[Review] Armytek Predator Pro

SammysHP

Flashaholic**
6 Oktober 2019
3.871
6.049
113
Celle
www.sammyshp.de
„Taktische“ Taschenlampen haben es mir in letzter Zeit angetan. Ein einfacher und schneller Zugriff auf den Turbo, wenn man für kurze Zeit viel Licht braucht. Die Armytek Predator Pro ist so eine Lampe.

Im Grunde unterscheidet sie sich nur beim Kopf von der Armytek Dobermann Pro, welche ich gerade erst vorgestellt hatte. Daher ist auch dieses Review größtenteils identisch. Kleinere Unterschiede gibt es lediglich beim Lichtbild.

Die Taschenlampe habe ich kostenlos von Armytek für dieses Review erhalten. Trotzdem versuche ich, in meiner Bewertung so neutral wie möglich zu sein. (Vermutlich ist es sogar unvoreingenommener als bei einer selbst gekauften Lampe, denn normalerweise kaufe ich mir nur Lampen, von denen ich sowieso überzeugt bin.)

Dieses sowie weitere Reviews findet ihr auch auf meiner Webseite. Mit der Seite verdiene ich kein Geld, es ist keine Werbung eingebunden und Affiliate-Links nutze ich auch nicht. Es gibt dort aber teilweise etwas mehr Details zu den Lampen sowie Reviews, die hier nicht zu finden sind.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010568.jpg

Lieferumfang und Hardware​

Die Lampe kommt betriebsbereit mit eingelegtem Akku im Holster, nur die Tailcap muss noch festgezogen werden. Folgendes Zubehör ist enthalten:
  • 18650 Li-Ion Akku (3500 mAh, ungeschützt, bei Lieferung 3,6 V)
  • Clip
  • Holster
  • Handschlaufe mit Schlüsselring und Karabiner
  • Tactical Ring
  • 2 Ersatz-O-Ringe
  • Magnetischer Ladeadapter
  • Kurzanleitung (EN, DE, FR, RU, FI, SE, NO, PL)
Die Kurzanleitung beinhaltet einen QR-Code, über den sich die vollständige Anleitung als PDF herunterladen lässt. Die Kurzanleitung beinhaltet aber bereits alle notwendigen Infos.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010491.jpg


Schlichtes Design mit Armytek-typischer Anodisierung in matt-schwarz. Fühlt sich ein wenig wie eine Kreidetafel an und verringert Rutschen, auch bei feuchten Händen. Nur die Reinigung ist etwas schwieriger.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010540.jpg


Für eine 18650 Lampe eher auf der größeren Seite. Sie ist 10 mm länger als die Dobermann, hat einen rund 8 mm dickeren Kopf und wiegt 20 g mehr. Die Dobermann und Predator unterscheiden sich nur vom Kopf – Akkurohr und Endkappe sind identisch. Eine „Max“ Variante mit 21700 Akku wurde bereits angekündigt.

Länge: 160 mm
Durchmesser: 41 mm (Kopf) / 25,4 mm (Akkurohr und Tailcap)
Gewicht: 133 g (plus 47 g für den Akku)

Armytek hat bereits eine „Max“ Version mit 21700 Akku angekündigt.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010502.jpg


Der Kopf wird durch einen geschwärzten Edelstahlbezel geschützt. Der leichte Wellenschliff lässt beim Kopfstand erkennen, ob die Lampe eingeschaltet ist.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010523.jpg


An der Tailcap sitzt der hervorstehende Taster sowie eine Befestigungsmöglichkeit für eine Handschlaufe. Diese ist auch die einzige scharfe Kante an der gesamten Lampe. Der mitgelieferte Schlüsselring bewahrt die Handschlaufe aber, zu schnell durchgescheuert zu werden.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010497.jpg


Der Metallkontakt am Schaltergummi ergibt zusammen mit dem blanken Ring die Ladekontakte für den magnetischen Ladeadapter. Dies vermeidet einen wasser- und schmutzanfälligen USB-Anschluss, funktioniert allerdings nur mit dem mitgelieferten USB-Ladeadapter.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010549.jpg


Man braucht die Lampe nur in die Nähe des Ladeadapters bringen und klack schnappt er durch den Magneten in die richtige Position. Einfacher geht es kaum. Kopf und Endkappe müssen dabei festgezogen sein. Geladen wird mit bis zu 1,2 A, sodass der Akku nach knapp vier Stunden wieder voll ist.

