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Zusätzliches Ladegerät für NiMH oder doch neuer Kombilader

29 April 2021
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Trustfire Taschenlampen Hypnose Hannover
Hallo zusammen,
jetzt bin ich auf der Suche nach Informationen hier im Forum gelandet und hoffe, daß Ihr mir bei meiner Entscheidung vielleicht weiterhelfen könnt.
Kurz zum Thema:
Ich nutze Akkus für LED Taschenlampen (Li-Ionen) , für meine Fotoausrüstung (Eneloop) und für verschiedenen Alltagsanwendungen (Diverse NiCd).
Zum laden verwende ich bis jetzt ein Miboxer C4 plus. Die Eneloops sind jetzt frisch dazugekommen und bei ersten Ladevorgang mußte ich feststellen, daß die schön warm wurden 45-47°C. Informationssuche im Internet hat mich dann hierhin geführt. Schnell habe ich festgestellt, daß das Miboxer C4 wohl nicht die beste Wahl für die Eneloops ist.
Und jetzt stehe ich vor der Frage 2. Ladegerät z.B. BQ-CC65 als NiMH Spezialist dazu kaufen oder doch lieber ein Vapcell S4 plus oder sogar ein SkyRC MC3000 als Ersatz anschaffen.
Grundsätzlich tendiere ich immer dazu nicht unnötig viele Geräte am Start zu haben, würde also für ein Universalgerät sprechen.
Aus dem Bauch raus war ich schon beim MC3000 weil haben ist besser als brauchen und ich kaufe eigentlich ungern zweimal, falls sich das Anwendungsgebiet zukünftig ändert.
Da ich aber jetzt an verschiedenen Stellen lese, daß das MC3000 nur was für den Profi ist bin ich unschlüssig. Ich würde mich selber als technisch affin bezeichnen möchte aber auch kein Akku/Ladegerät Experte werden.
Bin gespannt auf eure Sichtweise und natürlich ggf. andere Vorschläge.

Grüße

Warum möchtest Du ein neues Ladegerät erwerben?
[x] Ich besitze schon ein gutes Ladegerät, bin aber nicht zufrieden weil....siehe oben.

Welche Akkutypen sollen geladen werden?
[x] Li-Ionen Akkus (3,7V Nennspannung)
[x] NiMH / NiCd (1,2V Nennspannung)

Welche Akkugrößen soll das Gerät aufnehmen können?
[x] 18650
[x] AAA Zellen (Mikro)
[x] AA Zellen (Mignon)
[x] C Zellen (Baby)
Weiter Größen könnten noch folgen.

Anzahl der Ladeschächte:
[x] 4

Welche Ladeströme soll das Gerät je Ladeschacht liefern können?
[x] egal - Es muß kein "Turbolader" sein der den Akku mit einem Ladestrom von 3C voll lädt

Wie soll das Ladegerät betrieben werden ?
[x] mit eigenem Netzteil (hier können oft höhere Ladeströme erzielt werden)
[x] 12 Volt KFZ-Adapter - wenn möglich, da ich auch auf Reisen möglichst flexibel nutzen möchte

Welches Bedienkonzept stellst Du dir vor?
[x] erweitert (Grundlegende Parameter ( Ladestrom, Ladeschlußspannung) können individuell gewählt werden)
[x] komplex (sämtliche Ladeparameter können individuell angepasst werden ( Lade- und Entladeschlußspannung, einstellbare Terminierung,...) und das Gerät verfügt zusätzlich über verschiedenen Cycle- und Refreshmodi)

Sonstige Eigenschaften:
[x] Display mit Ladeinformationen (z.B. Spannung, Strom, Kapazität, ...)
[x] Soll Li-Ion Akkus reaktivieren können
Alles weitere wäre optional wie z.B. Kapazitätsmessung

Wie teuer darf das Ladegerät sein?
[x] bis zu 100€
Ob ich 50€ für ein zweites Gerät oder 100€ für z.B. ein MC3000 ausgebe ist nicht entscheidend wenn der Mehrgewinn gegeben ist.

