[LED-Test / Review] Cree XLamp XM-L2 U3 color kit 51 (≈ 6200 K, neues Design nach PCN)

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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5.940
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nahe Köln
LED-Test / Review
DE


Cree XLamp XM-L2 (New design)



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Für einige Jahre war die XM-L2 wie ihr Vorgänger, die XM-L, eine der meist verwendeten LEDs für Taschenlampen. Ihre gute Performance gepaart mit der attraktiven Preisgestaltung und dem relativ einfachen Dedoming machte sie auch zu einer guten Wahl für Umbauten und Reichweitenrekorde. Zunehmend wird sie allerdings von Osram- und Luminus-Emittern verdrängt.

Vor wenigen Jahrern wurde von Cree eine neue Plattform für LEDs vorgestellt, die mit XP-G3 und XP-L2 im Laufe der Jahre 2016 und 2017 schließlich auf dem Markt eingeführt wurde. Entgegen eines eventuell daraufhin zu erwartenden Produktionsstopps der XM-L2 wurde im Mai 2021 eine PCN (Product Change Notification, Link zu Mouser) veröffentlicht, welche eine Produktänderung für die XM-L2 ankündigt. Die betraf die elektrischen Parameter ebenso wie das Design. Ausgliefert werden sollte das neue Design ab August 2021.

Durch die große Abweichung zum bisher bekannten Design habe ich beschlossen, diese LED zu testen und vor allem auch die Tauglichkeit mit klassischem Dedomen in Taschenlampen zu untersuchen.

Erworben wurde dieser Emitter Ende November 2022 bei Mouser.


Technische Daten​


Tj 85 °C, If 700 mA


Typ: single die
Binning: U3, typ. 320 lm
Farbgruppierung: 51 (≈ 6200 K)

Nennspannung: typ. 2,72 V max. 3,15 V
Max. Vorwärtsstrom: 3000 mA
Max. Spitzenstrom: ---
Abstrahlwinkel: typ. 120°
Wärmewiderstand: typ. 0,7 °C/W
Max. Temperatur Tj: max. 150 °C


Offizielles Datenblatt: Cree XM-L2 (PDF, 1,6 MB)


Hinweis: es gilt zu beachten, dass die aktuelle Version des Datenblatts auf der Webseite von Cree nur noch für die neue Version der XM-L2 gilt! Für die alte Version mit klassischer Bondierung kann dieses Datenblatt gehostet von Mouser (PDF, 1,9 MB) herangezogen werden. Guter Aufschluss kann die Jahresangabe für das Copyright im Footer des Datenblatts geben (neu: 2022, alte Version: bis 2019/2020)



Äußerliches Erscheinungsbild​



Die neue Version unterscheidet sich erheblich von der früheren XM-L2. Die gelbe Leuchtfläche wird von einer Silikonkuppel (Dome) bedeckt. Um den LED-Chip befindet sich eine schlichte weiße Fläche. Während beim Vorgängerdesign die Kontaktierung auf der Oberseite durchgeführt wurde (Lateral design), wird das neue Design als Flip Chip Design hergestellt, die Kontaktierung befindet sich also auf der Unterseite des LED-Chips. Diese Bauform ist bereits von früheren LEDs bekannt, unter anderem der XP-L2 und auch von anderen Herstellern wie bei Nichia mit der 319A.

Ein hellgraues Plus-Zeichen kennzeichnet die Anode.


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Wie die ältere XM-L2 ist die neue Version 5,00 x 5,00 mm groß, wodurch sie nach wie vor das XM-Footprint aufweist. Sie ist weiterhin voll kompatibel mit Zubehör für XM-Footprint, wie Zentrierhilfen und Boards, und ermöglicht damit einen einfachen Tausch mit einer früheren Cree XM-LED.



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Das Thermal pad (mittlere Kontaktfläche) ist wie bei den Cree XM-LEDs üblich elektrisch neutral. Die Zacke im Thermal pad ist eine weitere Markierung für die Anode.



