Wiseled Tactical NG

Dieses Thema im Forum "Sonstige Hersteller" wurde erstellt von Lichtinsdunkel, 15. Mai 2012.

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    Nach dem tollen Review von herculaneum79 hat die Wiseled Tactical NG den Weg zu mir gefunden.​

    An dieser Stelle vorab noch mal ganz herzlichen Dank an ersecu, der die Lampe zur Verfügung gestellt hat und dadurch den Test überhaupt ermöglicht hat. Es ist sicher nicht selbstverständlich, dass jemand eine so teure Lampe gleich durch mehrere Hände gehen lässt, damit das Forum davon profitieren kann!



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    Die Wiseled Tactical NG ist eine Lampe mit Licht und Schatten.
    Ausgeliefert wird sie in einem Pappkarton, in dem sich ferner eine Ladestation, ein Lader mit Anschlussmöglichkeit an die Steckdose, ein Lader mit Anschlussmöglichkeit an einen 12-Volt-Zigarettenanzünder und eine Bedienungsanleitung befinden.​



    Die Eckdaten:
    Länge: 240 mm
    Durchmesser Kopf: 75 mm
    Durchmesser Tail: 46 mm
    Gewicht: 783 g

    Der erste Schatten: die Anodisierung. Obwohl die Lampe an den meisten Stellen zur besseren Griffigkeit mit einem rutschfesten Gummi überzogen ist, ist an einigen Stellen die Anodisierung sichtbar. Und die gehört mit zum Schlechtesten, was ich seit langer Zeit gesehen habe. Selbst leichter Kontakt mit harten Gegenständen lässt sofort das blanke Alu durchscheinen. Das darf bei einer Lampe, die mehr als 600 Euro kostet, einfach nicht sein, und dafür gibt es auch kein Hintertürchen oder eine Entschuldigung.

    Die Leuchteinheit:
    Sieben LEDs von Cree (laut Hersteller XP-Es) sitzen in jeweils einer eigenen Linse. Die Linsen bestehen aus Kunststoff. Zwar sitzen sie relativ tief im Lampenkopf, dennoch wäre eine große Vorsatzlinse für den Gebrauch „on the road“ als zusätzlicher Schutz eine Option gewesen. Allerdings dürfte es beim ursprünglich angedachten Einsatzzweck der Lampe als Tauchlampe eher selten vorkommen, dass einen Haie mit harten Gegenständen angreifen, die die Linsen verkratzen könnten. Abgesehen davon ist das Verkratzen der Linsen das geringste Problem, das man hat, wenn der Hai sauer ist - selbst, wenn er keine harten Gegenstände mitführt.

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    Frontansicht.​


    Ein Punkt, der mir unglaublich gut gefallen hat, ist das im Prinzip simple, aber sehr effektive Kühlsystem. Die Konvektionskühlung, von Wiseled „RamFlow cooling system“ genannt. Die Umgebungsluft strömt bei Bewegung durch die Spalte zwischen dem äußeren Ring des Lampenkopfs und der LED-Einheit und sorgt so für ausreichende Kühlung. Laut Hersteller reicht dafür bereits eine Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde aus. Das schaffe sogar ich.

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    Feine Sache: Die Konvektionskühlung.​


    Bedienung:
    Die gesamte Bedienung erfolgt über einen leichtgängigen Schalter, der seitlich unterhalb des Lampenkopfs angebracht ist. Einmaliges Drücken schaltet die Lampe ein. Hält man den Schalter anschließend gedrückt, durchläuft die Lampe die einzelnen Leuchtstufen. Wenn man die gewünschte Stufe erreicht hat, lässt man den Schalter los, und diese Stufe wird als Dauerlicht aktiviert. Die Lampe verfügt über Memory und schaltet in der Leuchtstufe ein, die vor dem letzten Ausschalten aktiviert war. Die Anzahl der Stufen kann programmiert werden. Die Laufzeiten gibt Wiseled wie folgt an: 3.300 Lumen (100 Prozent) für 1: 45 Stunden; 80 Prozent für 2:40 Stunden; 60 Prozent für 4:10 Stunden; 40 Prozent für 7:20 Stunden; 20 Prozent für 31:55 Stunden.
    Darüber hinaus verfügt die Wiseled Tactical NG über einen SOS-Modus, der wie folgt aktiviert wird: Den Einschaltknopf viermal innerhalb von zwei Sekunden drücken. Die Anzeige am Tail leuchtet nun Orange. Nun muss der Knopf innerhalb von zwei Sekunden erneut gedrückt werden, dann blinkt die Lampe SOS.
    Gegen unbeabsichtigtes Einschalten kann die Lampe ebenfalls gesichert werden: Ebenfalls den Knopf innerhalb von zwei Sekunden viermal drücken, warten, bis die Anzeige hinten von Blau auf Orange wechselt, dann den Knopf nochmal innerhalb von zwei Sekunden drücken.
    Zum Entsperren muss der Knopf wiederum viermal innerhalb von zwei Sekunden gedrückt werden.