[x] Bezugsquelle im Ausland ist kein Problem - wenn erforderlich. Sonst unterstütze ich gerne deutsche Händler

Wie viele Ladegeräte sollen Dir empfohlen werden?
[x] Bitte nur 2-3 ziemlich genau passende Ladegeräte empfehlen
 

Rafunzel

Flashaholic***
10 Oktober 2010
8.459
4.801
113
Hamm, NRW
Der Miboxer ist doch schon mal nicht der schlechteste - für Deine Li-Ions.
Ich würde für Deine Eneloops für schmales Geld einfach noch einen BQ-CC55 dazu ordern. Damit biste doch erstmal ganz gut aufgestellt. :thumbup:



Edit: den MC3000 halte ich persönlich für etwas "overstyled"... :pfeifen:
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
5.325
4.381
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Bielefeld, NRW
Acebeam
Und jetzt stehe ich vor der Frage 2. Ladegerät z.B. BQ-CC65 als NiMH Spezialist dazu kaufen oder doch lieber ein Vapcell S4 plus oder sogar ein SkyRC MC3000 als Ersatz anschaffen.
Grundsätzlich tendiere ich immer dazu nicht unnötig viele Geräte am Start zu haben, würde also für ein Universalgerät sprechen.
Ich würde dir eher dazu raten für die eneloop-Akkus ein dafür ausgelegtes Ladegerät zu kaufen, falls das überhaupt nötig ist, siehe dazu weiter unten.
Die weitaus meisten Universal-Ladegeräte laden leider NiMH-Akku eher stiefmütterlich nicht längst nicht optimal.
Eines der besseren Panasonic-Modelle wie das schon von dir genannte BQ-CC65 wäre keine schlechte Wahl, aber perfekt sind die auch nicht. Vor allem bei schon älteren Akkus zicken die auch mal schnell rum.

Das Vapcell S4 plus hat zwar (für ein Universal-Ladegerät) im Test auch NiMH-Akkus vergleichsweise gut und schonend geladen, aber auch nur dann, wenn der Anwender nicht fälschlicherweise einen "schonenden" (= zu geringen) Ladestrom einstellt.

Beim MC3000 kann man zwar den exakten Wert für die -dV/dt-Abschaltung einstellen, aber Wunder darf man nicht erwarten und beschäftigen muss man sich damit dennoch.

Und damit sind wir beim Thema:
Die Universal-Ladegeräte verwenden für die Ladeschlusserkennung immer das -dV/dt-Verfahren. Das funktioniert an sich zuverlässig, aber der Ladestrom darf nicht zu gering sein, C/2 oder C/3 wird allgemein empfohlen, bei einem AA-Akku also rund 1.0 A.
Ist der Ladestrom deutlich kleiner, dann fällt insbesondere bei NiMH-Akkus des eneloop-Typs der Spannungsrückgang am Ladeende (-dV) zu gering aus, um noch vom Ladegerät rechtzeitig detektiert zu werden.
In so einem Fall werden die Akkus massiv überladen, was auch deutliche Erwärmung bedeutet.

Hast du diese Bedingung bei deinem Miboxer-Gerät immer erfüllt? Denn eigentlich laden die Miboxer-Ladegeräte NiMH-Akkus (für ein Universal-Ladegerät) noch vergleichsweise gut.
 
