Grüßt euch!
Heute habe ich die Ehre, euch eine der hellsten Taschenlampen auf dem Markt vorstellen zu dürfen.
Unser Mitglied "ersecu" hat mir dieses tolle Gerät für den Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!
Die Tactical 3300 des luxemburgisch-dänischen Herstellers WiseLED liefert, dem Produktnamen entsprechend, unglaubliche 3300 Lumen und ist damit wohl auf jeden Fall eine der hellsten Serienlampen, die man kaufen kann!
Neben der enormen Helligkeit zählen auch der starke eingebaute Akku, die Ladestation und die einfache Programmierung am Computer über Infrarot zu den Vorzügen dieser kostenintensiven Taschenlampe.
Wir werden sehen, ob sich die Anschaffung lohnt.
Preis und Verfügbarkeit
Erhältlich ist die WiseLED Tactical 3300 zum Beispiel direkt beim Hersteller unter WiseLED | The most powerful LED flashlight in the world. Auch Taschenlampe, Stirnlampe und Zubehör von Jetbeam, Nitecore, Spark, Zebralight, Fenix bei Focuslight hat die Lampe im Angebot. Beim Hersteller zahlt man 635€, beim Händler 679€ - dazu kann man dann nach Belieben Zubehör wählen, zum Beispiel eine Trageschlaufe oder ein IR-Dongle, mit dem man die Wiseled am Computer programmieren kann.
Die meisten werden nun erst mal kräftig schlucken - fast siebenhundert Euro für eine Taschenlampe! Dass man für das Geld auch etwas bekommt, versteht sich von selbst. Über Vor- und Nachteile werde ich im Laufe des Tests berichten.
Lieferumfang und Verpackung
Eine Originalverpackung habe ich nicht - die wäre aber auch nicht sonderlich erwähnenswert. Das hier getestete Exemplar stammt aus einer ziemlich aktuellen Charge von Ende 2011 und wurde in einer einfachen weißen Schachtel geliefert. Das ist in Anbetracht des Preises etwas verwunderlich, da einige Hersteller bei hochpreisigen Lampen mittlerweile oftmals Koffer zur Aufbewahrung und als Verpackung mitliefern. Aber sei's drum - es geht schließlich um den Inhalt!
In der Verpackung befindet sich neben der Wiseled selbst einiges an Zubehör:
- Ladestation mit Indikator
- 100-240V AC/DC Ladeanschluss
- 12V Autoladekabel
- Bedienungsanleitung
- Schutzkappe für die Lampe
Für die Programmierung am Rechner wird ein Infrarot-Dongle gebraucht. Dieses kann man im Elektrofachmarkt für wenig Geld erwerben, im Prinzip sollte jedes Dongle funktionieren.
Ein Blick auf das Zubehör
Gleich zu Beginn möchte ich auf das umfangreiche Zubehör eingehen.
Bei den meisten anderen Taschenlampen muss man sich stets um die Akkus kümmern, diese entnehmen, ins Ladegerät stecken, nachmessen und so weiter und so fort. WiseLED umgeht diese Wartungsgeschichte, indem ein 11,1V 5200mAh Akku eingebaut wurde. Der fest verbaute Akku kann nur durch den Kundendienst getauscht werden, soll aber fünf Jahre lang wartungsfrei sein.
Natürlich braucht es demnach auch ein spezielles Ladegerät. Damit die Lampe auch wirklich einfach zu laden ist und somit auch für unerfahrene Nutzer taugt, hat Wiseled eine einfache Ladestation entwickelt. Zwei Features sind hier durchaus praktisch - zum einen die Wandhalterung, zum anderen die Ladestandsanzeige.
Dank der Befestigungsmöglichkeit kann man die Ladestation an Wänden, Türrahmen etc. anschrauben und die Lampe ist somit stets aufgeladen und immer greifbar. Gerade für BOSler oder Sicherheitsleute/Hausmeister könnte das praktisch sein.
Die Ladestandsanzeige ist auch optisch schön anzusehen - das durchsichtige Plastik leitet das Licht quasi weiter und somit leuchtet die Ladestation rundum.
Diese Statusanzeige kennt im Prinzip nur zwei Zustände: Orange (0-89% Ladezustand) und Blau (90-100% Ladezustand). Mehr braucht man eigentlich ja auch nicht.
Mit dem mitgelieferten AC/DC Adapter wird die Ladestation ans Stromnetz angeschlossen. Alternativ kann man sie auch an 12V betreiben, beispielsweise am Zigarettenanzünder im Auto. Das habe ich aber aus zeitlichen Gründen noch nicht getestet.
Damit man die WiseLED Tactical 3300 in der Ladestation aufladen kann, muss die Lampe irgendwo einen Anschluss haben. Der Hersteller hat sich hier natürlich für das hintere Lampenende entschieden. Dort befindet sich ein durchsichtiger Plastikstöpsel, mit dem die Ladebuchse verschlossen ist. Der Stöpsel ist mit einem simplen Band befestigt und geht somit nicht verloren.
Sehr interessant: Bei eingeschalteter Lampe blinkt die Ladebuchse alle 7 Sekunden und zeigt durch Blinkfrequenz und Farbe den Ladezustand des Akkus an. Somit weiß man im Einsatz stets, wie lange man noch Licht haben wird.
Wer sich für die Bedienungsanleitung interessiert, kann diese auch direkt auf der Homepage von Wiseled herunterladen:
http://www.wiseled.com/images/download/instructionCareGuide_Tactical_ng.pdf
Gehäuse, Merkmale und Qualität
Beworben wird die Tactical 3300 unter anderem mit dem besonders robusten Gehäuse. Damit hat der Hersteller gar nicht so Unrecht: Schon beim ersten Anfassen merkt man, dass die Wiseled anders ist als normale Taschenlampen!
