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Review Nitecore MH11

Frank1984

Flashaholic**
15 September 2017
2.849
2.363
113
Trustfire Taschenlampen Hypnose Hannover
Review Nitecore MH11

Datum: 27.03.2021
Verfasser: Frank1984
Lesezeit: ca. 6-7 Minuten


Ich freue mich, euch heute die neue Nitecore MH11 vorstellen zu dürfen. Diese habe ich zu Vorstellungszwecken von Nitecore bekommmen. Die MH11 wird erst nächsten Monat auf dem Markt erscheinen, sodass ich ein Vorverkaufsmodell bekommen habe, bei dem nicht der komplette Lieferumfang enthalten war. Eine erste Übersicht auf der offiziellen Seite könnt ihr euch hier verschaffen: https://flashlight.nitecore.com/product/mh11

Der offizielle Preis auf der verlinkten Seite wird 45,95 USD betragen. Mal sehen, was der Preis bei uns sein wird. :thumbup:

Nitecore hat bisher viele Lampen hergestellt, welche oft innovativ waren und meistens, auch aufgrund des Preises, die eingefleischten Flashies angesprochen haben. Die MH11 geht in eine ganz andere Richtung und ist explizit für die Einsteiger/Anfänger in die Taschenlampenwelt konzipiert worden. Da es jetzt schon im Vorfeld Kritik gab, dass die Lampe nichts Neues biete, muss ich hier ganz klar erwähnen, dass für euch Flashoholics diese Lampe weniger interessant sein dürfte. Diese hat keine große Innovation, es wurde nichts Spektakuläres verbaut und die Bedienung bietet keine großen Spielereien. Hier wurde klar auf die Strategie gesetzt, eine günstige Lampe zu bauen, welche einfach zu bedienen ist und trotzdem für Spaß sorgt.
Vielleicht schafft es diese Lampe ja in einem „Ich suche eine Lampe„- Thread als Empfehlung für einen Einsteiger.

Bevor es losgeht sei noch erwähnt, dass ich kein Profiequipment nutze und auch sonst keine Messungen vornehmen kann. Das Review wird sich also hauptsächlich auf die Angaben von Nitecore und den subjektiven Eindruck beziehen. Ich hoffe, das stellt kein allzugroßes Problem dar. Messausrüstung ist zwar in Planung, aber das dauert noch ein wenig. Hier gibt es jedoch Profis, denen ich gerne die Lampe (wenn das Einverständnis vorliegt) zur Messung zuschicken kann. Auch könnt ihr euch gerne melden, wenn Interesse an einem PA besteht. :)

Datentabelle​


FL1 StandardTurboHighMidLow
Helligkeit1000 Lumen230 Lumen50 Lumen3 Lumen
Leuchtzeit2:15 Stunden4:15 Stunden20:45 Stunden250 Stunden
Leuchtweite190m91m40m10m
Spotintensität9150cd2100cd415cd26cd

Bruchfeste Fallhöhe: 1m
Dichtigkeit: IP68, 2m Tauchtiefe

LED: CREE XP-L2 V6
Regelung: Die Regelung ist nach Angaben von Nitecore rein temperaturabhängig.

Maße​

Die Maße der Lampe betragen: 128,3 mm in der Länge und 24 mm im Durchmesser. Der Durchmesser ist durchgehend gleich.

Umfang​

Zum Originalumfang wird Folgendes mitgeliefert:

- natürlich die Lampe Nitecore MH11
- ein NL1826 Akku von Nitecore mit 2600 mAh
- ein USB-C Ladekabel
- ein Stoffholster
- ein Lanyard
- ein O-Ring
- und ein Metallclip

Ich habe das Vorverkaufsmodell ohne eine Verpackung, ohne Ladekabel und ohne Holster bekommen. Diese Sachen kann ich euch leider nicht zeigen. Aber dafür gehts jetzt endlich mal mit ein paar Bildern los. ;)

Hier kommt ein kleiner Überblick:

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Lanyard, O-Ringe und Metallclip:

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So...hier ein Größenvergleich zwischen der MH11, der P20i und der MH12GTS:

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Hier die CREE XP-L2 V6, welche schön zentriert wirkt:

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Die Lampe ist tailstandfähig, wenn auch etwas wackelig. Hier noch Fotos vom Heckschalter (single) und dem Metallclip, sowie dem USB-C Anschluss, welcher durch eine Gummiabdeckung geschützt ist.

