Kurzreview Lidl Livarno Lux 1W LED-Taschenlampe
Wieder einmal gibt es eine günstige Taschenlampe bei einem Discounter. Grund genug, mir diese mal näher anzuschauen. Ich werde in diesem Review nicht viel schreiben, eher lasse ich diesmal die Bilder sprechen. Ich habe mich für ein Exemplar in tiefem Blau entschieden, weil ich so eine Farbe noch nicht in meiner Sammlung habe.
Unten wirds übrigens wie gewohnt einige Messwerte geben. Egal, los gehts!
Die Lampe befindet sich in einer Blisterpackung (Rückseite hier), welche sich naturgemäß nicht zerstörungsfrei öffnen lässt:
In der Packung befindet sich folgender Inhalt. Nicht viel, aber ausreichend:
So sieht die Lampe aus. Sie ist scheinbar entgegen meiner ersten Vermutung tatsächlich anodisiert und nicht nur einfach in dünnem Tauchlack versenkt worden. Ein kleiner Kratzer - mit einem scharfen Metallwerkzeug verursacht - zeigt jedenfalls kein blankes Aluminium.
Das Frontglas ist aus Plastik, darunter befindet sich immerhin ein O-Ring.
Die Gewinde sind etwas gefettet. Es gibt schwarze, relativ dicke O-Ringe, übrigens an allen Gewinden:
Unschön: Die Lampe war ab Werk richtig dreckig:
Gut zu sehen ist auch der Seitenschalter, wie er auch in vielen anderen Lampen zum Einsatz kommt. Das Schaltergummi ist bei fettfreien und trockenen Händen griffig, bei Nässe eher weniger. Die Lampe hat kein nennenswertes UI, denn sie hat nur eine Leuchtstufe: Schalter drücken und fertig.
Lockout ist wegen der nicht anodisierten Gewinde nicht möglich.
Einen Wegrollschutz hat die Lampe nicht wirklich. Ohne Lanyard rollt sie munter durch die Gegend, mit der Fangschnur hört das Rollen wenigstens schnell auf. Aber immerhin ist Tailstand möglich:
Fettreste prägten das Bild, auch im Batterierohr:
Ich war überrascht, eine offensichtlich vergoldete Feder in der Tailcap vorzufinden:
Ebenso die Kontakte am Batteriekäfig, welcher aus hellem Kunststoff gefertigt ist. Der wirkt übrigens recht instabil und fühlt sich zerbrechlich an.
Soweit lässt sich die Lampe als Endverbraucher zerlegen:
Ab in allerheiligste. LED im Reflektor. Sie ist leicht dezentriert:
Der Lampenkopf vom Batterierohr aus gesehen. Alles voll mit Plastik. Der Kontakt ist nicht vergoldet.
Lampenkopf aufgeschraubt, mit der LED auf dem Board im Vordergrund. Geht leicht vonstatten, es ist nichts geklebt oder versiegelt. Auch der Metallring, der die "Pill" im Kopf hält, lässt sich mit einem passenden Werkzeug einfach herausdrehen.
Das aufgedruckte Datum ist interessant. Das LED-Board scheint fast eineinhalb Jahre alt zu sein.
LED und Treiber außerhalb der Lampe. Sie bilden eine Einheit, eine "Pill", wenn man so will:
Es gibt tatsächlich keinen Treiber. Die LED wird im Direct-Drive betrieben. Nur ein kleiner Widerstand ziert die kleine Platine, unterhalb derer der Drucktaster sitzt. Auch gut zu sehen: Die LED sitzt auf einem Alu-Board. Unterhalb der LED befindet sich eine kleine Metallplatte. Diese ist ebenfalls auf das Board gelötet, nicht nur einfach mit Wärmeleitpaste versehen, wie es bei vielen anderen Discounter-Lampen der Fall ist.
Masse wird durch den Kontakt mit dem Lampengehäuse hergestellt, deswegen gibt es nur eine Zuleitung auf das LED-Board.
So sieht der Lampenkopf in seine Elemente zerlegt aus:
Hier noch ein Vergleich mit anderen Lampen. Von links nach rechts: Thrunite Ti3, Fenix LD02, Convoy S2+, BLF A6, Lidl-Lampe, Armytek Dobermann und Nitecore SRT7:
Das Lichtbild ist sehr bescheiden. Es gibt Saturnringe - auch auf größerer Entfernung gut zu erkennen - und die LED hat ein ekliges blau als Lichtfarbe. Durch die Dezentrierung ist der Spot der LED ein wenig nach außen "verschoben".
