[LED-Test / Review] LMP LML2AW.DC (4000 K, typ. 72 CRI) - interessanter SST-40 Klon?

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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5.940
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nahe Köln
LED-Test / Review
DE


LMP LML2AW.DC


02.10.2023



Diese LED ist vor ein paar Monaten auf Aliexpress aufgetaucht, und auch manche Lampen von Convoy sind damit mittlerweile bestückt. Konkrete Informationen gibt es zu diesem Emitter wie schon bei anderen chinesischen Modellen nicht (nicht einmal Basisinformationen wie Maximalstrom oder Leistung sind überhaupt bekannt); dieser Test soll versuchen, wenigstens ein paar Erkenntnisse zu gewinnen.

Der Emitter wurde mir von Forenuser @Palladin zur Verfügung gestellt, erworben hat er diese Emitter auf Aliexpress. Vielen Dank dafür an dieser Stelle.


Technische Daten​



Typ: lateral, single Die
Binning: unbekannt
Farbgruppierung: unbekannt (4000 K)
CRI: unbekannt

Nennspannung: unbekannt V
Max. Vorwärtsstrom: unbekannt mA
Max. Spitzenstrom: unbekannt mA
Abstrahlwinkel: unbekannt
Wärmewiderstand: unbekannt K/W
Max. Temperatur Tj: max. unbekannt °C


Offizielles Datenblatt: nicht bekannt!


Äußerliches Erscheinungsbild​


Diese LED sieht einer älteren XM-L2 oder SST-40 verblüffend ähnlich. Einziger wesentlicher Unterschied sind die größeren Kontaktstellen der Bonding-Drähte und die abweichende Anordnung der Punkte auf dem LED-Chip, zudem ist diese LED laut Listings auf Aliexpress bis dato nur in 3000 und 4000 K verfügbar.

Diese LED ist 4,75 x 4,75 mm groß. Je nach Passgenauigkeit von Zubehör für 5 x 5 mm große XM-LEDs könnte dies bereits ein Problem darstellen, wobei in meinem Test alle Zentrierhilfen und Boards ohne Probleme nutzbar waren.

Der LED-Chip sitzt auf einem grauen Substrat, angeschlossen ist dieser wie bei älteren Emittern mit Bonding-Drähten.

Der schwarze Punkt an einer Seite gibt die Seite der Kathode an. Auffällig ist das etwas hervorgequollene Lot unterhalb des LED-Chips auf Seite der Kathode.


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Durch das Standard-Footprint 5050 (übliche Größe 5,00 x 5,00 mm) ist jedes Zubehör für die XM-LED-Größe freizügig einsetzbar. Auch gedrehte Zentrierhilfen können dank des symmetrischen Gehäuses frei eingesetzt werden.


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Das Footprint enthüllt keine Überraschungen und entspricht dem anderer XM-LEDs. Das Thermal Pad ist elektrisch isoliert, die Verwendung von DTP-Boards ist damit problemlos möglich.


Leuchtfläche​



Die Leuchtfläche entspricht grundsätzlich der der XM-L2 und SST-40 LEDs, mit zwei wesentlichen Unterschieden: das Phosphor scheint ungleichmäßig aufgetragen zu sein - erkennbar an den deutlich hervorscheinenden blauen Stellen - und am Rand des LED-Chips scheint grundsätzlich eine größere Menge Phosphor zu fehlen, was möglicherweise Auswirkungen auf das Lichtbild in Optiken haben kann. Zudem ist die gesamte Leuchtfläche "unscharf", was auf weniger transparentes Silikon und damit minimalen Lichtstromverlust hinweist.


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Die Leuchtfläche ist 9,25 mm² groß.

Der LED-Chip ist mit Bonding-Drähten angeschlossen. Nachteil ist hier der Verlust von Leuchtfläche durch die Konktaktstellen, Vorteil kann hier allerdings auch ein besseres Lichtbild sein, da der LED-Chip anders als bei sehr vielen neueren Flip Chip-Emittern kein seitliches Licht abstrahlt.

Chemisches Dedoming ist nicht ohne weiteres möglich. Aufgrund der problematischen optischen Eigenschaften (im Verlauf des Tests gibt es genauere Infos) sollte das Ziel sein, das Silikon vollständig zu entfernen, ähnlich dem was früher bei den alten XP-G2- und XM-L2-LEDs umgesetzt wurde. Mit dem Shaven (Abtrennen des Domes mittels einer Rasierklinge) besteht die Gefahr, dass sich die optischen Eigenschaften nicht verbessern, sondern sogar verschlechtern. Mit hochwertigem Verdünner (über 85 % Lösemittelgehalt) klappte das chemische Dedoming allerdings nicht.

Nach etwa 3 Stunden löste sich der Dome und dieser schwamm im Verdünner umher - allerdings mit Phosphor, welches sich ebenfalls vom Chip abgelöst hatte. Bei der Entnahme der LED stellte sich heraus, dass das gelbe Phosphor eine gelartige Konsistenz aufwies und sich sehr einfach entfernen ließ. Dies ist so in der Form bei keiner anderen bisher getesteten LED aufgefallen. Möglicherweise ist das Phosphor immer "gelartig" und wird auch so im Herstellungsprozess aufgetragen, was die Ungleichmäßigkeiten und bläulichen Stellen auf dem vorigen Bild des LED-Chips erklären könnte.


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Der LED-Chip ist genau 2,10 x 2,10 mm groß. Auffällig sind die im Vergleich zu Chips beispielsweise der Cree XM-L3 sehr großen Kontaktflächen für die Bondierung, welche die effektive Leuchtfläche etwas verringert.

Das Wellenlängen-Maximum liegt bei 450 nm (auch 'Royal blue' genannt), wie bei den meisten LED-Chips üblich.


