Was bedeutet "nutzbare" Reichweite?

Dieses Thema im Forum "Lux-Messungen" wurde erstellt von Dachfalter, 15. Januar 2018.

  1. Ich mache ja bekanntlich sehr gerne mal so zwischendurch eine Laufzeitkurve...

    Ich habe meine Basistabelle nun so abgeändert, daß mir zusätzlich die ANSI-Reichweite - aber auch einer Reichweite mit einer im Ziel ankommenden, vorher festlegbaren Beleuchtungsstärke - ausgibt.

    In der Kaufberatung wird ja hier immer gerne von "etwa einem drittel" oder mehr oder weniger gesprochen.

    Wieviel ankommende Lux erscheinen Euch als "im Ziel nutzbares Licht?

    Oder sollte da auch der Weg des Lichtes vom Beleuchtungsziel zum Beobachter zurück mit eingerechnet werden? Denn das Licht muß ja erstmal bis zum Ziel, welches es dann beleuchtet. Dann muß ja das Licht auch wieder zurück, damit ich das "Bild" auch sehen kann. Oder hab ich da einen Denkfehler?

    Nach ANSI kann dann der Unterschied zwischen einer Laufzeitkurve nach Lux und Reichweite dann so aussehen:

    upload_2018-1-15_8-45-50.png
    und
    upload_2018-1-15_8-46-30.png

    Die Darstellung des Helligkeitsverlaufes - vor allem dessen Abfall - sieht bei Darstellung der Reichweite lange nicht so dramatisch aus und sagt in meinen Augen auch viel mehr über den praktischen Nutzen aus.
     
    Tombstone, circumlucens, Franky K. und 4 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Ansi geht von 0,25 Lux auf dem Zielobjekt aus. Das Auge sieht ab ca, 1 Lux Farben. 1/3 der Ansi-Reichweite geht von 2 Lux auf dem Zielobjekt aus.

    Das hängt auch von dem Kontrast des Zielobjekts ab, wie viel Licht wird reflektiert? Es lässt sich also nicht generell beantworten.

    Wenn es nicht gerade diesig ist, spielt das wohl praktisch keine Rolle.

    Gruß Jörg
     
    Onkel Otto und Dachfalter haben sich hierfür bedankt.
  3. ...das hat man m.M.n. wenn man die ANSI-Reichweite durch 3 dividiert schon alles einbezogen....


    Schwer zu sagen wie @9x6 schon bemerkte kommt das immer drauf an.
    Bei reflektierenden Dingen ist die Reichweite der Taschenlampen ja oftmals genau nach ANSI noch wahrnehmbar oder gar höher.

    Ich habe festgestellt, dass für mich persönlich der Divisor 3 absolut zutrifft; hat eine Lampe nach ANSI 300 Meter Reichweite, habe ich mit Ihr auf 100 Meter für mich ausreichendes Licht.



    ...wäre ja jetzt aber kein Proble in deiner Excel-Tabelle ein weiteres Feld mit Divisor /3 anzulegen und diese Linie in rot o.ä. einzuziehen, dann sieht man ja auf der Tabelle beide Werte...
     
    #3 Hausmeister, 15. Januar 2018
    Zuletzt bearbeitet: 15. Januar 2018
  4. Acebeam
    Ich achte wenig bis gar nicht auf ANSI- oder anders beschrieben Reichweiten wie oben gesagt "nutzbare".
    Ich möchte auf einer bestimmten Entfernung etwas erkennen können - ich nehme da gerne ein Kaninchen. Wenn ich das von ner Katze, nem Marder oder ähnlichem eindeutig unterscheiden kann, ist das für mich nutzbare Reichweite.
    Klar ist, daß hellere Objekte (Baumstämme, hell beschaffene Häuser etc.) in größerer Entfernung unterschieden werden können.
    Deshalb der Hase/das Kaninchen, da sich ihr Fell im mittleren Graubereich befindet. Es reflektiert nicht zu wenig und nicht zu viel Licht.


    Liebe Grüße

    Franky
     
    makaido, stefan-1 und Dachfalter haben sich hierfür bedankt.
  5. Ich habe in meiner Tabelle keinen Divisor, sondern ich habe derzeit die Möglichkeit eingearbeitet, anzeigen zu lassen, in welcher Entfernung noch x Lux ankommen. Das stellt sich dann so dar:

    upload_2018-1-15_13-15-6.png

    der ankommende Sollwert in Lux ist hier die Vaiable für diesen Bereich der Excel-Tabelle
     
  6. @Dachfalter

    Gute Idee.

    Allerdings müsste man wohl nochmal nach der Leuchtcharakteristik der Lampe differenzieren.