Leuchtfläche​



Die Leuchtfläche ähnelt der XP-G3 und XP-L2. Bei schwacher Bestromung ist eine feine Granulierung mit kleinen blauen und gelben Bereichen erkennbar. Die Durchmischung des Lichts dieser Bereiche entspricht der angegebenen Farbtemperatur.



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Die Leuchtfläche ist mit Dome 7,90 mm² groß. Sie ist etwa 1 mm² kleiner wie bei der originalen XM-L2 abzüglich der Bondierung, was die Leuchtdichte verbessern sollte und auf dem folgenden Bild sehr gut erkennbar ist. Offensichtlich wurden optische Eigenschaften des Emitters zumindest leicht verändert.



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Durch die fehlenden Bondierungs-Drähte auf der Oberseite des Die steigt die Effizienz durch die fehlende Abschattung und die LED sollte für Fokusoptiken besser geeignet sein weil sie ein saubereres Lichtbild ohne „abgeschnittene Ecken“ liefert.



Leistung und Überbestrombarkeit​



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Innerhalb offizieller Parameter:
  • bei 3000 mA (offizieller Maximalstrom): 1369 lm @ 3,18 V (dedomed: 1171 lm)
  • Leistung bei offiziellem Maximum: 9,54 W
  • Effizienz bei 3000 mA: 143,5 lm/W (dedomed: 122,7 lm/W)
  • bei 700 mA (Binning conditions, 25 °C Tj): 379 lm @ 2,80 V (dedomed: 325 lm) – umgerechnet auf 85 °C nach Datenblatt und Cree PCT: 345 lm (dedomed: 298 lm)
Die hier getestete XM-L2 U3 erfüllt nicht nur das angegebene Binning (320 lm @ 85 °C/700 mA) sondern erreicht sogar das Binning U4. Dies könnte auf eine sehr gut laufende Produktion mit hohem Yield und dem deshalb nötigen Umlabeln auf niedrigere Binnings hindeuten, ähnlich wie es gelegentlich bei Computerprozessoren und anderen Halbleiterprodukten getan wird.

Die Performance ist gelinde gesagt schlicht beeindruckend. Fast 4000 Lumen und über 15 A Maximalstrom zeigen, dass sich die vergangenen Jahre auch auf dem XM-Footprint einiges getan hat. Die XP-L2 wird spielend leicht übertroffen, von der alten XM-L2 ganz zu schweigen. Es gilt zu beachten, dass die hier getestete XM-L2 bei etwa 5 A durch durchgebrannte Bonding-Drähte irreparabel zerstört wurde und daher nicht ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten konnte.

Der im Datenblatt angegebene Wärmewiderstand 0,7 °C/W dürfte plausibel sein, da sogar die Performance der XP-L2 deutlich übertroffen wird. Da der Maximalstrom allerdings deutlich unterhalb der XHP70 liegt (0,9 °C/W) ist anzunehmen, dass die Wärmeabfuhr durch die Fläche des Thermal pad im XM-Footprint begrenzt wird und dadurch den Maximalstrom limitiert.


Überbestromung:
  • Maximum bei 16,8 A erreicht, an diesem Punkt 3833 lm @ 4,48 V (dedomed: 16,2 A @ 3231 lm / 4,44 V)
  • Leistung bei Maximum 75,3 W (dedomed: 71,9 W)
  • Sweet Spot bei etwa 9 A (3036 lm @ 3,85 V), dedomed 8,6 A (2510 lm @ 3,80 V)
  • Leistung im Sweet Spot 34,65 W (dedomed: 32,7 W)
  • Effizienz im Maximum 50,9 lm/W (dedomed: 42,2 lm/W)
  • Effizienz im Sweet Spot 87,6 lm/W (dedomed: 76,8 lm/W)


Leuchtdichten und Dedoming​


Werte bei 25 °C Tsp, 85 °C Tsp Werte 6-14 % niedriger


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Update 06.12.2022

Aufgrund mangelhafter Messtechnik und ungenügendem Messaufbau waren die früheren Leuchtdichte-Werte viel zu hoch, um teilweise bis zu 70 % (!). Nach Überarbeitung der Messmethodik und der Anschaffung eines deutlich genaueren Messgeräts erscheinen die Werte nunmehr deutlich plausibler.
Die neuen Ergebnisse sind in der obigen Tabelle hinterlegt.