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Auffällig ist neben der großen Kontaktfläche auch die Anordung und Dicke der Punkte auf der Leuchtfläche, diese ist in der Form weder von Cree noch von Luminus oder Osram bekannt. Möglicherweise stammt dieser LED-Chip aus chinesischer Produktion, doch das bleibt weiterhin Spekulation. Bekannt ist der Hersteller dieser LED und des LED-Chips ohnehin nicht, wie bei den meisten LEDs aus China.


Leistung und Überbestrombarkeit​



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Ein Datenblatt oder überhaupt andere Informationen sind zu diesem Emitter nicht verfügbar. Konkrete Aussagen im Bezug auf offizielle Angaben sind damit nicht möglich.


Überbestromung:
  • Maximum bei 9,8 A erreicht, an diesem Punkt 2600 lm @ 3,92 V
  • Leistung bei Maximum 38,4 W
  • Sweet Spot bei etwa 6 A (2062 lm @ 3,43 V)
  • Leistung im Sweet Spot 20,6 W
  • Effizienz im Maximum 67,6 lm/W
  • Effizienz im Sweet Spot 100,1 lm/W

Die LML2AW.DC lässt sich recht gut überbestromen. Fast 10 Ampere sind möglich. Auffällig ist der massive Anstieg der Vf ab 8-8,5 A, was auf sich verändernden Widerstand der sich aufheizenden Bonding-Drähte hinweist. Dies ist bei kleiner Dimensionierung des Querschnitts ein häufig anzutreffender Effekt.

Hinweis: Das hier getestete Sample ist zwar nicht durch Durchbrennen der Bondierung zerstört worden, gleichwohl ist eine Zerstörung bei anderen Exemplaren bereits im Bereich 9 bis 9,5 A durchaus im Bereich des möglichen und muss daher bei Anwendungen mit Strömen größer 8 A immer einkalkuliert werden!

Basierend auf den vorliegenden Daten vermute ich, dass dieser Emitter wie bereits die SST-40-W für einen Dauerstrom von max. 6 A spezifiziert ist und ebenso einen ähnlichen Wärmewiderstand wie die SST-40-W (im Bereich 0,8-1,2 K/W) aufweist.


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Richtig interessant ist der Vergleich mit anderen LEDs. Grundsätzlich ähneln sich die Kurven von der Luminus SST-40-W und dieser LMP extrem. Die LMP weist sehr wahrscheinlich einen etwas höheren Wärmewiderstand auf, weshalb die Effizienz bei steigendem Strom immer geringer ausfällt. Sonst sind die Kennlinien quasi identisch. Selbst die Vf ähnelt der SST-40-W extrem.
Die bereits über 10 Jahre alte XM-L2 der ersten Generation ("1st gen") bietet einen höheren Lichtstrom, wobei die Vf extrem hoch ist. Die neue Generation der XM-L2 ("2nd gen") bietet einen extrem hohen Lichtstrom und ist dank ihrer Flip Chip-Bauweise beinahe "unzerstörbar".

Es scheint, als haben SST-40 und LMP einige Gemeinsamkeiten. Trotz des abweichenden Designs und dem etwas anders aussehenden LED-Chip scheinen sich beide LED-Chips und auch das allgemeine Design der LED extrem zu ähneln. Zwar ist dies nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass wir es hier mit einem Luminus-LED-Chip zu tun haben, welcher in einem Joint-Venture (?) zusammen mit einem chinesischen Fertiger in einer LED verbaut wird, aber die Gemeinsamkeiten sind schlicht zu deutlich, um sie einfach zu ignorieren, zumal gerade solche Kennlinien kaum "nachzubauen" sind und jeder LED-Hersteller und Fertiger von LED-Chips irgendwo seinen "Fingerprint" in diesen Kennlinien hinterlässt. Andererseits habe ich hier nur eine LMP getestet, sodass es starke Abweichungen bei anderen Samples geben könnte.

Zu guter letzt: "LMP" ist vermutlich eine Abkürzung für einen englischsprachigen Namen, und "LM" kommt immerhin auch im Namen "Luminus" vor. Wer genauere Infos zu all diesen Unklarheiten hat, kann gerne im Thread etwas dazu schreiben.


Leuchtdichten​



Werte bei 25 °C Tsp, 85 °C Tsp Werte 13 % niedriger


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Die Leuchtdichte entspricht der einer Luminus SST-40, was durch die große Ähnlichkeit auch zu erwarten ist. Überraschungen gibt es sonst keine.


Lichtqualität und Verhalten in Optiken​



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Die LML2AW.DC hat ein großes Problem mit Sekundäroptiken. Mir ist nicht ganz klar, wodurch der extreme Tintshift je nach Abstrahlwinkel verursacht wird, doch ist er bereits ohne Optik sehr auffällig. Möglicherweise liegt dieser an dem verwendeten Silikon (Brechungsindex?), aber so extrem habe ich es noch bei keiner LED mit Lateral Chip (lambertsches Strahlungsverhalten) gesehen.


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Der äußere Bereich ist sehr blau, nur der Spot ist in der Lichtfarbe, nach welcher die LED klassifiziert ist. Zwar wird das Licht in einer diffusen Umgebung (bspw. Ulbrichtkugel) gut durchmischt, doch ist der Unterschied bei Nutzung von Reflektoren umso größer. Hier ist bereits gut zu erahnen, wie extrem der Tintshift im Reflektor auftritt.


