Einleitung
Als ich die Lampe gesehen habe, war ich sofort an einem Review interessiert. Sofirn hat in letzter Zeit sehr gute Stirnlampen rausgebracht und auch bei der HS23 sah das UI wieder vielversprechend aus. Das Ganze kombiniert mit großem 21700er – hoffentlich nicht zu schwer, aber abgesehen davon verspricht das natürlich tolle Laufzeiten!
Alle meine Reviews findet ihr auch auf meiner Homepage.
Review der Sofirn HS23 auf dahamstah.de
Disclaimer: Sofirn hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.
Review der Sofirn HS23 auf dahamstah.de
Disclaimer: Sofirn hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.
Spezifikationen laut Sofirn
Es gibt nur eine Version der HS23, diese ist hier zu sehen.
Kaufen könnt ihr diese direkt bei Sofirn.
Packungsinhalt und Eindrücke
Die Lampe kommt in einer typischen, weißen Sofirn-Box mit Aufdruck der Lampe sowie der wichtigsten Daten.
Die Lampe ist ein ganz klare Stirn / Helmlampe. Kein Hybrid zum schnellen ausclippen. Ein Schalter mit integrierter Akkuanzeige ist mittig auf der Lampe, ein Drehschalter für die Lichtquelle an der Seite. Beide bedienen sich gut und eindeutig.
Die HS23 ist mit Sicherheit kein Leichtgewicht, sondern eher eine der schwereren Ihrer Art. Der mitgelieferte 5000mAh 21700-Akku trägt dazu mit Sicherheit seinen Teil bei. Wenn wir gerade beim Thema Akku sind: Natürlich gibt es einen Tiefentladeschutz in der Lampe, ebenso wie einen Verpolschutz. Der Akku ist beidseitig federgelagert, die Gewinde der Kappe sind anodisiert, so dass ein mechanischer Lockout möglich ist.
Gegenüber des Schalters sitzt der USB-C-Port, welcher klaglos alle meine Kabel akzeptiert hat. Leider ist er nur durch einen Gummistöpsel abgedichtet, dieser sitzt dafür vertrauenserweckend fest.
An der Front finden sich 8 LEDs hinter einer großen 8fach-TIR-Optik. In der oberen Reihe sitzen außen die roten, innen die Fernlicht-LEDs. In der unteren Reihe sitzen 4 LEDs, welche für das Flutlicht zuständig sind. Die TIR ist nicht von Glas bedeckt. Das führt dazu, dass sich leichte Kratzer nicht vermeiden lassen, diese beeinträchtigen die Funktion jedoch nicht. Dafür gibt es kein Glas, welches brechen kann.
Wie man auf den bisherigen Bildern gut sehen kann, ist die Verarbeitung einwandfrei. Die Anodisierung ist glatt und leicht speckig, hat aber meinen Testbetrieb (incl. Transport im Rucksack mit anderen Metallgegenständen) schadlos überstanden.
Größe
Die „Rohrlänge“ der HS23 beträgt 90mm, der Durchmesser am Schalter 31mm. Die dickste Stelle ist 41mm tief.
Inklusive Stirnband und Akku bringt die Lampe stolze 237g auf die Waage.
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Stirnband: Es wäre schön, wenn Sofirn das Stirnband etwas aktualisieren würde. Belüftungslöcher und ein Silikonstreifen wären eine gute Ergänzung. Allerdings kann ich dem Stirnband auch so nicht viel vorwerfen. Es hält die Lampe gut am Kopf / Helm, wirkt ausreichend robust und ist erstaunlich bequem. Zudem hält es die Hitze gut vom Kopf ab. Ob der Gummihalter haltbarer ist als jene aus Plastik, kann ich natürlich nicht sagen, aber alles ist dick ausgeführt und wirkt ausreichend robust.
Zudem ist es über einen weiten Bereich einstellbar, passt problemlos auf meinen kleinen Kopf (Helmgröße S…) aber auch auf meinen Kletterhelm (Größe S…) – und da ist noch ausreichend Luft für größere Helme!
Lanyard: Es ist kein Lanyard enthalten
Clip: Es ist kein Clip enthalten
Magnet: Es ist kein Magnet integriert
Transport in der Tasche: Egal ob Jackentasche oder Rucksack, es gibt sowohl mechanischen als auch elektronischen Lockout. Die Lampe ist nicht klein und leicht, passt aber gut in die meisten Taschen und verhält sich dort unauffällig.
