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Review Sofirn SD02w

Banane

Flashaholic**
3 August 2016
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Stuttgart
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Review Sofirn SD02w Tauchlampe in der Farbtemperatur 3000 Kelvin.

Ich hatte das Glück, im Zuge einer Testaktion für TLF-Mitglieder eine Sofirn SD02w zu Testzwecken zur Verfügung gestellt bekommen zu haben. Folgend nun meine Eindrücke zu dieser Lampe:

Die Lampe kam von Amazon geliefert innerhalb weniger Tage bei mir an. Zunächst einmal die technischen Daten laut Amazon-Seite:

- LED: CREE XP-L LED mit 820lm, 3000K, 50´000 Stunden Leuchtdauer
- CRI: 80
- Betriegsspannung: 2.8V-4.3V
- Gehäuse: Aluminiumlegierung mit gehärtetem Glas,
- Stoßfest: bis 1m Sturzhöhe
- Wasserdicht: bis 100m
- Größe: 14,4 x 4cm, 179g (ohne Akku)
- Reichweite: 100 Meter
- 5 Modi mit Memory: Moon (1lm; 700h), Low (35lm; 21,5h), Med (135lm; 4,8h), High (358lm; 2,1h), Turbo (820lm; 55min)
- Akku: 1x 18650 Li-Ion Akku (im Lieferumfang enthalten)


What‘s in the Box:

Die Lampe kommt in einer einfachen Pappschachtel, in dem sich die Lampe selbst, ein Lanyard, zwei Ersatz-O-Ringe, ein 18650er-Akku samt Mini-Einschachtlader, ein Micro-USB-Kabel und eine deutsche (!) Bedienungsanleitung befinden:
PENA5305.JPG

Der erste Eindruck ist positiv; sauber geschnittene, ausreichend gefettete Gewinde (square cut), keine scharfen Grate, sauber zentrierte LED, Fusselfreier Reflektor und eine ansehnliche Anodisierung erfreuen den Betrachter. Der Batteriekontakt wird beidseitig mit Federn hergestellt, damit sollten alle Akkutypen des Formats 18650 passen. Auffällig ist hierbei, dass das Gewinde auf der Tailcap-Seite des Batterierohres nicht anodisiert ist. Damit ist kein Tailcap-Lockout möglich. Durch losdrehen des Kopfes kann jedoch ein mechanischer Lockout realisiert werden:
PENA5251.JPG

PENA5252.JPG

PENA5258.JPG

Beim Zerlegen der Lampe wird klar, dass Sofirn die Eignung als Tauchlampe nicht nur auf dem Papier, sondern auch konstruktiv umgesetzt hat: Das Frontglas ist 4mm dick und wird von einer Bezel mit langem Feingewinde gehalten, darunter befindet sich ein dicker O-Ring als Abdichtung, und auch die Verschraubung des Akkurohrs ist beidseitig mit doppelten O-Ringen ausgeführt. Des Weiteren ist der Schalter so konstruiert, dass der Lampenkopf nicht perforiert werden musste. Es ist tatsächlich ein Magnetschalter (die Lampe lässt sich auch mit einem starken Magneten ein- und ausschalten). Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die beworbenen 100m Wasserdichtheit (ca. 10 bar Druck) zu gewährleiten, kann ich leider nicht testen.
PENA5262.JPG

PENA5263.JPG

PENA5268.JPG

Leider konnte ich am Frontglas keine Anzeichen einer Beschichtung feststellen, und das LED-Board ist aus Aluminium gefertigt:
PENA5266.JPG

Wie leuchtet die Lampe nun? Die Lichtfarbe ist, wie die Angabe von 3000K schon vermuten lässt, schon sehr gelblich. Ich habe hiervon mal Beamshots gemacht, im Vergleich im Bild sind meine bisher „wärmsten“ Lampen zu sehen, eine ZL SC62w und eine BLF A6 im Farb-Bin 5A. Die Sofirn SD02W ist da noch ein gutes Stück wärmer! Durch den glatten, vergleichsweise großen Reflektor hat die Sofirn außerdem einen recht ausgeprägten Hot-Spot, welcher für ordentlich Reichweite sorgt (deutlich mehr als die Sofirn-Angabe von 100m). Speziell beim Tauchen ist dies ja ein wichtiger Aspekt.
PENA5286b.JPG

Bedienung:

Die Lampe verfügt über ein einfaches UI: ein kurzer Klick schaltet die Lampe ein (mit mode-memory). Die 5 Stufen werden durch jeweils einfachen Klick durchgeschaltet. Aus geht die Lampe durch einen langen Klick. Das Schaltgefühl ist aufgrund der fehlenden haptischen und akkustischen Rückmeldung etwas gewöhnungsbedürftig (-> der Magnetschalter „klickt“ nicht), schaltet aber stets präzise, wenn man ihn einfach komplett durchdrückt (ca. 3-4mm). Die unterste Stufe ist ein „echtes“ Moonlight…

