Moin!
Ich möchte hier mal - obwohl noch Anfänger im Bereich hochwertiger Taschenlampen - zwei ganz unterschiedliche, aber doch sehr ähnliche Lampen miteinander vergleichen. Über beide wurde schon recht viel geschrieben, mir allerdings geht es weniger um wissenschaftliche Analysen und Messwerte, als viel mehr um subjektive und praxisorientierte Eindrücke. Vielleicht hilft es ja jemandem bei der Kaufentscheidung. Oder der eine oder andere möchte meine Meinungen teilen oder mir auch widersprechen, ich freue mich über jedwedes Feedback.
Verarbeitung, Haptik und Design
Die kleine TX25C2 ist, wie in dieser Preisklasse auch zu erwarten, recht sauber verarbeitet. Sie liegt gut in der Hand und die Anodisierung macht auf den ersten Blick einen vernünftigen Eindruck. Was mich an meiner Lampe etwas stört, ist die nicht mittige LED, dies ist aber nur ein Schönheitsfehler. Unter diese Kategorie fällt auch das auf Grund des Bedienkonzepts immer etwas verdrehte Aussehen. Unschön ist, dass trotz pfleglicher Behandlung schon nach kurzem Einsatz die Beschichtung an der Tailcap blankes Aluminium durchblitzen lässt.
Die Beschichtung der H6-1s dagegen macht einen hochwertigen Eindruck, ist deutlich matter und fasst sich dadurch auch besser an. Das da was abplatzen kann erscheint eher unwahrscheinlich. Das kantige Design wirkt aggressiver als das der braven EAGTAC. Die MTE ist natürlich deutlich größer und schwerer, liegt aber vielleicht gerade deshalb hervorragend in der Hand. Auch an der H6-1s habe ich etwas zu meckern: Die Kunststoff-Linse ist eigentlich unverzeihbar (der Hersteller hat mir auf Anfrage Ersatz aus echtem Glas versprochen) und den peinlichen Schriftzug (übersetzt) "super helle LED" hätte man sich auch sparen können ...
Bedienbarkeit
Tatsächlich ist der viel geschmähte seitliche und ebene Schalter der TX25C2 nicht immer ganz leicht zu finden, mit Handschuhen stelle ich es mir nahezu unmöglich vor. Schlimmer finde ich persönlich allerdings das Rumgewürge am Lampenkopf um die Modi zu wechseln. Zumal dieser dann dank des groben Gewindes (überall sind feine Gewinde geschnitten, nur da wo es darauf ankommt nicht) beim Losschrauben auch etwas wackelig wird. Richtig solide wirkt die Lampe also nur im hellsten Modus bei fest angezogenem Kopf (dafür sieht sie gerade dann aber auch "verdreht" aus, wie bereits angemerkt).
Der Clicky am ausladenden Hinterteil der H6-1s macht seine Arbeit fehlerfrei. Einzig, dass man die Lampe zum Schalten halten muss wie ein Cop im Krimi stört mich etwas. Weshalb ich sie meist mit zwei Händen bediene, was auch nicht so ganz im Sinne der Erfindung ist, aber das ist ja optional. Im Gegensatz zur viel kleineren EAGTAC ist eine vollständige Einhandbedienung problemlos möglich.
Alltagstauglichkeit
Hier schlägt die kleine EAGTAC die MTE um Längen. Natürlich wegen der geringen Abmessungen - sie passt in jede Jackentasche, notfalls auch in eine Hosentasche oder das mitgelieferte Holster, während die H6-1s ein Fall für den Rucksack ist - aber auch wegen der variablen Stromversorgung.
Neben einem 18650er Akku verträgt die TX25C2 auch zwei CR123A. Die 6 Volt der beiden Lithium-Batterien würden die ungeregelte MTE in den Taschenlampen-Himmel befördern (dies ist zumindest mein Wissensstand, hat das schon mal jemand ausprobiert? Ich traue mich nicht ...). Dies sollte man vor allem bedenken, wenn man eine Lampe sucht, die lange Zeit unbenutzt bleibt (z.B. im Handschuhfach) und für welche dann Lithium-Primärzellen die erste Wahl wären.