  • Danke
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29 April 2021
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Danke für eure Antworten.
Das Miboxer hat die Eneloop mit 0,9-1A geladen also wohl im richtigen Bereich. Ich dachte das MC3000 wäre beim Laden von NiMH deutlich besser (schonender) als die anderen Universal-Ladegeräte und auf Niveau der NiMH Ladegeräte von Panasonic. Wenn dem nicht so ist überwiegen vermutlich doch die Vorteile eines BQ-CC65 oder BQ-CC55. Ich glaube fast daß ich vermutlich einen Anfängerfehler mit den Eneloops gemacht habe. Ich hab die neuen, theoretisch geladenen Akkus ins Ladegerät gepackt. Dabei wurde ein Ladezustand von 40% angezeigt weswegen ich Sie im Ladegerät gelassen habe. Kann es sein, daß der angezeigte Ladezustand nicht richtig wahr und die Akkus wie beworben doch fast voll waren?

Eines der besseren Panasonic-Modelle wie das schon von dir genannte BQ-CC65 wäre keine schlechte Wahl, aber perfekt sind die auch nicht.
Was wäre denn eine bessere Alternative als das BQ-CC65?
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
5.325
4.381
113
Bielefeld, NRW
Ich dachte das MC3000 wäre beim Laden von NiMH deutlich besser (schonender) als die anderen Universal-Ladegeräte und auf Niveau der NiMH Ladegeräte von Panasonic.
Nein, nicht automatisch.
Wenn man sich in die Thematik einarbeitet und das Gerät entsprechend korrekt einstellt, dann kann es sensibler reagieren und es kann dadurch die Akkus mehr schonen, aber das ist kein Selbstläufer, das muss man mit entsprechenden Fachkenntnissen einstellen/konfigurieren.
Ich hab die neuen, theoretisch geladenen Akkus ins Ladegerät gepackt. Dabei wurde ein Ladezustand von 40% angezeigt weswegen ich Sie im Ladegerät gelassen habe. Kann es sein, daß der angezeigte Ladezustand nicht richtig wahr und die Akkus wie beworben doch fast voll waren?
Oh je, genau das soll man mit eneloop-Akkus gerade nicht manchen!

Wie schon zuvor erwähnt wird bei Universal-Ladegeräten für die Ladeschlusserkennung das -dV/dt-Verfahren angewandt. Neben einer ausreichend sensiblen Einstellung des Geräts und einem ausreichend hohen Ladestrom ist es aufgrund bestimmter Eigenschaften der Zellenchemie auch nötig, dass der Akku zuvor ausreichend weit entladen ist/war.
Wenn der Akku noch voll oder fast voll war (was auf neue eneloop-Zellen zutrifft), dann erlaubt die Zellenchemie keinen ausreichend starken Rückgang der Zellenspannung zum Ladeschluss und das Ladegerät kann dementsprechend den Ladeschluss nicht zuverlässig erkennen, was in der Regel zur Überladung führt.

Noch etwas zu den (schwachsinnigen) Prozentangaben des Ladestands:
Es ist technisch mit Haushaltsladegeräte nahezu unmöglich, den realen Ladestand von NiMH-Akkus zu bestimmen. Die Lade-Entlade-Kurve verläuft insbesondere bei NiMH-Akkus des eneloop-Typs in einem sehr weiten Fenster sehr flach.
Das macht es technisch sehr schwierig, den Ladezustand anhand der Zellenspannung korrekt abzuschätzen und daher sind solche Prozentangaben völliger Blödsinn und nicht zu gebrauchen, die Fehlerbandbreite ist sehr groß.

Bitte orientiere dich nie an solchen Prozentangaben, sie führen komplett in die Irre und haben schon viele uninformierte Laien dazu verleitet, längst volle Akkus immer wieder und wieder in's Ladegerät zu stecken, weil irgendein dummes Display "89%" anzeigte und sie glaubten den Akku noch irgendwie voll machen zu können - was er aber schon längst war.
Mit so einer Vorgehensweise foltert man seine Akkus auf Dauer innerhalb recht kurzer Zeit zu Tode!

