[Test] Vapcell P1422A 3400mWh (2250mAh)

habichtfreak

Flashaholic*
30 Dezember 2013
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Magdeburg
akkutests.de
titelbild-vapcell-p1422a.png

Einleitung:

Der nächste 1,5V Akku in meiner Testserie der 1,5V Akkus ist der Vapcell P1422A. HKJ hatte den Vorgänger (P1418A 2700mWh / 1800mAh) vor rund 4,5 Jahren getestet. Die Akkus erreichten damals sogar 200mWh/200mAh über der Herstellerangabe. Mit dem P1422A hat Vapcell nun einen Nachfolger im Programm der auf ein 14430er Zelle mit 1150mAh setzt. Diese Zelle ist die derzeit kapazitätsstärkste (die man in 1,5V Akkus finden kann) die auch von anderen Herstellern verwendet wird wie beispielsweise im XTAR 4150mWh. Der P1422A wird mit einer konstanten Spannung von 1,5V über die gesamte Laufzeit beworben. Der maximale Entladestrom wird mit recht niedrigen 1,5A angegeben.​
Während XTAR bei seinem Akkus den Energiegehalt der Rohzelle angibt (4150mWh = 1,15 Ah * 3,6 V) gibt Vapcell, wie auch viele andere Hersteller, typischerweise die Energiemenge an, die entnommen werden kann. Beim P1422A sollen das 3400 mWh sein. Bei einer beworbenen konstanten Spannung von 1,5V über die gesamte Laufzeit sollte der P1422A dem Hixon J818 3500mWh sehr ähnlich sein (Achtung, alle fünf 1,5V-AA-Akkus bei Hixon heißen J818, Verwechselungsgefahr!). Der Hixon kam im Test bei akkuvergleichstest auf bis zu 3417 mWh. Sollte der P1422A wie auch sein Vorgänger P1418A etwas über der Herstellerangabe liegen, könnte der P1422A der 1,5V Akku mit der derzeit höchsten Nutzungsdauer sein, in Verbrauchern die nur bei 1,5V ordnungsgemäß funktionieren und mit 1,1V nicht nutzbar sind. Der XTAR 4150mWh wird mit seinem bis zu 2500mAh in Bezug auf mAh wohl nicht geschlagen werden vom P1422A.​


Messwerte:
(Grafik in hoher Auflösung)
vapcell-p1422a.png
Notiz an mich selbst: Dringend einen Termin mit dem Erwartungshaltungsmanagement vereinbaren

Wo soll ich bei solchen Messergebnissen anfangen? Mir war klar, wenn ich 1,5V Akkus teste und auch unbekannte Marken von Amazon bestellen würde, da sind bessere und schlechtere Akkus dabei. Dass das Urteil ausgerechnet bei Vapcell lauten könnte: „Ist das noch ein 1,5V Akku oder kann das weg?“, damit habe ich nicht gerechnet.​



Spurensuche und Auswertung:

