[LED-Test / Review] ChangDa SFH43 3000 K 90 CRI - 16 Chips für geringe Vf, aber gelber Tint

Köf3

LED-Spezialist
17 Mai 2015
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nahe Köln
LED-Test/ Review DE
DE


ChangDa SFH43 3000 K 90 CRI 3 V



15.09.2024


Typ: Multi-Die Flip Chip
Binning: unbekant
Farbgruppierung: unbekannt (3000 K)
CRI: 90

Nennspannung: 3 V
Max. Vorwärtsstrom: 40000 mA
Max. Spitzenstrom: --- mA
Abstrahlwinkel: ---
Wärmewiderstand: --- K/W
Max. Temperatur Tj: max. --- °C

Achtung: ein offizielles Datenblatt ist nicht verfügbar!


Die hier getestete LED wurde August 2024 bei Kaidomain erworben. Sie ist dort als "SFH73 16x core 3 V 40 A" gelistet.

Viele Informationen gibt es zu diesen LEDs nicht. Nach Recherche von BLF-User @yoelpez stellte sich heraus, dass diese LEDs von einer kleinen chinesischen Firma namens "ChangDa" hergestellt werden. Sie kaufen verschiedene LED-Chips von Sanan ein und fertigen mit diesen ihre LEDs. Eine Verbindung zu Sanan besteht - von den Chips abgesehen - also nicht!

Die Nomenklatur dieser ChangDa-LEDs ist anhand der vorhandenen Informationen relativ einfach nachzuvollziehen:

1. und 2. Stelle:
  • SF (ChangDa LED)
3. Stelle: Anzahl LED-Chips
  • S = 1 *
  • Q = 4 *
  • N = 9 *
  • H = 16 *
  • Y = 64 *
4. und 5. Stelle:
  • Größe (Seitenlänge) eines einzelnen LED-Chips in mil: 35, 40, 43, 55, 60, 75

Anhand dieser Nomenklatur und den gelisteten Produkten des Taobao-Shops vom Hersteller zeigt sich, dass die Benennung der LED seitens Kaidomain höchstwahrscheinlich falsch ist. Ein einzelner LED-Chip der hier getesteten LED entspricht 43 mil, zudem wird auch nur eine SFH43 im Taobao-Shop gelistet. Ein 73 mil-Chip wird nach aktuellem Kenntnisstand von ChangDa gar nicht verbaut. Außerdem wäre die LED mit 16 einzelnen 73 mil-Chips in ihrem 7070-Footprint schlichtweg viel zu klein.
Daher wird die LED in diesem Test "SFH43" genannt.

Der Emitter ist schlicht gehalten. Ein dunkelgraues Substrat ist mit einer weißen Silikonvergussmasse überzogen. Darüber befindet sich die transparente Schutzschicht. Es ist zu beachten, dass diese Silikonschicht gummi-artig ist und Schmutz wie Staub regelrecht "anzieht". Darin ist die orangene Phosphor-Schicht eingebettet, unter welcher die 16 LED-Chips liegen. Alle Chips sind parallel verschaltet, um eine Vorwärtsspannung von etwa 3 V zu gewährleisten.

Die SFH43 ist 7,05 x 7,05 mm groß. Die transparente Silikonschicht ragt um 0,05 mm vom Substrat heraus. Sie ist dank des bekannten 7070-Footprint mit anderen 7070-LEDs tauschbar, sofern die niedrige Versorgungsspannung kein Problem darstellt.

Es ist erkennbar, wie das Phosphor nicht gleichmäßig aufgebracht wurde. Außerhalb des Zentrums ist die Schicht offensichtlich dünner, da dort eine kältere CCT sichtbar wird. Zudem sind die Zwischenräume zwischen den einzelnen LED-Chips vor allem an den Rändern gut erkennbar. Möglicherweise bestehen noch Probleme, das Phosphor im Produktionsprozess gleichmäßig aufzutragen. Auch die ungleichmäßige Begrenzung des Phosphors deutet darauf hin.


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  • Maximum bei 37 A erreicht, an diesem Punkt 5599 lm @ 3,66 V
  • Leistung bei Maximum 135,5 W
  • Effizienz im Maximum 41,3 lm/W


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Daten für 25 °C Tsp (bei 85 °C sind die Leuchtdichten etwa 13 % geringer).

Mangels offiziellem Datenblatt und Betriebsparameter sowie fehlenden Vergleichsmöglichkeiten ist eine Bewertung der Leistung schwierig. Der von Kaidomain angegebene Maximalstrom von 40 A (!) wird selbst bei exzellenter Kühlung nicht erreicht. Hier dürfte eher der Wärmewiderstand als das 7070-Footprint limitieren, da dieses erst bei etwa 200 W an Grenzen stößt. Es ist wahrscheinlich, dass die angegebenen 40 A nicht den offiziellen Maximalstrom darstellen, wobei unklar ist, inwiweit diese Informationen vonseitens des Herstellers überhaupt vorliegen.

Für eine LED der 3 V-Klasse ist die Vf extrem niedrig. Dies ergibt sich aus den 16 parallel geschalteten Chips, welche bei 37 A nur mit jeweils 2,3 A bestromt werden und jeweils etwa 3,66 V Vorwärtsspannung aufweisen. Im Allgemeinen ist die Parallelschaltung von vielen kleineren LED-Chips eine gute Möglichkeit, die Effizienz einer LED deutlich zu steigern, was sich auch im Leistungsdiagramm nieder schlägt.

Die Leuchtdichte ist sehr niedrig. Dies ist durch die seitlich abstrahlenden LED-Chips und die sehr große Leuchtfläche geschuldet. Eine kaltweiße SFH43 dürfte hier etwa 40-50 % höhere Lichtströme und Leuchtdichten aufweisen.


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Der Beam ist durchaus zu gebrauchen, allerdings können gerade bei SMO-Reflektoren Artefakte im Lichtbild auftreten, was durch das ungleichmäßig aufgebrachte Phosphor verursacht wird. Die Ringe im Bild könnten durch ungenauen Fokus verursacht sein; diesen gilt es vor Einbau in einer Lampe je nach vorhandener Optik genau zu prüfen. Ein OP-Reflektor wird daher für ein gutes Lichtbild empfohlen.



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Der Tint ist sehr gelb. Dieser ist deutlich erkennbar, entsprechend fällt der duv aus.

Der Farbwiedergabe-Wert ist hoch, wenngleich die Lichtqualität subjektiv deutlich geringer als bei vergleichbaren Emittern ausfällt. Farben wirken verwaschen und wenig gesättigt. Wenn gute Lichtqualität bei 3000 K benötigt wird, sind Emitter wie die Nichia 519A / 719A / B35AM oder Luminus SFT-40 / SFT-70 klar zu bevorzugen.


  • Ra: 93
  • R9: 64
  • CCT: 3403 K
  • duv: 0,0058


Durch die 16 einzelnen LED-Chips ist die Vf sehr gering und die Effizienz hoch. Das Lichtbild ist vor allem in OP-Reflektoren brauchbar, allerdings ist der Tint wie schon bei der früher getesteten SFN40 sehr gelb und gerade im Vergleich zu Nichia-Emittern deutlich weniger angenehm.


Danke fürs Lesen dieses Tests. :)

LG, Dominik


v1.0.2
 
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