Ich behaupte mal, dass ich mir in den letzten Jahren einiges an Wissen zu diesem Thema angeignet habe. Trotzdem hat Freaksound aber recht - es wäre sinnvoll auch mal in einem Laufforum zu gucken.
Die eindeutig beste Stelle, um sich über Lauffuhren zu informieren ist die Webseite von
DCRainmaker. Er schreibt die ausführlichsten Testberichte überhaupt zu diesem Thema, hat direkten Zugang zu den Firmen, Einblick in die Entwicklung etc. Er weiß, worüber er schreibt.
Er erstellt jedes Jahr einen "Buyers Guide" für alle möglichen Kategorien der Sporttechnik.
Hier seine aktuellen Kaufempfehlungen im Bereich Lauffuhren. Du solltest allerdings sehr genau lesen, warum er bestimmte Uhren gegenüber anderen empfiehlt. Die Smartwatch-Funktionen und die Anbindung ans Smartphone sind bei ihm definitiv auch ein Thema. Außerdem solltest du vorher alle aktuellen Preise der von ihm genannten Modelle auf einer Seite, wie idealo.de, überprüfen.
Pulsmessung bieten eigentlich alle der guten GPS-Uhren. Die normale Pulsmessung mit Brustgurt ist auch generell bei allen Uhren gleich genau. Wird ja schließlich elektrisch gemessen. Inzwischen gibt es auch die optische Pulsmessung am Arm oder am Ohr. Da sind aber noch nicht alle Modelle gleich genau und man solle seine Tests genau lesen (ich benutzen beides je nach Bedarf).
Eine Uhr die vom Prinzip her komplett autark arbeitet und so gedacht ist, gibt es meines Wissens nach nicht. Jedenfalls keine, die aktuell ist. Vor 10 Jahren sicherlich. Bei Garmin-Uhren gibt es aber einen Trick, wie man es doch hinkriegt. Wenn man die alte PC-Software zum übertragen der Daten benutzt ("ANT Agent") und keine Login-Daten für die Garmin-Webseite einträgt, werden die Laufdaten nur auf dem Computer gespeichert (z.B. als TCX-Datei).
Garmin ist generell einer der sehr empfehlenswerten Hersteller, da er erstens der Größte mit der umfangreichsten Modellpalette ist und zweitens die Uhren oft die meisten Funktionen fürs Geld bieten. Da würde ich mich jetzt aber vorher trotzdem nicht drauf festlegen.
Wenn man eine intelligente Laufsoftware benutzt (Runalyze, Sporttracks mit entsp. Plug-In), braucht man eigentlich keinen barometrischen Höhenmesser in der Laufuhr. Solch intelligente Software plottet den GPS-Track über Höhendaten (z.B.
die von der Nasa oder von Google) und berechnet so nachträglich beim Upload der Daten die Höhenmeter. Ein barometrischer Höhenmesser ist halt noch ein Bisschen genauer, aber es stellt sich die Frage, was einem diese Daten bringen. Ansonsten bieten Suunto (einige Modelle) und Polar (nur Topmodell V800) einige Uhren mit barometrischem Höhenmesser an.
Ich empfehle hier auch gleich die Lauffsoftware
Runalyze. Sie wird in Deutschland entwickelt, ist komplett gratis, kriegt dauernd Updates mit neuen Funktionen, hat die umfangreichsten Berechnungen zur momentanen Form bzw. theoretischen Wettkampfleistung und lässt sich sowohl
online als auch
offline verwenden. Ich benutze sie selber seit einer Weile. Sie unterstützt auch die Laufeffizienzdaten von Garmin, wenn man eine entsprechende Uhr hat.
Die "Laufeffizienz" aufzuzeichnen bringt in meinen Augen und auch laut einigen anderen nicht so viel, da man mit den Werten nicht viel anfangen kann und sie eigentlich alle zusammenhängen. Das einfachste was du in dem Bereich tun kannst ist regelmäßig deine Lauftechnik schulen (Lauf-ABC, am besten mit einem Trainer) und deine Schrittfrequenz erhöhen. Deine "vertikale Oszillation" hängt z.B. direkt mit deiner Schrittfrequenz zusammen (höhere Schrittfrequenzen sind auch meistens effizienter). Deine Schrittfrequenz aufzuzeichnen macht in meinen Augen nur teilweise Sinn (genug Leute tun es nicht und sind trotzdem schnell). Um diese hinreichend genau aufzeichnen zu können, braucht man einen Footpod, ein kleiner Sensor für den Schuh. Diese sind recht teuer und werden nur von einigen wenigen Uhren unterstützt (ich benutze z.B. einen mit meiner Garmin 310xt, was ich
hier sehr ausführlich beschrieben habe). Der eigentliche Vorteil von Footpods liegt aber in der besonders genauen Pace-Aufzeichnung auf flachen Strecken. Sie sind im kalibrierten Zustand auf flachen Strecken deutlich genauer als GPS-Chips und funktioeren auch ohne Satellitenempfang(siehe dazu
hier). Wenn du jetzt noch Anfänger bist, empfehle ich dir aber erst mal darauf zu verzichten.
Wenn du die Pulsmessung sinnvoll einsetzen möchtest, solltest du dich darüber mal ausführlich informieren (im Zusammenhang mit Informationen über die Trainingslehre) und deinen Maximalpuls so gut es geht
praktisch bestimmen. Durch die Pulsmessung wird man nicht plötzlich schneller oder so. Man sollte sich auch nicht zum Sklaven der Uhr machen. Der Mensch ist keine Maschine.
Ich sehe die Pulsmessung vor allem als Vorteil bei lockeren Läufen (um sicherzustellen, dass man sich nicht zu doll anstrengt), bei Regenerationsläufen, bei Tempoläufen (schnell, aber leicht unter 10km-Renntempo) und am Anfang von langen Läufen. Bei allen anderen Dingen ist der Puls eigentlich kaum zu gebrauchen (bei Rennen, die kürzer als 2h sind, beim Intervalltraining, am Ende von langen Läufen etc.).
EDIT: noch ein paar Gedanken zu den Uhren generell. Wenn du doch mit einer Cloud-Anbindung leben kannst, könntest du auch wunderbar mit dem Handy und einer brauchbaren App deine Läufe aufzeichnen. Neuere iPhones haben z.B. ziemlich genaue GPS-Chips.
Bei den Uhren sollte man sich überlegen, wie groß das Display ist und, wie viele Messwerte gleichzeitig angezeigt werden sollen. Nur die teureren Uhren können vier Werte gleichzeitig anzeigen, welche dann aber auch kleiner sind. Die günstigeren Uhren nur zwei bis drei.
Manche Uhren haben jetzt auch einen Touchscreen. Das kann praktisch sein, muss es aber nicht. Ich bevorzuge Knöpfe, die ich auch ohne hinzugucken bedienen kann.