Der Ladeadapter zeigt den Status über LEDs in verschiedenen Farben an. Nettes Detail: Nach etwa 30 Sekunden werden die Status-LEDs langsam auf eine niedrige Helligkeit gedimmt, um im Dunkeln nicht so sehr zu stören.

FarbeBedeutung
grünBereitschaft / vollständig geladen
rot blinkendKontakte verschmutzt
orange blinkendSpannung zu niedrig oder Kontakte verschmutzt
rotLadevorgang
orangeLadevorgang mit reduzierter Leistung

Während des Ladens schaltet sich die Taschenlampe automatisch ab. Der Ladevorgang wird nur gestartet, wenn die Akkuspannung niedriger als 4 V ist.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010548.jpg


Leider verwendet Armytek zwei verschiedene Ladeadapter: Zum einen gibt es den AMC-02, passend beispielsweise für die Wizard und die Prime. Zum anderen den AMC-03, welcher für die taktischen Lampen wie die Dobermann oder Predator passt.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010553.jpg


Durch den hervorstehenden Taster wird ein Tailstand verhindert. Außerdem rollt die Lampe auf ebenem Untergrund schnell weg. Der Tactical Ring (später im Review) verhindert das aber zuverlässig.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010539.jpg


Der mitgelieferte Clip ist kurz und äußerst eng. Ich habe ihn nicht ausprobiert, da er die Anodisierung definitiv beschädigt hätte. Aber er sollte stramm sitzen und zuverlässig halten.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010507.jpg


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010509.jpg


Alternativ kann man das mitgelieferte Holster nutzen. Am besten sitzt die Lampe, wenn man sie mit dem Kopf zuerst einsteckt. Aufpassen muss man mit dem Schalter, da er leicht versehentlich betätigt wird, was schnell zu einem geschmolzenen Loch im Holster führen wird. Eine Art „Eierbecher“ wie beim Holster der Klarus XT21X Pro wäre praktisch.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010556.jpg


Es gibt eine offene Schlaufe mit Druckknopf und Klett, eine feste Schlaufe sowie einen D-Ring.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010557.jpg


Das hintere Ende des Akkurohrs ist anodisiert, sodass ein mechanischer Lockout möglich ist. In der Tailcap ist eine lange Feder.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010524.jpg


Im Kopf befindet sich ebenfalls eine Feder. Hier ist das Gewinde nicht anodisiert, da man den Kopf zum Wechseln der Modi lösen muss.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010555.jpg


Auf beiden Seiten des Akkurohrs sitzen je zwei O-Ringe. Wie man in den Fotos sehen kann, hat Armytek auch nicht mit dem Silikonfett gespart. Immerhin verspricht Armytek eine Wasserdichtigkeit bis 25 m für eine Dauer von 5 Stunden. Eine Wandstärke von 3 mm beim Akkurohr, lange Gewinde, die langen Federn und teilweise vergossene Elektronik sorgen hoffentlich dafür, dass die Lampe auch Stürze von bis zu 25 m übersteht, wie es der Hersteller verspricht. Damit soll die Lampe deutlich mehr standhalten als das angegebene IP68 beinhaltet.

Bedienung und Funktion​

Gesteuert wird die Predator über einen elektronischen Taster an der Endkappe, welcher sich wie ein Forward-Clicky verhält. Halb gedrückt macht Momentanlicht, ganz durchdrücken schaltet die Lampe an und aus.

