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"TaLa im Rettungsdienst" - JetBeam BC40

_Joker_

Flashaholic**
26 März 2011
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Linz/Österreich
Trustfire Taschenlampen
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Ich möchte euch hier immer wieder Lampen vorstellen, die ich im Rettungsdienst nutze, teilweise sind das EDC (Every Dienst Carry;)) also Lampen die gewöhnlich im Holster am Gürtel oder eingeclipt in der Schenkeltasche getragen werden, aber auch größere Lampen, bzw. solche, die nur bei besonderen Diensten, z.b. Ambulanzen oder Großereignissen zum Einsatz kommen.

Den Anfang macht hier die JetBeam BC40, also ein doch etwas größeres Exemplar. Für jede weitere Lampe werde ich einen neuen Thread eröffnen, damit die Übersichtlichkeit nicht leidet.

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Nun, was zeichnet eine gute Lampe für den Rettungsdienst aus? Grundsätzlich kann man gleich vorweg sagen, dass es "die Lampe" in diesem Bereich nicht gibt. Auch werde ich mich hüten hier eine verbindliche Empfehlung abzugeben, jeder möge bitte am Ende selbst entscheiden, welche Lampe er oder sie im Dienst benützt, und vor Allem gilt es immer abzuklären, was von höheren Stellen erlaubt oder geduldet oder was auch immer wird, im Zweifelsfall also immer lieber einen Vorgesetzten um Freigabe bitten.

Einige von Euch werden jetzt sagen "Für was braucht man denn im Rettungsdienst eine Lampe?". Mir fallen da aus meiner Erfahrung mittlerweile mehr Szenarien ein als ich Finger an den Händen habe. Das reicht vom banalen "Im Nachtdienst nach einer Hausnummer suchen" über nächtliche Rundgänge bei Ambulanzdiensten bis hin zum Einsatz bei dem man zu Beginn provisorisch die Einsatzstelle ausleuchten will und einen groben Überblick gewinnen zu können. Die Pupillenkontrolle fällt für mich übrigens hier komplett raus, da es dafür spezielle Pupillenlampen gibt und diese sollte man auch nutzen, helle Led-Lampen sind hier ungeeignet.

Verarbeitung/Robustheit

Nun zur BC40 der Firma JetBeam. Kommen wir zu Beginn gleich zur Verarbeitung der Lampe. Haltbarkeit und Robustheit ist bei dienstlich genutzten Gegenständen immer ein wichtiger Punkt. Man will ja schließlich nicht, dass die Lampe sofort Abnutzungserscheinungen zeigt oder gar komplett kaputt geht.
JetBeam liefert hierbei mit der BC40 die gewohnte, gute Qualität. Die Anodisierung macht einen hochwertigen Eindruck und ist nach nun mehreren Einsätzen praktisch ohne Macken. Die Gewinde laufen vom ersten Tag sauber und leichtgängig und er Schalter in der Tailcap zeigt bisher keine Schwächen. Laut Aufdruck auf der Lampen-Schachtel hält diese einen Sturz von 1,5 Metern aus. Dies kann ich bisweilen auch nachvollziehen, hierbei ist mir bei einer Ambulanz die BC40 von einem Tisch gerollt. Dabei entstand durch den Aufprall nicht einmal eine Macke in der Oberfläche, Funktion weiterhin einwandfrei.
Nur sind wir hier eben gleich bei einem Punkt, den es abzuwägen gilt. Auf Grund ihrer Form ist die BC40 nicht gegen unbeabsichtigtes Wegrollen geschützt. In Punkto Griffigkeit erfüllt die Lampe jedoch meine Vorstellungen, sie lässt sich auch mit feuchten Händen noch sicher halten. Der Ordnung halber sei noch erwähnt, dass die BC40 gemäß IPX8 wasserresistent ist, somit steht einem Einsatz im Regen nichts im Wege, für den Taucheinsatz eignet sie sich aber natürlich nicht.