Außerdem bietet die TX25C2 mehr Spill, leuchtet also neben dem Spot in einem größeren Winkel aus. Die MTE dafür wird nicht heiß. Ich habe nicht gemessen, wie warm es im Inneren wird, aber von außen ist nichts zu spüren, was vermuten lässt, dass man die Lampe länger brennen lassen kann, bevor es ungesund für sie wird.
Helligkeit, Beam und Reichweite
Jetzt wird es spannend. In beiden Lampen kommen Cree XM-L2 LEDs zum Einsatz, in beiden steckt je ein 18650, beide sind mit ca. 1.000 Lumen angegeben. Subjektiv empfinde ich sie auch als gleich hell. Die Lichfarbe der MTE ist deutlich kühler, obwohl ich die "Cool white"-Version der TX25C2 habe (in wie vielen Farben ist die XM-L2 Diode eigentlich erhältlich?).
Der Beam der H6-1s ist stärker fokussiert als der der TX25C2, der Spot hat einen kleineren Durchmesser, Spill ist aber vorhanden. Ich habe von 38.600 Lux der MTE gelesen, wogegen die EAGTAC nur 18.200 Lux auffahren kann, was natürlich dem engeren Fokus der MTE geschuldet ist und nichts mit der Helligkeit der Leuchtmittel zu tun hat.
Eigentlich sollte die MTE die EAGTAC in Sachen Reichweite wegen ihres größeren Reflektors und der auf Throw ausgelegten Beam-Charakteristik also ganz weit hinter sich lassen. Dachte ich. Aber Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge (vorausgesetzt, die Theorie ist fehlerhaft und/oder unvollständig, weil nicht alle Parameter berücksichtigt wurden).
Im Fall der H6-1s erscheint mir die Reichweitenangabe von über 400 Meter als durchaus realistisch. Allerdings nur für den Einsatz im luftleeren und partikelfreien Raum, womit diese Angabe allenfalls für Astronauten von Relevanz ist. Wir, die wir hier unten rumfunzeln, müssen uns mit etwas weniger begnügen. Ich schätze die nutzbare Reichweite beider Lampen auf etwa 300 Meter, die EAGTAC liegt da wohl etwas drunter und die MTE etwas drüber.
Ich habe wirklich viel herumprobiert, in jeder Hand eine Lampe, bei verschiedenen Witterungsbedingungen. Es ist mir nicht gelungen ein Objekt zu beleuchten, welches ich mit der MTE noch deutlich illuminieren konnte, mit der EAGTAC aber nicht mehr. Auch wenn die MTE die Testobjekte etwas heller, die EAGTAC sie etwas dunkler, dafür aber großflächiger beleuchtete. Irgendwo bei den erwähnten 300 Metern "verhungerten" dann beide Strahlen in den Bestandteilen unserer Atmosphäre. Was ich meine, ist auf dem Foto der beiden Lampen auf meiner Loggia ganz gut zu sehen.
Fazit
Es sind beides saugute Lampen, jede auf ihre Weise. Dass man mehr braucht als eine H6-1s um sich in Sachen Reichweite deutlich von einer TX25C2 abzuheben hatte ich zwar nicht erwartet, trotzdem möchte ich die MTE nicht missen. Das Teil sieht aus und fasst sich an, als gehöre es zu einem Stealth-Fighter.
Wenn ich wirklich noch mal was mit mehr Reichweite haben möchte, warte ich wohl die nächste Generation der Dioden ab. Klar, es gibt riesige Lampen mit 5 LEDs und 5.000 Lumen, aber da kann ich auch fünf H6-1s zusammenknoten. Ich finde es gerade spannend, wenn aus kleinen Lampen viel Licht kommt.