Während Kopf und das zirka 5,5cm lange Endstück leicht gummiert sind, ist das Griffstück aus richtigem Gummi. Das hat mehrere Vorteile: Einerseits ist elastisches Material eher stoßresistent und nicht so spröde, andererseits ist Gummi viel angenehmer anzufassen, wenn es draußen kalt ist! Selbstverständlich ist das Gehäuse unter dem Gummi aus stabilem Aluminium, so wie man es von anderen Lampen gewohnt ist.
Gummierung statt Anodisierung also!
In Sachen Design hat man sich hier scheinbar an vergangenen Zeiten orientiert. Die WiseLED ist zumindest optisch sehr unauffällig und wirkt geradezu harmlos. Einen großen Teil steuert zu diesem Eindruck natürlich die Tatsache bei, dass sie mit Ausnahme eines silbernen Rings (mit Tragegurt-Befestigung) und der Schutzkappe am Ende komplett in schwarz gehalten ist. Auch in Sachen Logo wurde sehr zurückhaltend agiert - am silbernen Ring gibt es einen kleinen wiseled-Aufdruck, mehr nicht.
Vorne am Kopf, zwischen zwei Kühlrippen, sitzt übrigens ein ¼" Stativgewinde. Normale Wechselplatten vom Kamerastativ passen nicht, wohl aber anderes Zubehör.
Das 7,5cm lange Griffstück beinhaltet vermutlich den Akku und ist somit das Herz der Lampe. Es grenzt sich durch zwei unauffällige O-Ringe vom Rest des Gehäuses ab. Genau diesen Bereich fasst man im Betrieb wohl die meiste Zeit an - hier kann man das Gerät gut ausbalanciert halten und hat sofort Zugriff auf den Schalter.
Schalter ist das Stichwort - bedient wird die Tactical über einen einzigen silbernen Schalter, der direkt oberhalb des Griffstücks ins Gehäuse eingelassen wurde. Auf die Bedienung gehe ich später noch ein.
Frühere Versionen der WiseLED Tactical wurden sogar mit besonderer Wasserdichtigkeit beworben. Vermutlich will man sich nun vor zu vielen Garantieansprüchen durch falsche Nutzung schützen und hat daher darauf umgeschwenkt, sie nur noch nach IPX-8 Standard als "waterproofed" anzubieten. Da WiseLED/WiseDive auch Tauchlampen im Angebot hat, sei darauf hingewiesen, dass man mit der Tactical 3300 nicht tauchen kann!
Einen Regenschauer wird sie aber garantiert aushalten. Beworben wird sie auf der Hersteller-Homepage mit dem Spruch "The WiseLED Tactical® is water-proof, wind-proof, heat- resistant and even sand-proof."
Ein weiteres interessantes Gehäusedetail sind die Kühlrippen am Kopf. Genau genommen sind es keine Kühlrippen, sondern ein ausgeklügeltes Kühlsystem (Ramflow Coolingsystem. Die Kühlung funktioniert über Konvektion. Wenn die Luft im Betrieb um den Lampenkopf strömt (hierzu reicht eine Geschwindigkeit von 1 Meter pro Sekunde), ist die Kühlung so effektiv wie bei doppelt so großer Kühlfläche. Die warme Luft im vorderen Bereich zirkuliert und wird ausgetauscht, sodass stets eine entsprechende Kühlwirkung besteht.
Zum Abschluss noch ein paar Abmessungen.
Bei einem Gewicht von 800 Gramm misst die Lampe insgesamt 24 Zentimeter. Am Gehäuseende beträgt der Durchmesser 45 Millimeter, vorne am Kopf 7,5 Zentimeter.
LEDs, Linsensystem und Akku
Im Gegensatz zu den meisten gebräuchlichen Taschenlampen wurde in der Tactical 3300 kein Reflektor eingesetzt, sondern ein Linsensystem. Insgesamt sind im Kopf sieben LEDs verbaut. Recherchen zufolge sind es wohl sieben Cree XR-E.
Insgesamt liefern die Leuchtdioden satte 3300 Lumen und machen die WiseLED Tactical 3300 somit zur hellsten Serientaschenlampe! Den Herstellerangaben entsprechend soll das Licht 365 Meter weit leuchten.
Die Linsen sind zu einer Art Wabe zusammengefasst - am besten seht ihr das auf dem Foto. Oftmals sorgen Linsen für ein unschönes Lichtbild. Wiseled hat sich jedoch wirklich Mühe gegeben, weiter unten gibt's Beamshots.
Kommen wir noch kurz auf den Akku zu sprechen. Im Akkupack sind 6 Lithium-Ionen-Akkus vom Typ 18650 verbaut, die zusammen eine Leistung von 5200mAh, also 5,2Ah liefern. Im Vergleich zu den aktuellsten Akkus (Panasonic-Zellen mit 3100mAh pro Stück) ist das gar nicht so viel. Hier ist in Zukunft wohl noch Potential, wir werden sehen, was die nächsten Generationen leisten.
WiseLED weist extra darauf hin, dass man den Akku stets innerhalb von 2-3 Wochen laden soll und er sich niemals durch Lagerung entladen darf.