Bei der Betätigung gibt es kein lautes Klicken, sondern nur ein leicht spürbares Knacken. Dadurch lässt sich die Lampe fast geräuschlos schalten. Auf den inneren Aufbau des Tasters werde ich später eingehen.
Das Druckgefühl ist angenehm und der Taster ist durch seine exponierte Lage zuverlässig und schnell zu finden. Leider passiert es dadurch auch sehr leicht, dass die Lampe unbeabsichtigt eingeschaltet wird.

Weitere Modi lassen sich durch Lockern oder Festziehen des Lampenkopfs erreichen. Für das Umschalten braucht man zwei Hände, ansonsten ist es aber sehr intuitiv.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010495.jpg


Man hat die Wahl zwischen zwei Steuerungsarten, zwischen denen man wechseln kann, indem der Kopf bei eingeschalter Lampe mindestens zehn Mal gelockert und festgezogen wird.

Im Jagdmodus steht bei festgezogenem Kopf der Turbo zur Verfügung. Bei gelockertem Kopf hat man die Wahl zwischen den Stufen Low, Medium und High. Umgeschaltet wird, indem die Lampe für weniger als zwei Sekunden aus- und wieder eingeschaltet wird. Am einfachsten ist es, den Taster so lange anzutippen, bis man die gewünschte Helligkeit hat und ihn dann ganz durchzudrücken. Der Kopf kann bei eingeschalteter Lampe festgezogen und gelockert werden, um zwischen Turbo und der vorherigen Stufe zu wechseln.
Zusätzlich lässt sich noch der Strobe mit in die Abfolge aufnehmen. Dazu wird der Taster mindestens 20 Mal angetippt und zum Schluss durchgedrückt.
Leider ist die niedrigste Stufe mit 37 lm recht hell und von High (280 lm) zu Turbo (1400 lm) gibt es einen großen Sprung. Ich hätte mir besser verteilte Stufen von etwa 3 bis 600 lm gewünscht.

Der taktische Modus bietet mit festgezogenem Kopf ebenfalls den Turbo. Man kann zwischen Turbo und Medium wählen, indem der Kopf einmal kurz gelockert und wieder festgezogen wird.
Bei gelockertem Kopf wird der Strobe aktiviert. Auch hier kann man zwischen einem hellen und einem dunklen Strobe wählen, indem der Kopf einmal kurz festgezogen und wieder gelockert wird.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010567.jpg


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010564.jpg


Für einen besseren „Cigar Grip“ wird ein Tactical Ring aus Silikon mitgeliefert. Diesen braucht man einfach nur über die Tailcap ziehen. Er sitzt dann sicher in einer eigenen Nut und kann auch zusammen mit dem Clip verwendet werden.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010546.jpg


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010585.jpg


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010588.jpg


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010587.jpg

Lichtbild​

Es gibt zwei Versionen: kaltweiß (bis zu 1500 lm) und warmweiß (1400 lm). Beide mit Cree XHP35.2 HI LED. Ich habe mich verständlicherweise für die warmweiße Version entschieden.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010522.jpg


Die Farbe ist angenehm warm, ohne Grünstich und ohne Farbverlauf. Die LED sitzt hinter einem „grün“ entspiegelten Glas in einem tiefen Reflektor. Dieser ist zwar „glatt“ (SMO), weist aber noch feine konzentrische Ringe auf.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010544.jpg


Im Vergleich zur Dobermann ist das Lichtbild deutlich fokussierter, aber auch ungleichmäßiger. Der Spot – von Armytek mit 5° angegeben – geht mit ein paar deutlichen Ringen in den Spill über, welcher 40° betragen soll. Die zusätzliche Reichweite durch die stärkere Fokussierung macht sich in der Praxis nur bei größeren Entfernungen minimal bemerkbar, ist im Nahbereich aber fast schon wieder zu fokussiert. Das universellere und gleichmäßigere Lichtbild der Dobermann gefallen mir besser.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010576.jpg


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010582.jpg


Anders als bei der Dobermann ist der Spill der Predator rund und weist keine eckigen Schatten durch den Bezel auf. In der Praxis fallen die Ringe weniger stark auf, insbesondere bei größeren Entfernungen.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_06256.jpg


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_06262.jpg

Treiber und Laufzeit​

Die Angaben zur Laufzeit von Armytek stimmen gut mit meinen Messungen überein (nach ANSI FL1).