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Handschuhe, wie z.b. bei der Feuerwehr, kommen ja im Rettungsdienst nicht oder nur sehr selten zum Einsatz, bei uns überwiegen hier die Einmalhandschuhe, welche ich aber beim Einsatz der Lampe auch sehr selten trage. Diese Fotos sind also eher als Verdeutlichung des Themas zu verstehen.


Leuchtkraft/Beam

So, was ist natürlich der mitunter wichtigste Punkt einer Taschenlampe? Richtig, hell soll sie machen!
Geht man nun hier nach Herstellerangaben so haut die BC40 tolle 830 Lumen raus, und zwar nach ANSI-Standard. Gut, geht man rein nach dieser Zahl, so hört sich das schon nach einer ganzen Menge Licht an, und wahrlich, die BC hat ordentlich Dampf. Im High-Modus kann man damit locker eine Einsatzstelle, wie zum Beispiel bei einem verunfallten Fahrzeug im Straßengraben, ausleuchten.
Nur ist viel Licht noch nicht das Entscheidende an einer Lampe, der Beam bzw. Leuchtcharakteristik müssen natürlich praxistauglich sein. Für mich ist hier die Mischung aus Flood und Throw ein wichtiger Faktor, warum auch die Wahl auf die BC40 fiel. Sie bietet einerseits eine wunderbare Ausleuchtung des mittleren Nahbereichs durch viel Licht im Spill aber auch einen sehr hellen Spot mit genügend Throw um etwas weiter entfernte Dinge gut zu erhellen.
Dabei zeigt sich der Flood zum Beispiel bei der bereits oben zitierten Einsatzstellenausleuchten als enorm wichtig, hingegen der mäßige Throw bei der Suche nach einer Hausnummer oft sehr hilfreich ist. Aber auch gerade bei Ambulanzen wie z.b. beim hiesigen Jahrmarkt zeigt sich diese tolle Mischung als vollkommen praxisorientiert. Bei den Rundgängen gilt es vor Allem den Weg zu beleuchten. Hierzu ist zu sagen, dass bei uns der Jahrmarkt aus einer Mischung aus Fahrgeschäften und Verkaufshallen/stände besteht. Letztere sind in den Abend- und Nachtstunden geschlossen, der Bereich also ziemlich im Dunkeln. Zudem gilt es aber auch öfters das direkt angrenzende Donauufer abzuleuchten, da sich hier immer wieder Personen "hinverirren" bzw. dort die genaue Einsatzstelle oft nicht bekannt ist. Hier hat sich zumeist eine throw-lastige Lampe als nützlich erwiesen, da man schnell und schon von weiter weg einen Überblick gewinnen kann.
Nun vereint wie bereits erwähnt die BC40 sowohl die Flood- als auch die Throweigenschaften recht gut, zumal der mäßige Throw für mich vollkommen ausreichend ist, was die Lampe zu einem tollen Allround-Talent für den Dienst macht.

Hier werde ich noch Fotos nachreichen!!!


