LiitoKala Lii-600, Erfahrungen, Mini-Test

LarryB

Flashaholic**
26 Januar 2022
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LiitoKala ist kein Unbekannter im Bereich Ladegeräte, aber das Lii-600 finde ich trotzdem etwas exotisch. Bisher nur bei AliExpress gut erhältlich, bei deutschen Händlern kaum oder nur zu einem mir zu hohem Preis. Dann bei Ebay ein kurzzeitiges Angebot entdeckt und zugeschlagen.

Haptik: Bedienung wegen der Touch-Tasten etwas gewöhnungsbedürftig. Meiner Meinung nach aber eigentlich gut zu bedienen, allerdings komme ich beim kleinen Ortswechsel relativ schnell an die Touch-Oberfläche und dann piepst es natürlich jedes Mal. Verarbeitung wirkt solide, ich hab nix zum Meckern. Die Schlitten wirken solide. Die Federn sind relativ leichtgängig , kleine Zellen mit guten Kontakt, in diesem Sinne besser als so mancher andere Kombilader.

Bedienung: Größtenteils einfach, nur dass dauerhafte einschalten des Displays ist erstmal ein Rätsel. Es gibt insgesamt 6 Buttons: 1 für jeden Ladeschachte, den Mode und Current Button. Mit den Buttons 1-4 kann ich einen Schacht auswählen, mit Mode zwischen den Betriebsarten wählen, mit Current den jeweiligen Lade-/Entladestrom festlegen. Nervig: Jeder Tastendruck sorgt für einen gut hörbaren Beep, lt. Meinen Empfinden lauter als die Beeps des Vapcell S4 Plus. Abschaltbar ist es wohl nicht, zumindest wüßte ich nicht wie.
Sobald die Stromversorgung vorhanden ist und ein Akku eingelegt wurde geht es mit Laden im Automatikmodus los. Beim Einlegen hat das Gerät bei mir mit 250mA oder 500mA gestartet. Laut BDA hängt der Ladestrom im Automatic-Mode von der Situation (?) der Akkus ab, aber genauer ist es nicht spezifziert. Mit einem längeren Druck auf die Current-Taste schaltet man auf manuelle Ladestromeinstellung um.
Die BDA bei meinem Exemplar ist englisch, russisch und chinesisch. Mit meinen Skills kann ich nur englisch beurteilen, finde ich eher mittelmäßig formuliert, katastrophal unübersichtlich strukturiert. Zwar sind die Abläufe für jede Funktion in kleinen Textboxen dargestellt, aber ansonsten nur viel Text, keine hervorgehobenen Überschriften, Abstände zwischen den Text verschiedener Sektionen gleich wie innerhalb einer Funktion. Insgesamt würde ich das unter Durchschnitt einstufen, da ist viel Luft nach oben.

Display: Von der Ablesbarkeit gefällt mir das gelbe LED-Display sehr gut. Aktiver Schacht, Akku-Chemie, Automatik/Manuelle Ladestromeinstellung, grober Füllstand, aktuelle Zellenspannung, geladene/entladene Kapazität, IR, verstrichene Zeit, Zellentemperatur. Letzteres findet man generell sehr selten, was ich schade finde; selbst unter dem Aspekt dass ich mit Infrarot-Thermometern immer höhere Werte messe als die Ladegeräte selbst. Die Fülle an Infos auf einem Blick sind sehr gut, kenne da aktuell nix Besseres. Leider hat dieses Display den Nachteil dass die Werte nur für einen Akku dargestellt werden, manuelles umschalten auf anderen Schacht ist also nötig. Im Normallfall schaltet das Display nach 25s ab. Um es dauerhaft einzuschalten muß man es mit einen der Schacht-Buttons wieder aufwecken und nochmal den Button etwas länger drücken, dann bleibt es dauerhaft an.