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Ein paar Beam- und Wallshots folgen im nächsten Beitrag, da die Anzahl der Bilder pro Beitrag begrenzt ist. Somit werde ich auch etwas näher auf das Leuchtverhalten im nächsten Beitrag eingehen. ;)

User Interface​

Hier brauch ich nicht allzuviel erklären, denn das UI ist absichtlich sehr simpel gehalten. Es gibt einen einzigen Heckschalter. Betätigt man diesen, wird die Lampe jeweils ein und aus geschaltet. Das Durchschalten der vier Leuchtstufen erfolgt mittels leichtem Druck in eingeschlatetem Zustand. Ist die Lampe an, drückt man also nur ohne „Klick“ kurz halb durch, um zur nächsten höheren Stufe zu wechseln. Da die MH11 über eine Memoryfunktion verfügt, wird beim einschalten immer automatisch in die letzt gewählte Stufe gegangen. Es gibt keine Momentaryfunktion.

Es gibt am Lampenkopf eine kleine blaue LED, welche als Akku-Zustandsanzeige („Power Indicator“) dient. Diese ist bei voll geladenem Akku aus. Fällt jedoch das Akkulevel auf unter 50%, so beginnt die LED langsam zu blinken. Bei unter 10% signalisiert die Anzeige durch schnelles blinken, dass ein Aufladen bald erforderlich ist.

Der Heckschalter ist absolut präzise und hochwertig verarbeitet. Ich kenne viele Lampen, wo sich dieser Schalter nicht so gut anfühlt und eher „wabbelig“ wirkt. Hier ist das nicht der Fall. Ein wirklich steifer und präziser Heckschalter. Für Haptikfreunde wird dieser viel Spaß bringen. :grinsen:

Ich habe die Lampe 4 Minuten im Turbo ohne merklichen Stepdown laufen gehabt. Sie wurde „sehr“ heiß am Lampenkopf, sodass ich den Test beendet habe. Das deutet darauf hin, dass die Lampe, wie nach Angaben, eine reine Temperatursteuerung hat. Das finde ich wirklich positiv.

Optionales Zubehör​

Zur MH11 passen einige nette kleine Dinge, die optional für bestimmte Anwendungsgebiete dazugekauft werden können. Es handelt sich um:

- einen blauen, grünen und roten Filter (NFB23, NFG23, NFR23): https://flashlight.nitecore.com/product/225mmfilter
- einen roten Diffusor (NTW25): https://flashlight.nitecore.com/product/ntw25
- einen weißen Diffusor (NDF25): https://flashlight.nitecore.com/product/ndf25

Pros und Cons​

Bevor ich hier meine persönlichen Vor- und Nachteile aufzähle sei nochmal erwähnt, dass das meine persönlichen Eindrücke sind, welche sich von euren Eindrücken unterscheiden können. Ich nutze und teste die Lampen als Praxislampen. Meistens als EDC, Schlüsselbundlampe oder als ernsthaft genutzte Lampe im Polizeidienst. Ich bewerte nicht nach Dingen wie Vitrinentauglichkeit oder Wallshotfähigkeit. Bei mir gehts also immer raus und die Lampen werden praktisch getestet. ;)

Speziell in diesem Fall möchte ich meine Bewertung auf die Tatsache fokussieren, dass die Lampe für Einsteiger gedacht ist. So ist z.B. das UI als positiv anzusehen, während bei einer „Freak“-Lampe so ein UI eher negativ wäre.

