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Review Olight Javelot Turbo, 500.000 Lux-Thrower

amaretto

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12 August 2010
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Olight hat die neue Javelot Turbo für einen Test zur Verfügung gestellt. Sie ist der Nachfolger der Javelot Pro, zu der ihr hier einen Test nachlesen könnt:
https://www.taschenlampen-forum.de/threads/review-olight-javelot-pro.70653/

Es ist ein klein wenig verwunderlich, dass ein Nachfolgemodell mit etwa nur der halben Lichtleistung der Vorgängerin präsentiert wird. Anscheinend liegt der Fokus des Herstellers auf der Leuchtweite, dort gibt es einen Zuwachs, ebenso wie bei der Leuchtdauer durch einen potenteren Akkupack. Vom Prinzip sind beide weitgehend ähnlich aufgebaut, daher kann diese Vorstellung etwas kürzer ausfallen. Zu den Unterschieden wie etwa Energieversorgung, Tailcap, LED und Design gleich mehr.

Olight hat mich gebeten, mitzuteilen:
Der Preis ist wegen des Black Friday noch kurze Zeit um 30% reduziert.

Vorbildlich solide Umverpackung: ein wertiges Köfferchen




Überschaubarer aber noch ausreichender Lieferumfang:
Olight Javelot Turbo Lampe, Holster, USB-Magnetladekabel und mehrsprachige Bedienungsanleitung - und natürlich den schönen Koffer.



Datenvergleich Javelot Pro vs. Javelot Turbo
.Javelot ProJavelot Turbo
Leuchtstufe 1 (Turbo)2.100 / 1.000 lm (5 + 145 Min)1.300 / 800 / 500 / 150 lm (10+140+30+110 Min)
Leuchtstufe 2600 lm (300 Min)500 / 150 lm (350+130 Min)
Leuchtstufe 3150 lm (23 Std)150 lm (27 Std)
Leuchtstufe 4 (Low)15 lm (192 Std)15 lm (380 Std)
LED-TypCree XHP35 HI neutralweißunbekannt, neutralweiß
Lichtintensität291.600 cd (= 1.080 m)422.500 cd (= 1.300 m)
Akkupack7.000 mAh (2* 18650)10.000 mAh (2* 21700)
Maße LxD247 x 63 x 26 mm259 x 63 x 25,8 mm
Gewicht380 g mit Akkupack408 g mit Akkupack

Sonstige Eigenschaften beider Javelots:
  • Gehäuse aus Aluminium, hart anodisiert
  • Heckschalter aus Metall
  • Seitenschalter mit Akku-Indikator
  • vergütete Frontscheibe aus Glas
  • glatter und relativ tiefer Reflektor
  • wasserdicht nach IPX8

Beim Lampendesign blieb man klassisch, die lange Bauweise als handfester "Leuchtknüppel" dürfte auch heute noch in bestimmten Anwendungsfällen Freunde finden. Bei der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, bewährte Qualität ohne augenscheinliche Fehler.


Die grobe Struktur am Akkurohr blieb gleich, so rutscht auch die Javelot Turbo nicht aus der Hand. Noch besser - wenn nicht sogar notwendig - fände ich eine Öse für eine Fangschnur. Die ist leider nicht vorhanden. Bei kleinen EDC kann ich das verschmerzen, aber bei einer Lampe solchen Kalibers wie der Javelot sehe ich es als ein Muss.




Der LED-Indikator im Seitenschalter zeigt bei eingeschalteter Lampe dauerhaft den Ladezustand des Akkus an. Schön großer Schalter, gefällt mir besser als ein kleiner Knopf.


Tailcap mit Metallschalter inklusive Ladefunktion. Links die Turbo-, rechts die Pro-Version.


Der Apparat lässt sich in 3 Teile zerlegen.


Kleinere Unterschiede zur Pro finden wir bei den Kontakten


Das Holster sieht fast genauso wie vorher aus, nur jetzt mit Magnetverschluss anstatt Druckknopf.




Über die LED schweigt Olight erneut, es ist ein Typ ohne Dome. Im Regelfall wirkt sich das positiv auf eine einheitliche Lichtfarbe und die Reichweite aus.


Designvergleich Javelot Pro und Javelot Turbo


Größenvergleich



Bedienung / Handhabung
Das komplette Manual (mehrsprachig) kann man hier herunterladen.
Die Javelot kann über den Heck- und/oder den Seitenschalter bedient werden. Über den Heckschalter stehen Low und Turbo (Moment- oder Dauerlicht), über den Seitenschalter alle 4 Leuchtstufen zur Verfügung.