Zusammengefasst:
- keine vollen oder fast vollen Akkus laden/nachladen, schon gar nicht anhand von dümmlichen Prozentangaben irgendwelcher Geräte
- Ladestrom ausreichend hoch einstellen, C/3 oder C/2
- Ladegerät verwenden, dass ausreichend sensibel den Ladeschluss im -dV/dt-Verfahren erkennt
- keine unsinnigen Refresh-Zyklen "auf Verdacht" laufen lassen, sondern höchstens dann, wenn Zellen konkret überlagert/geschädigt sind und auch dann nur mit Bedacht und ohne übergroße Erwartungen
Was wäre denn eine bessere Alternative als das BQ-CC65?
Die Antwort wird dir nicht besonders gefallen, schätze ich:
Es gibt kein "perfektes" Ladegerät für NiMH-Akkus und das BQ-CC65 ist schon ganz gut, vor allem bei neuen Akkus. Im ausführlichen Test bei unserem dänischen Kollegen Henrik K. Jensen hat das Gerät auch ziemlich gut abgeschnitten, mit sehr sensibler Ladeschlusserkennung.
Der Ladestrom ist aber schon ziemlich hoch und belastet die Akkus auch auf Dauer stärker.

Alte/verschlissene Akkus werden oft als "defekt" abgelehnt. Dann kann es helfen diese in einem anderen Gerät mal zu laden, zu verwenden und dann später nochmal neu im BQ-CC65 zu prüfen.

Ähnlich, aber ohne Display, ist der BQ-CC55, der ebenfalls schnell mit hohem Strom lädt. Auch das Gerät hat im Test an sich gute Bewertungen bekommen, reagiert aber auch teils übersensibel bei alten Akkus.
Auch hier gilt: Der hohe Ladestrom belastet die Akkus auf Dauer stärker.

Sehr viel schonender ist z.B. der BQ-CC75, der eine sehr gute und zuverlässige Ladeschlusserkennung hat (PVD-Verfahren, sensibler als -dV/dt), aber dafür recht langsam lädt. Das ist schonend, aber kostet aber dafür viel Zeit.
Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob man das Gerät überhaupt in DE kaufen kann...
 
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29 April 2021
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Hallo @steidlmick,
jetzt muß ich erstmal noch ein dickes Dankeschön vorweg schicken. So eine ausführliche Antwort und so einen Einsatz hätte ich nicht erwartet :thumbsup:
Das mit den bereits vorgeladenen Eneloops hatte ich mir aus deiner ersten Antwort schon zusammen gereimt und danach im Forum nachgelesen. Deine Antwort traf mich also nicht unvorbereitet. Der Fehler sitzt halt meistens vor dem Gerät.
Das die Prozentangaben zum Ladezustand nicht stimmig sind war mir tatsächlich überhaupt nicht klar. In sofern habe ich hier schonmal eine gewisse Lernkurve erreicht.

Zum Thema Ladegerät:
Das BQ-CC75 lädt ja scheinbar mit 300mA, die daraus resultierende Ladezeit ist mir dann zu lang.

Wenn ich den verlinkten Test richtig verstehe (wegen der Lernkurve) lädt das BQ-CC65 nicht kontinuierlich mit 3A sondern je nach Anzahl der Akkus wird unterschiedlich schnell mit Pulsen geladen.
Daraus ergibt sich schon wieder die nächste Anfängerfrage:

Da ich in der Regel überwiegend 4 Akkus zeitgleich laden werde ist der einzelne Ladepuls zwar bei 3A der Mittelwert für den Ladestrom ist dann aber 750mA. Welche Angabe ist denn jetzt in Bezug auf die schonenden Ladung relevant?

3A wäre ja schon ein heftiger Ladestrom. 750mA empfinde ich als Laie als OK. Daher führt die stromlose Zeit im Zyklus zu einer schonenden Ladung?

Meine Zusammenfassung wäre daraus folgende:
Das BQ-CC75 hat das vermeintlich bessere Verfahren zur Erkennung des Ladeendes verbaut (muß noch nachlesen was PVD heißt) lädt mir aber zu langsam.