PRO :thumbup:

- der Preis / die MH11 hat aus meiner Sicht ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Natürlich könnte man jetzt andere Marken nennen und Preise und Leistungen vergleichen. Das kann auch gerne in einem anderen Thread getan werden. Für mich passt es in Relation allerdings wirklich gut, sodass ich diesen Punkt auf der Pro-Seite verorte.
- Einfache Bedienung (UI - User Interface)
- Gutes Angebot an Zubehör für die Lampe
- Der Spaßfaktor ist hoch (bei mir macht diesen Faktor die Größe zur Helligkeit aus)
- Die Lampe fühlt sich sehr wertig an, besonders der Heckschalter ist hier hervorzuheben
- Macht viel Licht (ich hätte mehr als 1000 Lumen in der Praxis geschätzt)
- (vermutlich) Reine Temperaturregelung

Neutral :)

- sehr kompakte Maße
- reines CW
- zwei bräunliche Ringe im Lichtbild (da das in der Praxis nicht relevant ist, ist dieser Punkt auf der neutralen Seite)
- „nur“ ein 2600 mAh Akku (ich habe lange überlegt, ob ich diesen Punkt als negativ auslegen soll. Aber durch den Preis, den man bedenken muss, landete auch dieser im neutralen Bereich)

CON :confused:

- 0

Vielleicht kennen einige Reviewer das Problem hier. Man sucht nach negativen Punkten/Schwächen, kann aber wirklich keine für sich selbst finden. Damit besteht natürlich die Gefahr, dass die Leser dem Reviewer eine gewisse Beeinflussung durch die zur Verfügung gestellte Lampe unterstellen können und zu wenig objektiv bewertet wurde. Aber ich habe die Lampe ein paar Tage im Polizeidienst getestet und ich kann trotz langer Überlegung nicht sagen, was mich an dieser Lampe stört. Dass es „bessere“ Sachen gibt, steht ja außer Frage...aber wenn ich mir immer wieder den Preis in den Hinterkopf rufe, muss ich sagen, dass mir keine Negativpunkte aufgefallen sind.

Ich bin aber sicher, dass viele von euch z.B. das Lichtbild an der Wand im nächsten Beitrag hier drunter als negativ empfinden würden. Also...im Endeffekt überlasse ich euch, die Contraseite zu füllen. :p

Fazit​

So und nun noch ein kleines Fazit nach ein paar Tagen mit der Lampe als Begleitung auf Arbeit. Tolles Teil! Es gibt im Endeffekt ja schon etliche Lampen, welche ähnlich erscheinen. Am besten finde ich das Verhältnis von Größe und Helligkeit. Diese beiden Faktoren sorgen in der Summe für Spaß. Ich denke, diese Lampe hat ein SEHR großes Anwendungsportfolio. Beginnend von einer „EDC“ in der Jacken- oder Hosentasche oder auch im Rucksack, über eine Backup Funktion bei Ausflügen, bis hin zu taktischen Anwendungen im Polizeidienst, ist hier alles erdenkliche möglich. Ich habe mich während des Tests auf das letztere konzentriert. Neben einigen Kollegen, die das „volle und ganze“ habe wollen, egal zu welchen Preis, gibt es aber in der Mehrzahl Kollegen, die nicht viel Geld ausgeben möchten und eine kleine, sowie einfach zu bedienende Lampe suchen. Und dafür kann ich diese Lampe wirklich guten Gewissens weitergeben bei uns (immernoch 100 mal besser als die dienstlichen LL).
Die Tatsache, dass es sich um einen weit verbreiteten 18650er Akku handelt, welcher austauschbar ist, ist die Lampe günstig zu betreiben. Dazu kommt noch, dass die interne Ladefunktion mit USB-C Anschluss eine weiterführende Beschäftigung mit dem Thema „Akku“ unnötig macht.