Whitewall-Shots 1m. Einmal hell...
... und einmal abgedunkelt:
Die sehr bläuliche Lichtfarbe passt ganz gut zur Realität. Schön siehts jedenfalls nicht aus und die Farbwiedergabe ist jenseits von Gut und Böse.
So - nun ein paar Messwerte. Ich nutze die Batterien, die mitgeliefert wurden. Der klassische Fall, wenn non-Flashys funzeln gehen.
Lichtstrom nach 5 Sekunden: 91 lm
Helligkeit auf 1 m nach 5 Sekunden: 1700 lx
Throwfaktor: 18,7 - Vergleichswerte hier.
Farbtemperatur der LED: etwa 9200 K
Stromaufnahme:
4,5 V = 0,30 A
4,2 V = 0,24 A
3,9 V = 0,18 A
3,6 V = 0,14 A
3,3 V = 0,10 A
3,0 V = 0,06 A
2,7 V = 0,01 A
Anlaufspannung: 2,3 V
Maximale Leistung: 1,4 W
Hier gibts noch Messwerte für die Lampe mit Widerstandsmod!
Kurzes Fazit: Die Lampe ist dem Preis angemessen verarbeitet, die Materialstärke des Alus ist dagegen sehr dick und gut. Sie war ab Werk ziemlich dreckig, das Lichtbild ist nur bescheiden und bläulich. Immerhin hatte die Lampe gefettete Gewinde, vergoldete Kontakte an Feder und Batteriekäfig und sie liefert wieder einmal deutlich mehr, als auf der Packung drauf steht.
Für 6 € ist die Lampe in Ordnung. Wer kein Problem mit bläulichem Licht hat und einfach nur irgendwie Licht haben will, aber trotzdem eine robuste Lampe mit einer mal etwas "anderen" Farbe sucht, könnte hiermit glücklich werden.
Ich hoffe, das kurze Review hat Euch gefallen!
Zum Gruße, Dominik
Wieder einmal gibt es eine günstige Taschenlampe bei einem Discounter. Grund genug, mir diese mal näher anzuschauen. Ich werde in diesem Review nicht viel schreiben, eher lasse ich diesmal die Bilder sprechen. Ich habe mich für ein Exemplar in tiefem Blau entschieden, weil ich so eine Farbe noch nicht in meiner Sammlung habe.
Unten wirds übrigens wie gewohnt einige Messwerte geben. Egal, los gehts!
Die Lampe befindet sich in einer Blisterpackung (Rückseite hier), welche sich naturgemäß nicht zerstörungsfrei öffnen lässt:
In der Packung befindet sich folgender Inhalt. Nicht viel, aber ausreichend:
So sieht die Lampe aus. Sie ist scheinbar entgegen meiner ersten Vermutung tatsächlich anodisiert und nicht nur einfach in dünnem Tauchlack versenkt worden. Ein kleiner Kratzer - mit einem scharfen Metallwerkzeug verursacht - zeigt jedenfalls kein blankes Aluminium.
Das Frontglas ist aus Plastik, darunter befindet sich immerhin ein O-Ring.
Die Gewinde sind etwas gefettet. Es gibt schwarze, relativ dicke O-Ringe, übrigens an allen Gewinden:
Unschön: Die Lampe war ab Werk richtig dreckig:
Gut zu sehen ist auch der Seitenschalter, wie er auch in vielen anderen Lampen zum Einsatz kommt. Das Schaltergummi ist bei fettfreien und trockenen Händen griffig, bei Nässe eher weniger. Die Lampe hat kein nennenswertes UI, denn sie hat nur eine Leuchtstufe: Schalter drücken und fertig.
Lockout ist wegen der nicht anodisierten Gewinde nicht möglich.
Einen Wegrollschutz hat die Lampe nicht wirklich. Ohne Lanyard rollt sie munter durch die Gegend, mit der Fangschnur hört das Rollen wenigstens schnell auf. Aber immerhin ist Tailstand möglich:
Fettreste prägten das Bild, auch im Batterierohr:
Ich war überrascht, eine offensichtlich vergoldete Feder in der Tailcap vorzufinden:
Ebenso die Kontakte am Batteriekäfig, welcher aus hellem Kunststoff gefertigt ist. Der wirkt übrigens recht instabil und fühlt sich zerbrechlich an.
