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[Review] Sofirn SP35

20 Januar 2021
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Trustfire Taschenlampen Hypnose Hannover
Review Sofirn SP35

Kurze Vorgeschichte:


nachdem ich seit über 10 Jahren Besitzer einer "Ultrafire WF-501B" bin, wollt ich mir ein Upgrade auf den aktuellen Stand der Technik holen. Eine kompakte Lampe mit breitem Einsatzzweck zum immer dabeihaben.

Standardakkus (18650 oder 21700), min. 800 Lumen konstant, eine universelle Lichtverteilung für Nah und Fern sowie kompakte Abmessungen für die Hosentasche waren meine Voraussetzungen. Eine Anzeige des Batterieladestands, tailstand Fähigkeit, Moonlight und eine USB Lademöglichkeit sowie ein neutralweißes und gleichmäßiges Lichtbild waren gewünscht.

Preislich wollte ich dafür bis zu 200€ ausgeben, immerhin hat man so eine Lampe ja einige Jahre. Wie sich zeigte waren gerade einmal 35€ notwendig um meine „ideale“ Lampe zu finden. Nach der Empfehlung hier im Forum mir die Sofirn SP35 anzusehen, dem lesen einiger Reviews dem Vergleich von Beamshots und dem studieren von Parametrek war die Entscheidung gefallen.

Zum Test:

Unboxing und Zubehör:


Die Lampe wird in einer kleinen, unspektakulären Verpackung geliefert, finde ich gut, Thema Müllvermeidung. Zum Lieferumfang gehören: die Taschenlampe, ein 21700 Akku, ein Clip, eine Halteschlaufe, ein USB-Kabel und die Anleitung. Der Clip wirkt etwas billig und ich halte es für möglich, dass man bei der Montage die Lampe evtl. zerkratzt, da die Lampe aber auch so nicht wegrollt und ich den Clip nicht nutze, habe ich diesen nicht montiert. Das USB-Kabel macht für ein Zubehör in diese Preisklasse einen erstaunlich hochwertigen Eindruck und ist mit 1m lange genug. Die Anleitung ist so lange wie notwendig um alles so zu erklären, dass keine Fragen überbleiben und bleibt dabei dennoch recht kompakt, perfekt.

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Der Akku und die Ladung:

Der mitgelieferte 21700 Akku ist mit 5000mAh gekennzeichnet. Ich hatte an dieser doch sehr optimistischen Angabe starke Zweifel und erwartete deutlich weniger. Positive Überraschung, der mit laut Ladegerät 12% Restkapazität ausgelieferte Akku genehmigte sich knapp 4100mAh bis zur vollen Ladung. Den Ladewirkungsgrad von knapp 100% bei Li-Ion Akkus und die Restkapazität berücksichtigt kommt er auf rund 4500mAh. Etwa 90% der Kennzeichnung. Sehr gut.

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Die USB Ladung über USB-C Anschluss konnte ebenfalls überzeugen: Eine dementsprechend starkes USB Netzteil vorausgesetzt lädt der Akku in der Lampe mit knapp 9W oder umgerechnet über 2A, was mehr ist als viele Ladegeräte schaffen. Die Abschaltung funktioniert sauber, der Akku hatte direkt nach dem Laden 4,16V.

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Generell muss ich sagen, dass mich das 21700 Format total überzeugt hat. Minimale Mehrgröße (welche in der Praxis nicht stören, da der Lampenkopf ohnehin oft breiter ist) bei deutlich mehr Laufzeit und dem Vorteil auch mit älteren oder schlechteren Akkus oder unter kalten Umgebungsbedingungen dank der höheren Leistungsabgabe auch dann eine starke LED ausreichend zu versorgen.


Die Lampe:

Die Lampe wirkt qualitativ hochwertig, es ist nirgendwo ein scharfer Grat zu finden, das Gewinde lässt sicher sehr geschmeidig drehen. Das Design ist schlicht und funktional, genau mein Geschmack.

Der Turbo-Modus mit 2000lm ist für eine Lampe dieser Größe beeindruckend und wird dank Konstantstrom-Regelung auch gut gehalten. Die Lampe erreich dabei in unter 5min von Raumtemperatur 70°C wo der Test zur Sicherheit abgebrochen wurde. Die aktuelle, erste Charge hat noch keine automatische Temperaturabregelung, das gilt es besonders bei der Nutzung in Innenräumen oder im Sommer zu beachten. Bei der ersten Verwendung bei einem winterlichen Spaziergang konnte ich hingegen dauerhaft auf Turbo lassen und freute mich daran etwas die Hände wärmen zu können. Was auffällt, ist dass die Lampe schon nach rund 10Sek im Turbo Modus leicht warm wird, was auf eine sehr gute Wärmeableitung hindeutet.