Das Lichtbild konnte in der Praxis bei mir punkten. Für so einen kleinen Lampenkopf gibt es doch einen ordentlichen Spot und damit relativ hohe Reichweite. Das hätte ich beim ersten Betrachten der Lampe so nicht gedacht. Im Wald macht es auf jeden Fall Laune. Der Wallshot sieht zwar nicht so berauschend aus, aber dazu mehr im Beamshotbeitrag unter diesem Beitrag.

Alles in Allem kann ich abschließend sagen, dass mir die Lampe viel Spaß bereitet, OBWOHL sie absolut einfach und simpel gehalten wurde. Aber für Jemanden wie mich, der immer größer, heller und „doller“ haben will, ist das mal eine schöne Erdung und auch eine tolle Erfahrung, dass einfach nicht gleich langweilig sein muss. :thumbup:


Falls noch Fragen offen sind, bin ich gerne bereit, diese zu beantworten. Auch würde ich mich riesig über Kritik (egal in welche Richtung) freuen und was ich nächstes Mal besser machen könnte.

Viele Grüße,

Frank1984
 
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Frank1984

Flashaholic**
15 September 2017
2.849
2.363
113
Hier ein paar Beamshots im GIF. Ich muss mich gleich dafür entschuldigen, dass die letzten beiden Helligkeitsstufen fast gleich aussehen. In der Praxis macht es einen deutlichen Unterschied. Hier kommt das Handy leider an seine Grenzen. Eine Spiegelreflex ist in Planung. Also dies hier ist nur als eine kleiner Vergleich anzusehen, wie die Leuchtcharakteristik in der Natur ist.

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Nun noch zwei Wallshots. Hier kann man einen gut sichtbaren grünen Ring um den Spot erkennen. In der Realität ist dieser jedoch deutlich weniger erkennbar und auch ins bräunliche gehend. Bei genauem Hinsehen ist auch noch ein sehr kleiner Ring im Zentrum des Spots zu erkennen. Mit was das nun zusammenhängt, kann ich nicht beantworten. Im Wald nachts sind diese Ringe jedoch nicht zu erkennen.

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amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
Teammitglied
12 August 2010
19.767
21.984
113
NRW
Acebeam
Danke für das prima Review.
Spricht aus deiner Sicht etwas dagegen, wenn ich hier noch Ergänzungen mache oder wäre es dir lieber, ich mache nen eigenen Review-Thread?
 
  • Danke
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veganpunk

Flashaholic*
24 Oktober 2015
319
77
28
"trust no one"
Danke für den Test und die Fotos.

"Spektakulär" finde ich den USB-C. Keine meiner EDC-Lampen hat C.

Einen Seitenschalter, den die MH11 nicht hat, finde ich oft fummelig. Mir fehlt der Drehmechanismus von früher. Gibt es Info, warum dieser nicht mehr exisitiert?

Ein höheres High wäre nicht schlecht. Laufkurven zeigen bei anderen Lampen, langsames Runterfahren von Turbo auf ca. 700-500Lumen. Beim Radfahren (nicht als reine StVO-Lampe) ist ein hohes High nötig.

Der Akku wird mit 1A geladen?

Kein Turbo, da Memoryfunktion, und kein Momentary-funktion ist wohl eher hinderlich im Polizeidienst.


Diese Cons sind für mich totale Ausschlusskriterien:

-kein Neutral-White (warum nicht 2 Versionen?)
-keine Momentary-Funktion
-kein Turbo, da Memoryfunktion (warum nicht progammierbar?)
 
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pho

Flashaholic**
29 Oktober 2019
1.323
1.389
113
48xxx
Tolles Review, wenn es möglich ist und du es darfs, würde ich auch gern mal die Lampe befummeln, ein zwei Messungen und vielleicht noch Beamshots mit der Kamera machen.
Wobei wenn @amaretto ankündigt sich hier dein Review dranzuhängen in seiner gewohnten ausführlichen Quallität, werden meine Beamshots und Messungen nicht mithalten können. :D Und nicht nötig sein.