    Bei einem Fluter oder einem sehr leistungsfähigen Allrounder wirkt sich eine abnehmende Lichtstärke für mein Empfinden stärker auf die wahrgenommene Reichweite aus, als bei einem Thrower mit wenig Spill.

    Gruß, Stephan
     
    Dachfalter hat sich hierfür bedankt.
  7. Dieses individuelle Empfinden bediene ich mit der variabel eingebbaren Solllichtstärke im Ziel.

    Und jetzt kommen wir langsam an den Punkt, der mich hier wirklich interessiert. Für welche Leuchtcharakteristik soll ich welche Beleuchtungsstärke als "nutzbares Licht" annehmen?
    Ja! sicher! dies ist natürlich auch wieder eine sehr individuelle Angelegenheit.

    Letztlich geht es mir auch darum, die Kaufberatungen weiter zu optimieren.
     
  8. Nicht nur, siehe die genialen Überlegungen von Markus (mkr) in http://www.taschenlampen-forum.de/threads/wie-definiert-ihr-einen-thrower.30360/page-2#post-452546 und folgende Artikel. Es geht auch um die Reflektion des Untergrundes und des Spills direkt vor der Lampe.

    Knifflig.

    Gruß Jörg
     
    Dachfalter hat sich hierfür bedankt.
  9. Das Thema hat mich auch schon beschäftigt und ich denke, dass die wahrgenommene Reichweite sehr subjektiv ist. Neulich saßen wir zu viert im Straßencafé und überlegten uns, welche Zeiten auf einem etwas entfernten Schild einer Schiffsanlegestelle stehen. Nur einer konnte das lesen. Hätten wir bei Nacht mit einer Lampe dorthin geleuchtet, hätten wahrscheinlich drei behauptet, die Lampe sei zu schwach, weil sie es nicht lesen können.

    Die 0,25 Lux des ANSI Standards halte ich für eine rein theoretische Größe, um die Reichweite von Lampen überhaupt irgendwie vergleichen zu können. Einen praktischen Wert hat diese Größe für mich nicht.
     
  10. Vielleicht sollte die Fragestellung nicht sein:
    Ich leuchte etwas aus 100m Entfernung an und versuche es, aus 100m zu lesen....

    sondern:
    Ich leuchte etwas aus 100m Entfernung an und versuche es, aus 10m zu lesen....

    Dadurch wäre nämlich nur noch die Helligkeit relevant und nicht die individuelle Sehstärke... denn selbst ein Blinder kann aus 10m ein Strassenschild einigermassen erkennen...
     
  11. Diese von der einzelnen Person unabhängige Helligkeit sol ja von Normen wie dem ANSI erfasst werde. Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich mit keiner Leuchtweitenangabe was anfangen konnte. Obwohl ich nachts eigentlich gut sehe, habe ich noch nie was auf der angegebenen Entfernung erkannt.
     
  12. Wie war das noch... "Und esset und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird." (Koran 2, 187).
    Die Idee mit den Hasen finde ich gut! Eine lebende 50 % Graukarte... Wobei, wenn er herumhoppelt dürfte er einfacher zu entdecken sein als wenn er sich ruhig verhält. Hab' eben beim DJV gegoogelt, aber die haben keine Scheiben mit Hase/Kaninchen. Der annehmende Keiler sieht dafür recht eindrucksvoll aus, wäre doch was für Beamshots. Wo auf dem Foto ist das Wildschwein versteckt?

    Die ANSI-Werte sind irgendwie so nützlich, wie die Angaben zum Kraftstoffverbrauch auf dem Prüfstand. Man kann zwei Autos vergleichen, aber wieviel das gekaufte Auto bei einem selbst dann tatsächlich schluckt, ist ein anderes Thema.

    Und noch eine Variation einer bekannten Redensart: mit einem Flooder sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht...

    S.
     
  13. Nicht, daß wir hier etwas falsch weidergeben: mittlerer Grauton - das kenne ich aus der Fotografie, denn jeder Fotoapparat ist darauf kalibriert - sind nicht 50%, sondern ~18%. Heißt, dieses Grau reflektiert um die 18% des einfallenden Lichtes.

    Mittlerer Grauwert deswegen, weil er im Zonensystem - der exakte Wert ist 17,68% - in Zone V errechnet wurde. Es sind 11 Zonen von X=100% bis runter zu 0= 3,13% ... ach, lest doch selbst - klick!


    Liebe Grüße

    Franky
     
  14. Die nutzbare Reichweite ist sehr von den Witterungsbedingungen abhängig.Bei einer Neumond und klaren Winternacht ist sie wohl am weitesten.
    Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage kann es kaum geben.
     
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