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User Interface:

Das User Interface ist Geschmacksache, man braucht definitiv etwas Gewöhnung um das Menü effektiv zu nutzen. Ich finde es gut, dass man jederzeit mit einem Doppelklick zu Turbo, bzw. durch langes drücken direkt in den Moon-Modus kommt. Danke Memory hat man beim Einschalten immer die zuletzt gewählt Stufe, in diese fällt man auch vom Turbo nach dem deaktivieren zurück.
So hat man jederzeit ohne große Umwege Zugriff auf die gewünschte Stufe, außerdem wird der meines Erachtens bei vielen Lampen lästige Strobe Modus durch einen dreifachklick „abgetrennt“ und kommt einem im normalen Menü nicht unter. Durch 4fach klicken kann die Lampe gesperrt werden, was besonders wenn man die Lampe gerne in der Hosentasche trägt sinnvoll ist, da sonst die Gefahr einer unabsichtlichen Aktivierung besteht, was besonders bei der momentan noch nicht abgeregelten Variante ein „heißes Vergnügen“ werden kann.

Wallshot / Vergleich mit Ultrafire WF-501B

Die Wallshots wurden gegen eine weißes A3 Blatt gemacht. Die Lichttemperatur würde ich als neutralweiß, evtl. sogar etwas in Richtung warmweiß beschreiben, was mich positiv überraschte nachdem der verbauten Luminus SST40 in manchen Reviews ein kaltes Licht mit leichtem Grünstich nachgesagt wurde.

Das Licht wirkt real deutlich wärmer als auf den Fotos (Aufnahme in Automatik mit Smartphone, daher nur bedingt aussagekräftig). Was man hingegen gut bei der SP35 (links) sieht: ein sehr homogener Spill mit rund 75° und ein Spot mit rund 20° der im Vergleich klarer abgetrennt ist und ein sauberen Übergang hat. Für mich die ideale Verteilung für eine Allzwecklampe.

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Messung Leuchtstärke:

In der Arbeit hatte ich die Möglichkeit mit einem professionellen Gerät die Leuchtstärke in 1m Abstand zu messen: 5000lux bei der WF-501B, 23000lux bei der SP35, welche jedoch kurz nach dem Start bei über 24000lux lagen und damit nicht ganz die versprochenen 27500 erreichten, dennoch ein sehr guter Wert für eine Lampe dieser Größe.

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Negatives:

Der größte negative Punkt war mir bereits vor dem Kauf bekannt und ist für manche gleichzeitig ein Kaufgrund: die noch fehlende Temperaturabregelung in der ersten Serie, was bei unsachgemäßer Bedienung von Verbrennungen bis zu einem Brand führen kann. Daher würde ich raten noch etwas abzuwarten und die Serie mit Schutz zu kaufen. Andere Punkte wie den aufgrund der Ausnehmungen in der Tailcap etwas instabileren Stand oder die Abdeckung der USB Buchse welche beim Einstecken in die Hosentasche aufgehen kann sind schon nörgeln auf hohem Niveau.

Fazit:

Man könnte sagen die Sofirn SP35 ist der VW Golf unter den Lampen, sie leistet sich in keiner Disziplin größere Schwächen und ist eine gute Allzweck- und Alltagslampe.

Egal ob für nah (großer Spill) oder fern (starker Spot), ob mit 1lm im Moonlight Modus oder im Turbo mit 2000lm, ob man unterwegs den Akku wechseln oder lieber über USB aufladen möchte mit der SP35 ist es möglich. Man bekommt eine sehr kompakte 21700 Lampe die gleichzeitig eine sehr hohe Leistung und Laufzeit bietet. Features wie das Laden über USB, die Ladestandsanzeige und die tailstand Fähigkeit sind ebenfalls Pluspunkte.

Dass die Lampe im Moment für gerade einmal 35€ und weniger erhältlich ist erleichtert die Entscheidung nochmals. Klare Kaufempfehlung!
 