Battery Indicator
Das Taillight hinten dient hauptsächlich als Battery Indicator und zeigt den Ladezustand an. Bei eingeschalteter Lampe blinkt das Ende alle 7 Sekunden. Farbe und Frequenz des Blinkens zeigen, wie es um den Akku steht:
80-100%: 2x blaues Aufblinken
60-80%: 4x blaues Aufblinken
40-60%: 2x Orangenes Aufblinken
20-40%: 4x Orangenes Aufblinken
0-20%: orangenes Dauerlicht
Im Outdoor-Einsatz ist diese Funktion mehr als praktisch, da man nicht urplötzlich im Dunkeln steht. Da könnten sich einige andere Hersteller gerne mal was abgucken!
Laufzeit und Erwärmung
Die Laufzeit werde ich am Wochenende noch ermitteln - in der Zwischenzeit lasse ich hier einfach mal die Herstellerangaben stehen. Erfahrungen beim Geocachen am letzten Samstag zeigten jedoch, dass die Angaben durchaus realistisch sind!
100%: 1 hours 45 min
80%: 2 hours 40 min
60%: 4 hours 10 min
40%: 7 hours 20 min
20%: 31 hours 55 min
Was die Erwärmung angeht - den Test habe ich ganz klassisch gemacht: Die Lampe stand taildown auf dem Tisch, lief auf voller Stufe und wurde nicht gekühlt. Hierbei kann das tolle Kühlsystem seine Vorzüge natürlich nicht ausspielen, da es von Luftzirkulation lebt. Dennoch ist die Erwärmung deutlich geringer als zum Beispiel bei der EYE-30 oder beim "King".
Mit einem IR-Thermometer habe ich an einer Stelle 3cm unterhalb des oberen Endes gemessen ("Kopf") und auch direkt am Griffstück einen Punkt ausgewählt, der 3cm unterhalb des Schalters liegt ("Griff").
Bedienung und Modi
Im Gegensatz zu den schwächeren Vorgängermodellen wird die neue Tactical 3300 mit nur einem Schalter bedient. Der Knopf sitzt äußerst griffgünstig knapp oberhalb des Griffstücks und lässt sich sehr gut mit Daumen oder Zeigefinger drücken. Auch mit Handschuhen kann man die Lampe problemlos einschalten. Da die WiseLED meiner Meinung nach auch gut für BOS-Zwecke taugt, habe ich die Tauglichkeit mit meinen Seiz Supporter CR getestet, die deutlich fester sind als normale Winterhandschuhe. Den Knopf kann man perfekt drücken und auch das Greifen der Lampe funktioniert hervorragend, was an der Gummierung liegt und wohl auch daran, dass der Umfang des Griffstücks für normale Hände ziemlich passend ist.
Zu den Betriebsstufen bzw. Modi kann man keine festen Aussagen treffen, da es keine festen Helligkeiten gibt - mehr dazu im nächsten Abschnitt "Programmierung". Von 3 bis 16 Stufen ist alles drin!
Zum Ein- bzw. Ausschalten drückt man einfach kurz auf den Knopf.
Der Stroboskop-Modus lässt sich ebenfalls sehr einfach aktivieren. Bei ausgeschalteter Lampe hält man den Schalter gedrückt, um Strobo zu bekommen. Dauerhaft aktivieren kann man die Lichtblitze aber nicht - lässt man den Schalter los, leuchtet die Lampe im Dauerlicht-Modus weiter.
Die Helligkeitsstufen werden durchgeschaltet, indem man bei eingeschaltetem Licht auf dem Knopf bleibt. In einer Reihe werden nun alle Stufen durch geschalten.
Auch ein SOS-Modus steht zur Verfügung. Hierzu drückt man den Knopf vier mal innert zweier Sekunden. Das Rücklicht/Taillight leuchtet nun orange. Jetzt hat man wieder 2 Sekunden Zeit, ein weiteres Mal auf den Knopf zu drücken, um SOS zu aktivieren.
Für Transport oder Aufbewahrung gibt es einen Fly Lock Modus. Vier mal schnell drücken, dann warten bis das hintere Licht blau wird und noch mal drücken, dann geht die Wiseled aus und lässt sich erst wieder anschalten, wenn man vier mal in zwei Sekunden drückt. Dieser Mechanismus soll vor unbeabsichtigtem Einschalten schützen.
Programmierung
Als weiteres Feature kann man die WiseLED Tactical quasi nach Belieben programmieren.
Auf Wiseled.com kann man die kostenlose Software herunterladen, die leider nur auf Windows läuft. Etwas schade …
Über ein Infrarot-Dongle wird die Tactical mit dem Computer verbunden. Dazu steckt man die Lampe in die Ladestation, drückt für mindestens drei Sekunden auf den Knopf und wartet, bis das Taillight lila leuchtet. legt man sie mit entfernter Schutzkappe in Richtung Infrarot-Dongle und verbindet sie mit dem Computer.
Im Programmfenster werden gleich mehrere Informationen angezeigt - Seriennummer, Produktionsdatum und Firmwareversion zum Beispiel.
Die Einstellmöglichkeiten sind in mehrere Abschnitte gegliedert:
- Dimming
- Strobe
- Boost
- Temperature Setpoint
- Automatic Decrease Light
Unter dem Punkt "Dimming" kann man die Zahl der Helligkeitsstufen einstellen, mindestens 3 und maximal 16 Schritte sind möglich. Dass mehr als zehn Stufen meiner Meinung nach unpraktisch sind, dürfte nachvollziehbar sein. Auch die "Dimming Time", also die Zeit, die man auf dem Knopf bleibt, bis weiter geschaltet wird, lässt sich einstellen - hier steht ein Bereich von (glaube ich, mich erinnern zu können) 100-800ms zur Verfügung. Die maximale und minimale Helligkeit der Dimmstufen kann man ebenso einstellen und mit einem Druck auf "Preview" direkt testen.