Das BQ-CC65 und auch das MC3000 nutzen zur Ladeenderkennung das -dV/dt Verfahren (da weiß ich zumindest schonmal was das mathematisch bedeute). Das BQ-CC65 lädt wegen des höheren Ladestroms nicht so schonend.

Das MC3000 wäre bei richtiger Verwendung nach entsprechender Einarbeitung wie zu erwarten das flexibelste Gerät.
Da würde also die Frage im Raum stehen ob ich es mir zutraue mich gut genug einarbeiten zu können.

Wenn ich das richtig gelesen habe kann man am MC3000 Ladeprogramme erstelle. Wenn man also für seine Akkus die richtigen Programme zusammen hat ist die Nutzung wieder straightforward. Würde also heißen ausführlich genug im Forum lesen bis man entweder die Materie soweit verstanden hat, daß man alles selber einstellen kann oder darauf hoffen, daß irgendwo im Forum schonmal entsprechende Parameter zu finden sind.

Liege ich damit einigermaßen richtig?
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
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Bielefeld, NRW
Hallo @steidlmick,
jetzt muß ich erstmal noch ein dickes Dankeschön vorweg schicken. So eine ausführliche Antwort und so einen Einsatz hätte ich nicht erwartet :thumbsup:
Ich danke dir für deine Wertschätzung und freue mich, dass meine Antwort auf fruchtbaren Boden fällt. :thumbup:
Zum Thema Ladegerät:
Das BQ-CC75 lädt ja scheinbar mit 300mA, die daraus resultierende Ladezeit ist mir dann zu lang.
Ja, ich hatte schon den Verdacht, dass die lange Ladezeit vermutlich nicht die angenehmste Eigenschaft ist.
Da ich in der Regel überwiegend 4 Akkus zeitgleich laden werde ist der einzelne Ladepuls zwar bei 3A der Mittelwert für den Ladestrom ist dann aber 750mA. Welche Angabe ist denn jetzt in Bezug auf die schonenden Ladung relevant?

3A wäre ja schon ein heftiger Ladestrom. 750mA empfinde ich als Laie als OK.
Man darf das nicht alles pauschal über einen Kamm scheren.
Die meisten Ladegeräte laden bei NiMH-Akkus im üblichen CC-Modus (CC = constant current, konstanter Ladestrom) und da wäre ein Konstantstrom von deutlich über 1.0 A für AA-Akkus schon sehr viel, aus meiner Sicht dann letztlich schon zu viel.

Anders sieht es jedoch bei Hochstrom-Pulsen aus, wie sie beim BQ-CC65 oder BQ-CC55 angewandt werden.
Dieses gepulste Laden mit hohen Strompulsen gilt bei NiMH-Akkus sogar als förderlich, weil dadurch bestimmte degenerative Vorgänge unterbunden werden, die sonst bei hohem Konstantstrom möglich wären.

Daher würde ich das Laden mit hohen Strompulsen, aber entsprechend geringem mittleren Ladestrom, insgesamt noch als recht vorteilhaft beurteilen.
Man sieht das auch daran, dass die Einzelzellen sich im Testbericht von HKJ kaum erwärmen, trotz hohem mittleren Strom.
Bei deinem Szenario mit 4 Zellen wären die (mittleren) 750 mA sowieso sehr schonend, aber selbst 1.5 A mittlerer Ladestrom einer Einzelzelle wäre - sofern dieser gepulst ist - noch in Ordnung.

Ich würde mir darüber jetzt keine großen Gedanken machen und halte das Gerät für gut, wenn auch für etwas überteuert.
Daher führt die stromlose Zeit im Zyklus zu einer schonenden Ladung?
Jein, es ist die Kombination aus hohem Strompuls und kurzer Ruhephase in Verbindung mit diversen zellchemischen Eigenschaften von eneloop-Akkus.
Das BQ-CC65 und auch das MC3000 nutzen zur Ladeenderkennung das -dV/dt Verfahren (da weiß ich zumindest schonmal was das mathematisch bedeute). Das BQ-CC65 lädt wegen des höheren Ladestroms nicht so schonend.
Also das MC3000 nutzt sicher das robuste, aber weniger schonende -dV/dt-Verfahren, lädt aber NiMH-Akkus immer mit Konstantstrom.