Im Auslieferungszustand leuchtete die Akkuanzeige orange, was 10-60% des Ladezustandes gleichkommen soll. Das magnetische USB-Ladekabel zeigt eine rote LED während des Ladeprozesses und grün bei vollem Akku


AusgangssituationAktionErgebnis
Tailcapschalter
aushalb drückenEinschalten auf Low
ausganz drückenEinschalten auf Turbo
aushalb gedrückt haltenMomentlicht Low (endet mit Loslassen des Schalters)
ausganz gedrückt haltenMomentlicht Turbo (endet mit Loslassen)
ein auf Lowhalb drückenaus
ein auf Lowganz drückenTurbo
ein auf Lowganz gedrückt haltenMomentlicht Turbo
ein auf Turbohalb oder ganz drückenaus
Seitenschalter
ausgedrückt haltenein in der zuletzt verwendeten Helligkeitsstufe (Memory)
einkurz drückenLeuchtstufenwechsel (Low - Mid - High - Turbo - Low ...)
eingedrückt haltenaus

Auf Disco-Modi (Strobe und SOS) wurde wie schon bei der Pro auch bei der Turbo verzichtet.

Die Schalter sind gleichberechtigt. Man kann die Lampe beispielsweise über den Seitenschalter weiter bedienen, auch wenn man sie zuvor über den Tailcapschalter bedient hat.

Ladezustandsanzeige im Seitenschalter
Positiv: Solange die Lampe eingeschaltet ist, bleibt die Anzeige aktiv.
grün = mehr als 60 %
orange = 10 - 60 %
rot = 5 - 10 %
rot blinkend = weniger als 5 %

Handhabung
Die grobe Struktur des Batterierohres gibt einen guten Grip. Gegenüber der Javelot Pro ist die Javelot Turbo etwas fülliger am Akkurohr, dennoch könnte es für guten Griff immer noch ein klein wenig dicker sein. Ich bin eh erstaunt, wie schlank das Akkurohr ausfällt trotz des groben Knurlings und der 21700 Zellen. Lanyard-Öse ist wie oben schon erwähnt nicht vorhanden, für mich ein Minus. Tailstand geht bei so einer kopflastigen Lampe natürlich nicht.

Wo ich gerade die verwendeten Zellen erwähne muss ich betonen, dass der feste Akkupack garantiert viele Flashies vom Kauf abhalten dürfte. Nachhalter wäre es, wenn man die Lampe selbst mit einzelnen Akkus bestücken könnte. Zudem ist es nicht möglich, für längere Einsätze eigene Ersatzakkus zu benutzen.

Das im Review zur Javelot Pro Gesagte zum Zwei-Schalterkonzept gilt auch für die Javelot Turbo. Ein Tailcapschalter ist paniksicher, d.h. immer sofort auffindbar. Gleichzeitig kann man die Lampe mit dem Seitenschalter bedienen, wenn man sie nicht taktisch sondern mit herunterhängendem Arm hält (z.B. auf Wanderungen). Nachteil des Schalterkonzepts von Olight: ein mechanischer Lockout ist nur beim Tailcap-Schalter möglich, wenn man diesen leicht löst. Der Seitenschalter bleibt immer aktiv, solange der Akkupack Kontakt zum Lampenkopf hat. Leider lässt sich der Seitenschalter nicht sperren, mir ist die Lampe beim Transport im Holster dann auch prompt unbeabsichtigt angegangen.


Eigene Messungen
(mit Hobbyequipment, daher ohne Gewähr)
Lichtintensität: 500.000 Lux
Lichtleistung: 1.357 Lumen
PWM (Pulsweitenmodulation): nicht messbar, die Javelot Turbo leuchtet flimmerfrei

Laufzeittest auf höchster Stufe (1.300 Lumen, Turbo) mit Ventilatorkühlung

Nach dem Stepdown vorbildlich geregelt.

Hier auf zweithöchster Stufe



Leuchtergebnis
Sauberer Lichtkegel ganz ohne Unregelmäßigkeiten oder Farbverschiebungen (Tint-Shifts), der Rand des Lichtkegels zeigt das Muster des Bezelkranzes.
Die Lichtfarbe ist angenehm, kälteres Neutralweiß oder wärmeres Kaltweiß, wenn man so möchte.