Im nächsten Unterpunkt "Strobe" lässt sich der Strobo-Modus ein wenig konfigurieren: Man kann die Zeiten einstellen, in denen die Lampe blinkt, also quasi die Frequenz.
Der Unterpunkt "Boost" bringt vermutlich eine Art kurzfristige Leistungssteigerung - bei meinem Exemplar lässt das Programm dies jedoch mit Hinweis auf Inkompatibilität nicht zu.
Den "Temperature Setpoint" kann man auf einer Zeitleiste einstellen. Wird dieser Punkt erreicht, regelt die Lampe automatisch runter, damit die Technik keinen Schaden nimmt.
Ebenfalls runter geregelt wird, wenn man den letzten Punkt aktiviert. Erreicht die Akkuladung 20%, wird automatisch eine dunklere Stufe aktiviert, um noch etwas mehr Laufzeit zu haben.
Unterm Strich kann man also durchaus recht viel programmieren - und anstatt noch mehr unsinnige Punkte hinzuzufügen, wurden hier ganz klar nur sinnvolle Programmierungsmöglichkeiten aktiviert. So kann man die Lampe ein wenig den eigenen Bedürfnissen anpassen.
Upgrade / Zukunftssicherheit
Die Entwicklung im Taschenlampen-Sektor schreitet schnell voran - daher ist es gerade bei sehr hochpreisigen Lampen oftmals schade, wenn sie schon ein Jahr nach dem Kauf längt überholt sind. WiseLED hat sich hier etwas einfallen lassen:
Wer eine ältere Lampe aus der Palette des Herstellers besitzt, kann diese für 270 Euro upgraden lassen - wahlweise zur Tactical 3300 oder WiseDive Handheld 3300, einer Tauchlampe.
Dazu kauft man das Upgrade auf der Herstellerseite und schickt die "alte" Lampe dann ein. In der Servicezentrale wird dann entweder ein technisches Upgrade vollzogen oder gar ein Komplettaustausch gegen die neueste Version.
Im Hinblick auf die Zukunftssicherheit und Langlebigkeit ist dieser Service wirklich sehr positiv anzusehen und sogar preislich relativ human, wenn man an den Grundpreis einer neuen WiseLED denkt.
Daumen hoch hierfür!
Leuchtcharakteristik und Einsatzerfahrungen
Kommen wir nun zu einem Punkt, der euch vielleicht weiter oben aufgefallen ist - Linsen statt Reflektor. Oftmals haben Taschenlampen mit Linsensystem kein sonderlich schönes Lichtbild. Die WiseLED ist anders! Hier wurde augenscheinlich wirklich ein großer entwicklungstechnischer Aufwand betrieben, um das Lichtbild möglichst schön werden zu lassen.
Der Aufwand hat sich gelohnt!
Man sieht zwar im Nahbereich bis zirka 1 Meter sechs kleine "Sternchen" rund um den Spot, die fallen im Einsatz jedoch überhaupt nicht auf. Der Spot ist nicht ganz rund, aber sonst ziemlich schön: Keine Donutholes, keine Farbveränderungen.
Da die WiseLED ein Flooder ist, gibt es quasi keinen richtigen Spot, sondern nur einen "dicken hellen Lichtfleck".
Letzten Samstag war ich (unter anderem) mit der Tactical 3300 bei meinem ersten Nachtcache. Da hat sie mir wirklich gute Dienste geleistet! Man hat eine echt lange Laufzeit, eine Akkuanzeige und weiß, dass man sich auch vor Regenschauern nicht fürchten muss. Draußen im Gelände ist das Lichtbild eigentlich perfekt, man hat eine Art "Flächen-Suchscheinwerfer". Die effektive Reichweite dürfte bei rund 300 Metern liegen, also etwas weniger als vom Hersteller angegeben.
Ach ja: Der Multicache war eine Art Rundweg und wir hatten so viel Licht dabei, dass wir schon Reflektoren gesehen haben, die erst eine "Waldumrundung" später zu sehen gewesen sein dürften
Hier noch ein Vergleichsfoto. Der Strommast war ungefähr 120 Meter entfernt.
Fazit
Wer nach dem ganzen Bericht noch Lust zum Lesen hat, dem sei gesagt: Die WiseLED Tactical 3300 ist eine gigantische Lampe!
Zwar die Helligkeit dieser äußerst kostenintensiven Lampe nicht viel besser als zum Beispiel bei der EYE-30, aber das Ultra-robuste Gehäuse, die Programmierung, die Upgradefähigkeit und die einfache Bedienung sind Merkmale, die es so bei keiner anderen Taschenlampe gibt.
Ich habe sie wirklich gerne eingesetzt und bin schon jetzt traurig, dass ich sie wieder zurück senden muss. Gerade beim Geocachen oder im Feuerwehreinsatz bringt die WiseLED wirkliche Höchstleistungen! Draußen ist sie zuhause, da gehört sie hin. Raus in die Wildnis, raus in die Natur. Ihr robustes Gehäuse macht nahezu alles mit und die lange Laufzeit in Verbindung mit dem Taillight als Ladeanzeige bringen Sicherheit und Spaß.
EYE-30, WiseLED, TK70
Mehr Berichte, Beamshots und aktuelle Informationen findet ihr auf meiner Seite FlashlightReviews. Immer einen Besuch wert!
Heute habe ich die Ehre, euch eine der hellsten Taschenlampen auf dem Markt vorstellen zu dürfen.