DIe Leuchtdichte liegt im zu erwartenden Bereich der XM-L2, XP-L(2) oder auch SST-40-W. Letztere zieht ohne Dome der neuen XM-L2 auch im dedomten Zustand gnadenlos davon. Auch die etwas ältere XP-L HI V3 schafft es, bereits bei niedrigerem sofort vorbeizuziehen. Sehr hoch ist die Leuchtdichte insbesondere im dedomten Zustand nicht.
Allerdings gilt es zu beachten, dass auch im Direct drive an einem potenten 18650 nicht mehr als 6 bis 7 A erreicht werden dürften, wodurch andere LEDs in der Leuchtdichte im Vorteil sind.

Dedoming ist möglich, ich habe die LED geshaved. Das Silikon ist härter und schwerer zu schneiden als bei den früheren XM-L2, was eine gründliche Arbeitsweise erfordert. Durch Dedoming werden die optischen Parameter verändert, welche Auswirkungen auf Lichtstrom und Leuchtdichte haben.


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Die Leuchtfläche ist hier 4 mm² groß, genauso wie bei der alten XM-L2. Der prozentuale Unterschied der Leuchtfläche nach dem Dedomen fällt allerdings deutlich geringer aus.
Auffällig ist das stärkere Leuchten um den Die als bei vorhandenem Dome. Vermutlich entspricht der Die in etwa denen der XP-L2 und -G3, bei welchen auch seitlich Licht abgestrahlt wird und dadurch Auswirkungen auf Optiken und Lichtbild erwartbar sind. Aufgrund der unterschiedlichen Leuchtfläche entspricht der Die nicht dem der XP-L2, möglicherweise wird hier eine neue (Cree-exklusive) Chip-Plattform eingesetzt.

Interessant ist hier der geringe Unterschied der Leuchtdichte nach dem Dedomen. Die Leuchtdichte steigt um nicht einmal 10 %, trotz der Verringerung der Leuchtfläche. Dies wurde auch durch die neuerliche Messung bestätigt, der zweite Emitter entspricht in seiner Performance fast exakt dem zuerst getesteten Emitter. Ich vermute, dass durch die bereits in der LED vorhandene Bündelung die Leuchtdichte und gleichzeitig der Lichtstrom so stark erhöht werden, dass Dedomen hier schlicht keinen echten Vorteil mehr bietet.


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Es ist offensichtlich, dass LEDs der neuesten Generation immer stärker auf Leuchtdichte bei gleichzeitig möglichst hoher Effizienz optimiert werden. Dies dürfte primär der Verkleinerung des Packages ohne Leuchtdichten-Verlust bei gleichzeitig maximaler Effizienz dienen, was gerade im Automotive-Bereich relevant ist. Dies wird auch im Vergleich mit der dedomten LED deutlich – der Dome besitzt offensichtlich einen anderen Brechungsindex wie bei den früheren XM-L2, denn er fokussiert die Leuchtfläche deutlich enger, was am starken farblichen Unterschied je nach Abstrahlwinkel deutlich zu erkennen ist. Nach dem Dedomen ist der farbliche Unterschied viel weniger intensiv ausgeprägt und die Lichtfarbe vermischt sich mehr. Dies entspricht im weitesten Sinne der alten XM-L2.



Lichtqualität und Verhalten in Optiken​



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Trotz der starken Farbunterschiede im Abstrahlverhalten ist das Lichtbild in einem handelsüblichen Reflektor in Ordnung. Es gibt minimale gelbe Ringe um den gleichfarbigen Spot, doch sind diese mit einem etwas veränderten Reflektordesign oder einem OP-Reflektor problemlos zu entfernen. Für die Verwendung in Reflektoren ist diese LED also problemlos geeignet.

Auf dem obigen Foto ist das Lichtbild in dedomten Zustand dargestellt, außer einem etwas engeren Spot verändert sich gegenüber der LED mit Dome allerdings grundlegend nichts. Zu beachten ist allerdings, dass die Lichtfarbe im Spot dennoch kälter als der Spill ist, was bei der LED mit Dome ausgeprägter zu Tage tritt.