Soweit lässt sich die Lampe als Endverbraucher zerlegen:
Ab in allerheiligste. LED im Reflektor. Sie ist leicht dezentriert:
Der Lampenkopf vom Batterierohr aus gesehen. Alles voll mit Plastik. Der Kontakt ist nicht vergoldet.
Lampenkopf aufgeschraubt, mit der LED auf dem Board im Vordergrund. Geht leicht vonstatten, es ist nichts geklebt oder versiegelt. Auch der Metallring, der die "Pill" im Kopf hält, lässt sich mit einem passenden Werkzeug einfach herausdrehen.
Das aufgedruckte Datum ist interessant. Das LED-Board scheint fast eineinhalb Jahre alt zu sein.
LED und Treiber außerhalb der Lampe. Sie bilden eine Einheit, eine "Pill", wenn man so will:
Es gibt tatsächlich keinen Treiber. Die LED wird im Direct-Drive betrieben. Nur ein kleiner Widerstand ziert die kleine Platine, unterhalb derer der Drucktaster sitzt. Auch gut zu sehen: Die LED sitzt auf einem Alu-Board. Unterhalb der LED befindet sich eine kleine Metallplatte. Diese ist ebenfalls auf das Board gelötet, nicht nur einfach mit Wärmeleitpaste versehen, wie es bei vielen anderen Discounter-Lampen der Fall ist.
Masse wird durch den Kontakt mit dem Lampengehäuse hergestellt, deswegen gibt es nur eine Zuleitung auf das LED-Board.
So sieht der Lampenkopf in seine Elemente zerlegt aus:
Hier noch ein Vergleich mit anderen Lampen. Von links nach rechts: Thrunite Ti3, Fenix LD02, Convoy S2+, BLF A6, Lidl-Lampe, Armytek Dobermann und Nitecore SRT7:
Das Lichtbild ist sehr bescheiden. Es gibt Saturnringe - auch auf größerer Entfernung gut zu erkennen - und die LED hat ein ekliges blau als Lichtfarbe. Durch die Dezentrierung ist der Spot der LED ein wenig nach außen "verschoben".
Whitewall-Shots 1m. Einmal hell...
... und einmal abgedunkelt:
Die sehr bläuliche Lichtfarbe passt ganz gut zur Realität. Schön siehts jedenfalls nicht aus und die Farbwiedergabe ist jenseits von Gut und Böse.
So - nun ein paar Messwerte. Ich nutze die Batterien, die mitgeliefert wurden. Der klassische Fall, wenn non-Flashys funzeln gehen.
Lichtstrom nach 5 Sekunden: 91 lm
Helligkeit auf 1 m nach 5 Sekunden: 1700 lx
Throwfaktor: 18,7 - Vergleichswerte hier.
Farbtemperatur der LED: etwa 9200 K
Stromaufnahme:
4,5 V = 0,30 A
4,2 V = 0,24 A
3,9 V = 0,18 A
3,6 V = 0,14 A
3,3 V = 0,10 A
3,0 V = 0,06 A
2,7 V = 0,01 A
Anlaufspannung: 2,3 V
Maximale Leistung: 1,4 W
Hier gibts noch Messwerte für die Lampe mit Widerstandsmod!
Kurzes Fazit: Die Lampe ist dem Preis angemessen verarbeitet, die Materialstärke des Alus ist dagegen sehr dick und gut. Sie war ab Werk ziemlich dreckig, das Lichtbild ist nur bescheiden und bläulich. Immerhin hatte die Lampe gefettete Gewinde, vergoldete Kontakte an Feder und Batteriekäfig und sie liefert wieder einmal deutlich mehr, als auf der Packung drauf steht.
Für 6 € ist die Lampe in Ordnung. Wer kein Problem mit bläulichem Licht hat und einfach nur irgendwie Licht haben will, aber trotzdem eine robuste Lampe mit einer mal etwas "anderen" Farbe sucht, könnte hiermit glücklich werden.
Ich hoffe, das kurze Review hat Euch gefallen!
Zum Gruße, Dominik
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