Allerdings arbeitet auch das BQ-CC65 mit dem PVD-Verfahren (PVD = peak voltage detection, optimiertes -dV/dt-Verfahren mit -dV = 0), wie das CC75.
Das macht das Laden trotz der hohen Ströme noch vergleichsweise schonend mit recht früher Erkennung des Ladeendes.

Ich bin der Meinung, dass ein BQ-CC65 gepulst genauso schonend lädt wie ein anderes Gerät mit Konstantstrom, das "weniger schonend" von mir bezog sich eher auf den Vergleich zum CC75, das habe ich zuvor nicht so gut herausgestellt.

Nachteilig ist beim BQ-CC65/CC55 vor allem, dass sich alte, verschlissene Akkus prinzipiell weniger gut für PVD eignen und es dort häufiger mal (scheinbar) defekte Akkus gibt (vom Ladegerät als "defekt" abgelehnt), die mit anderen Ladegeräten aber noch problemlos arbeiten.
Das MC3000 wäre bei richtiger Verwendung nach entsprechender Einarbeitung wie zu erwarten das flexibelste Gerät.
Da würde also die Frage im Raum stehen ob ich es mir zutraue mich gut genug einarbeiten zu können.
Nun, das kann ich nicht beurteilen, aber dir sollten auch die Schwachpunkte des MC3000 bekannt sein.

Trotz des happigen Preises ist das Gerät mechanisch nicht mehr zeitgemäß.
Die Ladeschächte sind recht kurz und können z.B. geschützte 21700er nicht aufnehmen, was angesichts der Tatsache, dass 21700er stark im Aufschwung sind, ungewohnt rückständig ist.
Daneben gibt es auch recht viele Berichte über frühzeitige Defekte/Ausfälle, die auch nicht recht zum hohen Preis passen.

Mein eigenes MC3000 war auch ziemlich schlecht verarbeitet und wirkte recht klapprig/billig. Zusammen mit diversen anderen Problemen führte das bei mir früh zum Weiterverkauf.
Wenn ich das richtig gelesen habe kann man am MC3000 Ladeprogramme erstelle. Wenn man also für seine Akkus die richtigen Programme zusammen hat ist die Nutzung wieder straightforward.
Na ja, das ist ein zweischneidiges Schwert, ich bin nicht unbedingt ein großer Freund davon, weil man sich eben nicht ausreichend mit der Materie befasst bzw. vieles wieder vergisst und am Ende doch nur als DAU vor einer Black Box steht.
Das entspricht nicht meiner Philosophie im Umgang mit solchen Geräten.

Ich kann deine persönlichen und subjektiven Anforderungen nicht im Detail nachvollziehen und bewerten, ich bin ja nicht vor Ort.
Daher kann ich dir auch nicht sagen, was für dich die "beste Lösung" wäre, aber mein Eindruck ist, dass ein MC3000 nicht die optimale Wahl wäre.
Man muss auch klar sagen, dass es viele Leute gab, die sich ein MC3000 angeschafft haben, es jedoch recht bald wieder verkauft haben, weil es entweder zu komplex oder insgesamt zu wenig überzeugend war.
 