Die Lichtfarbe ist ein bläuliches Weiß. Die Angabe von typ. 70 CRI erscheint hier realistisch, die Farbe rot wird nur stark verfälscht wiedergegeben.

Update 26.12.2022

Ich habe diese LED nun vollständig dedomed. Ergebnisse dieses Vorgangs und auch allgemeine Farb- und Leuchtdichtenmessungen sind hier zu finden!


Fazit​


Eine sehr interessante LED. Auch wenn sie nach wie vor unter dem Namen „XM-L2“ vermarketet wird und sogar dieselben Order codes wie die vorige Version verwendet, so ist sie doch im Prinzip ein völlig anderes Modell mit gänzlich anderen Eigenschaften und Design wie der Vorgänger. Die Effizienz ist sehr hoch, der interne Aufbau der LED ist ein ganz anderer (Flip chip statt Lateral chip) und auch die optischen Eigenschaften sind anders als von der früheren XM-L2 gewohnt. Die Leuchtdichte ist sehr viel höher, und der Wärmewiderstand wurde so stark reduziert, dass beinahe die dreifache Leistung wie beim Vorgänger möglich ist.

Gerade zu Beginn der Einführung dieser neuen Version war die unmittelbare Verwendung der früheren Order codes ein riesiges Problem. Aufgrund der meist nicht bekannten Datecodes der Reels war es für den Kunden sehr schwierig bis unmöglich herauszufinden, ob nun eine LED des neuesten Designs oder noch der Vorgänger geliefert wird. Zudem gilt das aktuelle Datenblatt auf der Seite von Cree nur noch für die hier getestete Variante. Eine Versionshistorie habe ich nicht gefunden.

Für mich ist diese XM-L2 im neuen Design quasi das, was die XM-L3 eigentlich hätte sein sollen. Deutlich verbesserte elektrische Charakteristiken, höhere Leuchtdichte und volle Kompatibilität mit bestehenden Designs und Zubehör machen diese LED zu einer klaren Empfehlung wenn ein sauberes Lichtbild nicht essentiell, aber ein Tausch einer XM-L oder XM-L2 notwendig ist.


Pro
  • enorme Performance
  • sehr hohe Effizienz
  • geringe Vf und sehr geringer Wärmewiderstand
  • voll kompatibel mit XM-Zubehör

Neutral
  • Leuchtdichte im Bereich früherer Modelle wie XP-L(2) oder SST-40-W
  • dedoming lohnt sich kaum
  • Lichtbild in Reflektoren ausbaufähig

Contra
  • Aufgrund der Weiterverwendung der früheren Order codes für Kunden unklar, ob bereits LEDs diesen Typs als XM-L2 ausgeliefert werden
  • Aktuelles Datenblatt gilt nur noch für die neue Version der XM-L2


Mein erster ausführlicher Test seit Jahren. Danke fürs Lesen. :)



LG, Dominik
 
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Flup.88

Flashaholic*
26 Dezember 2014
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Vielen Dank für den ausführlichen Test :thumbup: Ich habe die LED vor ein paar Monaten schon bei Kaidomain als "new XM-L2" gesehen und konnte damit nichts anfangen, jetzt weiß ich auch endlich was es damit auf sich hat. Klingt ja echt interessant mal gucken wo die gut reinpassen würde.
 

The_Driver

Flashaholic***
22 März 2012
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Essen
Danke für den ausführlichen Test! Da steckt, wie schon so oft in der Vergangenheit, sehr viel Aufwand drin!
Hast du die Leuchtdichte mit dem neuen Verfahren, welches du damals entwickelt hattest, ermittelt? Es gab ja mal Probleme mit einer Osram LED.
 