Kosta(s)

Flashaholic*
20 Oktober 2019
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Acebeam
da dein review zu gut ist als das ich jetzt ein eigenes auf die Beine stellen müsste.
Möchte aber paar Anmerkungen hinzufügen wenn ich darf :)

Zum UI:
wenn die Lampe eingeschaltet ist, man den turbo aktiviert und dann einmal klickt schaltet man die Lampe nicht aus. Etwas irritierend am Anfang.
der Turbo wird nicht gespeichert.
beides kann man umgehen wenn man das ramping aktiviert.

Laden:
man kann während des ladens die Lampe benutzen. Sollte man aber nicht machen.
jedenfalls habe ich es so gelesen.
Direkt nach dem grünen aufleuchten hatte der Akku 4,25v bei mir.
lustig finde ich die Möglichkeit ohne Akku die Lampe nutzen zu können.
Da blinkt der Schalter grün rot, keine Ahnung was da zu bedeuten hat.

Grüße
Kostas
 
20 Januar 2021
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Das mit dem UI kann ich bestätigen. Hat mich mittlerweile auch etwas gestört, was ich auch bereits in einem anderen Thread angemerkt habe:
"Ich rate daher zur Verwendung des Ramping Modus. Dadurch hat man bei allen Lampen eine einheitliche Bedienung:
Kurzer Klick: Ein / Aus. Langer Klick: Leuchtstärke Rauf / Runter"


Was meiner Meinung nach auch noch ein großer Komfortgewinn ist: Statt dem Lockout durch 4maliges klicken einfach die Tailcap leicht verdrehen
und die Lampe ist auch gesichert. Ich frage mich nur ob das auf die Dauer funktioniert. Sobald die Anodisierung am Gewinde abgenutzt ist und dieses
elektrisch leitet funktioniert der Trick vermutlich nicht mehr. Von daher: Immer gut schmieren ;)

LG. Jürgen
 

Lux-Perpetua

Flashaholic**
19 Januar 2018
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Zum UI:
wenn die Lampe eingeschaltet ist, man den turbo aktiviert und dann einmal klickt schaltet man die Lampe nicht aus. Etwas irritierend am Anfang.
der Turbo wird nicht gespeichert. beides kann man umgehen wenn man das ramping aktiviert. (...)
Das stört mich auch seit langem. Ich habe hierzu auch schon viel mit Sofirn und Wurkkos diskutiert und ich denke, mit kleinen Schritten geht es immer mehr in die richtige Richtung. Sofern Andúril 1 bzw. 2 nicht in Frage kommt, könnte man auf ein abgespecktes (proprietäres) UI setzen, welches konsistent in der Bedienung ist.

Das u.a. UI stellt ein stark entschlacktes UI ggü. Andúril dar, hier bspw. ohne AUX-LED Support für den Seitenschalter. Im BLF wird schon eruiert, dieses UI in FSM nachzubilden und den Quellcode von ToyKeepers Andúril heranzuziehen. Dabei hätte man den Vorteil, dass sämtliche Parameter wie bspw. die logarithmische Rampingkurve oder die thermische Regelung schon vorhanden sind und man das Rad nicht erst neu erfinden müsste.

Im Idealfall kann Sofirn dann die neuen AVR-1 Chips (ATtiny 1616-MNR) seiner Lampen entweder mit Andúril 1 bzw. 2 oder eben mit diesem vereinfachten UI flashen. Noch ein Stück weitergedacht könnte man auch gleich den Treiber mit Flashing Pads versehen, damit versierte Flashoholics sich ihr Lieblings-UI auf die Lampe flashen können.

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20 Januar 2021
9
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Kleines Update: Neben der IF25A nutze ich die SP35 nach wie vor sehr gerne und schätze die kompakte Größe, die lange Laufzeit mit dem 21700er und das praktische UI im Ramping Modus.

Ein negativer Punkt -wenn auch nur in wenigen Situationen störend- der sich mittlerweile gezeigt hat:
Im Gegensatz zur IF25A gibt es vom Moon Modus einen kleinen Sprung zur restlichen Rampe, in Situationen wo sich das Auge komplett an die Dunkelheit gewöhnt hat und man nur im Nahfeld eine leichte Beleuchtung möchte, führt das dazu, dass der Moon-Modus ggf. zu schwach und der Anfang der Rampe nach diesem kleinen Sprung schon wieder unnötig stark ist.
Da wäre noch Verbesserungsbedarf bei der Software um auf hohem Niveau zu bemängeln...
LG. Jürgen
 
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