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Bei der Verwendung eines flacheren Reflektors wie der von einer Convoy S2+ ist der blaue Tintshift im Spill deutlich stärker ausgeprägt. Doch auch im SMO-Reflektor ist dieser deutlich sichtbar und nervt. Wirklich nutzbar ist diese LED nur in sehr diffusen Optiken, welche den gesamten Anteil des Lichts durchmischen, wie stark texturierte (beaded) TIR-Optiken.



Lichtfarbe​



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Die Lichtfarbe des hier gemessenen Samples ist hervorragend. Mit einem duv nahe bzw. unter 0 gibt es keine grünen oder gelblichen Anteile. Nachteilig ist hier allerdings der geringe CRI von nur 72, welcher hier durchaus auffällt. Für jene, die keine hohe Farbwiedergabe brauchen und lediglich eine schöne Lichtfarbe wollen, ist diese LED (wenn man die Probleme in Optiken berücksichtigt) durchaus eine gute Alternative.

Interessant ist der Knick im Bereich 530 bis 580 nm, welcher vermutlich Absicht ist. Möglicherweise wurde die Phosphor-Mischung bewusst so ausgelegt, dass der Grünanteil soweit reduziert wird, damit sich die Farbverortung möglichst nahe der BBL angleicht. So eine offensichtliche Anpassung des Grünanteils kommt in der Ausprägung bei neutralweißen LEDs relativ selten vor (normalerweise ist eine einfache geschwungene Kurve zu erwarten) und ist ein Vorteil für all jene, die eine gute Lichtfarbe wünschen.

Unter anderem deshalb vermute ich, dass diese LED speziell für den Einsatz in Straßenlaternen und Downlights ohne Sekundäroptiken entwickelt wurden, wo der Tint brauchbar und reproduzierbar sein muss, aber eine hohe Farbwiedergabe nicht benötigt wird.
  • Ra: 72
  • R9: -20
  • CCT: 4125 K
  • duv: -0,0008


Fazit​



Die LML2AW.DC LED hat es nicht leicht. Als ein "Klon" der XM-L2 oder SST-40 böte sie durchaus Potenzial um eine würdige NAchfolge dieser bereits älteren Modelle anzutreten, doch reizt sie dieses Potenzial nicht einmal ansatzweise aus.
Größtes Problem sind die optischen Eigenschaften. Der extreme Tintshift mit steigendem Abstrahlwinkel ist für die Verwendung von Sekundäroptiken extrem problematisch und erzeugt ein unschönes Lichtbild mit blauem Spill und gelblichem Spot. Zudem ist chemisches Dedoming zumindest in meinem Test unmöglich und Varianten mit hoher Farbwiedergabe sind nicht verfügbar. Zum Schluss ist auch das vollständige Fehlen irgendwelcher offiziellen Daten sowie des Herstellers anzumerken, was die Verwendung im DIY-Bereich deutlich erschwert.


Pro
  • sehr schöner Tint (duv quasi 0)
  • XM-Footprint, Kompatibilität mit XM-Zubehör

Neutral
  • geringe Farbwiedergabe

Contra
  • extrem starker Tintshift bei Verwendung von Reflektoren/Reflektorlinsen
  • keinerlei gesicherte Informationen zur LED öffentlich verfügbar
  • nur in China bzw. bei chinesischen Verkäufern erhältlich



Danke fürs Lesen dieses Tests. :)

LG, Dominik


v1.0.1
 
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Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
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Erst mal ganz herzlichen Dank für die ausführliche Analyse. :thumbup:
Ich dachte mir, die LED verdient etwas Aufmerksamkeit.

Ich gestatte mir hier auch meinen Senf dazu zu geben, aus einer ganz anderen Perspektive. Quasi aus dem Labor in den Wald.

Da es bei mir mal wieder arg textlastig wird ... und garantiert auch wieder lang, erst mal eine Kurzfassung:
Es ist IMO ein sehr interessanter reinrassiger Outdoor Emitter. Wer viel in der Natur unterwegs ist, sollte unbedingt mal einen Blick darauf werfen. Alle anderen können, müssen aber nicht :)

Ich bin irgendwann mal bei Convoy auf die LED aufmerksam geworden, angepriesen als Ersatz für die SST-40.
Infos waren Mangelware aber ein YouTube Video
machte dann doch sehr neugierig. Das muß man sich nicht in voller Länge antun, aber eine Weile auf sich wirken lassen, denn die Bilder sagen mehr wie tausend Worte.

Der Rot/Grün Kontrast des Emitters ist doch _sehr_ beachtlich, und genau das ist es, was zählt in der Natur. Die Sicht bekommt eine ungeheure Plastizität. Und das ist draußen meiner Meinung nach bedeutend wichtiger, wie die reine Lumen Zahl.

Gesagt getan, einfach mal eine S21A bestellt, schlimmstenfalls kann man den Host ja umrüsten :).
Der verbaute SMO Reflektor geht ganz und gar nicht, wer auch mal reinschnuppern möchte, bestelle sich besser gleich einen OP Ersatz mit.
Dann aber!

Ich möchte die LED nicht mehr missen. Sie ist eine willkommene Ergänzung nach oben in 4000K im 3V Bereich.
Sie ist noch weit weg von der Perfektion, sie füllt aber gut eine existierende Lücke mit voller Funktionalität.
Draußen: Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Jammern auf maximalen Niveau: Ein Hauch mehr Wohlfühl-Rot wäre toll, nicht für die Sicht aber für das mollige Ambiente.:verliebt:

Im Detail:

Output:
Passt :) Insbesondere in Anbetracht des schon recht warmen Farbtons, schlägt sich der Emitter sehr beachtlich.
Das ist bei 6A und über 2000 Lumen schon reichlich hell und "bunt" draußen.

Die Vf ist schön niedrig. Das freut mich, mit meinen sehr geschätzten Linearreglern.


