[Review] XTAR TZ28 1500 und 1100

Dieses Thema im Forum "Xtar" wurde erstellt von Dagor, 24. Juni 2018.

  1. XTAR hat mir netterweise die beiden Versionen der TZ28 zum Testen geschickt. Die TZ28 ist eine "taktische" Lampe im 1x18650-Format mit zwei Schaltern in der Tailcap. Es gibt sie als TZ28 1500 mit einer 1500 Lumen hellen Cree XHP35 HI und als TZ28 1100 mit einer 1100 Lumen hellen Cree XP-L HI.

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    Technischen Daten (Herstellerangaben):
    TZ28 1500 TZ28 1100
    LED Cree XHP35 HI D4 Cree XP-L HI V2
    Stromversorgung
    1x 18650​
    Leuchtstufen 4 + Strobe 3 + Strobe
    High 1500 Lumen, 1,5 h 1100 Lumen, 2,4 h
    Medium 1 400 Lumen, 3 h  
    Medium 2 200 Lumen, 7,6 h 200 Lumen, 11,6 h
    Low 60 Lumen, 20 h 60 Lumen, 40 h
    Lichtstärke 29,2 kcd* 23 kcd*
    Reichweite 340 m* 302 m*
    Schutzart
    IPX8​
    Stoßfestigkeit
    1,5 m​
    Länge
    138,8 mm​
    Kopfdurchmesser
    34 mm​
    Batterierohrdurchmesser
    25,4 mm​
    Gewicht 116 g 114,8 g

    * In meinen Messungen habe ich deutlich höhere Werte für die Lichtstärke und Reichweite ermittelt (siehe weiter unten)

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    Lieferumfang:

    Auch beim Lieferumfang gibt es jeweils zwei Varianten. Beim Kauf müsst ihr aber leider darauf achten, die Variante mit knapperem Lieferumfang zu nehmen, da im großen Kit eine Waffenhalterung enthalten ist, mit der das ganze Set als Waffenlampe zählt, was den Erwerb, Besitz, etc. strafbar macht.

    Aber auch beim knapperen Lieferumfang ist außer dem Lanyard und den Ersatzdichtungsringen ein schön stabiles Holster enthalten.

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    Aufbau:

    Die TZ28 ist eine typische "taktische" Lampe im 1x18650-Format mit zwei Schaltern in der Tailcap. Entsprechend ist das Batterierohr doppelwandig, um die nötigen elektrischen Kontakte herstellen zu können.
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    Eine Besonderheit stellen der Clip und der "Tactical Ring" dar. Der Clip wird nicht einfach an einer beliebigen Seite auf die Lampe geclipt, sondern muss an die richtige Stelle geclipt werden, wo die Lampe eine kleine Aussparung hat. Danach wird der Tactical Ring über den Clip geschraubt, so dass dieser sich nicht von selbst lösen kann. Das bedeutet, dass sich der Clip und der Tactical Ring bei der TZ28 nicht drehen lassen.
    Mir gefällt das sehr gut, da sich der Clip so nicht unbeabsichtigt von der Lampe lösen kann.

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    Vorne im Reflektor findet man bei der TZ28 1500 eine Cree XHP35 HI D4 und in der TZ28 1100 eine Cree XP-L HI V2:

    IMG_1114.jpg



    Bedienung:

    Das UI der TZ28 ist so wie man es von einer Lampe dieser Art erwartet:
    Großer Schalter zum Ein- und Ausschalten bzw. für Momentlicht. Die Lampe startet dabei immer auf High.
    Kleiner Schalter zum Modi wechseln und für Instant Strobe bzw. Strobe durch gedrückt halten, wenn die Lampe an ist.

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    Etwas unschön finde ich aber, dass die Gewinde der Lampen und Tailcaps nicht identisch geschnitten sind. Das führt dazu, dass die Schalter unterschiedlicher Exemplare auf unterschiedlichen Seiten sitzen. Daher liegen manche Lampen besser in der Hand als andere - abhängig davon, in welchem Winkel der Clip zu den Schaltern steht.