Das Konzept der einfachen Lampe finde ich gut, dass sind perfekte Lampen für jemand der sich mit Taschenlampen nicht auseinandersetzten will, sondern einfach nur eine ordentliche die immer funktioniert ohne zu überlegen wie.

Ich würde sie gerne mit meine Wuben C3 vergleichen die ein sehr ähnliches Konzept hat.
 
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amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
Teammitglied
12 August 2010
19.767
21.984
113
NRW
Wir haben ja beide die Lampe zum Testen bekommen, dann können wir die auch gern zum Ausprobieren weiterschicken.
@pho
Ich mach auch diesmal kein ausführliches Review, nur ein paar Nahaufnahmen und Ergänzungen. Du hast also noch genug zum Testen übrig ;)
 
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Frank1984

Flashaholic**
15 September 2017
2.849
2.363
113
Klaro @pho , ich kann sie dir zum testen schicken. Dazu einfach eine PN mit deiner Adresse. ;)
 

Straight Flash

Flashaholic**
23 März 2018
2.217
1.372
113
Kassel
@Frank1984
Danke für die gelungene Vorstellung! Kann deinen Wertungen gut folgen - beim Preisleistungsverhältnis muss ich allerdings passen. Ich finde, dass das Gebotene im Vergleich zu einer Zanflare F1 z. B. nicht wirklich angemessen ist.
 
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amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
Teammitglied
12 August 2010
19.767
21.984
113
NRW
Hier sind meine Eindrücke zur Lampe, das Wichtigste hat Frank ja schon beschrieben, deshalb gibt es hier nur einen verkürzten Testbeitrag. Fotos sind vom Handy im Automatikmodus. Auch das mir übersandte Exemplar ist offenbar eine reine Testlampe und kam ohne Anleitung oder Verpackung so wie auf den Bildern unten zu sehen. Die Lampe hatte auch schon Macken an der Tailcap, scheint also schon durch Hände gegangen zu sein.

  • handliche EDC, Maße 128,3 * 24 mm, 60,5 g (ohne Akku)
  • Maximalleistung 1.000 Lumen, 190 Meter Leuchtweite
  • Cree XP-L2 V6 LED
  • mechanischer Verpolungsschutz
  • Tailcap-Schalter (reverse-clicky)
  • Energieversorgung 1* 18650 / 2* CR123A / 2* 16400
  • interne Aufladung mit USB-C
  • Alu-Gehäuse, HAIII-anodisiert
  • vergütete Glaslinse, glatter (smooth) Reflektor
  • wasserdicht bis 2m

Lieferumfang

Einige Eindrücke vom Design der Lampe.


Der Clip musste erst noch aufgesteckt werden


Keine brandaktuelle LED aber für die 1000-Lumen-Klasse vollkommen ok: gut zentrierte Cree XP-L2 V6

Am Lampenkopf zeigt eine Status-LED bis 5 Sekunden nach dem Einschalten den Akku-Ladestand an. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Ladebuchse, immerhin aktueller USB-C Standard. Die Gummi-Abdeckung ist prima der Lampenform angepasst, damit bleibt man nicht hängen.

Erfrischend normal: anstatt eines fummeligen, kaum zu findenden Seitentasters gibt es einen klassischen Tailcap-Schalter in Form eines Reverse-Clickies. Dessen Schaltgefühl ist angenehm stramm und knackig, allerdings auch nicht gerade leise.
Die Ösen in der Tailcap sind groß und ermöglichen ein leichtes Einfädeln von Lanyards.

Lampenkopf von hinten mit mechanischem Verpolungsschutz. Das Akku-Rohr kann man umdrehen, wenn es einem besser gefällt. Die Gewinde sind gleich und auf beiden Seiten anodisiert. Damit ist ein mechanischer Lockout möglich, falls man das überhaupt wegen des Tailcap-Schalters braucht.