Unser Mitglied "ersecu" hat mir dieses tolle Gerät für den Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!
Die Tactical 3300 des luxemburgisch-dänischen Herstellers WiseLED liefert, dem Produktnamen entsprechend, unglaubliche 3300 Lumen und ist damit wohl auf jeden Fall eine der hellsten Serienlampen, die man kaufen kann!
Neben der enormen Helligkeit zählen auch der starke eingebaute Akku, die Ladestation und die einfache Programmierung am Computer über Infrarot zu den Vorzügen dieser kostenintensiven Taschenlampe.
Wir werden sehen, ob sich die Anschaffung lohnt.
Preis und Verfügbarkeit
Erhältlich ist die WiseLED Tactical 3300 zum Beispiel direkt beim Hersteller unter WiseLED | The most powerful LED flashlight in the world. Auch Taschenlampe, Stirnlampe und Zubehör von Jetbeam, Nitecore, Spark, Zebralight, Fenix bei Focuslight hat die Lampe im Angebot. Beim Hersteller zahlt man 635€, beim Händler 679€ - dazu kann man dann nach Belieben Zubehör wählen, zum Beispiel eine Trageschlaufe oder ein IR-Dongle, mit dem man die Wiseled am Computer programmieren kann.
Die meisten werden nun erst mal kräftig schlucken - fast siebenhundert Euro für eine Taschenlampe! Dass man für das Geld auch etwas bekommt, versteht sich von selbst. Über Vor- und Nachteile werde ich im Laufe des Tests berichten.
Lieferumfang und Verpackung
Eine Originalverpackung habe ich nicht - die wäre aber auch nicht sonderlich erwähnenswert. Das hier getestete Exemplar stammt aus einer ziemlich aktuellen Charge von Ende 2011 und wurde in einer einfachen weißen Schachtel geliefert. Das ist in Anbetracht des Preises etwas verwunderlich, da einige Hersteller bei hochpreisigen Lampen mittlerweile oftmals Koffer zur Aufbewahrung und als Verpackung mitliefern. Aber sei's drum - es geht schließlich um den Inhalt!
In der Verpackung befindet sich neben der Wiseled selbst einiges an Zubehör:
- Ladestation mit Indikator
- 100-240V AC/DC Ladeanschluss
- 12V Autoladekabel
- Bedienungsanleitung
- Schutzkappe für die Lampe
Für die Programmierung am Rechner wird ein Infrarot-Dongle gebraucht. Dieses kann man im Elektrofachmarkt für wenig Geld erwerben, im Prinzip sollte jedes Dongle funktionieren.
Ein Blick auf das Zubehör
Gleich zu Beginn möchte ich auf das umfangreiche Zubehör eingehen.
Bei den meisten anderen Taschenlampen muss man sich stets um die Akkus kümmern, diese entnehmen, ins Ladegerät stecken, nachmessen und so weiter und so fort. WiseLED umgeht diese Wartungsgeschichte, indem ein 11,1V 5200mAh Akku eingebaut wurde. Der fest verbaute Akku kann nur durch den Kundendienst getauscht werden, soll aber fünf Jahre lang wartungsfrei sein.
Natürlich braucht es demnach auch ein spezielles Ladegerät. Damit die Lampe auch wirklich einfach zu laden ist und somit auch für unerfahrene Nutzer taugt, hat Wiseled eine einfache Ladestation entwickelt. Zwei Features sind hier durchaus praktisch - zum einen die Wandhalterung, zum anderen die Ladestandsanzeige.
Dank der Befestigungsmöglichkeit kann man die Ladestation an Wänden, Türrahmen etc. anschrauben und die Lampe ist somit stets aufgeladen und immer greifbar. Gerade für BOSler oder Sicherheitsleute/Hausmeister könnte das praktisch sein.
Die Ladestandsanzeige ist auch optisch schön anzusehen - das durchsichtige Plastik leitet das Licht quasi weiter und somit leuchtet die Ladestation rundum.
Diese Statusanzeige kennt im Prinzip nur zwei Zustände: Orange (0-89% Ladezustand) und Blau (90-100% Ladezustand). Mehr braucht man eigentlich ja auch nicht.
Mit dem mitgelieferten AC/DC Adapter wird die Ladestation ans Stromnetz angeschlossen. Alternativ kann man sie auch an 12V betreiben, beispielsweise am Zigarettenanzünder im Auto. Das habe ich aber aus zeitlichen Gründen noch nicht getestet.
Damit man die WiseLED Tactical 3300 in der Ladestation aufladen kann, muss die Lampe irgendwo einen Anschluss haben. Der Hersteller hat sich hier natürlich für das hintere Lampenende entschieden. Dort befindet sich ein durchsichtiger Plastikstöpsel, mit dem die Ladebuchse verschlossen ist. Der Stöpsel ist mit einem simplen Band befestigt und geht somit nicht verloren.
Sehr interessant: Bei eingeschalteter Lampe blinkt die Ladebuchse alle 7 Sekunden und zeigt durch Blinkfrequenz und Farbe den Ladezustand des Akkus an. Somit weiß man im Einsatz stets, wie lange man noch Licht haben wird.
Wer sich für die Bedienungsanleitung interessiert, kann diese auch direkt auf der Homepage von Wiseled herunterladen:
http://www.wiseled.com/images/download/instructionCareGuide_Tactical_ng.pdf
Gehäuse, Merkmale und Qualität
Beworben wird die Tactical 3300 unter anderem mit dem besonders robusten Gehäuse. Damit hat der Hersteller gar nicht so Unrecht: Schon beim ersten Anfassen merkt man, dass die Wiseled anders ist als normale Taschenlampen!
