[LED-Test /Review] Osram Advanced Power TOPLED Plus LMW G5AP Multiphosphor white

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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LED-Test

Osram Advanced Power TOPLED Plus LMW G5AP Multiphosphor white


Eine kurze Betrachtung einer Low Power-LED mit einem sperrigen Namen. Besonderheit dieser LED ist das Spektrum, welches sich deutlich von denen anderer kaltweißer LEDs unterscheidet und weswegen ich trotz des eher geringen Intresses an solchen LEDs hier im Forum wieder eine SMD-LED im PLCC4-Format teste.


Technische Daten

Tsp 25 °C / If 100 mA

Order code: LMW G5AP-7C8D-NZN7-DF-LH

Typ: single die
Binning: typ. 21 lm
Nennspannung: typ. 3,2 V
Durchlassstrom: min. 30, max. 200 mA
Abstrahlwinkel: typ. 135 °
Wärmewiderstand: typ. 40 K/W
Max. Temperatur Tj: + 125 °C

Farbkoordinaten: typ. x = 0,26 y = 0,22


Der Emitter ist im PLCC4-Format gefertigt und daher 3,6 x 3,6 x 1,8 mm groß. Dieses Format wird häufig für SMD-LEDs verwendet. Das Gehäuse und der sehr flache Dome über der Leuchtfläche bestehen aus hitzebeständigem Silikon.

Na, fällt euch die Beschriftung auf dem Emittergehäuse oben rechts auf? :thumbsup:


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TLF white. :D

Ein Thermal Pad auf der Unterseite gibt es nicht. Die Wärme des Die muss ausschließlich über die breiten Anschlussbeine abgeführt werden, welche zugleich die Anode darstellen. Die schmalen Beinchen sind die Kathode.

Ich habe die LED auf ein kleines selbstgebautes Kupfer-"DTP-Board" verlötet, welches direkte Wärmeableitung zur Heatsink ermöglicht, wie bei bekannten Boards (Noctigon o.ä.).


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Wie bei der kürzlich getesteten Osram SYNIOS DMLN31.SG white ist die Leuchtfläche auch dieses Emitters sehr klein.
Die reine Leuchtfläche mit herausgerechneter Bondierung ist 0,30 mm² groß, ist also 73 % kleiner als bei einer Oslon Black Flat, aber 25 % größer als bei der Synios.



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Temperatur Tsp 25 °C
  • Lichtstrom-Maximum bei 820 mA erreicht, 106,5 lm bei 3,89 V
  • Sweet Spot bei 500 mA, 91,2 lm bei 3,62 V
  • Leistung bei Maximum 3,20 W
  • Effizienz bei Maximum 33,3 lm/W
  • Effizienz im Sweet Spot 50,4 lm/W
  • Leistung bei 100 mA (Binning conditions): 29,1 lm @ 3,117 V und 93,4 lm/W

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Vergleich mit XP-C und Synios DMLN31.SG.
Beide LEDs ziehen wegen dem deutlich geringeren Wärmewiderstand und der höheren Leuchtdichte davon, haben aber auch eine höhere Maximalbestormung.

Nun der Punkt, weswegen ich diesen Emitter überhaupt erworben habe und hier vorstelle. Das Spektrum dieser LED (Datenblatt hier) unterscheidet sich erheblich von denen anderer LEDs gleicher Farbtemperatur. Cyan, Grün, Gelb und Rot bis in den Bereich 640 – 650 nm weisen die in etwa gleiche Strahlungsleistung auf und bilden im Spektrum von Blau eine relativ konstant gerade Linie, ohne den üblicherweise vorhandenen Grünpeak

Der dafür extreme Plaupeak bewirkt allerdings eine erheblich höhere Farbtemperatur (schätzungsweise 10000 bis 13000 K), zumal dadurch der Blaupeak erheblich stärker hervorsticht als bei anderen LEDs.

Wäre es möglich, den Blaupeak durch einen passenden Filter deutlich zu reduzieren, wäre ein konstantes Spektrum ohne starke Peaks in verschiedenen Farben und ohne sichtbares Cyan-Loch möglich! (Dadurch sinkt allerdings der Lichtstrom gewaltig, da diese LED vor allem vom Blauanteil des Lichts profitiert.)