Tint:
Kaum zu glauben, aber da bin ich tatsächlich weniger positiv wie Du. :vorsichtig:
Das mag auch daran liegen, daß ich bereits einige verbaut habe und in dem Zusammenhang auch darauf hinweisen möchte:
Die Schwankungsbreite ist nicht unerheblich.
Manche Exemplare haben eine sehr ausgewogene, auf der weißen Wand auch sehr angenehme Lichtfarbe. Bei einem flüchtigen Blick könnte man sie fast für eine B35AM halten.
Andere sind wiederum "reichlich bunt", ich kann es nicht anders beschreiben. Bunt, zwar nicht sonderlich farbstichig, etwas gelb, aber irgendwie unausgewogen. CRI subjektiv im Keller. Das ist nicht grausig an der Wand, aber sicherlich keine Lichtfarbe, die bei Ästheten Begeisterungsstürme auslösen wird. Dafür sind diese Exemplare besonders kontraststark draußen.

Mein Fazit: Die Praxistauglichkeit draußen ist enorm. Für den Schönheitspreis müssen die unbekannten Entwickler noch ein Bisschen dran Feilen. Outdoor Schulnote 1,5 - Indoor eine glatte 3 vom Puristen sag ich mal aus dem Bauch heraus.

Beam - ich drösel das mal auf:

Allein an der Form des Beams gibt es nichts zu beanstanden. Das entspricht wohl 1 zu 1 der Klasse (SST-40/XM-L).

Tint Shifting: Hier wiederum bin ich weniger kritisch wie Du :)

Nun, das Teil ist etwas pienzig, was das Beamshaping betrifft. Da empfiehlt es sich, vor dem Einbau zu testen, insbesondere bevor man ein proprietäres Board extra umlötet.

Erfahrungen mit Optiken hab ich keine, da besitze ich in der Klasse nichts, was in mein Anforderungsprofil passen würde.
Dafür aber doch einige mit Reflektoren. Von der Convoy S2+ bis zur M26C hab ich eigentlich die Bandbreite durch, auch eine alte Kopflampe mit relativ starker Fokussierung (Spark ST6) hab ich damit wieder sehenswert gemacht. Soweit vorhanden hab ich die Lampen sowohl mit OP wie auch SMO aus Neugier getestet.

Einen richtigen Reinfall gab es eigentlich nur einen.
Das ist ausgerechnet der SMO Reflektor in der S21A, der einzigen fertigen Lampe mit der LED, die momentan auf dem Markt ist.
Mir ist das völlig schleierhaft... :facepalm: Die Lampe ist goldrichtig, bloß lediglich mit einem OP Reflektor wird ein Schuh draus.

Ja, es gibt ein deutliches Tint-Shifting. An der weißen Wand ist es gut zu sehen.
Bloß: Frontal an die Wand ist dies i.d.R. bedeutend undramatischer. Der Spill kühlt nach außen hin halt ab.
Ich hab das mal anhand der S2+ verglichen. Soo viel besser schneiden da XM-L und insbes. SST-40 auch nicht ab. Je wärmer die Lichtfarbe, desto mehr fällt es auf.
Zugegeben, so richtig fies wird es bei sehr flachem Winkel (<10⁰). Zum Absuchen des weißen Fliesenbodens im Bad ist die LED definitiv suboptimal ;)

Mit einem etwas großzügigeren Phosphor Auftrag in den Randbereichen, sollte man dem Phänomen - zumindest für mich als Laien - recht problemlos künftig beikommen können.

Draußen in der Natur ist das Wumpe. Da verstärkt es bestenfalls noch etwas den Eindruck von Räumlicher Tiefe.


"Gefühlte Effizienz":


Gut, daß Du gemessen hast. Gefühlt fand ich den Emitter von Anfang an in den unteren Stufen überdurchschnittlich hell.
Bei meinem Treiber waren die Stufen subjektiv näher zusammengerückt, im Standardbetrieb nutze ich hier eine Stufe weniger wie sonst. Okay, bei mir sind die Stufen auch weniger auseinander (~x0,7), trotzdem.
Da Deine Tabellen meine These schonungslos widerlegen, tippe ich mal, es liegt am enormen Kontrast in der Natur.
Nicht heller, aber deutlich kontrastreicher und daher überhaupt kein Bedürfnis höherzuschalten.

Mein Fazit:

Outdoor Flashoholics kann ich nur wärmstens empfehlen, mal einen Blick drauf zu werfen. Ihr solltet es nicht bereuen.
 

Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
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Noch ein kleiner Nachtrag für Modder:

Bei dieser LED spielt mal wieder das meist-unterschätzte Bauteil eine wesentliche Rolle: Das Gasket.

Passen tun alle gebräuchlichen 5050er Teile.
Nur schätzt der Emitter i.d.R. einen geringfügig größeren Abstand zum Reflektor.
Daher würde ich von den gebräuchlichen "Schmetterlings-"Gaskets Abstand nehmen, sind doch diese die flachsten.
Das reduziert sowohl Beam wie auch Tint Shifting in gewissem Maße.
 
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Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Interessante Infos habe ich da gefunden. Diese betreffen vermutlich nicht nur die LMP LML2AW.DC, sondern auch andere LEDs mit demselben Kürzel.

Grundsätzlich bin ich mir mittlerweile sicher, dass "LMP" schlicht für "Luminus Manufacturing Partner" steht. 2013 wurde Luminus Devices von Sanan Optoelectronics übernommen (von diesen stammen bspw. die neueren SFQ43 oder SFN55 LEDs).

