Wie genau funktioniert ein Forward-Clicky?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine TL-Themen" wurde erstellt von uselessuser, 14. Oktober 2019.

  1. Hallo zusammen,

    Ich habe jetzt eine Weile herumgesucht, aber nicht viel mehr als "wenn du halb durchdrückst, änderst du den Modus der Lampe" gefunden. Was ich gerne wüsste ist, wie wird das realisiert? Mechanisch ist es mir klar, ich wundere mich, wie der Informationsaustausch mit dem Treiber funktioniert.

    Beim Reverse-Clicky ist es mir in etwa klar. Dem Treiber wird kurz der Strom entzogen, und der interpretiert das als Instruktion, eine Aktion durchzuführen. Vermutlich ist irgendwo ein Kondensator, damit zwischen "echtem" Aus und Moduswechsel-Aus unterschieden werden kann. Entsprechend geht das Licht kurz aus wenn man den Schalter halb durchdrückt.

    Was passiert beim Forward Clicky?
     
    lightboks hat sich hierfür bedankt.
  2. Dasselbe. Beispiel taktische Armytek: Tippen - Strom da, Mode gewählt und gespeichert; loslassen - Strom weg. Wird nochmal getastet, während ein Kondensator noch geladen ist, wird der jeweils nächste Mode gewählt. Bevor Du fragst: Wenn die Lampe an ist, kann natürlich kein Moduswechsel erfolgen.
     
    uselessuser hat sich hierfür bedankt.
  3. Die Unterschiede zwischen Reverse-Clicky und Forward-Clicky sind rein mechanisch.

    Forward-Clicky:
    - Einschalten: beim Antippen Stromkreis schließen (der Schalter bewegt sich vorwärts --> "forward")
    - Ausschalten: beim Loslassen Stromkreis öffnen

    Reverse-Clicky:
    - Einschalten: beim Loslassen Stromkreis schließen (der Schalter bewegt sich zurück --> "reverse")
    - Ausschalten: beim Antippen Stromkreis öffnen

    Beide Schalter sind nur in der Lage, den Stromkreis zu schließen und zu trennen. Weitere Kommunikation mit dem Treiber findet nicht statt.

    Ähnliches gilt für mechanische Taster, wie es sie z.B. bei Surefire gab (gibt?), bei denen der Stromkreis nur dann geschlossen ist, wenn man den Taster gedrückt hält, bzw. wenn man ihn festschraubt. Auch hier wird nur der Stromkreis geschlossen/geöffnet.



    Bei ganz billigen Lampen wird daher bei jedem Einschalten der Modus durchgewechselt, da die Lampe nur speichern konnte, in welchem Modus sie zuletzt war und beim nächsten Einschalten nicht weiß, ob sie nur für 100 Millisekunden oder für 100 Tage aus war.

    Bessere Lampen können unterscheiden, ob die Stromversorgung nur kurz getrennt war, da der Treiber mit einem Kondensator noch eine Weile am Leben gehalten wird. Dabei kann entweder einfach nur unterschieden werden, ob der Treiber noch vom Kondensator versorgt wird, oder die Lampe wirklich ganz aus war, oder der Treiber kann alternativ die Zeit messen, wie lange die Trennung dauert, so lange er noch Strom vom Kondensator bekommt. Im zweiten Fall kann man dann auch zwischen unterschiedlich schnellen Schaltvorgängen unterscheiden.

    Ob dabei nun ein Forward-Clicky, ein Reverse-Clicky oder ein mechanischer Taster verbaut ist, ist für den Treiber völlig egal. Ihn interessiert einfach nur, ob (und ggf. wie lange) der Stromkreis geöffnet war. Es gibt auch Lampen, bei denen es alle drei Schalterarten gibt, die man einfach nach Lust und Laune wechseln kann. Der Treiber bekommt davon nichts mit und macht immer das gleiche, nur das Schaltverhalten des Schalters ist anders und dadurch ändert sich dann die Bedienung.
     
    beamwalker, TimeLord, manchmal und 8 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  4. Acebeam
    Cool, danke für die Erklärung! Jetzt verstehe es sogar ich :)
     
  5. sehr gute Erklärung. Aber alle drei schalterarten sind doch im Grunde ganz dumm mechanisch, oder? Bei dem einen geht das Licht an, wenn man Gas gibt und bei dem anderen, wenn man bremst. Am Ende gibt doch immer nur aus oder ein, also stromkreis offen oder geschlossen? Der Unterschied ist doch nur, ob das auf dem Hinweg oder dem Rückweg passiert?

