Review XTAR WHALE-W D26W

Dieses Thema im Forum "Xtar" wurde erstellt von realtree, 2. April 2017.

  1. Anmerkung: Anfangs März suchte XTAR aktive Taucher mit Ausbildungslevel eines Divemasters oder höher für eine Review für Tauchlampen. Besten Dank an Bear von XTAR für die Zustellung und Abwicklung.

    Grundsätzlich versuche ich objektive Tests durchzuführen bzw. neutrale Bewertungen abzugeben. Wie üblich bei solchen Anfragen ist mein Lohn mein persönliches Interesse am Testen und Schreiben von Reviews sowie schlussendlich die Lampe selbst – falls sie das Testing überlebt. Ich bekomme ansonsten weder finanzielle Zuwendungen noch andere persönliche Vorteile etc. Zudem mache ich generell keine sogenannten Gefälligkeitsrezensionen.

    Diese Review versuchte ich in drei Abschnitte aufzuteilen. Neben einer allgemeinen Beschreibung der Lampe etc. mit Herstellerangaben und persönlichen Eindrücken, folgt eine Testphase bei Tauch-Aktivitäten und endet mit einem Fazit bzw. einer wertenden Zusammenfassung.

    Bei der Lampe handelt es sich um die D26W WHALE-W von XTAR mit einer maximalen Lichtausbeute von 1000 Lumen. Die D26 Serie von XTAR ist nicht neu, das W-Modell wird mit einer CREE XM-L2 U2 LED (warm white) ausgestattet und kommt auch sonst mit einem moderaten Redesign daher. Beworben wird die D26W WHALE-W als kompakte und robuste (Backup) Tauchlampe mit 2 Stunden im Turbomodus und einer Lichtweite von 300m (an Land).


    Die Taschenlampe

    Lieferumfang

    Die Lampe wird in einem weissen mit blauer Schrift versehener Kartonverpackung geliefert und kommt mit folgendem Lieferumfang daher (leider hat das Paket bei DHL ein wenig gelitten):


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    XTAR D26W WHALE-W - Lieferumfang (Bild Verfasser)
    • XTAR D26W WHALE-W Lampe
    • 26650 Li-Ionen Akku von XTAR, 5000 mAh, geschützt
    • 18650 Adapter
    • XTAR MC1 Ladegerät mit USB Kabel
    • USB-KFZ-Adapter
    • Garantiekarte
    • Bedienungsanleitung (EN)
    • Nylon Tasche
    Gemäss der Verpackung sollte noch folgendes Zubehör mit dabei sein (bei dieser Lieferung war dies aber nicht inbegriffen).
    • Lanyard
    • Ersatz O-ring
    Technische Daten
    (Herstellerangaben)

    • CREE XM-L2 U2 LED mit warmer Lichtfarbe und einer Lebensdauer von 50'000 Stunden
    • 4 Modi
      • Turbo: max. 1.000 Lumen (ca. 2:00 Stunden)
      • High: 600 Lumen (ca. 3:60 Stunden)
      • Mid: 200 Lumen (ca. 11:00 Stunden)
      • Low: 60 Lumen (ca. 48:00 Stunden)
    • Betrieben mit 1x 18650/26650 Li-Ionen Akku
    • Bis 100m Wasserdicht
    • Masse ca: 155mm (Länge) x 33mm (Durchmesser) x 46mm (Lampenkopf)
    • Gewicht: 214g (ohne Li-Ionen Akku), mit einem 26650 Akku 312g
    • Ein-/Ausschalten, kann verriegelt werden
    • Indikator: grüne LED über 25%, rote LED unter 25% (dauerleuchten), unter 5% (blinken)
    • Gehäuse: Aluminium (6N01), hart anodisiertes, Typ III, Anti-Korrosion beschichtet
    • Linse: extrem klar und Anti-Reflektion Beschichtet
    Aussehen

    Die matt glänzend, schwarze Lampe ist in einem klar strukturierten Design gestaltet. Der Lampenkopf hat durch den Reflektor einen maximalen Aussendurchmesser von 46 mm, während das Batterierohr mit 33 mm immer noch einen massiven und robusten Eindruck hinterlässt.


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    XTAR D26W WHALE-W (Bild Verfasser)

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    XTAR D26W WHALE-W (Bild Verfasser)

    Mit einer Länge von 55 mm und einem Gewicht von 214 g (ohne Batterien) ist die Lampe für das vorgesehene Einsatzgebiet im Mittelbereich anzusiedeln. Die Lasergravur mit dem Namensschriftzug der Herstellerfirma und der Modellbezeichnung wurde sauber eingelasert. Zudem gib es eine Seriennummer und einen Warnhinweis (Symbol) für den möglicherweise heissen Lampenkopf.