Während Kopf und das zirka 5,5cm lange Endstück leicht gummiert sind, ist das Griffstück aus richtigem Gummi. Das hat mehrere Vorteile: Einerseits ist elastisches Material eher stoßresistent und nicht so spröde, andererseits ist Gummi viel angenehmer anzufassen, wenn es draußen kalt ist! Selbstverständlich ist das Gehäuse unter dem Gummi aus stabilem Aluminium, so wie man es von anderen Lampen gewohnt ist.
Gummierung statt Anodisierung also!
In Sachen Design hat man sich hier scheinbar an vergangenen Zeiten orientiert. Die WiseLED ist zumindest optisch sehr unauffällig und wirkt geradezu harmlos. Einen großen Teil steuert zu diesem Eindruck natürlich die Tatsache bei, dass sie mit Ausnahme eines silbernen Rings (mit Tragegurt-Befestigung) und der Schutzkappe am Ende komplett in schwarz gehalten ist. Auch in Sachen Logo wurde sehr zurückhaltend agiert - am silbernen Ring gibt es einen kleinen wiseled-Aufdruck, mehr nicht.
Vorne am Kopf, zwischen zwei Kühlrippen, sitzt übrigens ein ¼" Stativgewinde. Normale Wechselplatten vom Kamerastativ passen nicht, wohl aber anderes Zubehör.
Das 7,5cm lange Griffstück beinhaltet vermutlich den Akku und ist somit das Herz der Lampe. Es grenzt sich durch zwei unauffällige O-Ringe vom Rest des Gehäuses ab. Genau diesen Bereich fasst man im Betrieb wohl die meiste Zeit an - hier kann man das Gerät gut ausbalanciert halten und hat sofort Zugriff auf den Schalter.
Schalter ist das Stichwort - bedient wird die Tactical über einen einzigen silbernen Schalter, der direkt oberhalb des Griffstücks ins Gehäuse eingelassen wurde. Auf die Bedienung gehe ich später noch ein.
Frühere Versionen der WiseLED Tactical wurden sogar mit besonderer Wasserdichtigkeit beworben. Vermutlich will man sich nun vor zu vielen Garantieansprüchen durch falsche Nutzung schützen und hat daher darauf umgeschwenkt, sie nur noch nach IPX-8 Standard als "waterproofed" anzubieten. Da WiseLED/WiseDive auch Tauchlampen im Angebot hat, sei darauf hingewiesen, dass man mit der Tactical 3300 nicht tauchen kann!
Einen Regenschauer wird sie aber garantiert aushalten. Beworben wird sie auf der Hersteller-Homepage mit dem Spruch "The WiseLED Tactical® is water-proof, wind-proof, heat- resistant and even sand-proof."
Ein weiteres interessantes Gehäusedetail sind die Kühlrippen am Kopf. Genau genommen sind es keine Kühlrippen, sondern ein ausgeklügeltes Kühlsystem (Ramflow Coolingsystem. Die Kühlung funktioniert über Konvektion. Wenn die Luft im Betrieb um den Lampenkopf strömt (hierzu reicht eine Geschwindigkeit von 1 Meter pro Sekunde), ist die Kühlung so effektiv wie bei doppelt so großer Kühlfläche. Die warme Luft im vorderen Bereich zirkuliert und wird ausgetauscht, sodass stets eine entsprechende Kühlwirkung besteht.
Zum Abschluss noch ein paar Abmessungen.
Bei einem Gewicht von 800 Gramm misst die Lampe insgesamt 24 Zentimeter. Am Gehäuseende beträgt der Durchmesser 45 Millimeter, vorne am Kopf 7,5 Zentimeter.
LEDs, Linsensystem und Akku
Im Gegensatz zu den meisten gebräuchlichen Taschenlampen wurde in der Tactical 3300 kein Reflektor eingesetzt, sondern ein Linsensystem. Insgesamt sind im Kopf sieben LEDs verbaut. Recherchen zufolge sind es wohl sieben Cree XR-E.
Insgesamt liefern die Leuchtdioden satte 3300 Lumen und machen die WiseLED Tactical 3300 somit zur hellsten Serientaschenlampe! Den Herstellerangaben entsprechend soll das Licht 365 Meter weit leuchten.
Die Linsen sind zu einer Art Wabe zusammengefasst - am besten seht ihr das auf dem Foto. Oftmals sorgen Linsen für ein unschönes Lichtbild. Wiseled hat sich jedoch wirklich Mühe gegeben, weiter unten gibt's Beamshots.
Kommen wir noch kurz auf den Akku zu sprechen. Im Akkupack sind 6 Lithium-Ionen-Akkus vom Typ 18650 verbaut, die zusammen eine Leistung von 5200mAh, also 5,2Ah liefern. Im Vergleich zu den aktuellsten Akkus (Panasonic-Zellen mit 3100mAh pro Stück) ist das gar nicht so viel. Hier ist in Zukunft wohl noch Potential, wir werden sehen, was die nächsten Generationen leisten.
WiseLED weist extra darauf hin, dass man den Akku stets innerhalb von 2-3 Wochen laden soll und er sich niemals durch Lagerung entladen darf.
Battery Indicator
Das Taillight hinten dient hauptsächlich als Battery Indicator und zeigt den Ladezustand an. Bei eingeschalteter Lampe blinkt das Ende alle 7 Sekunden. Farbe und Frequenz des Blinkens zeigen, wie es um den Akku steht:
80-100%: 2x blaues Aufblinken
60-80%: 4x blaues Aufblinken
40-60%: 2x Orangenes Aufblinken
20-40%: 4x Orangenes Aufblinken
0-20%: orangenes Dauerlicht
Im Outdoor-Einsatz ist diese Funktion mehr als praktisch, da man nicht urplötzlich im Dunkeln steht. Da könnten sich einige andere Hersteller gerne mal was abgucken!