Ein geschützter 18650 Li-Io-Akku mit nicht sehr großer Kapazität war dabei. Einen hochstromfähigeren Akku einzusetzen bringt keinen Helligkeitsgewinn, es fließen nur etwa 3 Ampère bei Vollast. Ungeschützte Akkus sind in der Lampe auch zu kurz.


Bedienung / User Interface
Sehr simpel:
  • Klick für an / aus (mit Memory: die zuletzt benutzte Stufe wird gespeichert)
  • bei eingeschalteter Lampe antippen für Leuchtstufenwechsel Low-Med-High-Turbo
- Momentlicht ist wegen des Reverse-Schalters nicht möglich
- während des Ladens blinkt die Indikator-LED blau, bei vollem Akku leuchtet sie beständig
- während des Ladens kann man nicht leuchten
- 2* CR123A-Batterien dürfen nicht aufgeladen werden
- Akku-Leer-Warnung: unter 50% Restspannung blinkt die Indikator-LED

Eigene Messungen
Lichtstrom in Lumen (per ceiling bounce)5 / 58 / 290 / 1.268 lm
Spitzenhelligkeit36 / 490 / 2.460 / 11.060 Lux
Stromverbrauch0,08 / 0,2 / 0,6 / 3,3 Ampère
Farbtemperatur6.500K, CRI72 (Spot + Spill) / 5,300K, CRI65 (Corona)
PWM (Pulsweitenmodulation)nicht vorhanden
Ladeschluss-Spannung4,11 V
Innendurchmesser Akku-Rohr19,2 mm

Laufzeittest auf hellster Stufe mit Nitecore-Akku und Ventilatorkühlung (Akku 4,15V am Start, 3,3V am Ende)

Die Helligkeitskurve folgt quasi der Entladekurve des Akkus. Bei geringer Spannung zeigt die MH11 eine Konstantregelung mit Stepdown.

Beamprofil


Der Lichtkegel weist keine Unregelmäßigkeiten auf. Doch leider stört (zumindest mich sehr) ein deutlicher Tintshift. Spot, Corona und Spill haben eine unterschiedliche Lichtfarbe, das sieht auf der weißen Wand nicht sehr schön aus. In der Regel stört das in der Praxis im Freien weniger.

Fazit:
Positiv
+ Leistungsangaben des Herstellers werden übertroffen
+ höchste Stufe dauerbetriebsfest
+ interne Aufladung mit USB-C
+ Akku im Lieferumfang enthalten
+ Akku-Leer-Warnung
+ einfache und paniksichere Bedienung
+ kein Geblinke

Negativ
- deutliche Farbunterschied im Lichtkegel
- Memory nicht deaktivierbar
- niedrigste und höchste Stufe nicht direkt anwählbar

Für erfahrene Taschenlampen-Spezialisten wird die MH11 aufgrund ihrer Leistungsdaten wenig verlockend sein, ich sehe dieses Modell eher als eine Art unkomplizierte "Volkslampe" für jedermann. Ob einem das Gebotene für knapp unter 50 € wert ist, bleibt dem Kunden überlassen. Ich finde, in dieser Preisklasse gibt es moderner wirkende Modelle, die mehr zu bieten haben. Die Nitecore wirkt in allem etwas überholt wie eine Lampe von vor 2-3 Jahren. Qualitätiv macht die Nitecore MH11 allerdings einen guten Eindruck und die Leistungsangaben des Herstellers werden (bei vollem Akku) übertroffen.
 

casi290665

Flashaholic***²
31 Mai 2016
12.390
9.210
113
Hannover
Die Lampe scheint in der Tat gut vergleichbar mit der Wuben C3 zu sein, die Leistungswerte, Abmessungen, Ausstattung, Ui und sogar die Kapazität des Akkus sind sich extrem ähnlich. (Hier findet man die von mir ermittelten Werte der C3: https://www.taschenlamp en-forum.de/threads/review-wuben-c3-mit-osram-p9-led.80675/)
Bin auf den in D verlangten Preis gespannt, befürchte aber, daß er deutlich über dem Preis der Wuben (bei amazon.de 25 bis 28€) liegen wird...