Basically ist Luminus also eine chinesische Firma. Sanan hält (nach meiner Kenntnis) 100 % der Anteile an Luminus Devices. Die Fabs (Herstellungsfabriken) der LED-Chips befinden sich u.a. in China, u.a. in Xiamen und Nanan, ebenfalls in China. Sanans Hauptproduktionsstätte und Unternehmenssitz befinden sich übrigens auch in Xiamen.
Einzelne LED-Chips werden auf den Philippinen gefertigt. Die Standorte der chinesischen Fabs gehen bspw. aus dieser PCN hervor.

Luminus verschweigt auf ihrer eigenen Webseite die Standorte der Fabs und auch die Übernahme von Luminus 2013. In den Milestones wird das nicht erwähnt. Generell habe ich auf Luminus' Webseite keine öffentlich direkt zugänglichen Infos zur Übernahme durch Sanan gefunden. Es gibt dazu nur Artikel von anderen Magazinen.
Merkwürdig ist auch die Angabe der Adresse der Luminus-Headquarters auf deren eigener Seite. Unter der angegebenen Adresse findet sich ein relativ kleines, einstöckiges Gebäude mit einer umfangreichen Kühlanlage (?) drauf. Ich denke nicht, dass von dort umfangreiche operative Tätigkeiten abgewickelt werden. Das Operations Office in China konnte ich tatsächlich nicht finden, die Adresse existiert angeblich nicht. Alles sehr merkwürdig.

Unter dem Blick auf die handelspolitische Lage der letzten Jahre erscheint da die plötzlich auftretende Verwendung von Luminus-LEDs in von chinesischen Firmen entwickelten Taschenlampen (Nitecore, Fenix, Sofirn und Co.) sehr nachvollziehbar: Unabhängigkeit vom Westen.

So oder so sehe ich Luminus nun endgültig als das was es ist: eine Marke von Sanan Optoelectronics, welche nur existiert um in den Westen liefern zu können. Luminus ist für mich ein chinesischer LED-Hersteller auch wenn die eigene Firmenpräsenz etwas anderes suggerieren soll.
 

ennokin

Flashaholic*
16 September 2011
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Sehr interessant, dem Einzelabnehmer ist es doch egal wo die LED produziert wurde oder? Und Unternehmen die eine LED in ihr Massenprodukt einbauen wollen, recherchieren doch sicherlich etwas akribischer, bevor sie entsprechende Volumen abnehmen bzw. Verträge abschließen.
Naja sei's drum, sie sollten nach der High CRI SFT40 3000K lieber mal eine High CRI 4000K produzieren :)
 
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singlecell

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15 Dezember 2022
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Ich hab mir die LED gestern in meine Sofirn SC31 Pro mit Wabenlinse eingebaut, bin hellauf begeistert. Sehr rosy und angenehme Wärme.
 
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Köf3

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17 Mai 2015
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Sehr interessant, dem Einzelabnehmer ist es doch egal wo die LED produziert wurde oder?
An sich ja, aber ich finde es halt schade, dass so ein Geheimnis um die Übernahme durch Chinesen gemacht wird und "Luminus" am Ende eigentlich eher eine "Marke" denn ein richtiger Hersteller ist.

Ich hab zugegebenermaßen schon gedacht, dass Luminus eine amerikanische Firma ist, immerhin ist deren Hauptanschrift ja das HQ in Kalifornien, aber mit der Übernahme durch Sanan ist es am Ende halt ein Chinese. Da passt übrigens auch die Nomenklatur SFT, SST, SBT usw. ins Bild, immerhin hat Sanan bei seinen LEDs eine sehr ähnliche Namensgebung wie SFN, SFQ usw...

Und so gut wie alle namhaften Taschenlampenhersteller sitzen in China. Sanan (und damit Luminus) ist einer der größten LED-Hersteller dort. Und bei den im Taschenlampenmarkt benötigten Stückzahlen ist die Entscheidung halt relativ klar, bei einem der größten Lieferanten/Hersteller einzukaufen.

Naja, bald kommt sicher der Test der Sanan - ähem, Luminus - SFT-40 :D
 

The_Driver

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22 März 2012
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Essen
Die ursprüngliche "Phatlight"-Technologie der Luminus "Big Chip"-LEDs (SST-50/90, SBT-70/90, CBT-90/120/140 etc.) ist tatsächlich amerikanische Technologie. Die Firma war ursprünglich ein Startup, welches durch einen MIT-Studenten gegründet wurde. Kernelemente der Technologie waren deutlich größere LED-Dies, deutlich niedrigere Wärmewiderstande, deutlich mehr Bonding-Drähte pro Die und zum ersten mal auch richtig helle einfarbige LEDs (für Beamer). Die Kombination dieser Elemente ermöglichte die Erzeugung wesentlich größerer Lichtmengen als mit bisherigen LEDs (bei entsprechend höherer Leistung). Ebenso gab es ab 2012 zum ersten mal high-cri LEDs, welche bei gleicher CCT eine vergleichbare Lichtqualität zu Sonnenlicht und Xenon Kurzbogen Gasentladungslampen boten und z.B. für die Nutzung in Mikroskopen (begrenzt, da kein UV/IR) und Endoskopen geeignet waren.


 
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Köf3

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17 Mai 2015
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Die ursprüngliche "Phatlight"-Technologie der Luminus "Big Chip"-LEDs (SST-50/90, SBT-70/90, CBT-90/120/140 etc.) ist tatsächlich amerikanische Technologie.
Genau. Grob gesagt alles bis 2013 ist amerikanisch, danach gab es nicht nur den Wechsel der HQ zur heutigen Adresse, sondern R&D wurden (was aufgrund der Gebäudesituation anzunehmen ist, die HQ in Billerica MA waren deutlich größer, zumal da auch produziert wurde) auch vollständig zu Sanan nach Xiamen verlegt. Ich denke, dass in Kalifornien nur noch Lager und Versand zu Großhändlern für den amerikanischen/westlichen Markt stattfinden.