Akkus/Bedienung

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In Sachen Stromversorgung nutze ich die BC40 mit 2x 18650er Akku. Die Lampe schützt die Akkus jedoch nicht, somit sollte man immer im Hinterkopf behalten, wie lange man die Lampe etwa am Stück laufen lassen kann, ohne sich reihenweise Akkus zu schrotten. Hier werden nun sicher viele von euch ein K.O.-Kriterium für den dienstlichen Gebrauch sehen. Klar, im Einsatzfall hat man wenig bis keine Zeit um sich über Akkus Gedanken zu machen. Nur gebe ich zu bedenken, dass ich bisher nur sehr wenige Einsätze im Rettungsdienst hatte, bei dem man eine Taschenlampe länger als 30-45 Minuten am Stück gebraucht hätte. Als längster Einsatz musste die BC40 gut 60min auf High durchhalten, danach waren die Akkus aber noch nicht unter einem kritischen Level. Im Fahrzeug führe ich zudem immer zwei Reserve-Akku-Sätze mit und auf der Dienststelle im Spind findet sich noch 1 solcher Satz 18650er Akkus. So kann ich nach längeren Einsätzen schnell im Auto die Akkus wechseln, die Lampe ist also bei einem Folgeeinsatz schnell wieder fit gemacht, dies geschieht natürlich erst nachdem der Patient im Krankenhaus an das dortige Personal übergeben wurde, und ist bei mir eben Teil, der kurzen Aufbereitung nach einem Einsatz.
Rückt man auf die Dienststelle ein, so besteht in meinem Fall die Möglichkeit die Akkus auch kurz durchzumessen, da ich ein günstiges Multimeter ebenso im Spind vorhalte. Sicher kein Profi-Messgerät, ich will aber auch nur den Zustand der Akkus mehr oder weniger grob einschätzen.

Die Modis der BC40 werden über den Lampenkopf geschaltet. Kopf festgedreht bedeutet High-Mode, Kopf etwas lockern bedeutet den Low-Mode. Ein, Aus und Mementary erfolgt über den Clicky am Lampenende. Unterm Strich also eine durchaus einfache Bedienung, somit auch für Stresssituationen bestens geeignet. Auch wenn ich meine Lampen selten aus der Hand geben, so kann man einem Kollegen mit einem Satz erklären, wie die Lampe funktioniert, was im Einsatzfall sicher von Vorteil sein könnte. Zu den Modis der BC40 sei ausserdem noch gesagt, dass der Low-Mode zur Nahbereichsausleuchtung zumeist ausreicht, somit kann die Lampe auch als Dauer-User eingesetzt werden.


Holster/Tragemöglichkeiten

Nun komme ich abschließend noch zu den Tragemöglichkeiten der BC40. Das mitgelieferte Holster macht einen ganz ordentlichen Eindruck. Damit trage ich bei den Ambulanzdiensten die Lampe zumeist während der Rundgänge oder beim Ausrücken aus dem Ambulanzraum am Gürtel. Im normalen Regel-Rettungsdienst verbleibt die Lampe eigentlich im Fahrzeug, außer das Meldebild bzw. der Einsatzort lassen bereits darauf schließen, dass eine Lampe gebraucht wird. Die BC40 ist eben eine bereits etwas größere Lampe, ich würde sagen man kann sie gerade noch so am Gürtel tragen, ohne dass sie störend in Sachen Größe und Gewicht auffällt, im 12-Stunden-Dienst bleibt die Lampe aber dann doch eher im Fahrzeug und wird nur bei Bedarf mitgenommen. natürlich kann man bei den Tragemöglichkeiten auch etwas improvisieren, wie die nachfolgenden Bilder zeigen:

Original-Holster
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modifiziertes China-Holster
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"Ring" aus Gurtmaterial, abgestimmt auf die Größe der BC40
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Fazit

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Nun, was kann man als Fazit zur BC40 und zum Gebrauch im Rettungsdienst sagen? Wer ein Allround-Talent mit guter bis sehr guter Verarbeitung sucht, der macht mit der BC40 sicher keinen Fehlkauf. Die Lampe überzeugt in vielen Einsatzsituationen, wenngleich auf Grund der Größe die Gefahr besteht, dass sie doch eher im Fahrzeug verbleibt und somit vielleicht mal einen Einsatz "versäumt". Der Knackpunkt könnten die 18650er Akkus und die fehlende Akkuwarnung sein, geht man aber hier so vor wie ich oben beschrieben habe, sollte dies auch kein allzu großes Problem sein.
Für mich stellt die BC40 seit rund einem halben Jahr die ideale "große" Lampe für den Dienst dar, zumal der Anschaffungspreis in dieser Lampenklasse auch eher moderat ist. Nun habe ich natürlich zumeist noch eine EDC-Lampe mit im Dienst, und teilweise auch solche die versuchen der BC40 Konkurrenz zu machen, aber diese Taschenlampen sind dann jeweils Teil von eigenen Vorstellungen, die hier noch folgen werden.