Die Abstrahlcharakteristik mit scharf gebündeltem Strahl


Entfernung zur Brücke 82 m


Entfernung zur Baumreihe 215 m


Entfernung zum Haus 300 m



Fazit
Pro
- hohe Leuchtweite (Herstellerangaben werden übertroffen)
- angenehme Lichtfarbe
- sauberes Leuchtbild
- konstante Helligkeit (nach Stepdown)
- einfache Bedienung
- interne Aufladung des Akkupacks
- sehr gute Qualitätsanmutung
- Ladezustandsanzeige


Contra
- proprietärer Akkupack
- Seitenschalter kann nicht gesperrt werden
- keine Lanyard-Öse

Neutral
- gehobener Preis
 
Zuletzt bearbeitet:
16 November 2020
27
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3
Acebeam
Vielen Dank amaretto für das Klasse Review.

Leider sträuben sich bei mir die Nackenhaare wenn ich proprietärer Akkupack lese, da bin ich verbelastet und das ist daher gar nicht meine Welt.
Was der Funktion und dem Nutzen aber natürlich in keinster Weise entgegenstehen muss.

Grüße Soli
 
  • Danke
Reaktionen: amaretto

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Stammgast
18 Juni 2020
60
14
8
Es ist ein klein wenig verwunderlich, dass ein Nachfolgemodell mit etwa nur der halben Lichtleistung der Vorgängerin präsentiert wird.

So einen Satz les ich (persönlich) hier nicht gerne (Sorry!).
Das werden viele vielleicht anders sehen, aber wenn es nicht grade um ausdrückliche Fluter-Lampen geht, würd ich mir für neue bzw. „verbesserte“ Nachfolge-Modelle im allgemeinen fast immer was anderes wünschen, als hauptsächlich einen noch größeren, praxis-fremden Lumen-Wert auf der Verpackung.

… ich widerstehe hier der Versuchung irgendwelche persönlich gefärbten Wünsche aufzulisten, finde es aber auf jeden Fall extrem(!) lobenswert bzw. vorbildlich, dass die Javelot Turbo die maximale Leuchtstufe deutlich länger halten kann als ihre Vorgängerin! (... was ja mit dem 'größeren' Akku eigentlich nicht direkt etwas zu tun hat)
 

amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
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12 August 2010
19.894
22.245
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NRW
Meine Formulierung "verwunderlich" sollte nicht ein negative Meinung ausdrücken. Man kann das Ergebnis eher positiv sehen, denn die neue LED Bestückung scheint deutlich effizienter zu sein als die alte. Mit der neuen LED benötigt man weniger Strom um zu dennoch höherer Reichweite zu kommen.
 
16 November 2020
27
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Zumindest kann man diesen aber wechseln...also zumindest bei der Javelot Pro war das der Fall.
Aber leider dann vermutlich nur gegen die "hauseigenen" proprietären Akkupacks.:(

Was wird denn meistens bei diesen Akkupacks angepasst, kann mir da einer ein paar Infos geben?
Und was wären denn Einschränkungen mit standard Akkus? Wie groß sind die Unterschiede ?
 

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Stammgast
18 Juni 2020
60
14
8
Weniger Leistung, weniger Gesamthelligkeit,
Du setzt "Lumen" also mit Leistung/Helligkeit gleich?
(Oder welcher andere Wert aus dem Datenblatt bewegt Dich zu Deiner Aussage?)


... tolle Lichtbild mit der großen Korona ... sind bei der Turbo dahin
Dem stimme ich persönlich zwar zu, das ist aber ein subjektive Aussage
und logische Konsequenz der "Verbesserungen" bei der Turbo:
Die erzeugte Lichtmenge (=Leistung?) wird anders verteilt:
Weniger Lumen => Weniger Streulicht/Corona ;)
Mehr Candela => Mehr Reichweite


... nur wenn ich dagegen die HT18, Javelot Pro, TM38 oder MT35+ anmache, weiß ich, was für mich ein richtiger Thrower ist.
Hm, würde Dir zwar wieder zustimmen, dass eine NW XHP35
mindestens fürs menschliche Auge eine besser nutzbare Lichtfarbe erzeugt ...
Mit 300m mehr Reichweite ist der Begriff "Turbo" aber meiner Ansicht nach durchaus berechtigt
und genau das, was ein stärkeres Folgemodell bei einem "richtigen" Throwers auch im Kern erreichen sollte.
=> Hast Du Bilder/Beamshots gesehen, bei denen man Turbo / Pro im direkten Vergleich bewerten kann?
 

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Stammgast
18 Juni 2020
60
14
8
Je mehr Lumen die LED bringt, desto höher ist die Gesamthelligkeit.
Hm, OK ...
um meine Verwunderung zu erklären:
habe noch nie gesehen, dass für eine Lumen-Messung
der Lampenkopf (also Reflektor/Linse) entfernt wird ...
 
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