In Reflektoren und Linsen lässt sich der Emitter problemlos verwenden, Ringe oder Farbverfälschungen gibt es nicht.

Durch die hohe Farbtemperatur gibt es einen Blaustich, welcher die Farben verfälscht. Dennoch fühlt sich das Licht subjektiv deutlich angenehmer an, wie man es von sehr günstigen ebenso blaustichigen LEDs (LatticeBright und Co.) gewohnt ist. Ich schätze den CRI in der Tat auf 75 bis 80.


Fazit

Diese LED besitzt ein interessantes Spektrum, welches im Werkszustand leider nicht wirklich zum Tragen kommt und erst durch Modifikationen ausgenutzt werden könnte. Durch Verwendung von Filtern o.ä. könnte mit reduziertem Blau-Peak ein sehr hochwertiges Spektrum und eine hohe Lichtqualität erreicht werden.

Die Leistung entspricht mit max. 100 lm ansonsten der einer Low-Power-LED und sie besitzt eine sehr kleine Leuchtfläche, dennoch ist die Leuchtdichte um etwa 50-60 % geringer als bei der Black Flat.


Danke fürs Lesen! :)

LG, Dominik


Hinweise auf Fehler oder Anregungen mir am besten per PN mitteilen!
 
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Köf3

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Ich habe endlich diese merkwürdige LED eingemessen.

Leider gibt es diesen Emitter nicht mehr zu kaufen. Einen direkten Ersatz mit identischen optischen Eigenschaften und reproduzierbarem Tint/Spektrum habe ich nicht gefunden. Es gibt zwar LEDs wie die LW T6SH.CB (Low-Power im Plastikgehäuse), welche es prinzipiell auch mit sehr bläulichem Tint und sehr ähnlichem Spektrum gibt, aber auswählbar ist letzteres nicht.

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Dennoch fühlt sich das Licht subjektiv deutlich angenehmer an, wie man es von sehr günstigen ebenso blaustichigen LEDs (LatticeBright und Co.) gewohnt ist. Ich schätze den CRI in der Tat auf 75 bis 80.

Und ich lag damals scheinbar gar nicht so falsch. :D

(Nur bei der CCT, da bin ich knapp vorbei, da lässt sich das Auge ohne Vergleichsmöglichkeit doch extrem täuschen.)

Der Ra ist mit 78 tatsächlich relativ hoch. Erstaunlich ist hier der sehr hohe R12. Neben dem ebenfalls ungewöhnlich hohen R9 ist dies einer der Parameter, mit welchem auch High-CRI-LEDs immer zum Teil massive Probleme haben - die meisten liegen hier in einem Bereich von 40 bis 60, nur einige Varianten mit CRI über 95-97 erreichen ähnlich hohe Werte.
Die Bestimmung der Farbtemperatur war nicht mehr möglich.
Obwohl hier eine Bestimmung bis 100.000 K möglich sein sollte, meldet das Programm nur "Out of range". Bei einer Zwischenmessung habe ich kurzzeitig einen Wert von 31500 K gemessen, mit einem duv von -0,0165. Wahrscheinlich liegt der Wert der hier gezeigten Messreihe knapp über dem, was berechnet werden kann.

Genau dieser extreme duv unterhalb der BBL ist aber ein Grund, warum das Licht trotz des brutalen Blauanteils trotzdem subjektiv halbwegs brauchbar erscheint. Die Farbsättigung ist mit einem Rg von 112 (!) der mit Abstand höchste Wert den ich bisher bei einer LED gemessen habe. Grundsätzlich gilt hier: alles über 100 übersättigt, zumindest im Vergleich zur Referenzlichtquelle gesehen.

Auch subjektiv übersättigt das Licht, wobei hier vor allem Blau betont wird (klar, wegen dem Blauanteil).

Alles in allem ein sehr interessantes Spektrum. Interessant wäre, mit einem Blaufilter (Minus-Blue-Folie oder sowas) zu arbeiten, um ein halbwegs flaches Spektrum zu erzielen. Vielleicht kann der Ra damit auf über 90 ansteigen (unter massivem Lichtstromverlust), denn hier zeigt sich klar, dass der Blauanteil der Grund für die widersprüchlichen Werte ist.
 
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  • Danke
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