    Der seitliche Magnetdruckknopfschalter ist einfach zu bedienen und kann gegen unbeabsichtigte Betätigung verriegelt werden. Nur die lock/unlock Zeichen sowie der Print auf dem Einschaltknopf sind grobkörnig aufgetragen und hinterlassen einen etwas billigen Eindruck.

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    XTAR D26W WHALE-W - Gewinde (Bild Verfasser)

    Auf Kühlrippen wurde verzichtet. Gemäss Hersteller verfügt die Lampe aber über ein ausgewogenes, speziell dem Wasser angepasstes, «Low Heat Design». Über eine integrierte Standard-Stativgewindebuchse 1/4 (BSF) lassen sich Systemhalterungen oder Handgriffe befestigen. Eine zusätzliche LED zur Energiestandanzeige oberhalb dem Seitenschalter signalisiert den aktuellen Akku-Ladezustand. Die Lampe ist Tail-Stand fähig. Eine stabile Öse für eine Fangschnur/Lanyard ist am Lampenende vorhanden.

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    XTAR D26W WHALE-W - Standard-Stativgewindebuchse (Bild Verfasser)

    Handhabung und Verarbeitung


    Die XTAR D26W WHALE-W wirkt kompakt, massiv und sehr robust - sie wirkt, als wäre sie aus einem Guss. Das Gewicht ist sehr gleichmässig verteilt, mit Akku ergibt sich eine ausgeglichene Balance, weshalb die Lampe angenehm zu halten ist, ohne störend heck- oder kopflastig zu wirken.

    Das Batterierohr ist in einem griffigen Design gehalten. Die Gewinde sind sauber geschnitten und gefettet. Dank den beidseitigen Kontaktfedern (vergoldet) können verschiedene Akkus problemlos in dieser Lampe verwendet werden. Die Anodisierung ist ohne Fehlstellen und die Verarbeitung hinterlässt generell einen qualitativ hochstehenden Eindruck.

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    XTAR D26W WHALE-W - Kontaktfedern (Bild Verfasser)

    Die Linse wird vom Hersteller mit einer Lichttransmission von 98.5% und einer Antireflexbeschichtunge beworben. Generell hinterlässt der Reflektor und die Linse einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Die Ausführung mit Doppel-O-Ringdichtung (0.25mm Durchmesser) verspricht zudem eine zuverlässige Wasserdichtheit bis zu 100 m Wassertiefe.


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    XTAR D26W WHALE-W - massive Linse (Bild Verfasser)

    Beleuchtung – die LED

    Die XTAR D26W WHALE-W ist mit einer CREE XM-L2 U2 LED in warm-white bestückt, die mittig eines glatten Reflektors zentriert ist. Die eingebaute Treiberelektronik holt aus der LED gemäss Hersteller 1000 Lumen und eine Reichweite von bis zu 300m an Land und bis zu 100m unter Wasser raus. Die XTAR D26 ist gemäss Hersteller auch mit einer XM-L2 U3 (cool-white) erhältlich.

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    XTAR D26W WHALE-W - XM-L2 U2 LED (Bild Verfasser)

    Akku


    Betrieben wird die Lampe mit einem 26650 Li-Ionen Akku oder alternativ mit einem 18650 mit Adpater (im Lieferumfang inbegriffenen).

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    XTAR D26W WHALE-W - Adapter mit 18650 (Bild Verfasser)

    Multifunktions-Magnetdruckknopfschalter


    Die XTAR D26W WHALE-W verfügt über einen seitlichen Multifunktions-Magnetdruckknopfschalter für das Ein- und Ausschalten bzw. zur Wahl der Helligkeit. Die Lampe ist mit vier Dimmstufen ausgestattet. Dieser Knopf kann mittels drehen verriegelt werden, so dass die Lampe nicht versehentlich eingeschaltet wird.

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    XTAR D26W WHALE-W - Multifunktions-Magnetdruckknopfschalter (Bild Verfasser)

    Bedienung/User-Interface (UI)


    Das User-Interface kommt einfach daher:
    • Ein-/Ausschalten --> Seitenschalter
    • Leuchtstufenwechsel --> Seitenschalter am Lampenkopf mit einfachem antippen (Reihenfolge High – Turbo – Mid – Low)
    • Verriegelung --> Magnetdruckknopfschalter drehen
    Akku-Leer-Warnung

    Eine zusätzliche LED zur Energiestandanzeige oberhalb dem Seitenschalter signalisiert den aktuellen Akku-Ladezustand durch unterschiedliche Farben in grün und rot. Ist der Ladezustand über 25%, leuchtet die LED grün. Fällt der Ladezustand unter 25%, leuchtet die LED rot. Unter 5% beginnt die LED (rot) zu blinken.