    Beim Schalter der TZ28 1100 ist mir außerdem aufgefallen, dass Druck- und Schaltpunkt des Sekundärtaster nicht identisch sind. Wenn man z.B. den Instant Strobe nutzt und ein bisschen Druck vom Taster nimmt, bleibt der Taster gedrückt, aber der Strobe geht aus.

    Ich habe versucht, das ganze mit einer Küchenwaage abzuschätzen:

    Bei einer Kraft von ca. 7,4 Newton löst der Taster aus.
    Wenn die Kraft auf den Taster unter 6,9 Newton sinkt, geht der Strobe aus.
    Der Taster bleibt aber gedrückt, bis die Kraft unter 5 Newton sinkt.

    Kraft in N:
    e-switch_1_druck.png

    Mechanische Tasterposition:
    e-switch_2_elektr.png

    Elektrischer Tasterzustand:
    e-switch_3_taktil.png

    So extrem ist das allerdings nur bei meiner TZ28 1100. Die TZ28 1500 zeigt zwar ein ähnliches Verhalten, hier ist der Unterschied zwischen dem Druck- und Schaltpunkt allerdings so gering, dass man sich schon richtig Mühe geben muss, um das Verhalten zu reproduzieren.



    Laufzeit:

    Beide TZ28 bleiben eine ganze Weile auf mehr oder weniger voller Helligkeit. Die TZ28 1500 dimmt bei einer Raumtemperatur von 25°C nach ca. 7 Minuten auf knapp 1000 Lumen runter und die TZ28 1100 nach ca. 10 Minuten auf ca. 600 Lumen. Diese Helligkeiten halten sie dann konstant bis der Akku leer ist. Bei einem 3500mAh-Akku ist das bei der TZ28 1500 nach ca. einer Stunde und bei der TZ28 1100 nach ca. 2 Stunden der Fall. Die TZ28 1500 geht schnell aus: innerhalb von 10min sinkt die Helligkeit auf unter 100 Lumen, in weiteren knapp 10 Minuten auf unter 30 Lumen und, nach ca. 8 Minuten auf ca. 3 Lumen und nach nochmal ca.8 Minuten auf 0,3 Lumen und nach weiteren ca. 7 Minuten (insgesamt 1:44h) geht sie ganz aus. Die TZ28 1100 lässt sich deutlich mehr Zeit und dimmt nur langsam runter. Selbst nach insgesamt 3 Stunden bringt sie noch ca. 45 Lumen. Nach 4 Stunden habe ich die Messung bei ca. 8 Lumen abgebrochen.

    Laufzeit_lin.png
    Laufzeit mit linearer Lumen-Achse (Akku mit 3500 mAh)

    Laufzeit_log.png
    Laufzeit mit logarithmischer Lumen-Achse ab 8 Lumen (Akku mit 3500 mAh)

    Mit diesen Messungen komme ich auf folgende Lichtmengen mit einem 3500mAh-Akku:
    XTAR TZ28 1500: 1162 Lumenstunden
    XTAR TZ28 1100: 1528 Lumenstunden

    Mit der angebenen Energie des Akkus von 12,6 Wattstunden ergibt das für die Effizienz:
    XTAR TZ28 1500: 92 Lumen/Watt
    XTAR TZ28 1100: 121 Lumen/Watt

    Man sieht hier wieder sehr deutlich, dass LEDs der XHP-Reihe in Lampen mit einem einzelnen Akku eine Menge Effizienz kosten, da sie einen Boost-Converter brauchen, um auf die höhere LED-Spannung zu kommen, während die Spannung der XP-L unterhalb der Akkuspannung liegt und die LED so deutlich effizienter betrieben werden kann.


    Temperaturregelung:

    Aufgrund der langen Laufzeiten mit hoher Leistung kann man insbesondere die Temperaturregelung der TZ28 1500 als besonders thermophil bezeichnen. Bei einer Raumtemperatur von 25°C wurde die TK28 1500 nach 7 Minuten 60°C heiß und die TZ28 1100 auch noch 56°C. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 28°C hat es die TZ28 1500 sogar auf eine Gehäusetemperatur von 70°C geschafft. Das ist schon weit über der menschlichen Schmerzgrenze.

