[LED-Test / Review] Getian GT-FC40 (≈ 5000 K, 90 CRI)

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
4.140
5.940
113
nahe Köln
LED-Test / Review
DE


Getian GT-FC40 5000 K 90CRI


11.06.2023


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In den vergangenen Jahren wurden und werden vermehrt LEDs aus chinesischer Entwicklung in Taschenlampen verbaut. Dies wurde primär aus Gründen des geringeren Preises sowie veränderten Rahmenbedingungen für internationale Geschäfte vorangetrieben. Heutzutage besitzt so manche Lampe eine chinesische LED. Gleichwohl ist in der Regel völlig unklar, inwieweit westliche Technologie oder Fertigungsverfahren verwendet werden – eine Sache, die auch dieser Test nicht klären wird.
Doch wird sich zeigen, wie gut die FC-40 als eine High-Power-LED mit sehr hoher Farbwiedergabe abschneidet und ob die Lichtfarbe tatsächlich so gut ist wie manches Mal bereits berichtet. Zudem werden hier zumindest einige elektrische Daten zu dieser am Ende doch unbekannten LED gesammelt, denn konkrete Fakten gibt es zu diesem Emitter nach wie vor kaum...



Technische Daten​


Tj 85 °C, If 700 mA

Angaben soweit nicht anders angegeben vom Aliexpress-Store bzw. Händlern.

Typ: multi-die
Binning: unbekannt
Farbgruppierung: unbekannt (5000-5500 K)
CRI: 90

Nennspannung: 12 V
Max. Vorwärtsstrom: 4000 mA
Max. Spitzenstrom: unbekannt
Abstrahlwinkel: unbekannt
Wärmewiderstand: unbekannt
Max. Temperatur Tj: max. 150 °C



Es ist zu beachten, dass nach wie vor de facto keine gesicherten Herstellerangaben zu dieser LED zu finden sind. auch ein offizielles Datenblatt ist mir nicht bekannt, sodass auch die o.g. Angaben stets mit Vorsicht zu betrachten sind!



Äußerliches Erscheinungsbild​



Die FC40 ist eine Multi-Die-LED ohne Dome (domeless gennant). Die gelbe Leuchtfläche ist in 16 Segmente unterteilt bei welchen jeweils 4 Segmente in einer Reihe verschaltet sind (4S), woraus sich in der internen Verschaltung die Konfiguration 4S+4P ergibt.

Eine klare Schicht Silikon bedeckt die Leuchtfläche. Das Substrat ist dunkelgrau gehalten, mit kleinen goldfarbenen Markierungen an den Ecken. Das Größenformat meines Samples ist 7070 (7,00 x 7,00 mm). Es ist hier zu beachten, dass es vermutlich eine zweite Variante dieser LED gibt, welche u.a. als Variante in der Convoy L6 verbaut wird – bei dieser ist der Rand um die Leuchtfläche größer gehalten, woraus sich größere Abmessungen (möglicherweise 9090 = 9,00 x 9,00 mm) ergeben.

Eine Markierung für Anode/Karthode gibt es auf der Oberseite der mir vorliegenden FC40 nicht.


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Durch das symmetrische Package ist die Verwendung von gedrehten Zentrierhilfen bzw. solchen für XHP-LEDs problemlos möglich.


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Die Anordnung der Kontakte im Footprint entspricht dem der 12 V-XHP-LEDs, wodurch sich zumindest für die hier gezeigte Variante auch LED-Boards für 12 V-XHP-LEDs verwenden lassen. Eine kleine fehlende Ecke am Thermal Pad zeigt in diesem Fall die Kathode an.



Leuchtfläche​



Durch die 16 Segmente gibt es eine Art „Gitternetz-Muster“. Die einzelnen Leuchtflächen sind durch die deutlich bläuliche Verfärbung klar erkennbar. Die einzelnen Segmente scheinen mit kleinen Bonding-Drähten untereinander verbunden zu sein, welche allerdings keinen Teil der Leuchtfläche bzw. Segmente verdecken. Die Lichtfarbe mit einem CCT von 5000 K wird hier mittels Durchmischung der blauen und gelben Anteile der Leuchtfläche erreicht.