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    Die "Schaltzentrale" der Wiseled.​


    Während des Betriebs zeigen verschiedenfarbige LEDs hinten am Griffstück die verbleibende Kapazität des Akkupacks an. Dazu blinkt alle 7 Sekunden eine blaue oder orangefarbene LED. Zweimaliges Blinken der blauen LED signalisiert, dass die Kapazität zwischen 80 und 100 Prozent liegt. 4x Blau = 60-80%; 2x Orange = 40-60%; 4x Orange = 20-40%; Liegt die verbleibende Kapazität bei weniger als 20 Prozent, leuchtet die orangefarbene LED dauerhaft.
    Im Gegensatz zu manch anderen Lampen, die die tatsächlich noch verfügbare Leistung eher grob „andeuten“, als darüber eine brauchbare Aussage zu liefern, ist die Anzeige der Wiseled rundum gelungen - zumal man automatisch alle sieben Sekunden über den Ladestand informiert wird - in meinen Augen genial gelöst. Hierfür vergebe ich eine Eins mit Sternchen!

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    Alle sieben Sekunden zeigt eine LED durch die Kombination aus Farbe/Anzahl der Blinksignale die Akkukapazität an. Eine gute Idee, die hervorragend umgesetzt wurde.​


    Stromversorgung/Laufzeittest:
    Die Stromversorgung erfolgt mit einem im Griffstück integrierten Akkupack mit einer Kapazität von 5.200mAh, das aus sechs 18650-Akkus besteht. Ein Wechsel des Akkupacks durch den Benutzer ist nicht vorgesehen und kann laut Wiseled ausschließlich vom Hersteller vorgenommen werden.
    Angegeben ist die Lampe mit 3.300 Lumen bei einer Laufzeit von einer Stunde und fünfundvierzig Minuten. Zur Kühlung wurde ein Ventilator zugeschaltet.
    Laufzeitmessung:
    Beim Einschalten: 27.700 Lux
    nach 5 Minuten: 27.100 Lux
    nach 15 Minuten: 27.000 Lux
    nach 30 Minuten: 26.900 Lux
    nach 45 Minuten: 26.900 Lux
    nach 60 Minuten: 26.800 Lux
    nach 75 Minuten: 26.800 Lux
    nach 90 Minuten: 26.800 Lux
    nach 105 Minuten: 27.000 Lux
    Nach 113 Minuten schaltete die Lampe auf 2.100 Lux herunter. Anschließend lieferte die Lampe immer noch mehr als genug Licht, um im Notfall den Weg und die nähere Umgebung brauchbar auszuleuchten zu können. Nach ein wenig „Erholungszeit“ stand sogar die Maximalleitung wieder für etwas mehr als eine Minute zur Verfügung. Der Test wurde dennoch an dieser Stelle beendet, da ich die Akkus nicht auslutschen wollte.
    Fazit: Die Regelung könnte besser nicht sein. Ausgehend vom Wert, den die Lampe nach Erreichen der Betriebstemperatur hatte (5 Minuten), steht die maximale Leistung über die gesamte Laufzeit (bei sinnvoll nutzbarer Akkukapazität) zur Verfügung.
    Die maximale Lumenangabe ist allerdings ein wenig hoch gegriffen. Selbst, wenn die LEDs weit über der Spezifikation betrieben würden, was bei einer qualitativ so hochwertigen Lampe wie der Tactical NG nicht der Fall sein dürfte/sollte, sind 3.300 Lumen utopisch. Der Bouncing-Test unterstreicht das. Auf höchster Stufe ist die Lampe sichtbar dunkler als die Fenix TK70, die mit 2.200 ANSI-Lumen angegeben ist und ein wenig dunkler als die Niteye Eye 30. Nun ist der Unterschied von ein- oder zweihundert Lumen in dieser Größenordnung mit dem Auge kaum wahrnehmbar. Aber vorsichtig geschätzt, dürften etwa 1.700 bis 1.900 Lumen die Lampe tatsächlich verlassen.