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Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Da steckt, wie schon so oft in der Vergangenheit, sehr viel Aufwand drin!
Danke :)
Ich finde es sehr interessant, nach jahrelanger Pause wieder wirklich neue und v.a. in ihren Eigenschaften unbekannte Emitter zu testen, hat immer so ein bisschen was von Wundertüte :D
Hast du die Leuchtdichte mit dem neuen Verfahren, welches du damals entwickelt hattest, ermittelt? Es gab ja mal Probleme mit einer Osram LED.
Ja, ich nutze weiterhin das "neue" Verfahren. Die LED damals war übrigens die Q8WP... ich erinnere mich.

Ich messe die Helligkeiten in 1 bzw. 2 m allerdings momentan mit einem anderen (günstigen) Luxmeter, bis ich nächsten Monat ein hochwertiges und v.a. genaueres Gerät im Zulauf habe.
 
  • Danke
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Köf3

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Update 06.12.2022

Aufgrund mangelhafter Messtechnik und ungenügendem Messaufbau waren die früheren Leuchtdichte-Messwerte viel zu hoch, um teilweise bis zu 70 % (!). Nach Überarbeitung der Messmethodik und der Anschaffung eines deutlich genaueren Messgeräts erscheinen die Werte nunmehr deutlich plausibler.
Die neuen Ergebnisse sind in der obigen Tabelle hinterlegt.

Die Leuchtdichte liegt nun im zu erwartenden Bereich der alten XM-L2 (domed), XP-L HD/ XP-L2 oder auch SST-40-W (domed).

Bitte dies beachten, falls ihr diese LED in einer Lampe verbauen wollt!
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Die anderen Werte stimmen aber?
Ja weil die Lichtströme mit anderem Equipment erfasst wurden und sich daran nichts geändert hat - im Gegenteil, ich habe vor den Messreihen die Ulbricht-Box komplett anhand von 6 Cree-Emittern in bekanntem Binning neu kalibriert.

Und falls du die anderen Leuchtdichten meinst - die stammen noch aus der Zeit von 2017 bis Anfang 2018, da sollte die Messmethodik soweit ausgereift gewesen sein. Ich habe nur die Leuchtdichten der XM-L2 new design geändert, die anderen sind unverändert geblieben.

Das ist eben das Problem wenn man null Dokumentation erstellt hat, wie damals Leuchtdichten gemessen wurden... :facepalm:
 
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sma

Flashaholic**
8 Januar 2011
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Vielen Dank für das tolle Review!

Eine Detailfrage. Da es beim "shaven" nicht reicht, den Dom zu "planen", sondern da man dem Phosphor vor allem möglichst nahe kommen muss, um eine Leuchtdichte-Erhöhung zu erreichen: Hast Du eine Idee, ob Du dem Phoshor nahe genug warst?
(Ich habe bisher nicht versucht, das irgendwie allgemein zu bestimmen, da ich den Aufwand scheue...)
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Hast Du eine Idee, ob Du dem Phoshor nahe genug warst?
Gute Frage. Ich habe mit dem klassischen "ich leg ne Unterlegscheibe um die LED und zieh die Klinge drüber"-Prozess gearbeitet, da bleiben dann durchaus 0,5-0,8 mm Material über dem Die stehen. Vielleicht versuche ich das ganze mal "freihändig" oder ich teste, ob der Dome sich direkt ablösen lässt, ähnlich wie bei der 519A. Ich könnte versuchen, ähnlich zu dedomen wie bei der XP-L2 damals, d.h. möglichst dicht über dem Die abschneiden und dann einzeln rundherum das Silikon direkt vom Substrat entfernen - vorher möchte ich aber wissen, wie sich die LED verhält bzw. wie diese LED aufgebaut ist...

Die Erklärungen in deinem Link erscheinen aber plausibel. Ich denke, ich werde einen Emitter mal "opfern" und schauen, was ich erreichen kann :D

Vorher mache ich aber noch Spektralmessungen von Spot und Spill. (Da muss ich mir erstmal einen Prozess überlegen, wie ich das ganze reproduzierbar durchführen kann.)
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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Ich habe letzte Tage bei Kaidomain gesehen das es jetzt auch eine "new XP-L Hi" gibt. Hast du davon schon was gehört?
Ja, es gab eine PCN auch für XP-L (HD/HI), #5155.

