Warum wird der Throw eigentlich so viel höher bei Verwendung einer XM-L, wenn der zugrundeliegende Lumenstrom deutlich geringer ist?
Klar ist die Fläche der Led bei der SST-90 wohl deutlich größer als bei der XM-L (wie sieht es eigentlich mit dem Öffnungswinkel bei den Leds selbst aus?), aber der große Reflektor sollte doch maßgeblich für die Bündelung des Lichtstroms verantwortlich sein, dachte ich.
Ich habe mir bisher folgende Meinung dazu gebildet:
Für die maximalen Lux zählen im Wesentlichen:
1.)
Scheinbare Oberflächenhelligkeit in Reflektor/Linse aus Sicht des Luxmeters (in der Praxis recht gleichmäßig und ähnlich der LED selbst, abzüglich dem leichten Verlust der einmaligen Reflektion)
2.)
Größe des Reflektors / der Linse
3.)? Weniger, aber möglich: Die Abstrahlcharakteristik. Weil Reflektor/Linse viel Licht verwenden, das in ganz andere Richtungen als direkt nach vorne abgestrahlt wird. Die Linse wird dabei im Zweifelsfall natürlich etwas besser dastehen, wird aber oberhalb von 10cm schnell unhandlich.
Keine direkte Rolle spielen dabei
- die Größe der LED
- die Art der Optik und deren Brennweite
Die beeinflussen vor allem die Spotbreite.
Für eine möglichst hohe Oberflächenhelligkeit:
1.1) möglichst hoher Strom
1.2) und niedrige Temperatur (weniger Verlustwärme), sprich möglichst gute Wärmeableitung
1.3) Spezialkonstruktionen wie Waviens RLT (Reflektion seitlichen Lichts zurück auf die LED, um sie heller zu machen) - hier nicht weiter beachtet
In der Praxis ist die
XM-L dann bei 4-5A einfacher zu beherrschen, als die SST90 bei ~9A. Also ganz wesentlich schon ein rein konstruktives Problem.
Die wahren Oberflächenhelligkeiten kenne ich dabei noch gar nicht. Ich kann mir gut vorstellen, daß die XM-L da ein wenig besser dasteht.
Ich habe soeben mal versucht, die
scheinbaren Oberflächenhelligkeiten auszumessen:
Damit der Reflektordurchmesser keine Rolle mehr spielt:
Den kompletten Reflektor mit schwarzer Pappe abgedunkelt, aber mit einem Papierlocher ein einzelnes Loch ausgestanzt.
Dieses Loch an einer möglichst durchschnittlichen Stelle, also ungefähr auf halbem Weg zwischen Zentrum (LED) und Rand des Reflektors plaziert.
Auf dem Luxmeter habe ich - nur rein sicherheitshalber - ebenfalls eine solche Blende angebracht, so daß unterschiedlich breite Lichtflecken über die (bei mir rel. große) Detektorfläche keine Rolle spielen.
Der Clou an diesem Meßaufbau: Wahre Oberflächenhelligkeiten interessieren weniger, sondern für die maximalen Lux eigentlich genau diese scheinbare Helligkeit pro Reflektorfläche, da der wahre Spot im Ziel auch so erzeugt wird.
Die Kandidaten:
- XM-L mit Dome in UF980-L mit US18650VT (Li-Mangan)
- SBT-90 in SR95UT (also ohne Dome)
Ich habe leider weder eine XM-L ohne Dome, noch eine SST90 mit Dome.
Also ergibt diese Messung erstmal nur ein paar Indizien.
Ergebnis in 2m Abstand:
XM-L: 29 Lux
SBT-90: 39 Lux
Die XM-L ist wie gesagt noch mit Dome, die SBT-90 schon ohne.
Ich habe keine Ahnung, wieviel Strom bei der XM-L ankommt
(nicht getuned, und mit einem MüllMultimeter messe ich mit kurzen Strippen 6.5 A beim Tailcap-Schluß, was ich nicht glauben mag, ich habe also noch keine guten Meßwerte).
Ich kann mir also sehr gut vorstellen, daß bei XM-L letztendlich mehr machbar ist.
Ausblick:
- Man sollte noch mit dem Loch in verschiedenen Abständen vom Rand messen, um komische Effekte zu erwischen.
- Ich werde auch mal HIDs ausmessen.
- Ganz spannend: Mit diesen scheinbaren Helligkeiten können dann die
maximalen Lux für beliebige Reflektoren / Linsen einigermaßen im Voraus abschätzbar sein. Beispiel: sehr gut getunte XM-L in kleinem Standardreflektor schon fertig gebaut - wie hell wird's mit einem SR90-Reflektor?