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    Während des Ladevorgangs leuchtet die Anzeige orange. Wenn das Akkupack zu 90 Prozent geladen ist, wechselt die Anzeige auf blau.

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    Ein Kunststoffeinsatz mit O-Ring dichtet die Ladekontakte am Tail der Lampe ab. Dank eines reißfesten Bändchens kann der Einsatz nicht verloren gehen.​


    Das Lichtbild:
    Bedingt durch das Linsensystem besteht der Beam im Prinzip einzig aus einem großen Spot mit ein wenig Streulicht außen. Um es nicht falsch zu verstehen: Der Spot ist wirklich groß und leuchtet die Umgebung sehr gleichmäßig aus.

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    White-wall-beamshot der Tactical NG.​


    Mein Fazit:
    Die Wiseled Tactical NG spielt qualitativ und konzeptionell in der höchsten Liga. Das Kühlsystem ist schlicht und einfach genial und funktioniert hervorragend, wie auch die Regelung, die besser nicht sein könnte. Die Ladestandsanzeige ist eine nützliche Hilfe in der Praxis, deren Umsetzung für den Praxisbetrieb vortrefflich gelungen ist. Und die Programmiermöglichkeiten erweitern das Spektrum der Lampe bzw. die individuelle Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse.
    Dass die Kunststofflinsen nicht zusätzlich durch eine Glaslinse geschützt sind, ist wohl vernachlässigbar, da die Lampe ursprünglich als Tauchlampe konzipiert war und die Linsen dadurch, dass sie im Gehäuse versenkt sind, gut geschützt sind. Die Tatsache, dass die Lampe zum Wechseln des Akkupacks eingeschickt werden muss - auch, wenn das nur alle paar Jahre der Fall sein wird - ist für mich ein eindeutiger Nachteil, zumal dadurch für den Benutzer auch nicht die Möglichkeit besteht, den Ladestand der einzelnen Zellen zu kontrollieren. Die Lichtleistung ist ordentlich, aber meilenweit von der Herstellerangabe entfernt. Der absolute Horror ist die Anodisierung, die schon bei leichtem Kontakt mit harten Gegenständen leidet. Wenn ich all diese Kriterien in die Waagschale liefert, bleibt unterm Strich eine wirklich tolle Lampe, die ich mit einem Verkaufspreis von 635 Euro (Stand: Mai 2012) allerdings dennoch für deutlich überteuert halte.


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    Größenvergleich. Von links: Wiseled Tactical NG, Microfire K3500R Warrior III, Niteye Eye 30, Solarforce L2.



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    Wiseled Tactical NG

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    Niteye Eye 30

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    Fenix TK70​


    Wem das jetzt nicht ausführlich genug war, der darf sich gerne den noch etwas ausführlicheren Test auf meiner fabulösen Seite anschauen.

    Gruß
    Walter
     
    lightbeam, r. wischt, werner1910 und 16 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Folomov
    thx für den tollen bericht,

    nachdem die lampe derzeit bei vinz liegt, damit sie auf xml umgebaut wird, wurde mir mitgeteilt das xp-g leds im r5 bining verbaut sind, also rein theoretisch sind die 3300 ledlumen möglich bei 1,5a bestromung, möglicherweise fressen die linsen soviel licht

    nach dem umbau auf xml sollten knapp 4200 ledumen anstehen und etwas floodiger werden

    lg
     
    Lichtinsdunkel und Rafunzel haben sich hierfür bedankt.
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