Features:

Laden:
Für NiMH stehen die Ladeströme 250/500/1000mA zur Verfügung, für LiIon 250/500/1000/1500/2000/2500/3000mA. Für NiMH hätte ich mir etwas größere Auswahl gewünscht, für LiIon ist es meiner Meinung nach gut abgestuft.
Bei Ladeende piept es deutlich 10 , dazu leuchtet eine LED innerhalb der Schacht-Buttons grün, bei laufenden Ladevorgang rot.

Entladen: Hier stehen die Entladeströme von 250/500/750mA für NiMH und LiIon zur Verfügung. 1000mA, zumindest für NiMH, wäre nett gewesen, theoretisch.

Test: Das übliche Laden, Entladung mit Kapazitätsmessung, Wiederaufladen mit 2 min Pausen zwischen den einzelnen Schritten. Den Ladestrom kann man manuell wählen, der Entladestrom wird anhand des Ladestroms automatisch gewählt. So ganz kann ich der BDA da nicht folgen, bei mir hat der Entladestrom eine andere Stärke als angegeben. Ladestrom/Entladestrom hab ich so beobachtet: 250mA/250mA, 500-1000mA/500mA, ab 1500 mit 750mA. Am Ende sind Entladedaten und Ladedaten des letzten Vorgangs abrufbar.

Refresh: Etwas ungenaue Beschreibung, da ich es bisher nicht probiert habe kann ich nur die BDA zitieren. Im Automatik-Modus werden die LiIon je nach Ladestand von 250-3000mA geladen, Entladung vermutlich mit 250mA. Im manuellen Modus wird wohl nur 250mA verwendet, bei NiMH in beiden Modi auch 250mA. Wie viele Zyklen gemacht werden ist nicht spezifiziert.

Praxistests

Laden:
AA mit 1000mA, AAA mit 500mA geladen. Das Ergebnis sah insgesamt besser aus als erwartet, denn LiitoKala gilt eher als Ladegeräte-Hersteller der gute Leistungen für LiIon bringt, weniger für NiMH.

Ich habe in diesem Test einige Akkus drin die problematisch für das ein oder andere Ladegerät sind. Das sind Akkus, die nicht mehr topfit sind und/oder eine Tiefentladung mitgemacht haben. Insgesamt habe ich im derzeitigen Test 24 AA und 26 AAA. Bei 3 AAA habe ich den Ladevorgang manuell abgebrochen, entweder wegen einer zu hohen Temperatur oder weil sehr lange die Spannung gleichblieb. Bei 2 dieser 3 Akkus hat beim 2. Versuch die Terminierung funktioniert.
Bei AA hat nur die Tronic 2500 Probleme gemacht, die blieb dauerhaft bei 1,48V und hatte 52°. Verwundert hat mich in diesem Fall dass die Temperatur lange gleichbleibend war, das ist unlogisch. Akku rausgenommen, abkühlen lassen, 300mAh entladen, wieder eingelegt, Terminierung wurde diesmal korrekt bei 1,50V durchgeführt.
Ja/Mars-Test wegen Ladezeit/Kapazität

Nicht perfekt, aber insgesamt ein gutes Ergebnis.

Was mir aufgefallen ist: Liegt eine Liion bei 4,20v zeigt es nach wie vor den korrekte Ladestrom an, allerdings steigt die geladene Kapazität deutlich langsamer. Ja, hört sich nach CC/CV an, aber das Vapcell zeigt dann wirklich an das gegen Ladeende der Strom reduziert wird.