@veganpunk : Der USB-C Ladeport in einer EDC ist nun nichts wirklich spektakuläres mehr, die Wuben C3 hat den ebenso wie z.B. meine Schlüsselbundlampe (Jetbeam Mini One), eine Sofirn IF25A und viele andere...

Gruß
Carsten
 
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pho

Flashaholic**
29 Oktober 2019
1.323
1.389
113
48xxx
Regelung: Die Regelung ist nach Angaben von Nitecore rein temperaturabhängig.

Kann ich bestätigen und das perfekt mit Konstantstromtreiber. Ich habe die erste Messung abgeschlossen und bin echt begeistert was die schafft, wenn aktiv gekühlt wird.
Alle Messwerte sind über Herstellerangaben, teilweiße deutlich. :thumbup: Genauer Bericht im Vergleich mit der Wuben C3 und Diagram folgen noch.
 
  • Danke
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pho

Flashaholic**
29 Oktober 2019
1.323
1.389
113
48xxx
Zuerst einmal ein Dankeschön an @Frank1984 , dass er sein Exemplar mir zugesendet hat.

Ich habe die Nitecore MH11 mit der überarbeiteten Version der Wuben C3 verglichen. Da die ein sehr ähnliches Konzept verfolgt.

Hier einmal ein kurzer Werksdaten Vergleich:

Nitecore MH11Wuben C3
Lumen1000lm1200lm
Reichweite nach ANSI190m179m
Akku im Lieferumfang2600mAh2600mAh
USB Typ-CJaJa
SchaltertypHeckschalterHeckschalter
Reflektor-TypSMO-ReflektorTIR-Linse
SondermodiNeinStrobo/SOS
Akku-AnzeigeJaJa
Länge128,3mm121,5mm
Durchmesser24mm25,4mm
Gewicht60,5g73g
IP KlasseIP68IP68
Low3lm/10m5lm/1m
Mid50lm/40m80lm/10m
High230lm/91m400lm/50m
Turbo1000lm/190m1200lm/179m
LieferumfangLampe, Akku, USB-Kabel, Lanyard, Ersatz O-Ring, Clip, HolsterLampe, Akku, USB-Kabel, Lanyard, Ersatz O-Ring, Clip
PreisCa.50€Ca.25€


Wenn nur die Herstellerdaten betrachtet werden, fragt man sich zurecht warum die Nitecore das Doppelte kostet? Das versuche ich zu erklären, dass man sich selber entscheiden kann ob die auch das Doppelte Wert ist.

Bilder habe ich mir erspart da von beiden Lampen bereits reichlich Bilder hier im Forum sind. Bei Interesse kann ich vielleicht noch ein zwei Vergleichsbilder machen, wenn gewünscht.



Kommen wir nun dazu ob die Lampen auch das halten was sie versprechen.
Die Messungen wurden mit Hobby-Equipment gemacht und kann keine Garantie geben.

Nun die Ergebnisse:

Soll Nitecore MH11Ist Nitecore MH11Soll Wuben C3Ist Wuben C3
Low3lm/10m4lm/15m5lm/1m5lm/10m
Mid50lm/40m64lm/49m80lm/10m70lm/50m
High230lm/91m324lm/108m400lm/50m420lm/115m
Turbo1000lm/190m1430lm/227m1200lm/179m1261lm/201m


Ich habe aufgrund der Messergebnis der MH11, mein Equipment nochmal geprüft und mit Lampen vermessen die ich schon vermessen hatte, konnte jedoch keine Abweichung oder Fehler feststellen.