    PS: solche Threads finde ich übrigens interessanter, als der hundertste hundi-Gassi-geh-thread...
     
  6. Ja. :D
     
  7. Der RC schaltet nur durch, wenn er eingerastet ist. Der FC schaltet nur dann nicht durch, wenn er ausgerastet [sic :D] und entspannt ist. Der Taster schaltet nur durch, wenn er komplett durchgedrückt ist.
     
  8. Deswegen ist der FC auch länger in seiner Bauweise als ein RC.
     
  9. Warum gibt es keine Abart eines FC, die sich nach dem Einrasten wie ein elektronischer Schalter verhält? Das wäre doch im Hinblick aufs Stromsparen praktisch und hätte keine Nachteile.
    Ist das so schwer zu bauen? Klar, das ist nicht mit dem normalen Aufbau und Strom an/aus realisierbar, aber wahnsinnig komplex scheint es mir auch nicht. Die Tailcap der XT-Serie von Klarus hat das ja effektiv, nur eben mit zwei Schaltern.
     
  10. Du willst einen RC mit Momentary? Oder geht's dir um was anderes? Ein Taster kann das nicht werden, höchstens ein inverser (Antasten = Strom weg, also "normally closed"). Das macht aber schon der RC. Vielleicht solltest Du mal niederschreiben, was dein Schalter wann genau machen soll.
     
  11. Ohne Baumdiagramm diskutiere ich hier nicht weiter!
     
    Unheard hat sich hierfür bedankt.
  12. So'n Schalter ist aber eindimensional. Ein Baum ohne Äste. Sozusagen ein Sturmschaden.
     
  13. Ich möchte einfach einen elektronischen Schalter (wie etwa bei der FW3A), der einmal fest durchgedrückt werden muss um den Stromkreislauf zu schliessen. Danach verhält er sich bei halbem Durchdrücken wie ein elektronischer Schalter sich eben verhält. Ein weiteres ganzes Durchdrücken trennt den Stromkreislauf wieder.

    Vorteil: kein Ruhestrom, besserer Schutz vor versehentlichem Einschalten
    Nachteil: so ein Schalterkonzept existiert nicht soweit ich weiss, und ich frage mich gerade, warum. („Die Idee ist dumm“ ist eine mögliche Antwort hierauf, aber dann weiss ich nicht warum ;) )
     
  14. Das geht aus logischen Gründen nicht, denn der Taster schließt nur beim Druck auf ihn. Die Stromversorgung muss also unabhängig von ihm gewährleistet sein.

    Der RC ist das, was deinem Wunsch am nächsten kommt: Perfekte Trennnung der Stromquelle, aber Schaltvorgänge beim Tasten möglich. Die beiden Nachteile sind: Kein Momentary; Licht geht beim Tasten kurz aus (beispielhaft sei Selenes A6 UI genannt). Der FC behebt zwar den ersten Nachteil, dafür kann man im regulären Betrieb die Modi nicht wechseln. Und da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Du möchtest gewaschen werden, ohne nass zu werden :D.

    Edit: Sieh dir mal die Jetbeam RRT-2 an:

    https://www.taschenlampen-forum.de/threads/jetbeam-jet-rrt2-review-vorstellung-test.68922/

    Die hat einen Kombischalter, den man seitlich antippen kann, um Steuersignale zu geben.

    Edit2: Man könnte sich nun überlegen, einen weiteren Kontakt in einem FC unterzubringen. In beiden Fällen gilt aber, dass ein Steuersignal zum Treiber geführt werden muss. Und man muss beachten, dass die Momentary-Funktion dieses Steuersignal ebenfalls bedient. Das ist alles nichttrivial, wenngleich Du da einen guten Gedanken hast :thumbup:.
     
    #14 Unheard, 15. Oktober 2019
    Zuletzt bearbeitet: 15. Oktober 2019
    Straight Flash und uselessuser haben sich hierfür bedankt.
  15. Olight Shop
    Hat nicht die HC65 so einen zweistufigen Schalter?
    Die reagiert doch unterschiedlich, wenn man den Schalter halb oder ganz durchdrückt.
     
  16. Wenn ich richtig liege, ist es ein Taster mit zwei Stufen, also wenig drücken->wenig Licht, durchdrücken->Vollgas. Funktioniert für dauerhaftes Lich dann mit wenig zuschrauben->wenig Licht, ganz zu drehen->Vollgas. Und das ist nun nix neues, das hatte die Surefire L2 Anno 2002/3 schon;)
     
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