SST-40, SFT-70 und Co. sind Sanan-Technologie.

Hoffentlich in der 3000 und 5000k Version ?! :pfeifen:
3000 und 6500 K (keine Lust 5000 K bei Kaidomain extra zu bestellen, die 3000er waren teuer genug :D Die sind übrigens komplett aus dem Angebot bei KD verschwunden. Kommen wohl so schnell keine mehr nach.)
 
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Buteo

Flashaholic***
25 März 2015
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An sich ja, aber ich finde es halt schade, dass so ein Geheimnis um die Übernahme durch Chinesen gemacht wird und "Luminus" am Ende eigentlich eher eine "Marke" denn ein richtiger Hersteller ist.

Ich hab zugegebenermaßen schon gedacht, dass Luminus eine amerikanische Firma ist, immerhin ist deren Hauptanschrift ja das HQ in Kalifornien, aber mit der Übernahme durch Sanan ist es am Ende halt ein Chinese. Da passt übrigens auch die Nomenklatur SFT, SST, SBT usw. ins Bild, immerhin hat Sanan bei seinen LEDs eine sehr ähnliche Namensgebung wie SFN, SFQ usw...

Und so gut wie alle namhaften Taschenlampenhersteller sitzen in China. Sanan (und damit Luminus) ist einer der größten LED-Hersteller dort. Und bei den im Taschenlampenmarkt benötigten Stückzahlen ist die Entscheidung halt relativ klar, bei einem der größten Lieferanten/Hersteller einzukaufen.

Naja, bald kommt sicher der Test der Sanan - ähem, Luminus - SFT-40 :D
Genau. Grob gesagt alles bis 2013 ist amerikanisch, danach gab es nicht nur den Wechsel der HQ zur heutigen Adresse, sondern R&D wurden (was aufgrund der Gebäudesituation anzunehmen ist, die HQ in Billerica MA waren deutlich größer, zumal da auch produziert wurde) auch vollständig zu Sanan nach Xiamen verlegt. Ich denke, dass in Kalifornien nur noch Lager und Versand zu Großhändlern für den amerikanischen/westlichen Markt stattfinden.

SST-40, SFT-70 und Co. sind Sanan-Technologie.
Schade finde ich dieses Versteckspiel schon.
Ich weiß, dass Du mit LEDs von Luminus etwas auf dem Kriegspfad bist wegen dem ewiglich grünlichen Tint...
Solange sie ihre LEDs in vernünftiger Qualität abliefern, ist zumindest für uns Endverbraucher m.E.n. ja eigentlich kein Boykott in Form von "Dieser Hersteller wird von mir nicht mehr gekauft!" nötig.
Ohne Fernost werden wir wohl nur sehr schwerlich an Taschenlampen kommen. ;)
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Ich weiß, dass Du mit LEDs von Luminus etwas auf dem Kriegspfad bist wegen dem ewiglich grünlichen Tint...
Ich glaube schon fast, dass es eben gerade auch dieses "Versteckspiel" ist. Rückblickend habe ich halt irgendwo schon das Gefühl gehabt, dass bei Luminus irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht, oder dass sie etwas suggerieren, was am Ende so nicht ist... wahrscheinlich ahnte ich schon, dass Luminus in Wahrheit ein chinesischer Hersteller ist :D

Aber wie du richtig sagtest, wäre das nicht, könnte es dem Konsumenten an und für sich egal sein. Dann müssen aber Dinge wie Verfügbarkeit, Tint und Performance stimmen.
 

Buteo

Flashaholic***
25 März 2015
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Ich glaube schon fast, dass es eben gerade auch dieses "Versteckspiel" ist. Rückblickend habe ich halt irgendwo schon das Gefühl gehabt, dass bei Luminus irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht, oder dass sie etwas suggerieren, was am Ende so nicht ist... wahrscheinlich ahnte ich schon, dass Luminus in Wahrheit ein chinesischer Hersteller ist :D

Aber wie du richtig sagtest, wäre das nicht, könnte es dem Konsumenten an und für sich egal sein. Dann müssen aber Dinge wie Verfügbarkeit, Tint und Performance stimmen.
Ich sage einmal vorsichtig so: Ich habe eine SST-40, eine SFT-40 und eine SFT-70 in Gebrauch.

Die SST-40 in der Wurkkos WK03 ist...OK für die Arbeit. ;)

Die SFT-40 in der Wurkkos FC12 ist halt toll wegen dem Reinweiß ihne jeden Tint.

Die SFT-70 in der Fenix PD40R V3.0 ist in Ordnung aber nicht Top was den Tint angeht...was die Reichweite angeht, ist sie schon Mega. :)
Hinzu kommt, dass die Lampe im 21700er Format mit Selektorring einfach an sich Mega ist, da muss ich dann den leichten Tint halt hinnehmen.
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Die SST-40 in der Wurkkos WK03 ist...OK für die Arbeit. ;)
Das Ding ist: die Sanan/Luminus-LEDs sind im Kern nicht schlecht. Sie sind einigermaßen zeitgemäß in Sachen Effizienz und Lichtbild (die 3000 K SFT-40 ist leider alles andere als effizient), aber das Marketing suggeriert halt eine LED die nicht aus China kommt. Wird den meisten halt egal sein, und solange die Dinger nicht grün sind, geht es ja.
 