Eine Akkuwarnung gibt es auch: Wenn die Lampe unter 3.2Volt fällt, so blinkt sie (einmalig) dreimal. Sobald 2.8 Volt unterschritten wurden, blinkt die Lampe dauerhaft. Dies kann jedoch durch einmaliges Drücken des Schalters „quittiert“ werden, so dass die Lampe anschließend wieder normal leuchtet. Es kommt auch keine weitere Warnung mehr, selbst dann nicht, wenn man die Lampe aus- und wieder einschaltet! Das Spiel geht erst wieder von vorne los, wenn der Akku kurz entnommen wurde. Wenn man also „vergisst“, dass die Lampe schon gewarnt hatte, wird der Akku bis zum Greifen der Schutzschaltung geleert.

Ein paar Messungen habe ich auch noch gemacht:

- Maximale Leuchtstärke auf Turbo: ca. 17.000lux (4400lux @2m) -> Reichweite 265m

- Ströme gemessen (Leuchstärke und Laufzeit Werksangabe):

ML: 0,001A (1lm für 700h)
Low: 0,09A (35lm für 21h 28min)
Med: 0,5A (156lm für 4h 49min)
High: 1.3A (358lm für 2h 6min)
Turbo: 2.7A (820lm für 55min)
Parasitic Drain: 39µA (0.039mA)
Die von Sofirn angegeben Laufzeiten der einzelnen Stufen und deren Helligkeit dürften also ungefähr passen :thumbup:.

Auf Turbo regelt die Lampe nicht herunter, und auch die Wärmeentwicklung auf Turbo ist erstaunlich gering. Sie wird bei Zimmertemperatur nur gut handwarm.

Der Akku:

Beim beiliegenden Akku handelt es sich um einen geschützten 18650er mit Sofirn-Beschriftung. Was sich darunter verbirgt, weiß ich nicht. Ein Entladetest mit 0,5A bis 2.8V (Liitokala 500) hat eine Kapazität von 2528mAh ergeben (angegeben ist er mit 2800mAh). Die Überstromabschaltung schaltet den Akku bei 5A ab.

Das Ladegerät:

Das beiliegende Einschacht-Ladegerät macht seine Sache unauffällig. Mit ca. 850mA wird der Akku geladen (rotes Licht leuchtet); wenn der Ladevorgang beendet ist, wechselt die Anzeige auf grün. Der Akku kommt mit 4,17V Ruhespannung aus dem Lader. Der Ladevorgang wird beim erneuten einlegen nicht wieder gestartet, erst bei unter ca. 4,05V beginnt der Ladevorgang erneut. Der Strom fällt nach Ladeende (grüne LED leuchtet) auf 0,0A. Ob eine Unterspannungsabschaltung des Akkus resetiert werden kann, habe ich nicht getestet.

Subjektive Eindrücke:

Die Sofirn zeigt sich durchaus gut verarbeitet und sieht auf den ersten Blick mit dem dicken Frontglas, dem speziellen Schalter und den üppigen Dichtungen gut gerüstet aus für den Taucheinsatz. Aber auch außerhalb des Wassers fühlt sich die Lampe angenehm und keinesfalls billig an. Die warmweiße Lichtfarbe ist mir persönlich etwas zu gelblich, sie ähnelt schon sehr stark Glühbirnen-Licht. Aber vielleicht ist dies für Tauchgänge ja genau passend, Stichwort Kontraste von Farben (Fische…)? Es gibt aber auch noch eine neutralweiße Version.

Was mir nicht so gut gefällt, sind die fehlende Vergütung des Frontglases sowie das Alu-Board der LED. Hier merkt man doch, dass die Lampe eher im unteren Preissegment angesiedelt ist. Auch beim Akku bin ich mir nicht so sicher, was ich von diesem halten soll. Das Ladegerät hingegen ist ein vernünftiges kleines Einschacht-Gerät, welches durchaus als kleiner und leichter Reiselader taugt.

Treiberseitig finde ich es toll, dass eine Akkuwarnung implementiert wurde. Das diese allerdings jeweils nur einmal warnt, und danach keine weitere Warnung erfolgt (zum Beispiel alle 5 Minuten erneutes Blinken), finde ich nicht ganz zu Ende gedacht, denn eine einmal quittierte Akkuwarnung kann leicht vergessen werden.

Abgesehen von diesen kleinen Unzulänglichkeiten bekommt man für das Geld eine tolle (Tauch-)Lampe mit einfachem UI und guter Ausstattung. Wenn sie nun auch noch Ihre Dichtheit sowie Ihre Dauerhaltbarkeit unter Beweis stellt, dann kann man sie wohl uneingeschränkt empfehlen.

Soweit zur Sofirn SD02w.

Gruß, Konrad

Edit: Laufzeiten und Lumen (Werksangaben) ergänzt
 

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Lexel

Flashaholic**
12 Dezember 2016
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Sehe ich dass richtig, dass die Lampe kein inneres Rohr hat sondern der Strom durch das Gehäuse fließt?
Wäre dann im Salzwasser ja sehr schnell angefressen.
 