Nun zur Laufzeitdiagramme.

Lampe: Nitecore MH11
Laufzeit: 30min
Raumtemperatur: 14°C
Akkuspannung Start: 4,173V
Akkuspannung Ende: 3,630V
Nachgeladene Kapazität: 2008mAh

Ab Minute 10 wurde ein Lüfter eingeschaltet und die Lampe aktiv gekühlt.
Diagramm_MH11.JPG


Die graue (Lumen) und orange (Reichweite) Linie beziehen sich auf der linken Skala und den schwarzen Strichen. Die blaue (Temperatur) auf der rechten Skala und blauen Strichen.

Man sieht gut wie die Konstantregelung bis Minute 26 bei ausreichender Kühlung die Leistung von ca.1250 Lumen perfekt hält. Ab Minute 26 fängt die an zu sinken da der Akku in der Knie geht. Nach 30 Minuten hatte der Akku noch 3,63V und wurde mit 2008mAh nachgeladen.

Das verschiedene Ergebnis zu @amaretto Diagramm kann ich mir nicht wirklich erklären, aber anhand des Energieverbrauches auf der Zeit sind beide Messungen realistisch. Das würde auch meine Mehrleistung bei meiner Messung untermauern, da meine nochmal 200 Lumen mehr macht als seine?!?



Lampe: Wuben C3
Laufzeit: 30min
Raumtemperatur: 14°C
Akkuspannung Start: 4,191V
Akkuspannung Ende: 3,840V

Ab Minute 10 wurde auch hier aktiv gekühlt, leider ist mein Lüfter die Energie bei Minute 22 ausgegangen. Was aber auf das Regelverhalten der Lampe keine Auswirkung hatte.

Diagramm_C3.JPG

Dort kann erkannt werden das keine Temperaturregelung wie bei der MH11 arbeitet. Sondern nur ein Timer und egal wie gekühlt wird, sie regelt nicht nach, sie verliert stetig Leistung und folgt der Akkuspannung. Kein Vergleich mit der Konstantregelung der MH11.



Lichtbild:

Das Lichtbild haut kein Flashaholic aus den Socken, die Nitecore hat im Spot eine andere Farbe als im Spill und der Übergang die Corona noch eine andere. Aber auch die Wuben ist kein Paradebeispiel, sie hat weniger Farbunterschiede im Lichtbild als die Nitecore, aber dafür Artefakte.
Aber das alles stört auch nur ein Flashaholicer der auf eine weiße Wand leuchtet. Die Zielgruppe wird mit beiden zufrieden sein.



Fazit:

Sie bedienen beide die Spate „Normalverbraucher sucht gute einfache Lampe“. Also was bekommt man bei Nitecore mehr für den Mehrpreis?
Neben eine Top Regelung, ein Holster und ein mechanischen Verpolungsschutz, was bei schussligen Menschen die Lampe retten kann. Wobei der Akku höchstwahrscheinlich bei der Zielgruppe nie das Gehäuse verlassen wird. Dafür hat die Wuben beidseitig Federn und schaltet so keine Stufe um bei einer heftigen Erschütterung, durch die kurzzeitige Kontaktunterbrechung. Aber auch die Nitecore würde bei einer heftigen Erschütterung nicht Aus gehen, sie würde höchstens eine Stufe weiterschalten.
Die Wuben C3 hat versteckte Sondermodis, die die Nitecore nicht hat. Dafür hat die Nitecore das bessere Curling und liegt sicherer in der Hand und rutscht nicht so schnell weg.

Also:
Für wen Sondermodis und Preis wichtig ist, nimmt die Wuben C3.
Wer ein Holster, eine gute Regelung, besseres Curling und bisschen Sicherheit mit den Verpolungsschutz haben möchte, zahlt den Mehrpreis und nimmt die Nitecore MH11.

Gruß
pho
 
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Trustfire Taschenlampen