Ich werde diese sicherlich auch testen, wobei ich ehrlich gesagt Vorbehalte habe, einfach LEDs bei Kaidomain zu kaufen wo ich nicht weiß ob es echte Cree-Emitter sind und wo die Lieferkette völlig unbekannt ist - Mouser kauft eben direkt bei Cree ein, zudem bekomme ich bei Mouser auch Datecodes bzw. Lot no. der einzelnen Reels.

Ganz zu schweigen von den Lieferzeiten... ich habe jetzt schon keine Lust mehr, 3 Wochen auf die "Yinding 5050" LEDs von Aliexpress zu warten. :sleeping:
 
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Köf3

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17 Mai 2015
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Farbmessung und Dedoming (Nachtrag)


Ich habe die neue XM-L2 nun gründlicher dedomed und getestet ob sich der Dome ähnlich wie bei der Nichia 519A einfach mit Fingernagel entfernen lässt, was durch das Design der LED zumindest möglich sein könnte.

Kurz gesagt – dies ist durchaus möglich, Fingerspitzengefühl vorausgesetzt. Selbst im kalten Zustand ließ sich der Dome (bzw. der Rest davon) einfach vom Die abnehmen. Vermutlich durch den kalten Zustand bedingt ist ein sehr kleiner Teil des gelben Phosphors ebenfalls abgerissen, dies beeinträchtigt aber das Lichtbild nicht.

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Oben links ist ein abgebrochenes Stück des weißen Silikons erkennbar, welches zusätzlich rund um die Leuchtfläche das silbergrau glänzende Substrat bedeckt. Interessanterweise wurden mehrere Schichten aufgetragen: eine gelbe Schicht (Phosphor?) und dann darauffolgend die weiße Versiegelung, auf welcher dann im weiteren Produktionsverlauf die durchsichtige Silikonkuppel aufgesetzt wird. (Es wäre für Cree ein leichtes, einfach eine XM-L2 HI auf den Markt zu bringen, entsprechendes Binning der Color kits vorausgesetzt.)

Die optischen Eigenschaften veränderten sich nach dem dedomen erneut. Zumindest die Lichtqualität in Reflektoren ist problemlos nutzbar, etwaige Ringe sind i.d.R. der Qualität des Reflektors geschuldet.


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Auffällig ist der fehlende Durchleuchten von Silikon rund um die Leuchtfläche; nun wird die Leuchtfläche ausschließlich auf den LED-Chip begrenzt.


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Die Farbtemperatur verringert sich deutlich, wie bei einem klassischen Dedomen zu erwarten. Von etwa 6000 K veränderte sich sie auf etwa 5000 K. Leider liegen mir keine Daten der Original-LED vor, weil beim ursprünglichen Test das Spektrometer noch nicht eingetroffen war. Stark verändert hat sich die Lichtfarbe aber beim Shaven nicht.


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Die Spektren bieten keine Überraschungen, sie sind absolut typisch für eine kaltweiße LED im Bereich 70 CRI, lediglich der Rotanteil erhöht sich nach dem vollständigen Dedoming. Durch die Farbverschiebung ins grünliche verschlechtern sich die Farbwiedergabeindices deutlich.

Nach dem vollständigen Dedomen wurde die LED „grün“, und die Farbwiedergabe verschlechterte sich sichtbar. Schön ist das nicht, ist aber hier der Farbgruppierung seitens Cree geschuldet. Durch entsprechendes Binning oder Kauf von selektierten Farbgruppen lässt sich dieses Problem wie früher umgehen.


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Die Leuchtdichte hat sich durch das vollständige Dedoming deutlich erhöht. Sie liegt nun im Bereich einer XP-L HI, allerdings ist die maximal erreichbare Leuchtdichte durch die bessere Überbestromung fast im Bereich einer Black Flat. Praxistauglich ist dies aufgrund des nötigen Stroms und der elektrischen Leistung allerdings kaum. Ein würdiger Ersatz für eine XP-L HI oder eine dedomte SST-40 ist die XM-L2 in neuem Design allemale, zumindest in vollständig dedomten Zustand.


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Ich hoffe die Infos helfen euch für das nächste Modding. :)
 
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