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    XTAR D26W WHALE-W - Akku Indikator (Bild Verfasser)

    Tasche


    Im Lieferumgang ist eine schwarze Nylon Tasche (Abmessungen ca. 21x17x6cm) mit umlaufendem 2-Wege-Reissverschluss, zwei Handtragegriffe und Innenfachunterteilung.

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    XTAR D26W WHALE-W - Tasche (Bild Verfasser)

    Im Taucheinsatz

    Da ich voraussichtlich erst wieder im Sommer das Gerätetauchen betreiben werde, musste das Schwimmbad für die ersten Tests im Wasser herhalten. Wie erwartet hatte die Lampe mit bis zu 5m Wassertiefe keine Probleme mit der Dichtigkeit. Auch der Multifunktions-Magnetdruckknopfschalter lässt sich problemlos bedienen – auch mit (dünnen) Taucherhandschuhen. Mit dickeren Handschuhen, wie man sie in unseren heimischen Gewässern verwendet, wird es mit der Verriegelungsfunktion schon sehr fummelig, aber es geht. Die verschiedenen Stufen sind klar ersichtlich.

    Ein (beleuchtetes) Schwimmbad ist jetzt nicht die ideale Testumgebung um die Lichtausbeute etc. einer Tauchlampe zu testen. Mit einem Austrittswinkel von 5° (Herstellerangabe) erscheint die Handlampe aber als ideal für den Urlaubstauchgang, das Ausleuchten von Spalten, Backuplampe bei Nachttauchgängen, Grotten sowie als Allroundlampe für eine bessere Farbwiedergabe bis zu 10m Wassertiefe.


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    XTAR D26W WHALE-W - nach dem Pool (Bild Verfasser)

    Leider bin ich mit dem Bleigurt ein wenig zu schnell gesunken und habe mein Mobile (Wasserdicht bis auf 2m) in 5m Tauchtiefe geschrotet – somit leider vorerst keine Unterwasserbilder.


    (Anmerkung des Autors: Bei Unterwasser-Lampen hat sich im Laufe der Zeit ein enggebündeltes Licht durchgesetzt, nur bei den UW-Videofilmern findet man Flächenstrahler mit 100° und mehr Austrittswinkel. Der Winkel von Tauchlampen variiert in der Regel zwischen 4° bis 22°).

    Fazit

    Die kompakte und robuste XTAR D26W WHALE-W ist wie von XTAR gewohnt tadellos und mit überzeugenden Materialien verarbeitet. Die Handhabung ist einfach bzw. der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Modi ist unkompliziert und sie liegt gut in der Hand.

    Positiv hervorzuheben ist, dass der Multifunktions-Magnetdruckknopfschalter auch mit (mit dickeren nur noch bedingt) Tauchhandschuhen gut zu bedienen ist. Wie lange dieser im Salzwasser bestehen kann bzw. wie die Bedienbarkeit in30 bis 40m Tiefe ist (max. Tauchtiefe für den «normalen» Sporttaucher) wird sich zeigen. Auch der fehlende Druckpunkt und der wacklige Drehschalter hinterlassen einen eher zwiespältigen Eindruck, möglicherweise muss diese aber systembedingt so sein.

    Ob man nun diese Handlampe als Hauptlicht oder lieber als Backuplicht nutzen will, sei jedem selbst überlassen. Generell ist – immer auf den Sporttaucher bezogen – beides möglich. Ideal ist sie auch zum Schnorcheln – sprich ohne Geräte oder für das sogenannte «Spearfishing» - wo erlaubt.

    Die Abstufung der Helligkeitsstufen ist für mich ok, zwischen Turbo mit 1000 Lumen und High 600 Lumen ist der Unterschied fürs Auge klar sichtbar. 150 Lumen für Mid ist dann nochmals deutlich weniger. Der Sinn der Low Stufe mit 60 Lumen im Tauchbereich sehe ich jetzt weniger, aber die Lampe kann ja nicht nur im Wasser genutzt werden.

    Der (Urlaubs-)Sporttaucher kann mit einer solchen Lampe als Haupt- oder Backuplampe, speziell zu diesem Preis, nicht viel falsch machen. Für Tek-diver, Höhlentaucher etc. ist diese Lampe aber nicht konzipiert.