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Die Leuchtfläche ist 30,8 mm² groß.

Durch die fehlenden Bondierungs-Drähte auf der Oberseite des Die steigt die Effizienz durch die fehlende Abschattung. Durch die segmentierte Leuchtfläche ist diese LED für Fokusoptiken oder Reflektoren weniger gut geeignet und erfordert – sofern eine gute Lichtqualität gewünscht ist – den Einsatz von Streuscheiben oder speziell texturierten Orange-Peel-Reflektoren.


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Wie bei vielen Emittern mit mehreren Leuchtflächen leuchten bei extrem geringen Strömen nicht alle Leuchtsegmente gleichmäßig auf, wobei die Ausleuchtung bei meinem Exemplar relativ gut ist und keinen Anlass zur Kritik bietet. Die möglichen starken Abweichungen sind allerdings ein Grund, warum viele Hersteller Mindest-Betriebsströme angeben: so wird eine gleichmäßige Ausleuchtung in Lampen mit vielen einzelnen Emittern sichergestellt.



Leistung und Überbestrombarkeit​




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Innerhalb offizieller Parameter, soweit diese bekannt sind:
  • bei 4000 mA (offizieller Maximalstrom): 3871 lm @ 12,51 V
  • Leistung bei offiziellem Maximum: 50,04 W
  • Effizienz bei 4000 mA: 77,4 lm/W

Mangels konkreten Angaben zu Binning und Maximalströmen ist die Aussagekraft der Daten begrenzt. Auffällig ist, dass die Leistung beim angegebenen Maximalstrom von 4 A ziemlich genau 50 W ergibt.


Überbestromung:
  • Maximum bei 10,8 A erreicht, an diesem Punkt 6503 lm @ 14,31 V
  • Leistung bei Maximum 154,5 W
  • Sweet Spot bei etwa 7 A (5626 lm @ 13,41 V)
  • Leistung im Sweet Spot 94 W
  • Effizienz im Maximum 42,1 lm/W
  • Effizienz im Sweet Spot 59,9 lm/W

Überbestromung lohnt sich bei dieser LED nur in gewissen Maßen. Bei maximal möglichem Strom sinkt die Effizienz auf 42 lm/W, ein Bereich, der bereits von stark selektierten Halogen-Lampen unter idealen Betriebsbedingungen durchaus erreicht werden kann. (Selbst die handelsübliche IKEA-Halogenlampe 20 W G4 erreichte fast 36 lm/W, ehe der Glühfaden schmolz.)



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Im Vergleich zur XHP70.2 in der 12 V-Konfiguration ist die relativ geringe Vf zu erwähnen, welche sich bereits im Bereich der neuesten XHP70.3 (Test folgt) befindet und damit die Effizienz gerade bei höheren Strömen etwas steigert. Hier zeigt sich wieder einmal, dass die bereits über 10 Jahre alte MT-G2 trotz des noch immer attraktiven Lichtbilds vor allem in OP-Reflektoren keinerlei Rolle mehr spielt und einfach nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht.



Leuchtdichten​



Werte bei 25 °C Tsp, 85 °C Tsp Werte 6-14 % niedriger



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Bedingt durch die geringere Effizienz und geringerem Lichtstrom fällt die Leuchtdichte deutlich geringer als bei der XHP70.2 aus, insbesondere da sich bei diesen LEDs die Größe der Leuchtfläche sehr ähnelt und daher primär der geringere Lichtstrom zum Tragen kommt.

Die MT-G2 hat trotz höchstem Binning schlicht keinerlei Chance mehr. Die Leuchtfläche ist zu groß, und die Effizienz zu gering.



Lichtqualität und Verhalten in Optiken​


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Trotz der starken Farbunterschiede im Abstrahlverhalten ist das Lichtbild in einem handelsüblichen Reflektor in Ordnung (im Bild wird der Reflektor einer alten Nitecore SRT7 verwendet). Durch die Segmentierung der Leuchtfläche bedingt gibt es kreuzartige Artefakte im Lichtbild, wobei eine starke Farbverfälschung nicht auftritt.