Laufzeit und Erwärmung
Die Laufzeit werde ich am Wochenende noch ermitteln - in der Zwischenzeit lasse ich hier einfach mal die Herstellerangaben stehen. Erfahrungen beim Geocachen am letzten Samstag zeigten jedoch, dass die Angaben durchaus realistisch sind!
100%: 1 hours 45 min
80%: 2 hours 40 min
60%: 4 hours 10 min
40%: 7 hours 20 min
20%: 31 hours 55 min
Was die Erwärmung angeht - den Test habe ich ganz klassisch gemacht: Die Lampe stand taildown auf dem Tisch, lief auf voller Stufe und wurde nicht gekühlt. Hierbei kann das tolle Kühlsystem seine Vorzüge natürlich nicht ausspielen, da es von Luftzirkulation lebt. Dennoch ist die Erwärmung deutlich geringer als zum Beispiel bei der EYE-30 oder beim "King".
Mit einem IR-Thermometer habe ich an einer Stelle 3cm unterhalb des oberen Endes gemessen ("Kopf") und auch direkt am Griffstück einen Punkt ausgewählt, der 3cm unterhalb des Schalters liegt ("Griff").
Starttemperatur: |
Kopf: 19,6° Celsius |
Griff: 20,0° Celsius |
Nach 5 Minuten: |
Kopf: 30,1° |
Griff: 24,6° |
Nach 10 Minuten: |
Kopf: 35,4° |
Griff: 29,6° |
Nach 15 Minuten: |
Kopf: 38,2° |
Griff: 33,0° |
Nach 20 Minuten: |
Kopf: 40,8° |
Griff: 34,8° |
Bedienung und Modi
Im Gegensatz zu den schwächeren Vorgängermodellen wird die neue Tactical 3300 mit nur einem Schalter bedient. Der Knopf sitzt äußerst griffgünstig knapp oberhalb des Griffstücks und lässt sich sehr gut mit Daumen oder Zeigefinger drücken. Auch mit Handschuhen kann man die Lampe problemlos einschalten. Da die WiseLED meiner Meinung nach auch gut für BOS-Zwecke taugt, habe ich die Tauglichkeit mit meinen Seiz Supporter CR getestet, die deutlich fester sind als normale Winterhandschuhe. Den Knopf kann man perfekt drücken und auch das Greifen der Lampe funktioniert hervorragend, was an der Gummierung liegt und wohl auch daran, dass der Umfang des Griffstücks für normale Hände ziemlich passend ist.
Zu den Betriebsstufen bzw. Modi kann man keine festen Aussagen treffen, da es keine festen Helligkeiten gibt - mehr dazu im nächsten Abschnitt "Programmierung". Von 3 bis 16 Stufen ist alles drin!
Zum Ein- bzw. Ausschalten drückt man einfach kurz auf den Knopf.
Der Stroboskop-Modus lässt sich ebenfalls sehr einfach aktivieren. Bei ausgeschalteter Lampe hält man den Schalter gedrückt, um Strobo zu bekommen. Dauerhaft aktivieren kann man die Lichtblitze aber nicht - lässt man den Schalter los, leuchtet die Lampe im Dauerlicht-Modus weiter.
Die Helligkeitsstufen werden durchgeschaltet, indem man bei eingeschaltetem Licht auf dem Knopf bleibt. In einer Reihe werden nun alle Stufen durch geschalten.
Auch ein SOS-Modus steht zur Verfügung. Hierzu drückt man den Knopf vier mal innert zweier Sekunden. Das Rücklicht/Taillight leuchtet nun orange. Jetzt hat man wieder 2 Sekunden Zeit, ein weiteres Mal auf den Knopf zu drücken, um SOS zu aktivieren.
Für Transport oder Aufbewahrung gibt es einen Fly Lock Modus. Vier mal schnell drücken, dann warten bis das hintere Licht blau wird und noch mal drücken, dann geht die Wiseled aus und lässt sich erst wieder anschalten, wenn man vier mal in zwei Sekunden drückt. Dieser Mechanismus soll vor unbeabsichtigtem Einschalten schützen.
Programmierung
Als weiteres Feature kann man die WiseLED Tactical quasi nach Belieben programmieren.
Auf Wiseled.com kann man die kostenlose Software herunterladen, die leider nur auf Windows läuft. Etwas schade …
Über ein Infrarot-Dongle wird die Tactical mit dem Computer verbunden. Dazu steckt man die Lampe in die Ladestation, drückt für mindestens drei Sekunden auf den Knopf und wartet, bis das Taillight lila leuchtet. legt man sie mit entfernter Schutzkappe in Richtung Infrarot-Dongle und verbindet sie mit dem Computer.
Im Programmfenster werden gleich mehrere Informationen angezeigt - Seriennummer, Produktionsdatum und Firmwareversion zum Beispiel.
Die Einstellmöglichkeiten sind in mehrere Abschnitte gegliedert:
- Dimming
- Strobe
- Boost
- Temperature Setpoint
- Automatic Decrease Light
Unter dem Punkt "Dimming" kann man die Zahl der Helligkeitsstufen einstellen, mindestens 3 und maximal 16 Schritte sind möglich. Dass mehr als zehn Stufen meiner Meinung nach unpraktisch sind, dürfte nachvollziehbar sein. Auch die "Dimming Time", also die Zeit, die man auf dem Knopf bleibt, bis weiter geschaltet wird, lässt sich einstellen - hier steht ein Bereich von (glaube ich, mich erinnern zu können) 100-800ms zur Verfügung. Die maximale und minimale Helligkeit der Dimmstufen kann man ebenso einstellen und mit einem Druck auf "Preview" direkt testen.
