel oder so einfach mal probeweise davorhalten/kleben.
Ich denke man sollte das Plastik ggf. etwas anrauhen.

Muss die Lampe denn Reichweite schaffen oder geht auch was eher flutiges.
Ich gehe derzeit auch gern mit meinem Eagletac 3fach LED Dropin raus, hat zwar insgesamt auch 600lm aber eben kaum Reichweite.
Ist ja nicht nur der Hund bei viel Licht geblendet ;-)

Nachteil, wenn die kleine vorläuft seh ich die kaum. Was sie genau macht garnicht, dazu brauchst dann ne zweite Lampe.
 

schubusch

Flashaholic
1 Dezember 2011
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Solingen
Sehr interessantes Thema!

Also ich laufe mit meinem Pointer Mischling abends immer mit meiner Zebralight Stirnlampe (flooder) und selbst auf der hellsten Stufe, scheint es ihn nicht zu interessieren. Da habe ich wohl einfach Glück gehabt. Seine Augen leuchten dann aber ganz hell:D

Beim Mantrailen, war ich bis jetz aber auch noch nie mit Lampe unterwegs. Dort wäre es ja auch eh egal, da man den Hund ja eh nur von hinten anleuchtet und er sowieso zu 99% nur nach vorne bzw. maximal zur Seite den Kopf neigt...

Du machst wahrscheinlich Flächensuche oder?
Wie schön, das es hier so viele Suchhunde gibt:thumbup:
 
10 November 2022
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Bei der THW Trümmersuche haben wir manchmal Situationen, wo die Hunde alleine in lichtfreie Bereiche eindringen und dann Hemmungen haben, eine Treppe zu benutzen oder ein Hindernis zu durchdringen oder zu überwinden. Deshalb überlege ich, meinem Hund mal die Ledlenser NEO1R LED anzulegen. Das ist eine sehr leichte Stirnlampe mit optionalem Rotlicht. Das wird nur ein Test, für den richtigen Einsatz wäre so etwas um den Hals zu gefährlich wegen der Gefahr hängen zu bleiben. Hat das schon mal jemand probiert?