Ich möchte hier mal - obwohl noch Anfänger im Bereich hochwertiger Taschenlampen - zwei ganz unterschiedliche, aber doch sehr ähnliche Lampen miteinander vergleichen. Über beide wurde schon recht viel geschrieben, mir allerdings geht es weniger um wissenschaftliche Analysen und Messwerte, als viel mehr um subjektive und praxisorientierte Eindrücke. Vielleicht hilft es ja jemandem bei der Kaufentscheidung. Oder der eine oder andere möchte meine Meinungen teilen oder mir auch widersprechen, ich freue mich über jedwedes Feedback.
Verarbeitung, Haptik und Design
Die kleine TX25C2 ist, wie in dieser Preisklasse auch zu erwarten, recht sauber verarbeitet. Sie liegt gut in der Hand und die Anodisierung macht auf den ersten Blick einen vernünftigen Eindruck. Was mich an meiner Lampe etwas stört, ist die nicht mittige LED, dies ist aber nur ein Schönheitsfehler. Unter diese Kategorie fällt auch das auf Grund des Bedienkonzepts immer etwas verdrehte Aussehen. Unschön ist, dass trotz pfleglicher Behandlung schon nach kurzem Einsatz die Beschichtung an der Tailcap blankes Aluminium durchblitzen lässt.
Die Beschichtung der H6-1s dagegen macht einen hochwertigen Eindruck, ist deutlich matter und fasst sich dadurch auch besser an. Das da was abplatzen kann erscheint eher unwahrscheinlich. Das kantige Design wirkt aggressiver als das der braven EAGTAC. Die MTE ist natürlich deutlich größer und schwerer, liegt aber vielleicht gerade deshalb hervorragend in der Hand. Auch an der H6-1s habe ich etwas zu meckern: Die Kunststoff-Linse ist eigentlich unverzeihbar (der Hersteller hat mir auf Anfrage Ersatz aus echtem Glas versprochen) und den peinlichen Schriftzug (übersetzt) "super helle LED" hätte man sich auch sparen können ...
Bedienbarkeit
Tatsächlich ist der viel geschmähte seitliche und ebene Schalter der TX25C2 nicht immer ganz leicht zu finden, mit Handschuhen stelle ich es mir nahezu unmöglich vor. Schlimmer finde ich persönlich allerdings das Rumgewürge am Lampenkopf um die Modi zu wechseln. Zumal dieser dann dank des groben Gewindes (überall sind feine Gewinde geschnitten, nur da wo es darauf ankommt nicht) beim Losschrauben auch etwas wackelig wird. Richtig solide wirkt die Lampe also nur im hellsten Modus bei fest angezogenem Kopf (dafür sieht sie gerade dann aber auch "verdreht" aus, wie bereits angemerkt).
Der Clicky am ausladenden Hinterteil der H6-1s macht seine Arbeit fehlerfrei. Einzig, dass man die Lampe zum Schalten halten muss wie ein Cop im Krimi stört mich etwas. Weshalb ich sie meist mit zwei Händen bediene, was auch nicht so ganz im Sinne der Erfindung ist, aber das ist ja optional. Im Gegensatz zur viel kleineren EAGTAC ist eine vollständige Einhandbedienung problemlos möglich.
Alltagstauglichkeit
Hier schlägt die kleine EAGTAC die MTE um Längen. Natürlich wegen der geringen Abmessungen - sie passt in jede Jackentasche, notfalls auch in eine Hosentasche oder das mitgelieferte Holster, während die H6-1s ein Fall für den Rucksack ist - aber auch wegen der variablen Stromversorgung.
Neben einem 18650er Akku verträgt die TX25C2 auch zwei CR123A. Die 6 Volt der beiden Lithium-Batterien würden die ungeregelte MTE in den Taschenlampen-Himmel befördern (dies ist zumindest mein Wissensstand, hat das schon mal jemand ausprobiert? Ich traue mich nicht ...). Dies sollte man vor allem bedenken, wenn man eine Lampe sucht, die lange Zeit unbenutzt bleibt (z.B. im Handschuhfach) und für welche dann Lithium-Primärzellen die erste Wahl wären.
