Kurzreview Aplos T02
01.10.2023
Die Aplos T02 ist eine günstige Taschenlampe im bekannten Format mit taktischem und seitlichem Schalter, ähnlich der bekannten Thrunite TN12 oder Acebeam EC35. Ich habe diese Lampe regulär bei Amazon erworben.
Ausgestattet ist sie mit einer Luminus SFT-40 LED, welche tatsächlich in einem OP-Reflektor sitzt. (Dies könnte für Modding interessant sein, wenn eben kein reiner Throw gewünscht ist.)
Das Design ist relativ schlicht gehalten, wobei sich die Anodisierung billig anfühlt. Das Batterierohr ist sehr dünnwandig, was man ebenfalls recht schnell während der Benutzung bemerkt, zusätzlich zum recht geringen Gewicht der Lampe an sich. Der Gürtelclip ist dünn, hält aber die Lampe sicher fest. Angeblich sollen die Aplos-Lampen bei Sofirn gefertigt werden, bestätigen kann ich das jetzt nicht.
Der Heckschalter fühlt sich durch das Schaltergummi wackelig an. Der Seitenschalter bietet dagegen einen knackigen Druckpunkt mit einem gut hörbaren Klick.
Tailstand beherrscht die Lampe nicht; durch den (zu) weit hervorstehenden Heckschalter kippt sie sofort um:
Bei Lieferung war der Kopf bei mir nicht richtig festgeschraubt. Dafür ist die Lampe immerhin sehr Moddingfreundlich; die auf einem Kupfer-Board sitzende LED ist direkt erreichbar!
Eine interne Ladefunktion ist vorhanden, Anschluss USB-C. Der mitgelieferte 18650 mit angegebenen 3000 mAh wird bei 50 % Ladestand an einer alten Powerbank mit etwa 1,8 A geladen, wodurch dieser in etwa 2 bis 2,5 Stunden voll sein sollte. (Im Bild wurde das mitgelieferte Kabel verwendet.)
Der 18650 ist mit einer Schutzelektronik ausgestattet, welche Zelle sich unter dem Schrumpfschlauch verbirgt und wann die Schutzelektronik abschaltet, ist nicht bekannt.
Während des Ladevorgangs kann die Lampe in einer fixen Leuchtstufe (96 lm) genutzt werden (ein/aus mit Seitenschalter, wobei Heckschalter eingeschaltet sein muss). Dies ist aber eher als eine Art Notlicht zu verstehen.
Die Bedienung ist simpel. Die Lampe wird mit dem Heckschalter eingeschaltet, mit dem Seitenschalter können dann per jeweils einzelnem Klick die Leuchtstufen durchgeschaltet werden. Die Lampe hat Mode-Memory, d.h. die zuletzt gewählte Leuchtstufe wird bei erneutem Einschalten direkt genutzt (außer Turbo und Strobe). Mit Doppelklick erreicht man Turbo, mit Dreifachklick wird der Strobe aktiviert.
Das Lichtbild ist spottig mit ausgeprägter Corona. Durch den relativ tiefen Reflektor ist der Spill etwas enger als bei den meisten Lampen dieser Größe. Durch den OP-Reflektor ist die T02 auch im Nahbereich durchaus geeignet, zumindest auf niedrigerer Leuchtstufe.
Apropos Leuchtstufen – folgende gibt der Hersteller an (hier verwendet: mitgelieferter 18650):
| Stufe | nach ... sek. | Akku | Lichtstrom Hersteller | Lichtstrom gemessen | Helligkeit 1 m Hersteller | Helligkeit 1 m gemessen |
| Moon/"Energy Saving" | 30 | mitgeliefert 18650 | 10 lm | 11,4 lm | 243 cd/lx | 260 lx |
| Low | 30 | mitgeliefert 18650 | 50 lm | 58 lm | 1258 cd | 1350 lx |
| Medium | 30 | mitgeliefert 18650 | 300 lm | 320 lm | 1017 cd (?) | 7950 lx |
| High | 30 | mitgeliefert 18650 | 800 lm | 720 lm | 15958 cd | 16800 lx |
| Turbo | 30 | mitgeliefert 18650 | 1800 lm | 1577 lm | 34750 cd | 36100 lx |
| Turbo | 30 | Samsung 30Q | 1800 lm | 1760 lm | 34750 cd | 39700 lx |
| Turbo | 30 | mitgeliefert 18650 (3,7 V, 50 %) | 1800 lm | 950 lm | 34750 cd | 21700 lx |
Die angegebenen Lichtströme werden nicht erreicht, die Helligkeit wird dagegen etwas übertroffen.
Bei 50 % Akkustand erreicht die Lampe auf Turbo 950 lm. Vermutlich ist hier zumindest für die höchste Stufe Turbo ein einfacher Lineartreiber verbaut, wodurch der maximal mögliche Lichtstrom nur bei möglichst vollem Akku (möglichst hohe Akkuspannung) erreicht wird.
In den niedrigeren Leuchtstufen ist die Lampe geregelt. Der Lichtstrom wird hier auf der Stufe High unter optimalen Bedingungen (Kühlung in Eiswasser) fast bis zum Ende konstant gehalten.
Hier die Herstellerangaben auf der Umverpackung:
Man beachte den Schreibfehler der Helligkeit auf Medium… (wobei die gesamte Helligkeitsangabe auf Medium keinen Sinn ergibt, bei 300 lm/50 = 6 und darauf basierend 1258 lx * 6 ergeben nur 7548 lx und nicht 10170 lx – falls das gemeint war und einfach eine Null vergessen wurde.)
Es wird auch damit geworben, 270 Std. Laufzeit dank des 3000 mAh 18650 zu erreichen, nur... wo finde ich dies denn dann? In der niedrigsten Stufe soll die maximale Laufzeit nur 100 Stunden betragen...
Moonlight besitzt die T02 nicht – die niedrigste Leuchtstufe kann hier bereits viel zu hell sein, wobei sich der Helligkeitseindruck und damit die subjektive Blendung durch den engen Spot noch deutlich verstärken dürfte.
Erfreulich: Sichtbares PWM hat die T02 nicht, liegt über 20 kHz.
Die Lichtfarbe ist grünlich. Nicht so schlimm wie bei manchen Exemplaren bei Fenix, aber es ist sichtbar und kann durchaus nerven. Auf High und Turbo verschwindet der Grünstich und wechselt zu einem klaren bläulichen kalt-weiß. Farbwiedergabe gibt es kaum, mit typ. 65 CRI ist die verwendete LED dafür aber sowieso nicht nutzbar.
Fazit:
You get what you pay for – das gilt zumindest für das 15 €-Angebot, in welchem ich die Lampe bekommen habe. (Regulär kostet sie bei Amazon 30 €)
Die Lampe fühlt sich leider recht billig an, und der Heckschalter könnte besser sein. Zudem ist Tailstand unmöglich und die niedrigste Leuchtstufe viel zu hell. Dafür gibt es eine relativ hohe Reichweite, USB-Ladefunktion und dazu wird auch noch ein 18650 mitgeliefert, was die Lampe auch für Muggel als "Starter-Set" geeignet macht.
Und was auch nett ist: der Emitter lässt sich einfach tauschen, da der Kopf nicht verklebt ist. Nur festschrauben sollten die Fertiger dieser Lampe den Kopf vor dem Versand schon…
Danke fürs Lesen!
VG, Dominik
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