ModusHelligkeit¹Laufzeit¹Intensität¹ (Reichweite²)Strom³
Turbo1400/650 lm3 min + 1 h 30 min61 000 cd (494 m)6,20 – 8,00 A
High280 lm5 h 13 min0,70 A
Medium112 lm12 h 20 min0,28 A
Low37 lm32 h0,13 A
Aus15 µA
¹ Herstellerangabe ² Nach ANSI FL1 ³ Messung

Der Boost-Treiber hält die Helligkeit konstant (abgesehen von Turbo) und regelt ohne PWM. Liegt die Spannung unter etwa 3,5 V, blinkt die Lampe 30 Sekunden nach dem Einschalten zweimal kurz. Sinkt die Akkuspannung zu stark ab, wird auf eine niedrigere Stufe geschaltet. Bei 2,75 V greift schließlich der Unterspannungsschutz (LVP) und die Lampe schaltet sich ab.


Armytek_Predator_Pro_runtime_full.png


Armytek_Predator_Pro_runtime_15min.png


Im Turbo wird die Helligkeit nach drei Minuten zeitgesteuert auf etwa die Hälfte reduziert. Die Helligkeit wird ebenfalls reduziert, wenn die Lampe rund 55 °C erreicht. Der Turbo lässt sich dann neu starten, aber halt nur kurzzeitig.


Armytek_Predator_Pro_runtime_turbo.png


Besonders faszinierend ist der Aufbau des Heckschalters. Von der Funktion her ein normaler Forward-Clicky, allerdings elektronisch nachgebildet. Das ist das erste Mal, dass ich einen (doch recht leistungsfähigen) PIC Microcontroller im Schalter einer Taschenlampe gesehen habe. Zusammen mit einem eigenen Spannungsregler, verteilt auf mehrere Platinen, die über Federn in einem Käfig verbunden sind.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010537.jpg


Nehmt den Schalter am besten nicht selbst auseinander. War gar nicht so einfach, alles wieder richtig zusammenzubauen.


20230325_Armytek_Dobermann_Predator_P1010538.jpg


Der Vorteil dieses komplizierten Heckschalters ist, dass er sich nicht nur besonders leise bedienen lässt, sondern dass er auch einen magnetisch aufsteckbaren Kabelschalter unterstützt, welcher optional erhältlich ist. Außerdem kann der magnetische Ladeadapter genutzt werden, ohne die Endkappe zu lockern. Es fließt übrigens kein Strom über die äußeren Kontakte.

Fazit​

Die Armytek Predator Pro ist eine solide Taschenlampe ohne viel Spielerei. Sie macht einen robusten Eindruck und hat eine intuitive, einfache Bedienung. Hinzu kommt der bequeme magnetische Ladeadapter und die Möglichkeit, einen Kabelschalter zu verwenden.

Das Lichtbild ist stärker fokussiert als bei der Dobermann, weist jedoch einige Ringe auf. Schön wäre ein niedrigeres Low und besser verteilte Stufen gewesen. Preislich ist die Predator schon äußerst grenzwertig. Man zahlt hier aber auch für die versprochene Robustheit, was sich bei intensiver Beanspruchung schnell rentieren kann.

Durch das etwas universellere und gleichmäßigere Lichtbild und die kleinere Bauform würde ich die Armytek Dobermann Pro bevorzugen. Die Predator macht dann Sinn, wenn man auf die zusätzliche Reichweite angewiesen ist.

Mit dem Code „SAMMYSHP15“ gibt es im Moment noch 15% Rabatt im Armytek-Shop.