Flummi

Moderator
Teammitglied
26 Oktober 2015
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Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die beworbenen 100m Wasserdichtheit (ca. 10 bar Druck) zu gewährleiten, kann ich leider nicht testen.

Mannoman, da machst Du es dir aber reichlich einfach! Hättest ja schon Mal die Pressluftflaschen aufsatteln können, einen geeigneten, tiefen Bergsee aussuchen,...:vorsichtig:


...obwohl, dann darfst du ja auch nur 40m tief..:peinlich:



:gemein:
 
  • Danke
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Vandor

Flashaholic*
14 August 2011
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Friedrichsfehn [Edewecht]
Schönes Review. :thumbup:

Nur verstehe ich nicht, warum ein ausgeprägter Spot und hohe Reichweite fürs Tauchen wichtig sein soll. Ich sehe eher das Gegenteil, möglichst breit ohne Spot.

Gerade in den hiesigen Gewässern, oder in Höhlen, Wracks etc. kommst Du doch kaum in die Verlegenheit, mehr als 10m Sicht zu haben. Was nützt Dir da eine Lampe mit hoher Reichweite... Und auf kurze Distanz ist ein vor Dir her tanzender Spot auch eher störend, als ein sehr flutiges Lichtbild. Aber: das ist halt meine Meinung...

...obwohl, dann darfst du ja auch nur 40m tief..:peinlich:
Wenn bei mir mal wieder ein 50m-Tauchgang ansteht (spätestens im September 2018 in Kroatien), frag ich hier im Forum mal nach, wer seine Tauchlampen in der Tiefe getestet haben möchte.
Incl. GoPro-Video :D
 

Banane

Flashaholic**
3 August 2016
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Stuttgart
Gerade in den hiesigen Gewässern, oder in Höhlen, Wracks etc. kommst Du doch kaum in die Verlegenheit, mehr als 10m Sicht zu haben. Was nützt Dir da eine Lampe mit hoher Reichweite... Und auf kurze Distanz ist ein vor Dir her tanzender Spot auch eher störend, als ein sehr flutiges Lichtbild. Aber: das ist halt meine Meinung...
...die Reichweiten, welche an Land erreicht werden können, sind nicht mit denen unter Wasser vergleichbar. Unter Wasser kommt Licht aufgrund der z.B. Schwebstoffe oder auch Luftbläschen nicht weit, siehe Sonnenlicht, welches schon wenige Meter unter der Wasseroberfläche fast nicht mehr sichtbar ist. Daher stelle ich mir die Situation unter Wasser eher wie Nebel vor. Hier erzeugen Lampen mit einem breiten Abstrahlwinkel einfach nur eine weiße Wand (siehe auch Fernlicht am Auto...), und man sieht gar nichts mehr. Daher sind Lampen mit einem gewissen Spot hier tatsächlich passender, damit man eben in 10m Entfernung noch etwas sieht (viel weiter dürfte die Lampe unter Wasser, außer es wäre extrem klar, nicht kommen). So habe ich es mir jedenfalls von einem Kumpel, welcher taucht, erklären lassen. Er darf die Lampe auch noch bespielen, sobald er das nächste mal in eine Höhle geht, wo er tauchen muss (zurzeit gilt Fledermausschutz...). Es werden da jedoch keine 100m zusammenkommen...

Aber vermutlich gilt unter Wasser das selbe wie darüber: Die Geschmäcker und auch Anforderungen sind halt verschieden...
 
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  • Danke
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Vandor

Flashaholic*
14 August 2011
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Friedrichsfehn [Edewecht]

Nein, natürlich nicht. Nitrox geht je nach Mischung ja nur bis etwa 40-45m ohne toxisch zu werden. Wir tauchen praktisch nur Normalluft und Nullzeittauchgänge. An der Steilwand runter auf 50m in ein paar Minuten, dann quer dazu langsam wieder hoch bis zum Plateau, so 10-15m. Dort dann verweilen bis die angepeilten (meistens) 45min voll sind.

Aber vermutlich gilt unter Wasser das selbe wie darüber: Die Geschmäcker und auch Anforderungen sind halt verschieden...

Dem kann ich nur zustimmen :thumbup:

Ich spreche halt aus meiner Erfahrung und mit meiner Meinung, Fluter sind das einzig Wahre beim Tauchen. Wie gesagt, spätestens im September bringe ich mal Videos aus Kroatien mit. Wenn ich das hinbekomme, mach ich aber vorher mal ein paar Aufnahmen verschiedener Lampen unter Wasser, nicht auf 50m, aber zum Vergleichen sollte das ja auch reichen. Nur die Sicht ist hier meistens so zwischen 30cm und 3m, wenns gut läuft. Ich sage immer: gute Sicht ist, wenn die Sicht weiter reicht als der Arm :D
 
  • Danke
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