Dies dürfte einer der Gründe sein, warum manche Hersteller diese LED auch mit einem glatten (SMO) Reflektor verwenden bzw. diesen als Variante zumindest anbieten. Bei Verwendung eines OP-Reflektors dürfte das Lichtbild in etwa dem entsprechen, was von einer Lampe mit MT-G2 oder der ersten Generation der XHP70 zu erwarten ist.


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Bei Verwendung von Zoom-Optiken und Linsen ist das Gitternetz-Muster deutlich sichtbar. Hier ist ggf. eine Linse mit entsprechender Texturierung oder ein Diffusor zu empfehlen, sofern dieses Lichtbild nicht gewünscht ist.


Lichtfarbe​



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Trotz der angegebenen Farbtemperatur von 5000-5500 K erreicht mein Sample im Test eine CCT von über 6200 K. Trotzdem liegt sie fast perfekt auf der Schwarzkörperkurve, wodurch ein reines weiß ohne Farbverfälschung auftritt. Für Beleuchtungsaufgaben wo es auf Farbtreue und ein möglichst „reines“ weiß ankommt, ist diese LED sehr zu empfehlen. Unklar ist hier allerdings, inwieweit es vor allem zwischen unterschiedlichen Chargen/Reels eine Farbstreuung je nach Einstufung in einzelne Farbgruppierungen gibt – ohne Datenblatt oder weitere Informationen des Herstellers lässt sich dieser Aspekt kaum bewerten.


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  • Ra: 96
  • R9: 96
  • CCT: 6335 K
  • duv: 0,0005


Fazit​


Der größte Vorteil der GT-FC40 ist ohne Zweifel die sehr gute Lichtqualität. Zudem ist eine Verwendung von glatten Reflektoren prinzipiell möglich, auch wenn ich im Sinne eines gleichmäßigen Lichtbilds ohne Artefakte oder Farbsäume hiervon abrate und OP-Reflektoren empfehle.

Die Performance ist nicht sehr hoch, wobei Varianten mit sehr hoher Farbwiedergabe deutlich geringere Effizienzen aufweisen. 5000 Lumen aus einem Package sind hier – ausreichende Kühlung vorausgesetzt – durchaus möglich, wobei aber auch hier bei fast 100 W Leistung in Punkto Effizienz und Kühlbarkeit andere Emitter zu bevorzugen sind.


Pro
  • extrem gute Lichtqualität
  • kompatibel mit 12V-XHP Boards und Zubehör (7070-Variante)

Neutral
  • starke Abweichung von angegebenen 5000-5500 K CCT
  • nur in 12 V-Variante verfügbar
  • Lichtbild in Reflektoren ausbaufähig
  • Leuchtdichte entspricht der XHP70.2

Contra
  • geringe Effizienz, geringer Lichtstrom
  • keinerlei gesicherte Informationen zur LED öffentlich verfügbar
  • nur in China bzw. bei chinesischen Verkäufern erhältlich


Danke fürs Lesen dieses Tests. :)


LG, Dominik​
 
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Gast3

Guest
Danke für den tollen Test. Die LED hatte ich mal in einer Emisar D1. Die starke Abweichung ins Kaltweisse war mir auch aufgefallen. Da msit man mit der 4500K Variante besser dran, die grünelt aber minimal.
 

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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113
nahe Köln
Da msit man mit der 4500K Variante besser dran, die grünelt aber minimal.
Wobei ich mittlerweile echt vorsichtig bin, was chinesische LEDs angeht. Bei der Yinding 5050 jedenfalls ist von guter Lichtqualität trotz verschiedener Samples keine Spur, dafür gibt es Tint-Lotto vom feinsten, wo die Niete am häufigsten ist und "grün" beinhaltet.
Das könnte bei der Getian FC40 in anderen CCT bzw. von anderen Händlern auch durchaus Thema sein, insofern ist diese Aussage wahrscheinlich auch nicht allgemein zu betrachten sondern immer von Fall zu Fall abhängig. :confused:
 
  • Danke
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