Außerdem bietet die TX25C2 mehr Spill, leuchtet also neben dem Spot in einem größeren Winkel aus. Die MTE dafür wird nicht heiß. Ich habe nicht gemessen, wie warm es im Inneren wird, aber von außen ist nichts zu spüren, was vermuten lässt, dass man die Lampe länger brennen lassen kann, bevor es ungesund für sie wird.
Helligkeit, Beam und Reichweite
Jetzt wird es spannend. In beiden Lampen kommen Cree XM-L2 LEDs zum Einsatz, in beiden steckt je ein 18650, beide sind mit ca. 1.000 Lumen angegeben. Subjektiv empfinde ich sie auch als gleich hell. Die Lichfarbe der MTE ist deutlich kühler, obwohl ich die "Cool white"-Version der TX25C2 habe (in wie vielen Farben ist die XM-L2 Diode eigentlich erhältlich?).
Der Beam der H6-1s ist stärker fokussiert als der der TX25C2, der Spot hat einen kleineren Durchmesser, Spill ist aber vorhanden. Ich habe von 38.600 Lux der MTE gelesen, wogegen die EAGTAC nur 18.200 Lux auffahren kann, was natürlich dem engeren Fokus der MTE geschuldet ist und nichts mit der Helligkeit der Leuchtmittel zu tun hat.
Eigentlich sollte die MTE die EAGTAC in Sachen Reichweite wegen ihres größeren Reflektors und der auf Throw ausgelegten Beam-Charakteristik also ganz weit hinter sich lassen. Dachte ich. Aber Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge (vorausgesetzt, die Theorie ist fehlerhaft und/oder unvollständig, weil nicht alle Parameter berücksichtigt wurden).
Im Fall der H6-1s erscheint mir die Reichweitenangabe von über 400 Meter als durchaus realistisch. Allerdings nur für den Einsatz im luftleeren und partikelfreien Raum, womit diese Angabe allenfalls für Astronauten von Relevanz ist. Wir, die wir hier unten rumfunzeln, müssen uns mit etwas weniger begnügen. Ich schätze die nutzbare Reichweite beider Lampen auf etwa 300 Meter, die EAGTAC liegt da wohl etwas drunter und die MTE etwas drüber.
Ich habe wirklich viel herumprobiert, in jeder Hand eine Lampe, bei verschiedenen Witterungsbedingungen. Es ist mir nicht gelungen ein Objekt zu beleuchten, welches ich mit der MTE noch deutlich illuminieren konnte, mit der EAGTAC aber nicht mehr. Auch wenn die MTE die Testobjekte etwas heller, die EAGTAC sie etwas dunkler, dafür aber großflächiger beleuchtete. Irgendwo bei den erwähnten 300 Metern "verhungerten" dann beide Strahlen in den Bestandteilen unserer Atmosphäre. Was ich meine, ist auf dem Foto der beiden Lampen auf meiner Loggia ganz gut zu sehen.
Fazit
Es sind beides saugute Lampen, jede auf ihre Weise. Dass man mehr braucht als eine H6-1s um sich in Sachen Reichweite deutlich von einer TX25C2 abzuheben hatte ich zwar nicht erwartet, trotzdem möchte ich die MTE nicht missen. Das Teil sieht aus und fasst sich an, als gehöre es zu einem Stealth-Fighter.
Wenn ich wirklich noch mal was mit mehr Reichweite haben möchte, warte ich wohl die nächste Generation der Dioden ab. Klar, es gibt riesige Lampen mit 5 LEDs und 5.000 Lumen, aber da kann ich auch fünf H6-1s zusammenknoten. Ich finde es gerade spannend, wenn aus kleinen Lampen viel Licht kommt.
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