Im nächsten Unterpunkt "Strobe" lässt sich der Strobo-Modus ein wenig konfigurieren: Man kann die Zeiten einstellen, in denen die Lampe blinkt, also quasi die Frequenz.
Der Unterpunkt "Boost" bringt vermutlich eine Art kurzfristige Leistungssteigerung - bei meinem Exemplar lässt das Programm dies jedoch mit Hinweis auf Inkompatibilität nicht zu.
Den "Temperature Setpoint" kann man auf einer Zeitleiste einstellen. Wird dieser Punkt erreicht, regelt die Lampe automatisch runter, damit die Technik keinen Schaden nimmt.
Ebenfalls runter geregelt wird, wenn man den letzten Punkt aktiviert. Erreicht die Akkuladung 20%, wird automatisch eine dunklere Stufe aktiviert, um noch etwas mehr Laufzeit zu haben.
Unterm Strich kann man also durchaus recht viel programmieren - und anstatt noch mehr unsinnige Punkte hinzuzufügen, wurden hier ganz klar nur sinnvolle Programmierungsmöglichkeiten aktiviert. So kann man die Lampe ein wenig den eigenen Bedürfnissen anpassen.
Upgrade / Zukunftssicherheit
Die Entwicklung im Taschenlampen-Sektor schreitet schnell voran - daher ist es gerade bei sehr hochpreisigen Lampen oftmals schade, wenn sie schon ein Jahr nach dem Kauf längt überholt sind. WiseLED hat sich hier etwas einfallen lassen:
Wer eine ältere Lampe aus der Palette des Herstellers besitzt, kann diese für 270 Euro upgraden lassen - wahlweise zur Tactical 3300 oder WiseDive Handheld 3300, einer Tauchlampe.
Dazu kauft man das Upgrade auf der Herstellerseite und schickt die "alte" Lampe dann ein. In der Servicezentrale wird dann entweder ein technisches Upgrade vollzogen oder gar ein Komplettaustausch gegen die neueste Version.
Im Hinblick auf die Zukunftssicherheit und Langlebigkeit ist dieser Service wirklich sehr positiv anzusehen und sogar preislich relativ human, wenn man an den Grundpreis einer neuen WiseLED denkt.
Daumen hoch hierfür!
Leuchtcharakteristik und Einsatzerfahrungen
Kommen wir nun zu einem Punkt, der euch vielleicht weiter oben aufgefallen ist - Linsen statt Reflektor. Oftmals haben Taschenlampen mit Linsensystem kein sonderlich schönes Lichtbild. Die WiseLED ist anders! Hier wurde augenscheinlich wirklich ein großer entwicklungstechnischer Aufwand betrieben, um das Lichtbild möglichst schön werden zu lassen.
Der Aufwand hat sich gelohnt!
Man sieht zwar im Nahbereich bis zirka 1 Meter sechs kleine "Sternchen" rund um den Spot, die fallen im Einsatz jedoch überhaupt nicht auf. Der Spot ist nicht ganz rund, aber sonst ziemlich schön: Keine Donutholes, keine Farbveränderungen.
Da die WiseLED ein Flooder ist, gibt es quasi keinen richtigen Spot, sondern nur einen "dicken hellen Lichtfleck".
Letzten Samstag war ich (unter anderem) mit der Tactical 3300 bei meinem ersten Nachtcache. Da hat sie mir wirklich gute Dienste geleistet! Man hat eine echt lange Laufzeit, eine Akkuanzeige und weiß, dass man sich auch vor Regenschauern nicht fürchten muss. Draußen im Gelände ist das Lichtbild eigentlich perfekt, man hat eine Art "Flächen-Suchscheinwerfer". Die effektive Reichweite dürfte bei rund 300 Metern liegen, also etwas weniger als vom Hersteller angegeben.
Ach ja: Der Multicache war eine Art Rundweg und wir hatten so viel Licht dabei, dass wir schon Reflektoren gesehen haben, die erst eine "Waldumrundung" später zu sehen gewesen sein dürften
Hier noch ein Vergleichsfoto. Der Strommast war ungefähr 120 Meter entfernt.
Fazit
Wer nach dem ganzen Bericht noch Lust zum Lesen hat, dem sei gesagt: Die WiseLED Tactical 3300 ist eine gigantische Lampe!
Zwar die Helligkeit dieser äußerst kostenintensiven Lampe nicht viel besser als zum Beispiel bei der EYE-30, aber das Ultra-robuste Gehäuse, die Programmierung, die Upgradefähigkeit und die einfache Bedienung sind Merkmale, die es so bei keiner anderen Taschenlampe gibt.
Ich habe sie wirklich gerne eingesetzt und bin schon jetzt traurig, dass ich sie wieder zurück senden muss. Gerade beim Geocachen oder im Feuerwehreinsatz bringt die WiseLED wirkliche Höchstleistungen! Draußen ist sie zuhause, da gehört sie hin. Raus in die Wildnis, raus in die Natur. Ihr robustes Gehäuse macht nahezu alles mit und die lange Laufzeit in Verbindung mit dem Taillight als Ladeanzeige bringen Sicherheit und Spaß.
EYE-30, WiseLED, TK70
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