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29 April 2021
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OK jetzt muß ich erstmal nochmal nachdenken :haeh: wie ernsthaft ich das Thema angehen will. Grundsätzlich bin ich jetzt schon angefixt von dem Thematik. Als Chemiker habe ich von Hause aus eine natürliche Neugierde den Dingen auf den Grund zu gehen, hatte bis jetzt das Thema Akkuladetechnik aber nicht auf meiner Prioliste. Wie bei den Neuvorstellungen geschrieben muß das ganze auch noch Reise / Outdoor kompatibel sein, daher mein Wunsch nach einem Universalgerät. Allerdings ist das MC3000 wohl auch nix für die staubige Buckelpiste im Offroad Urlaub.
Mich beschleicht das Gefühl, das ich nicht alle Anforderungen unter einen Hut bekomme. Ich muß nochmal alles gegeneinander abwägen.
 

steidlmick

Flashaholic***
15 August 2012
5.325
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Bielefeld, NRW
Wie bei den Neuvorstellungen geschrieben muß das ganze auch noch Reise / Outdoor kompatibel sein, daher mein Wunsch nach einem Universalgerät.
Hmm, das ist natürlich nicht gerade die Paradedisziplin von solchen Tischladegeräten, die sind eher für den Schreibtisch gedacht.
Mich beschleicht das Gefühl, das ich nicht alle Anforderungen unter einen Hut bekomme. Ich muß nochmal alles gegeneinander abwägen.
Geht es dir letztlich um möglichst große Platz- und Gewichtseinsparung?
Ein MC3000 ist ja auch kein Leichtgewicht, aber andererseits ist z.B. das BQ-CC65 nur für Netzspannung verfügbar.

Was spricht denn eigentlich gegen das vorhandene Gerät?
Du hattest ja bereits festgestellt, dass du vermutlich unbeabsichtigt einen Fehler bei der Erstladung der (fast vollen) eneloop-Akkus gemacht hast. Eigentlich laden die Miboxer-Modelle eneloop-Akkus nicht so schlecht, zumindest für ein Universalladegerät.

Und noch etwas zu den Temperaturen der Akkus beim Laden:
Waren die Akkus eigentlich warm, weil sich sich selbst erhitzt haben (Zeichen von Überladung) oder waren sie warm, weil das Ladegerät selbst warm wurde und die Akkus als Nebeneffekt mit aufgewärmt hat?

Das macht einen großen Unterschied, denn ersterer Fall ist nicht gut, weil diese Wärme ein äußeres Zeichen von Überladung ist und Überladung das Elektrodengefüge schädigt.

Der zweite Fall wäre sogar von Vorteil, denn die Erwärmung der Akkus durch das Ladegerät stresst die Akkus weniger, weil die chemischen Vorgänge beim Laden beschleunigt ablaufen können, das wirst du als Fachmann ja kennen, Arrhenius-Gleichung, Temperaturabhängigkeit der Kinetik.
Solche "sekundären" Temperaturen beim Laden von 40 - 45 °C sind dann völlig harmlos, ganz im Gegensatz zu Kälte/Frost.

Du wirst jetzt so spontan auch nicht wissen, was bei deinen Beobachtungen zutraf, aber du könntest ja mal ein Experiment machen, indem du die Akkus mal weiter von Gerät entfernt lädst:
Eine Lage Schaumstoff in die Ladeschächte legen, so dass die Akkus die Kontaktflächen ganz weit oben berühren und eine gute thermische Isolierung zum Gerät besteht und dann laden.
Es wäre mal Interessant, wie sich die Temperaturen dann entwickeln...
 
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29 April 2021
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Was spricht denn eigentlich gegen das vorhandene Gerät?
Eigentlich nur, daß ich beim Lesen im Forum den Eindruck bekommen habe, daß es für NiMH besseres gibt.

Du hat natürlich vollkommen recht, daß das Problem mit den warmen Akkus am Bediener lag.

Waren die Akkus eigentlich warm, weil sich sich selbst erhitzt haben

Ja da bin ich mir sehr sicher. Das Ladegerät war nicht warm.

Ein Satz Akkus ist bald wieder leer, dann werden wir ja sehen wie das mit dem Laden unter richtigen Bedingungen läuft.
Ich werde berichten.
 
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