    Ein Kollege hat mir mit seiner Wärmebildkamera ein paar Fotos gemacht, damit ihr euch angucken könnt, wie schön die Lampen im LWIR-Bereich leuchten. Leider war es "nur" das Einstiegsmodell von FLIR, das keine manuelle Belichtung unterstützt. Gleiche Farben auf unterschiedlichen Bildern können also unterschiedliche Temperaturen repräsentieren.

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    0:00 min 0:10 min 0:20 min 0:30 min 0:40 min

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    0:50 min 1:00 min 1:30 min 2:00 min 3:00 min

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    4:00 min 5:00 min 6:00 min 7:00 min Nachleuchtender Tisch




    Helligkeitsmessungen:

    Die angegebenen 1500 bzw. 1100 Lumen halte ich im Vergleich zu anderen Lampen für plausibel.

    Die angebenen Lichtstärken kann ich aber nicht bestätigen. Ich komme bei beiden Lampen auf deutlich höhere Werte. Außerdem ist meine TZ28 1100 etwas lichtstärker als die TZ28 1500

    TZ28 1500: 1182 lx @ 5,75 m = 39 kcd bzw. 395 m
    TZ28 1100: 1228 lx @ 5,75 m = 40,6 kcd bzw. 403 m


    Lichtbild:

    Die TZ28 1500 hat einen etwas größeren Spot und einen etwas helleren Spill als die TZ28 1100.

    ISO 400, f/8, 1/100s:
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    TZ28 1500 TZ28 1100

    ISO 400, f/8, 1/1000s:
    [​IMG] [​IMG]
    TZ28 1500 TZ28 1100




    Fazit:

    Mit gefällt die TZ28 in beiden Versionen sehr gut. Besonders gut kann ich die TZ28 1500 mit meiner Klarus XT11GT der ersten Generation (ebenfalls mit XHP35 HI) vergleichen. Auch wenn ich die Klarus optisch schöner finde und mir die Schalter dort besser gefallen, hat für mich die TZ28 1500 ganz klar die Nase vorne. Sie ist leistungsstärker, hat keinen (für mich nervigen) Seitenschalter, ist einfacher zu bedienen und einen festgeschraubten Clip, so dass ich sie außen an die Hosentasche clippen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass sie wegläuft.

    Objektiv lässt sich aber nicht sagen, welche Lampe in der Klasse der taktischen 1x18650-Lampen mit Doppelschaltertailcap die beste ist. Fast jeder Hersteller hat hier ein eigenes Modell. Diese Lampen sind zwar alle sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch in Details, die abhängig von den eigenen Anforderungen ausschlaggebend sein können.

    Die beiden TZ28 von XTAR sind aber auf jeden Fall einen Blick wert.
    Die TZ28 1500 für alle, die möglichst viel Power wollen.
    Und die TZ28 1100 für alle, die lieber mehr Laufzeit und Effizienz haben wollen.


    PS: Outdoor-Beamshots folgen demnächst ...
     
    #1 Dagor, 24. Juni 2018
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juni 2018
    TimeLord, helicoil, Riesbachtaler Urgestein und 11 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Folomov
    HA! Du kommst ja auf Ideen, das gefällt mir!
    Vielen Dank für dein ausführliches Review.

    Ist das Glas vergütet? Und wo kann man die Lampe denn kaufen, ich finde weder bei den Chinamännern, noch bei ebay was... Das könnte eine gute Einsatzlampe sein.
     
  3. Finde ich auch.
    Ist echt genial, ab sofort wird bei den Reviews auch das Abzugsgewicht des Schalters gemessen. :zufrieden:
     
    FrankFlash hat sich hierfür bedankt.
  4. Acebeam
    War gar nicht meine Idee. Die TZ28 1100 hat durch ihr seltsames Strobo-Schaltverhalten darum gebeten, so eine "Messung" durchzuführen. ;)

    Ja.

    Ich glaube, dass sie noch gar nicht auf dem Markt ist.

    Denke ich auch. Zumindest, wenn sich der Strobotaster nicht so verhält, wie der der 1100-Lumen-Version, oder wenn dieses Verhalten nicht stört (weil man den Strobo nicht braucht, oder weil man Taster eh immer kräftig gedrückt hält).
     
    Wurczack hat sich hierfür bedankt.
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