    Pro
    + gute Verarbeitung und Qualität
    + hohe Leistung, gute Reichweite
    + akzeptable Lichtfarben ohne störende Färbung
    + 4 Leuchtstufen ohne Strobo etc.
    + einfache Bedienung bzw. sinnvolles UI
    Cons
    - scharfe Kanten am Gewinde
    - Gewinde ohne Zubehör (Handgriff etc.) sinnfrei

    Anregungen / Verbesserungsvorschläge
    • Lampenkopf hat keinen Gummischutzüberzug oder ähnlich
    • Lanyard Loch könnte grösser sein
    • Farbe – muss einer Taucherlampe schwarz sein?
    • drei O-Ringe für mehr Reserve bei der Wasserdichtigkeit
     
    #1 realtree, 2. April 2017
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2017
    Maiger, freaksound, Wurczack und 10 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Armytek
    Update: Im August konnte ich die Tauchlampe nun unter «scharfen» Bedingungen im Pazifischen Ozean (Amami Oshima, Inselgruppe der japanischen Präfektur Kagoshima) testen. Während 4 Tauchgängen hat mich die Lampe begleitet. Mit einer Tauchtiefe von maximal 35 m funktionierte die Lampe wie erwartet einwandfrei und zuverlässig. Weder hatte die Lampe einen Wassereinbruch, noch bereitete der Multifunktions-Magnetdruckknopfschalter Mühe – mehr Licht könnte man hingegen immer gebrauchen. Aber dafür ist die Lampe von der Grösse/Gewicht auch nicht ausgelegt. Mehrmals konnte ich Riffe/Korallen ausleuchten und sah Fische/Meerestiere die mein Tauchguide übersehen hatte. Einen (Gummi-)Schutzüberzug für den Lampenkopf würde ich immer noch begrüssen (verhindert Beschädigung/Verkratzen beim Anstossen an Land und unter Wasser etc.). Mein Review bzw. die Annahmen aus dem Schwimmbad vom April kann ich somit bestätigen.

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    XTAR D26W WHALE-W im Einsatz mit Riesenkugelfisch (Bild Verfasser)

    Interessant wäre noch ein direkter Vergleich mit einer «cool-white» Lichtfarbe gewesen. Die Lichtfarbe «warm-white» LED, welche sich in der Theorie so gut angehört hatte, schwindet in der Tiefe schnell dahin bzw. durch die Farbabsorption (wenn Lichtstrahlen auf die Wasseroberfläche treffen, werden sie gebrochen und verlieren an Geschwindigkeit) gelten in Sachen Farbspektrum unter Wasser eigene Regeln (Absorption der Farben: rot bei 5 m, orange bei 10 bis 15 m Tiefe, gelb bei etwa 30 m, grün erst bei 50 m (also der Tiefengrenze für uns Sporttaucher) und blau weitere 10 m tiefer). Dies erklärt auch, warum viele Unterwasserfotos aus niedrigen Tiefen – ohne Kunstlicht - einen charakteristischen Grün- oder Blaustich aufweisen. Ein ähnliches Phänomen treffen wir auch bei Gössen und Distanzverhalten an. Auch hier spielt wieder die andere Brechzahl als an der Oberfläche mit bzw. wirken sämtliche Objekte unter Wasser etwa 25 Prozent näher und über 30 Prozent grösser. Somit basieren Ausblicke durch die Tauchbrille im Wasser auf mehreren Faktoren - die jeweils für die einzigartige Unterwasserwelt Impressionen sorgen.

    Aber genug zur Theorie – Fotos sagen mehr als Worte.

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    XTAR D26W WHALE-W - ca. auf 25m Tauchtiefe (Bild Verfasser/Tauchguide)

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    XTAR D26W WHALE-W - Nahaufnahme (Bild Verfasser/Tauchguide)

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    XTAR D26W WHALE-W - ca. auf 16m Tauchtiefe (Bild Verfasser/Tauchguide)

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    XTAR D26W WHALE-W - zurück auf dem Tauchschiff (Bild Verfasser/Tauchguide)

    Besten Dank auch an den Tauchguide Riki für die Unterstützung/Fotos.
     
    beamwalker, Maiger, RS.FREAK und 7 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  3. Vielen Dank für dein Review und den Nachtrag. Endlich ein Erfahrungsbericht aus der Praxis! Jemand der Testgegenstände gemäß ihrer Bestimmung richtig testet und weiß worauf es dabei ankommt, das hat wirkliche Aussagekraft und gibt es leider viel zu selten.
     
    realtree, Maiger und Dachfalter haben sich hierfür bedankt.
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