Sanyo UR18650ZY - Kältefeste Zellen mit relativ hoher Kapazität

The_Driver

Flashaholic***
22 März 2012
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Essen
Diese Zellen sind wohlgemerkt nicht neu, aber ich konnte keinen Thread über sie finden. Hier das Datenblatt. Viele Informationen enthält es leider nicht. Die typische Kapazität soll 2,6Ah betragen. Der Rand um den Pluspol ist lila. Der maximale Dauerentladestrom beträgt laut Keeppower 5A.

Hier findet man einige Entladegraphen, wo jeweils mit den klassischen UR18650FM verglichen wird. Interessant ist dabei vor allem das Entladeverhalten bei verschiedenen Temperaturen mit einem relativ hohen Entladestrom von 2,5A. Bei realistischen 0°C haben sie anfangs eine 0,15V höhere Spannung unter Last. Im Laufe der Entladung vergrößert sich diese Differenz noch leicht. Bei -10°C ist die Differenz mit 0,4V gegen Ende der Entladung bereits gravierend. Bei -20°C sind zwar beide deutlich schwächer, aber die FMs sind mit 800mAh dann unbrauchbar während die ZYs bei relativ niedriger Spannung immer noch 2200mAh haben.

Mit scheint als wären diese Zellen im Winter in Deutschland womöglich sehr sinnvoll.

Bestellen kann man sie z.B. hier günstig bei Banggood und hier bei Amazon in Deutschland.
 
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light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
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im Süden
Interessant. Der UR18650F(M) ist ja auch ziemlich mies bei -20°C, also ein leichter Gegner ;).

Wenn's wirklich kältefest sein soll, würde ich moderne Hochstromzellen wie die LG HE2, HE4, Sony VTC5 oder Samsung -25R nehmen. Deren Entladekurven sehen bei -20°C sogar mit 10A (4C) noch fast so aus wie die der Sanyo ZY mit nur 2,5A (1C) - bei vergleichbarer Kapazität.
 

The_Driver

Flashaholic***
22 März 2012
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Essen
Das haben wir ja letztens schon besprochen. Müsste die Sanyo-Zelle nicht einen PTC haben? Das wäre ja ein Vorteil.
 

Wetterleuchte

Flashaholic
6 Oktober 2012
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kein GPS-Signal
Huch? ist die Gleichung so einfach? Hochstromzellen sind kältefester? Ich beäuge schon länger die Weiss mit den CGR18650CG-Zellen. Gibt es denn besagte Hochstromzellen mit PCB in bezahlbar? Genau wegen des deutschen Winters überlege ich, ob ich mir nicht doch einen kältefesten 18650er anschaffe. Links? ;)
 

light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
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im Süden
Müsste die Sanyo-Zelle nicht einen PTC haben? Das wäre ja ein Vorteil.
Müsste sie. Stimmt.

Huch? ist die Gleichung so einfach? Hochstromzellen sind kältefester?
Im Allgemeinen ja. Die Entladekurven von richtigen Powertoolzellen (12-1500mAh, z.B. die UR18650SAX) zeigen selbst bei -20°C am Anfang keinen Einbruch.

Man darf eines nicht außer Acht lassen:
Die Spannung steigt nur deswegen wieder an, weil sich die Zelle durch den Stromfluss durch ihren hohen Innenwiderstand erwärmt. Das dauert aber eine Weile. Heißt: braucht man immer nur kurz Strom (intermittierender Betrieb), bleibt die Zelle kalt und man kommt nie aus dem Spannungstal. In diesem Fall muss man eine Zelle nehmen, die von vornherein keinen Spannungseinbruch zeigt.
 

Heinrich

Flashaholic**
28 Juni 2013
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Ruhrpott
Das Problem ist ja eben das man das ohne zu prüfen nicht sicher sagen.
Anderseits sind das INR Akkus mit "sicherer" Chemie.

MfG
 
G

Gast3

Guest
Habe mir jetzt nen Schwung UR18650ZY bei Banggood gekauft. Scheinen original zu sein. Kamen alle einzeln verpackt (hoffnung auf eine Charge ade, aber na ja). Alle 8 Akkus hatten 3,79 V bei der Lieferung und waren beim Laden im VP4 auch (bis auf leichte Unterschiede in der CV Phase) gleich schnell voll. In der TK75 hatte ich sie dann mal bis auf ca. 3,9 V runterentladen (dort 2S2P verschaltet). Hatte alle die gleiche Spannung.

Den "härtetest" in der FF4 haben sie auch gut bestanden. 3x6 Min in der 40W Stufe + 5 Min in der 60W Stufe problemlos.

Da werden die MH1 bald im Marktplatz zufinden sein... Habe bei 4S Verschaltung lieber Zellen mit PTC!

Thomas
 

nightcrawler

Flashaholic*
9 November 2016
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Huch? ist die Gleichung so einfach? Hochstromzellen sind kältefester?

Jein :)
Einfach ist da gar nichts! Besonders weil die meisten Kürzel auf den Zellen Wortschöpfungen der Industrie sind und nicht der IEC Nomenklatur folgen, bzw darin gar nicht erfasst sind.
Kältefest bedeutet geringer Leistungseinbruch und möglichst gleichbleibende Kapazität.
Das erste kann durch das gewählte positive Polmaterial (ich vermeide Anode/Katode, da bei Laden bzw Entladen umgekehrt) bis in einen gewissen Temperaturbereich erreicht werden. Hier sind IMR die Platzhirschen, gefolgt von INR und ICR. Veränderungen wie Nano-kristallines-silizium an den negativen Pol werden meines Wissens nicht in der ICE-Nomenklatur erfasst (@all: Wenn doch bitte nachtragen). Dies erkennt man an einen höheren möglichen Entladestrom. Um in noch tieferen Temperaturen operieren zu können, muss auch die Chemie des Elektrolyt angepasst werden. Und da gibt es riesige Unterschiede! Die meines Wissens auch nicht durch die ICE standardisiert sind.
Bsp: Ethylenglycoldimethylether mit -58°c Schmelzpunkt
Ethylencarbonat mit 36°c Schmelzpunkt
Es gibt noch viele weitere Lösemittel, verwendet werden zumeist Mischungen.
So, um jetzt den Hettrick komplett zu machen, die Wahl eines kältetauglichen Elektrolyts kann der Hochstromfestigkeit entgegen wirken.

Zu Veränderungen an der Membran kann ich nichts beitragen.

Was man hier mitnehmen sollte: Hochstromfestigkeit kann ein Indiz für Kältefestigkeit sein, ersetzt den Blick in die Datenblätter nicht. Das einzige was wirklich Klarheit schafft sind Praxistests.