Palladin

Flashaholic*
22 Dezember 2010
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Ich hab mir ganz offen, in all den Jahren bislang noch überhaupt kein Kopp gemacht, wo irgend ein Hersteller herkommt, wer die Mehrheitsanteile besitzt, wo sie entwickelt und wo wiederum sie produziert werden. Auch deren Wertschöpfungskette hab ich bislang nicht aufgedröselt. Das ging mir bislang am Ar*** vorbei und ich befürchte, daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern :grinsen:

Köf3 ich gönn die Deine Antipathie gegenüber Luxeon :) nur sieh bloß zu, daß Deine Objektivität nicht drunter leidet, das gefährdet ansonsten Dein Lebenswerk hier.

Aber können wir nicht endlich mal wieder BACK TO THE TOPIC bitte ???

Ich war übrigens mal ganz mutig, und hab mit noch eine 3000K LML gegönnt :)
Das ist zwar nicht unbedingt mein Tint, aber die Neugier hat gesiegt.
Gottseidank.

Eigentlich geb' ich meinen Senf erst nach ausführlichen Tests ab, hier kann ich es aber guten Gewissens wagen, nach wenigen Stunden bereits mein Fazit zu geben.

Output: Der Helligkeitsverlust in Anbetracht der wärmeren Farbe hält sich _sehr_ in Grenzen, der Emitter hat immer noch den Doppelbums.

Das Tint Shifting ist subjektiv deutlich geringer. Das war auch zu erwarten, nimmt dies doch generell mit wärmerer Lichtfarbe ab.

Tint:
Ich hab bislang nur eine LED, ich kann daher nicht beurteilen, wo diese im Schwankungsbereich liegt. Gefühlt, völlig unverbindlich, schätze ich, daß mir ein intensiveres Exemplar vorliegt.

CRI: Rein subjektiv einen Ticken höher, das wirkt irgendwie etwas ausgewogener. Das anleuchten meiner organischen CRI Messkarte (Hand;)) bestätigt dies.

Indoor: Ja wer hätte das gedacht? Die ist ja noch viel bunter! :grinsen:
Die Farbintensität ist schon beachtlich, Farbton überreife Aprikose.
Mir persönlich gefällt das besser wie die 4000K, irgendwie ist der Farbton harmonischer.
Ich sag mal Schulnote 2- bis glatte 2. Über die Einschätzung von anderen Forumiten würde ich mich aber freuen :)

Outdoor:
Also mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe, aber das Teil hat mich schwer beeindruckt.

Der Rot/Grün Kontrast ist phä-no-me-nal ! Hier reden wir von Referenzwerten.
Das Grün leuchtet ohne Ende. Ich wusste gar nicht, daß wir noch so viel Grün im Wald haben. Das Moos, das Moos an den Bäumen, ich fasse es nicht... Und gleichzeitig knallt einem das Rot des Laubes in die Augen. :glotzen:
War die 4000K Variante hier schon verdammt gut, treibt die 3000K dies noch an die Spitze.
Naturfreunde kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, uneingeschränkte Empfehlung!

Fast zu schön um wahr zu sein, nur leider hab ich ein ganz persönliches Problem mit dem Emitter:
Alles unterhalb von 4000K lullt mich draußen langsam aber sicher ein :muede:. Darunter leidet massiv meine Konzentration - und das kann ich mir bei meinem üblichen Terrain draußen nicht leisten. :(
Mal sehen ... Klinikpackung Koffein Tabletten?

Hatte ich schon das Moos an den Bäumen erwähnt? :zufrieden:
 
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Köf3

LED-Spezialist
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Köf3 ich gönn die Deine Antipathie gegenüber Luxeon :) nur sieh bloß zu, daß Deine Objektivität nicht drunter leidet, das gefährdet ansonsten Dein Lebenswerk hier.
Luxeon ≠ Luminus ;)

Lumileds entwickelt und baut auch gute LEDs, die dann unter der Marke Luxeon verkauft werden. :)

Du hast im Kern recht, denn Objektivität halte ich nach wie vor für ganz wichtig. Ich sehe aber auch folgendes: ein Emitter kann vordergründig oder rein technisch betrachtet gut sein (dieser LMP-Emitter ist es leider nicht zu 100 % wegen dem Tintshift), aber gerade auch solche "Versteckspielchen" wie Luminus/Sanan oder manche anderen Hersteller sie betreiben müssen angesprochen werden. Auch die Unsitte, keine Informationen oder Datenblätter zu Emittern herauszugeben, gehört genauso thematisiert.
Und gerade letzteres nimmt in letzter Zeit immer mehr zu. Im Westen tauchen immer mehr Lampen mit LEDs auf, zu denen wir absolut nichts wissen. Sowas wie SFN55.2, GT-FC40, "LMP", "Yinding 5050", "Nitecore UHi" - zu all diesen Emittern wissen wir absolut nichts. Zum Teil ist nicht mal der wahre Hersteller bekannt. Würde jeder Hersteller so eine restriktive Informationspolitik verfolgen, hätten wir absolut nichts worüber wir hier diskutieren könnten, außer um zu spekulieren.

Ich sag mal Schulnote 2- bis glatte 2. Über die Einschätzung von anderen Forumiten würde ich mich aber freuen :)
Ich habe kein 3000 K Sample und kann daher keine Farbmessung durchführen. So wie du es beschreibst, ist ein negativer duv wahrscheinlich, gepaart mit einem relativ hohen CRI und R9. Allerdings klingt deine Einschätzung des Helligkeitseindrucks wieder nach 70-75 CRI. Hast du Messwerte, die diesen Eindruck konkret untermauern?
Hast du diese LED während deiner Ooutdoor-Session eigentlich auch mit anderen warmweißen Mustern derselben CCT-Einstufung verglichen? Ähnliche Eindrücke wie du sie beschreibst habe ich auch bei einer 2700 K 519A oder der 2900 K XM-L2 mit negativem duv.