Entladen: Da hat mich das Lii-600 stark enttäuscht. AA-Akkus, die ich problemlos mit 1A entladen kann, und das mit Powerex MH-C9000 Pro, Skyrc NC2200, Keeppower L4, Vapcell S4 Plus, fallen beim Lii-600 schon mit 750mA durch. Die Spannungen brechen lt. Anzeige sofort stark ein, Akku wird sehr früh als leer angezeigt. Bei der Ja 2300mAh war nach 357mAh Schluß, beim Laden mit dem LiitoKala und Entladen mit dem Powerex kam ich bei Entladestrom 1A auf 1885mAh. Bei der Wilhelm 2400mAh zeigte das Lii-600 726mAh, das Powerex 2393mAh. Bei AAA mit 500mA sah es noch schlechter aus, meist war der Entladevorgang unter 1 Minute beendet wegen angeblich leerem Akku. Ausnahme war ausgerechnet die schwächliche Patona 900mAh, die mit 539mAh sogar ein recht gutes Ergebnis erzielte. Ja, natürlich sieht das besser aus wenn ich den Entladestrom runterschraube. Aber irgendwas läuft da schief und der Zeitaufwand wenn ich halb so schnell entladen kann wie mit anderen Ladegeräten ist für mich unschön.

Fazit: Insgesamt ein gutes Ladegerät, das ist Kriterium Nr.1 für mich. Die größten Negativpunkte sind für mich die seltsame Entladefunktion und das Gepiepse bei jedem Tastendruck.
 

minibip

Flashaholic
4 Dezember 2018
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Eifel
Danke für das Review.

Irgendwie erinnert mich das Gerät an das Vapcell S4+.

Das Design der Ladeschächte, die Temperatursensoren, die Beschriftung. Irgendwie Vapcell DNA.

Theorie: Vielleicht stammen die Geräte vom gleichen Auftragsfertiger?!
 

LarryB

Flashaholic**
26 Januar 2022
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Gute Frage, aber da ich das Vapcell auch habe sage ich eher mal nein :) ohne es wirklich zu wissen. Zumindest beim laden von NiMHs verhält sich das Vapcell anders bzgl. Terminierung, beim Entladen ist ein extremer Unterschied.

Selbst wenn sie vom benachbarten Band kommen sollten, die Unterschiede sind merklich. Ich glaub LiitoKala gibts auch schon länger im Lader-Markt.

Denke zumindest dass Vapcell wirklich selbst das Design macht und nach eigenen Vorgaben bauen läßt.

Ich kenn mich da nicht so gut aus im PC-Bereich gibts auch für alles Auftragsfertiger, z.B. für Netzteile. Die einen labeln nur die Geräte um, machen kleinere Änderungen bzgl. Kabel oder so, andere bauen quasi vollkommen andere Netzteile für Kunden.
 

LarryB

Flashaholic**
26 Januar 2022
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Was noch ein Unterschied ist: Die Entladefunktion. Beim Vapcell kann man in den äußeren Schächten mit bis 1A entladen, innen mit 0,5A. Beim LiitoKala geht es nur bis 0,75A in allen Schächten. Ist zwar letztendlich die gleiche Gesamtleistung, aber ich denke dass beim Vapcell ein anderes Design vorliegt. 1A für LiIon in einem lüfterlosen Lader ist eine Seltenheit, da müssen die Entladungswiderstände schon was aushalten. Wegen der Wärmeentwicklung wäre es wohl nicht möglich auch in den inneren Schächten 1A zu erlauben
 

LarryB

Flashaholic**
26 Januar 2022
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Aufgrund der Anfrage von @minibip hier mal ein Vergleich mit 18650er im Lii-600 und Vapcell S4 Plus

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Das Lii-600 scheint etwas größer zu sein. Die blaue 18650 ist die einzige mit Button-Top
 
  • Danke
Reaktionen: minibip

LarryB

Flashaholic**
26 Januar 2022
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Nachtrag bzgl. Entladen:

Für LiIon habe eine eine NoName 1200mAh mit 500mA entladen, eine LG M29 2850mAh und Panasonic 2750mAh mit 750mA.

Keine der Probleme die ich mit NiMH hatte, bei der LG/Panasonic hatte ich sogar leicht höhere Kapazitäten gemessen als mit dem Vapcell S4+

So scheint der seltsame Entladealgorithmus nur bei NiMH Probleme zu verursachen (falls es kein anderer ist als bei LiIon)