Die Messwerte sind nun bereits einige Tage alt. Der Test der Keeppower Akkus war direkt davor. Nach den P1422A habe ich unter anderem einem Wurkkos 3000mAh und einen XTAR 2600mAh vermessen. Derzeit sind die ersten Durchläufe mit dem Hixon 3000mWh Akkus ebenfalls absolviert. Alle Messungen bringen schlüssige Werte, nur die der Vapcell Akkus sind … so wie sie sind. Ein Problem mit meiner Messstation würde ich daher ausschließen.​
Im Netz habe ich nur einen Test zu diesem Akkus finden können (https://magzaryada.ru/image/data/akb li-ion/1.5v/vapcell/p1422a/vapcell-p1422a-2250mah-1-5v-aa-14.jpg). Gemäß der Angaben auf dem Display wurde mit 0,5A entladen, 2180mAh und 3,1 Wh ergeben eine durchschnittliche Spannung von 1,42V. Da ich 3,27 Wh bzw. 2400mAh bei 0,5A gemessen habe, dafür aber nur 1,36V durchschnittliche Spannung habe, schein der Akku der dort getestet wurde eine deutlich bessere Spannung nahe 1,5V gehabt zu haben.​
Ich habe Vapcell per Mail kontaktiert und um Einschätzung der Werte gebeten. Ich habe nichts von einem Defekt oder Problem erwähnt, nur das die Akkus neu sind und direkt von Vapcell (als Verkäufer) über Aliexpress bestellt wurden. Eine Antwort habe ich auch nach einer Woche nicht erhalten.​
Vapcell scheint sich also auch nicht dafür zu interessieren. Dass das Produkt einen - wie auch immer gelagerten - Defekt hat, daran besteht wohl kaum ein Zweifel. Vapcell kann gute Akkus (Rohzellen) bauen/liefern. Aber die Elektronik in diesen P1422A scheint wohl fehlerhaft oder unausgereift zu sein. Da beide Akkus die gleiche Symptomatik zeigen, gehe ich hier von einem Problem aus, das möglicherweise eine ganze Charge betreffen könnte. Und dafür sollte sich meiner Meinung nach auch ein Hersteller am anderen Ende der Welt interessieren. Aber ich werde meine Erwartungshaltung wohl auch diesbezüglich überdenken müssen.​
Kommen wir zu den Messwerten, sofern man die überhaupt auswerten kann. Bei 0,25A scheinen die Akkus noch problemlos zu funktionieren. Auffällig ist die lineare Spannungsabsenkung, die stark an den Keeppower P1450TC erinnert (wer hat da wohl bei wem abgekupfert?). Während bei Keeppower diese Phase bei geringer Last „nur“ 33% der Gesamtlaufzeit beträgt, sind es bei Vapcell schon bei 0,25A rund 50%. Eine der beiden Akkus legt mit 2250mAh eine Punktlandung hin, denn mit genau diesem Wert werden die Akkus beworben. Die 3400mWh werden hingegen nicht erreicht.​
Ab 0,5A wird es schon schwierig. Beide Akkus unterschreiten die mindestens 1,45V, die Vapcell selbst verspricht. Betrachtet man die Akkus als konstante Stromquelle, ähnlich wie ein Netzteil, dürften sie von ihrer Nennspannung nur 5% abweichen. Der zulässige Bereich wäre dann 1,425V bis 1,575V. Immerhin, in diesem Grenzen bewegen sich die Akkus bei 0,5A, natürlich nur bis zu dem Punkt an dem eine wieder etwa 50% lange Phase der Spannungssenkung beginnt. Dass die beiden Akkus 2384 mAh bzw. 2412mAh erreichen ist ungefähr genau so positiv zu bewerten wie die Aussage: „Ich bezahle nur 8% Lohnsteuer, die anderen müssen viel mehr bezahlen." Ist beinahe gut, aber hauptsächlich schlecht und auch ein wunderbares Beispiel dafür, warum Messungen von mAh, z.B. mit einem Ladegerät, ohne dazugehörige Spannung wenig Aussagekraft haben.​
Alle Messungen über 0,5A sind aus meiner Sicht für einen 1,5V Akku schlicht ungenügend. Die Spannung bricht zu beginn immer ein, die Akkus bemühen sich darum die Spannung zu steigern, kommen aber über 1,40V nicht hinaus. Die Phasen der Spannungsabsenkung beginnen, wenn man es genau nimmt, in der ersten Sekunde der Messung.​
Die Akkus benötigen rund 3,1 Stunden für eine vollständige Aufladung. Sie haben einen wirksamen Schutz vor Tiefentladung. D.h. ist die Spannung einmal auf 0V gesunken, bleibt sie bei 0V, auch wenn sich die interne Zelle erholt.​
Der Wirkungsgrad der Akkus beträgt im besten Fall 79%. Gemeint ist hier, wie viel Energie lässt sich maximal entnehmen, im Verhältnis zur Energie die in der internen Zelle gespeichert ist. Laut Vapcell soll diese 1150mAh besitzen. Ein paar Vergleichswerte:​
Keeppower P1450U2: 87,3 %​
Keeppower P1450TC: 85,5 %​
Lumak Pro: 85,5%​
Vapcell P1418A (basierend auf den Messwerten von HKJ): 89,7 %​
Der schlechte Wirkungsgrad ist ein weiteres Indiz dafür, dass mit der Elektronik in diesen Akkus etwas nicht stimmt.​



Fazit:

Selbst wenn diese Akkus die Erwartungen erfüllt hätten, sind sie im Vergleich zu anderen Akkus sehr teuer. Und 2 Monate Lieferzeit muss man auch mögen. Da die Akkus sind wie sie sind, nämlich sehr schlecht, kann ich jedem von den P1422A nur abraten.​
Ich habe nicht nur Vapcell direkt per Mail angeschrieben, sondern auch den Verkäufer (Vapcell Direct Store). Auch dieser hat nicht geantwortet. Ich habe daraufhin eine Erstattung des Kaufpreises bei Aliexpress beantragt, mit der Begründung, dass das gelieferte Produkt von der Produktbeschreibung abweicht (es liefert keine 1,5V über die gesamte Laufzeit wie beworben). Meine Messwerte habe ich als Beleg angehangen. Die Rückmeldung kam recht schnell: Abgelehnt. Begründung: Keine ausreichenden Beweise vorgelegt, dass das gelieferte Produkt von der Beschreibung abweicht.​
Es gibt also Menschen die finden das ist ein fehlerfreies Produkt, dass der Beschreibung des Herstellers entspricht. Ok, falls jemand diesen Text ließt und findet das sind Akkus die er gerne haben möchte, ich hätte da zwei Exemplare, etwas günstiger und schneller abzugeben als bei Aliexpress.​



Und in den nächsten Folgen erwarten euch Tests zu ....

... XTAR 1620mWh, XTAR 4150mWh, Hixon 3000mWh, Vapcell F15​
 
15 Januar 2026
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Bei den 1,5V Lithium bitte unbedingt immer einen größeren Satz kaufen und dann komplett bewerten. Ich hab es häufig erlebt dass, besonders bei AAA, 50% und mehr der Zellen nur einen geringen %-Satz der versprochenen Kapazität hatten, teilweise deutlich weniger als die Hälfte, manche sogar nur etwa 5%. Die wurden zwar bisher alle vom Verkäufer GROẞZÜGIG umgetauscht, macht aber Arbeit und kostet Wartezeit. Wobei auch bei den Billigen manchmal richtig gute waren, und ohne Außschuss. Allerdings waren die bisher innerhalb kurzer Zeit aus erkauft. Wenn alle etwas weniger, aber gleichmäßig, als eine hoch angegebene Kapazität haben, finde ich das nicht so schlimm, wenn aber fast die Hälfte Schrott. ist, gefällt mir das garnicht.
 

habichtfreak

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30 Dezember 2013
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Bei den 1,5V Lithium bitte unbedingt immer einen größeren Satz kaufen und dann komplett bewerten.
Nicht nur bitte sondern unbedingt sogar? Ich denke nicht. Nur für dich als Info: Die weltweit gültige Norm IEC 61960-3:2017 muss (theoretisch) jeder produzierte Akku bestehen. Zugegeben, ich messe nicht nach dieser Norm. Aber Hersteller messen teilweise gar nicht mehr (siehe aktuelle Modelle von Keeppower, denen immer 12% Kapazität fehlen, weil sie es berechnen, falsch berechnen) oder schreiben ganz bewusst Fantasiewerte auf die Akkus. Erschreckend wenige Modelle am Markt liefern das was drauf steht, erst recht wenn es AAA mit USB-C sind.

Weißt du, ich habe früher gerne Akkutests gelesen. Hat mich einfach interessiert. 2007 hat Chip 36 verschiedene AA Modelle getestet (kann ich nicht verlinken, da auf Papier erschienen). NiMH natürlich, 1,5V gabs damals noch nicht. Heutzutage bekommst du von Chip sowas hier.
  • der Sieger stand schon vor dem Test fest, man hat nur noch vier Vergleichsakkus dazu genommen die garantiert schlechter sind (Keeppower P1450U2 oder andere hat man aber bewusst nicht getestet, denn dann hätte Ansmann nicht gewonnen)
  • das Wort Kapazität taucht 41x auf, gemessen wurde 0x die Kapazität
  • Die Worte Akku und Batterie werden wild gemischt
  • obwohl Ansmann nur 3,26Wh für ihre Akkus angibt (aus zuverlässiger Quelle kann ich dir sagen, dieser Wert stimmt), hat Chip nach verlustbehafteter Energieumwandlung 3,36 Wh gemessen. Muss wohl ein super-duper-mega-ultra-golden-sample gewesen sein
  • selbst die Delyeepow Akkus bekommen noch das Prädikat "solide Leistung", denn auch darunter muss ein gewinnbringender Link platziert werden