Ich möchte noch anmerken, dass dies hier alles meine persönlichen Eindrücke und Meinungen sind. Bevor man eine Lampe dienstlich einsetzt sollte man sich immer ausreichend Gedanken machen, bzw. wie bereits oben angemerkt, informieren was überhaupt im eigenen Bereich erlaubt ist.

LG
Ulrich
 

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TheHamster

Flashaholic**
12 März 2011
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51570 Windeck
Ein sehr schönes Review was vor allem den Bezug zur Praxis gut herstellt.

Aber nur mal als Frage für mich zum Verständnis: Die Lampe hast du beim Regelrettungsdienst im Auto und bei Sanitätswachen auch schon mal am Gürtel?

Also ich persönlich mag ja für solche Situationen lieber kleinere ähnlich starke Lampen am Gürtel. Oder nimmst du die auch nur mit wenn du wirklich weißt, dass du sie auch brauchen wirst. Das hab ich aus dem Bericht nicht so ganz herauslesen können. :peinlich:

Die Nutzung von 18650ern ist mit Sicherheit sehr gut von dir gelöst, auch wenn hier natürlich der Kostenfaktor für "Erstbeschaffungen" ja auch eine Rolle spielt :eek: Aber die Idee mit dem Set im Spind werd ich dir mal einfach so klauen ;)
 

_Joker_

Flashaholic**
26 März 2011
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Acebeam
Aber nur mal als Frage für mich zum Verständnis: Die Lampe hast du beim Regelrettungsdienst im Auto und bei Sanitätswachen auch schon mal am Gürtel?

Jo im Regelrettungsdienst fährt sie bei den Nachtdiensten zumeist im Auto mit. Da trage ich eher selten eine Lampe am Gürtel, und wenn dann nur eine mit 1xCR123a, also was ganz kleines.

Bei den Ambulanzen kommt sie erstmal zumeist ebenfalls im Auto mit, in den Nachtstunden, dann an Gürtel, aber auch nur, wenn ich den Ambulanzraum verlasse, das Originalholster lässt sich ja soweit, mit einem Handgriff und ohne den Gürtel öffnen zu müssen, leicht an diesem befestigen.

Klar es gibt bedeutend kleinere Lampen, die eine ähnliche Leistung aufweisen, oder besser gesagt mit ausreichend Leistung daherkommen. Durch die tolle Mischung aus Flood und Throw ist mir die BC40 für diese Aufgaben so richtig ans Herz gewachsen :peinlich:

Die Nutzung von 18650ern ist mit Sicherheit sehr gut von dir gelöst, auch wenn hier natürlich der Kostenfaktor für "Erstbeschaffungen" ja auch eine Rolle spielt :eek:

Naja klar, als Erstbeschaffung sind mehrere Akku-Sätze sowie Messgerät für den Spind schon eine beachtliche Geldsumme. Bei den Akkus gibts aber ja die bekannten Budget-Lösungen wie die geflammten Trustfire, die ja auch in meiner BC40 zum Einsatz kommen, somit kann man hier die Kosten zumindest etwas im Rahmen halten.
Für die dienstliche Nutzung erachte ich genügend Ersatz-Akkus als notwendig, damit muss man sich eben anfreunden. Das Messgerät ist jetzt sicher kein Muss, hat sich aber bisweilen als sehr praktisch erwiesen

LG
Ulrich
 

Frank

Admin
Teammitglied
12 November 2009
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Luedenscheid
Hallo Ulrich,

gute Arbeit: Gute Bilder, interessant zu lesen, sehr ausführlich und informativ.
Vielen Dank dafür! :thumbup:

Viele Grüße
Frank
 
  • Danke
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