UI (Bedienung)
Das UI ist simpel und intuitiv, bietet aber trotzdem alle wichtigen Funktionen. Jeder Modus speichert die Einstellungen individuell. Die Modusauswahl funktioniert einfach, aber richtig toll mit dem seitlichen Drehrad. Dort kann man wählen zwischen Rot, Kombiniert Flutlicht und Spotlicht, nur Flutlicht oder nur Spotlicht.
Das UI für alle weißen Modes ist dann gleich, für rot gibt es eine kleine Abweichung.
| Zustand der Lampe | Aktion | Ergebnis |
| aus | 1C | ein im zuletzt verwendeten Modus |
| ein | 1C | aus (außer im Turbo, dann zurück zum zuletzt verwendeten Modus |
| aus | 1H | moon |
| ein | 1H | Leuchtstufenwechsel |
| ein | 2C | Turbo / Beacon bei Rot |
| aus | 2C | Lock |
| Lock | 2C oder mehr | Unlock und einschalten |
Leuchtprofil und Messungen
Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag durch die Hitzewelle bei 24 – 29°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!
Den Schriftzug HOT sollte man ernst nehmen!
Wenn man die Lampe richtig quält (29° Umgebungstemperatur, kein Lufthauch, Kopfüber in der Kugel), dann wird sie ziemlich heiß. Knapp 70°C habe ich in der Spitze gemessen. Das ist nicht kritisch und wird im realen Betrieb wahrscheinlich nie passieren, erwähnenswert finde ich es aber trotzdem. Die meisten Lampen regeln vorher ab. Hat man die Lampe am Kopf und bewegt sich (oder sperrt sie zumindest nicht mit den LEDs in eine Kugel), so wird die Lampe warm, bleibt aber unterhalb der Schmerzgrenze – selbst wenn man den Turbo mehrfach reaktiviert!
Output und Lichtbild
Was soll ich sagen, ich kann das Lichtbild der Lampe gefällt mir sehr gut. Spot ist ein ausgeprägter, aber großer und nicht zu scharfer Spot. Flood ist flutig, aber immernoch gerichtet, allerdings vollständig ohne Spot. Rot entspricht in etwa dem Spot-Beam. Der kombinierte Modus funktioniert trotz unterschiedlicher Lichtfarben erstaunlich harmonisch, deutlich angenehmer als z.B. bei der HS21. Für meine Anwendungszwecke hätte es treffender nicht sein können.Um es kurz zu machen: Die Performance ist gut. Die Lampe holt aus Ihrer Größe und den Emittern wirklich das Maximum heraus, wie man auch an den Temperaturen sieht. Für Flood und Spot habe ich jeweils den Low-Modus ausgelassen, für alle den Eco-Modus. 36h und 350h sind im Diagramm nicht mehr schön darstellbar.
Die Lampe liefert ca. 950 Lumen für knapp 2 Stunden. Das gefällt mir richtig gut. Nahezu jeder Modus hat einen kleinen Stepdown, das kenne ich von anderen Sofirn Modellen. Wie immer, das ist Geschmackssache, mir ist ein konstanter Betrieb bis zur Abschaltung lieber, ich habe aber auch viele Stimmen vernommen, die eine solche Regelung bevorzugen.
Die ersten 15 Minuten der höchsten Leuchtstufen
| Modus | Output (30S) | Laufzeit (bis abschalten) | Werksangabe |
| Spot + Flood Turbo | 3094 (2982)lm | 2h 25min | 3320 – 1000lm -> 2min + 1h 55min |
| Spot + Flood High | 1414 (1402)lm | 3h 24min | 1558 – 740lm -> 10min + 3h 20min |
| Spot + Flood Mid | 485 (485)lm | 7h 31min | 529lm -> 6h |
| Spot + Flood Low | 97 (97)lm | 26h | 100lm ->22h |
| Spot + Flood Eco | 4lm | – | 5lm -> 350h |
| Spot Turbo | 1812 (1782)lm | 2h 31min | 2044 – 984lm -> 3min + 2h |
| Spot High | 932 (928)lm | 4h 22min | 1044 – 660lm -> 10min + 4h 30min |
| Spot Mid | 319 (319)lm | 10h 25min | 355lm ->10h 30min |
| Spot Low | 84 (84)lm | – | 90lm -> 36h 30min |
| Spot Eco | 5 lm | – | 5lm ->350h |
| Flood Turbo | 1949 (1881)lm | 2h 52min | 2044 – 700lm -> 3min + 2h 20min |
| Flood High | 1005 (995)lm | 3h 6min | 1067 – 660lm -> 10min + 3h 10min |
| Flood Mid | 334 (331)lm | 8h 24min | 358lm -> 8h |
| Flood Low | 72 (72)lm | – | 75lm -> 36h 30min |
| Flood Eco | 4lm | – | 4lm ->350h |
Maximal habe ich für die Lampe (beim Einschalten, voller Akku, Messung auf 1m) 13780cd gemessen. Das entspicht einer Reichweite von 235m.