Ich verzichte an der Stelle auf weitere Beispiele von Akkutests die mMn ... nicht so gut sind. Und jetzt stell dir vor, du als Privatperson denkst dir: Diese 1,5V Akkus sind schon interessant, aber dank mWh/mAh, meistens falschen Spannungsverläufen in dem Marketingbilder (aktuellstes Beispiel, diese Akkus haben eine 1,1V Phase, keine linear absinkende Spannung), aufgedruckten Werten die oft fragwürdig sind (von aufgedruckten 12800 mAh wie man sie bei Aliexpress oder Temu findet, rede ich noch nicht mal), macht diesen Akkutyp nicht gerade transparent für Kunden. Also machst du das. In deiner Freizeit. Du kauft meist nicht so gute Akkus, die du nach dem Test guten Gewissens nicht mal verschenken möchtest. Du hast mehrere hundert Euro "in den Sand gesetzt", um andere Menschen vor einem Fehlkauf zu bewahren (trifft nicht unbedingt auf die hier getesteten Vapcell zu, aber auf viele andere).

Und dann stehst du Montag morgen auf, die Augen sind noch leicht müde und du ließt "bitte unbedingt immer einen größeren Satz kaufen und dann komplett bewerten". Weißt du was mir dazu einfällt? Solange die Firmen mir nicht einen regelmäßigen Lohn bezahlen, übernehme ich auch nicht ihre Qualitätskontrolle!

Größere Mengen muss ich nicht testen. Eine falls vorhanden, angegebene Kapazität muss jede einzelne Zelle erreichen. Die Norm ist da ziemlich eindeutig. Bestes aktuelles Beispiel ist wohl mein Test zu den Verico LoopEnergy Pro Akkus. Vier Akkus testet.

Ergebnis: Leistung deckungsgleich zum Basismodell
Nochmal vier getestet. Ergebnis: unverändert.
Nochmal vier getestet: Ergebnis: unverändert

Und du denkst, ich sollte so lange testen bis das Ergebnis endlich den Erwartungen entspricht? Was habe ich davon? Was hat irgendwer davon? Ich habe die Qualitätskontrolle für Verico übernommen. So ein Ergebnis macht aber niemanden glücklich, kann ich dir sagen. Die deutsche GmbH die dahinter steht, hat jetzt natürlich Probleme. Denn die wussten das auch nicht. Die haben die Akkus im guten Glauben verkauft, dass das Pro Modell wirklich besser ist als das Basismodell. Das mein Test nicht gerade verkaufsfördernd ist, sollte dir klar sein. Wenn man pech hat, flattert noch eine Unterlassungserklärung ins Haus (ist in diesem Fall nicht passiert). Dann darfst du dich, wenns richtig sch***e läuft auch noch vor Gericht verteidigen. Weil du unentgeltlich etwas gemacht hast, wofür andere Lohn/Gehalt bekommen.

Ich hoffe das reicht dir als kleiner Einblick in meine Welt. Bevor du also das nächste Mal jemand sagst, er soll doch bitte unbedingt mehr von seiner Zeit und seinem Geld "verbrennen", denk bitte kurz mal darüber nach worum du da bittest.
 
15 Januar 2026
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Danke fur Deine Ausführungen. Die Erfahrungen habe ich inzwischen ja ähnlich selber auch gemacht. Ich verstehe Dich deshalb total, aber wenn ich einen guten Akku benötige bleibt mir ja nichts anderes übrig als selber zu testen. Nur dann werfe ich kein Geld aus dem Fenster,vweil ich die defekten entweder ersetzt kriege oder alles zurück gebe und andere Kaufe. Speziell die 1,5V Lithium haben sich für meine Zwecke, wenn OK., als die beste Wahl erwiesen. Zumal die "normalen" Rundakkus bis hin zu den viel gelobten Eneloop, auch nicht das Gelbe com Ei sind. Gut, ich hab von Eneloop ein paar die sogar eine etwas größere Kapazität wie aufgedruckt haben, aber ich habe auch genügend die nur die Hälfte haben. Die selber überprüften und gegebenen Falls ausgetauschten 1,5V Akkus halten länger und sind preiswerter. Ausserdem funktionieren die meisten Geräte damit besser, wegen der 1,5V. Aber das ist evtl. nur meine Erfahrung/Meinung.