Durch den kaum vorhandenen Blauanteil ist die Ausschüttung von Melatonin verstärkt. Das was du beschreibst ist der Grund, warum immer mehr Leute abends Farbfilter für ihre Smartphones und PCs verwenden.
 

Buteo

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Das Ding ist: die Sanan/Luminus-LEDs sind im Kern nicht schlecht. Sie sind einigermaßen zeitgemäß in Sachen Effizienz und Lichtbild (die 3000 K SFT-40 ist leider alles andere als effizient), aber das Marketing suggeriert halt eine LED die nicht aus China kommt. Wird den meisten halt egal sein, und solange die Dinger nicht grün sind, geht es ja.
Naja die SST-40 in der WK03 ist durchaus mit einem deutlichen Gelb-Grün-Tint behaftet, deswegen nutze ich sie halt für die Arbeit...da ist es nicht schlimm. ;)
Naja, bald kommt sicher der Test der Sanan - ähem, Luminus - SFT-40 :D
Hast Du Deine Wurkkos FC12 mittlerweile erhalten? Denn dann könntest Du die SFT-40 daraus zumindest mal in dem Test vergleichsweise erwähnen...das Reinweiß macht schon was her. :)
 

Köf3

LED-Spezialist
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Hast Du Deine Wurkkos FC12 mittlerweile erhalten? Denn dann könntest Du die SFT-40 daraus zumindest mal in dem Test vergleichsweise erwähnen...das Reinweiß macht schon was her. :)
Ja, die FC12 hat tatsächlich einen Tint mit negativem duv... zwar ist der CCT sehr hoch (7500-8000 K), aber subjektiv ist das ein angenehmes kaltweiß, wegen dem roten Tint.
Leider ist gerade das aber wieder ein Problem, da die Streuung einfach riesig ist. Das liegt aber (vermutlich) am Kunden, der keine eng gefasste Farbgruppierung bestellt, sondern nur 651 statt 652 (wo die Farbgruppe einigermaßen im Bereich der BBL liegt).

Ich bringe die Tage den Test der SFT-40, in warm und kalt, da wird es dann auch genug Platz zum diskutieren geben. :D
 

Buteo

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Ja, die FC12 hat tatsächlich einen Tint mit negativem duv... zwar ist der CCT sehr hoch (7500-8000 K), aber subjektiv ist das ein angenehmes kaltweiß, wegen dem roten Tint.
Leider ist gerade das aber wieder ein Problem, da die Streuung einfach riesig ist. Das liegt aber (vermutlich) am Kunden, der keine eng gefasste Farbgruppierung bestellt, sondern nur 651 statt 652 (wo die Farbgruppe einigermaßen im Bereich der BBL liegt).

Ich bringe die Tage den Test der SFT-40, in warm und kalt, da wird es dann auch genug Platz zum diskutieren geben. :D
Super, Dank Dir. :)
 

Palladin

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Luxeon ≠ Luminus ;)
:facepalm: Es war schon spät ... oder früh...

Hast du diese LED während deiner Ooutdoor-Session eigentlich auch mit anderen warmweißen Mustern derselben CCT-Einstufung verglichen?
Worauf Du einen lassen kannst :grinsen:.
Was noch fehlt ist die SFT-40, die ist noch in der Warteschlange. Die nehme ich evtl. mal ab dem Wochenende in Betrieb und hab dann gleich den Vergleich.
Ich bin von Rot/Grün Kontrast her, meist kein besonderer Freund von ± 3000K. Das ist meist zwar okay, mehr aber auch nicht.
Das ist zwar schön warm aber nicht ausgewogen, da die Grüntöne etwas unterbetont sind. Überspitzt gesagt, tausche ich dann die Schwarzweiß Sicht bei 6500K gegen eine Sepia Sicht, wie bei der alten Platten-Fotographie. :)
Das hängt natürlich sehr vom jeweiligen Binning ab, je nachdem wie ausgewogen die Rot und Grün Betonung sind.

In der Regel, klappt dies bei rund 4000K am Besten, dann sind Rot und Grün in etwa gleichauf - und erst das schafft eine ungeheurere Plastizität, die gerade bei schwierigen Terrain enorm von Vorteil ist.
Die LML stellt jedoch diese alte Regel auf dem Kopf, wie auch immer.
Hast du Messwerte, die diesen Eindruck konkret untermauern?
Nö, für das messen, bist Du ja zuständig :)
Ich konzentriere mich auf meine organischen Sensoren, denn das ist es, was letztendlich für mich zählt.
Indoor ist das sicherlich reine Geschmacksache, YMMV dramatically.
Draußen laß ich kaum mit mir diskutieren :grinsen: nach tausenden von Stunden in der Natur über die letzten 15 Jahre.

Aber zurück zu Deiner Frage: Nö, ich geh mal davon aus, sie liegt vom CRI nicht wesentlich anders wie die 4000K. Bei mancher LED erkennst Du sofort die CRI Schwäche, bei anderen Emittern vermisst Du im Alltag nix - bis Du vielleicht zufälligerweise mal auf was ganz besonderes leuchtest.
Wenn Du eine möchtest, sag bescheid, dann zwack ich eine von meiner Nachbestellung ab (sobald sie da ist).

Das was du beschreibst ist der Grund, warum immer mehr Leute abends Farbfilter für ihre Smartphones und PCs verwenden.
Das ist mir bekannt. Bloß bin ich bislang davon ausgegangen, daß Blautöne einem am einschlafen hindern, nicht daß Warmtöne das einschlafen forcieren. Ich bin ansonsten da ja noch putzmunter.
Faszinierend. Ich glaub, ich muß mal zum Arzt. Vielleicht gibt's die warmen Emitter ja auf Rezept :grinsen:.