Auch einen Vergleich zu ein paar anderen Lampen möchte ich euch zeigen.
CCT, CRI, DUV, PWM
| Combo low / turbo | Flood low / turbo | Spot low / turbo | |
| CCT | 5000 / 5250 | 4900 / 4900 | 5900 / 6250K |
| CRI | 89 / 85 | 97 / 94 | 73 / 73 |
| DUV | 0,005/ 0,003 | 0,006 / 0,005 | 0,002 / 0,000 |
Flicker ist im grünen Bereich, PWM ist (auch mit der Kamera) nicht zu sehen. Folgend findet ihr exemplarisch Screenshots der Messung für Flood.
Beamshots
Ich hoffe, man kann auf den Beamshots etwas erkennen, wie gut sich die Lampe im Vergleich schlägt. Aller Aufnahmen wurden mit vollen Akkus, gleichen Einstellungen und im Zeitraum von wenigen Minuten aufgenommen. Zwei Bemerkungen zur HS21: Meine hat als Spot-LED eine SFT40 5000K – wundert euch also nicht über den neutralweißen Spot und denkt daran, dass das originial ein paar Lumen mehr haben wird. Und das Foto des Rotlichts ist leider nicht scharf geworden, das ist mir erst zu Hause aufgefallen. Es reicht aber, um zu zeigen, wie viel stärker das Rotlicht der anderen Stirnlampen ist. Einen direkten Vergleich des Rotlichts HS21 vs HS23 gibt es dazu auch noch.
HS21 links, HS23 rechts
Akkus und Aufladung
Die Lampe ist während des Ladens nutzbar, allerdings nicht mit voller Helligkeit. Am Kopf hätte man wahrscheinlich das USB-Kabel im Sichtfeld, somit bietet sich diese Nutzung eher als Beleuchtung abseits des Kopfes an. Leider beherrscht sie kein reverse charging, andere Geräte können nicht geladen werden.
Das Ladeverhalten selbst sieht vorbildlich aus. Das CC/CV-Verfahren wird sehr gut umgesetzt, sogar die steigende Spannung des Akkus wird berücksichtigt, das sieht man selten. Auch die Terminierung auf nahezu Null gefällt mir gut. Insgesamt ist des Ladeprofil sehr schonend für den Akku, dazu passen auch die konservativ gewählten knapp 9W Ladeleistung – etwas unter 0,5C. Das mag zwar nicht das schnellst sein, ist aber definitiv schonend für den Akku und in dem kleinen Gehäuse in meinen Augen eine gute Wahl.
Zusammenfassung
Sofirn hat zur Zeit ein Händchen für Stirnlampen. Die HS21 wird nicht umsonst sehr oft empfohlen, die HS22 ist eine tolle Alternative. Die HS45 ist technisch sehr interessant. Wo reiht sich nun die HS23 ein? In meinen Augen, wenn das Gewicht nicht die Hauptsache ist oder man nicht damit laufen gehen will, auf Platz 1 meiner persönlichen Stirnlampenrangliste.Der größte Nachteil der Lampe ist wohl, wie bei jeder 21700-Stirnlampe, das Gewicht. Das Stirnband funktioniert zwar, erstaunlich bequem sogar, könnte aber trotzdem etwas moderner sein. Die Abdichtung der Lampe ist nicht optimal, für IPx6 aber mehr als ausreichend. Damit sind die negativen Punkte, die ich finden konnte, genannt.
Dem entgegen steht ein toller, ausgewogener Beam, in allen Modes. Die Lampe ist für ihr Gewicht erstaunlich bequem zu tragen und fällt mir auf dem Kopf weniger auf als die HS21. Dafür gibt es mehr Output und mehr Laufzeit. Bei einer ähnlich tollen Bedienung – mir gefällt der seitliche Drehregler noch besser als der der HS21, da ich nicht mehr Gefahr laufe, mich zu blenden, weil ich in meine Hand leuchte. Der Schalter ist einfach zu finden und auch mit Handschuhen bedienbar. Und das rote Licht der Lampe ist der Konkurrenz deutlich überlegen.
Egal, ob lange Bergtouren, die bei Dunkelheit beginnen und enden, in der Werkstatt, im Urlaub oder einfach nur auf der Gassirunde – die Lampe ist ein ziemliches Allround-Talent.