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[Review]: Imalent DD2R mit Display und USB-Ladefunktion

amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
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12 August 2010
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NRW
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IMALENT hat dem TLF freundlicherweise eine DD2R für Tests zur Verfügung gestellt. Die Lampe hat zwei Besonderheiten:

- Bedienung über blau hinterleuchtetes LCD Touch-Display
- integrierte Lademöglichkeit über USB-Anschluss





Der Preis für die DD2R liegt bei etwa 60€, als Vertriebsadresse hat mir Imalent diese genannt.
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Lieferumfang:

▪ Imalent DD2R Lampe
▪ USB-Ladekabel + Netzteil(chen)
▪ Kartonumverpackung
▪ Holster
▪ Ersatzdichtungen
▪ Displayschutzfolie
▪ Bedienungsanleitung





Der Kabelschalter (für welche Anwendung auch immer) lag der Testlampe bei, muss normalerweise aber als Zubehör bestellt werden. Mit ihm leuchtet die Lampe nur, solange der Schalter gedrückt bleibt (Momentlicht).



Technische Info (lt. Hersteller):

▪ Emitter: CREE XM-L2 U2 LED mit kaltweißer Lichtfarbe
▪ Lichtleistung: 1065 Lumen
▪ Reichweite: 368 m / 16.860 Lux
▪ Überhitzungsschutz (über Stepdown)
▪ Stromversorgung: 1*18650 oder 2*CR123A/16340
▪ variable Helligkeitsstufen + Stroboskop/SOS (versteckt)
▪ Seitenschalter + Touch-LCD-Display
▪ elektronischer Verpolungsschutz
▪ Warnung bei niedriger Akku-Spannung
▪ Ladefortschrittsanzeige
▪ Memory, die zuletzt benutzte Leuchtstufe wird gespeichert
▪ sturzsicher bis 1,50 m, wasserdicht bis 2 Meter (IPX-8)
▪ Gehäuse aus HAIII anodisiertem Aluminium
▪ gehärtetes und beschichtetes Frontglas
▪ glatter Alu-Reflektor (smooth)
▪ Maße ca: 149 x 36/25.4 mm (Länge x Durchmesser Kopf/Body)
▪ Gewicht: g (ohne Akkus)
▪ tailstand-fähig


Aufbau/Verarbeitung:
Die Verarbeitung ist auf erfreulich hohem Niveau. Die LED ist einwandfrei zentriert, die Anodisierung gleichmäßig. Ein Aluminiumring (Bezel) am Lampenkopf schützt vor Beschädigungen.

Die DD2R hat keine Lanyardösen (Öffnungen für eine Fangschnur).

Der Schalter - besser sollte man Taster sagen - ist auf einer Seite versenkt eingebaut, dahinter liegt die (offene) Ladebuchse. Auf der gegenüberliegenden Seite ist das Display untergebracht. Das Gewinde des Batterierohrs ist sauber und mit quadratischem Profil geschnitten, anodisiert und gefettet. Ein mechanischer Lock-out gegen versehentliches Einschalten ist möglich. Hierzu muss das Batterierohr ein kleines Stück aufgedreht werden. Auch das Holster passt qualitativ gut zur Lampe, auch wenn es noch passgenauer sein könnte.

Verarbeitung insgesamt: :thumbup:







gut verarbeitetes Holster


flaches Lampenende, damit schafft die DD2R den tailstand (Kerzenlichtfunktion).


die "zerlegte" Lampe


Blick ins Batterierohr:

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Regelungsverhalten

Laufzeitdiagramm für die hellste Leuchtstufe


Nach exakt 1 Stunde wurde der Test abgebrochen, um die Akkuspannung zu messen. Der 18650-Akku hatte nach der Entnahme noch ~ 3.5-3.6V. Während des Testlaufs wurde die Lampe mit einem Ventilator gekühlt.

Schlussfolgerung:
Abgesehen von dem mittlerweile üblichen Stepdown (als Hitzeschutz) innerhalb der ersten 5-6 Minuten nimmt die Helligkeit der DD2R kontinuierlich mit fortschreitender Leuchtdauer langsam ab. Anfangs war ich von der Regelung enttäuscht, mittlerweile hat sich meine Auffassung relativiert. Ich bin überzeugt, dass der Hersteller bewusst diese Art Regelung gewählt hat, um eine längere Leuchtdauer zu ermöglichen. Der Helligkeitsabfall am Anfang dient als Hitzeschutz, der sehr langsame weitere Abfall spart Energie (= längere Laufzeit) und ist vom Auge absolut nicht erkennbar. Die Lampe wird auf der Leistung dann auch nicht mehr heiß sondern nur handwarm.

Bei Bedarf kann man über das Display die Leistung wieder hochregeln!
Auch mit nur 3,6V Akku-Ladespannung sind dann immer noch 80% der anfänglichen Helligkeit möglich.

Stromverbrauch:
In hellster Einstellung zieht die DD2R an der Tailcap satte 3.4 Ampere aus vollem 18650er Akku, also sollte man schon potente Akkus mit guter Spannungslage verwenden.

Output (eigene Messung)
770 Lumen* (über ceiling bounce)
17.900 Lux*

*ohne Gewähr



PWM


Gedimmt flackert die DD2R leider, was empfindliche Leute stören könnte. :(
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Bedienung/Handhabung
Die Endkappe wird zum Batterie-/Akkuwechsel vom Batterierohr abgeschraubt. Ein Kinderspiel bei dem sauberst laufenden Gewinde. Akku mit dem Pluspol in Richtung Lampenkopf einlegen. Ein mechanischer Verpolungsschutz ist nicht vorgesehen, laut Hersteller hat sie aber eine elektronische Schutzschaltung, was ich im Selbsttest nachprüfen konnte. Die Lampe blieb jedenfalls heil.

Verbesserungspotential: beim Zuschrauben der Tailcap (z.B. nach einem Akkuwechsel) leuchtet die Lampe sofort auf höchster Stufe, ohne dass man den Schalter betätigt hätte. :confused:

• Einschalten — kurzer Schalterdruck / Ausschalten — langer Schalterdruck
• Helligkeitswechsel — Tippen oder Wischen auf dem Display (falls dies ausgeschaltet ist, kurz den Einschaltknopf betätigen)
• Stroboskop/SOS — auf dem Display "Mode" länger gedrückt halten

Der Schalter ist sehr leichtgängig, so dass die Lampe versehentlich eingeschaltet werden kann. Hier hätte ich mir mehr Widerstand gewünscht. Ich empfehle, gegen unbeabsichtigtes Einschalten beim Transport die Tailcap zu lösen.

Beim Einschalten der Lampe leuchtet zeitgleich auch das Display. Allerdings bleibt es nicht an sondern geht nach etwa einer halben Minute aus. Ab dann ist auch dessen Funktion abgeschaltet und lässt sich nur durch nochmaligen Druck auf den Schalter aktivieren. Laut Hersteller dient diese Funktion als Schutz vor unbeabsichtigtem Verstellen der Leuchtstufe (Lock-out).

Zum Ansprechverhalten des Displays ist anzumerken, dass man am besten den Fingernagel zu Hilfe nimmt. Mit der Fingerkuppe zu wischen/drücken lässt das Ding relativ unbeeindruckt. Das heißt also, entweder muss man zur Bedienung den Daumen stark anwinkeln, oder man nimmt einen Finger der anderer Hand dazu. So schön ein Touch-Display grundsätzlich gedacht ist, so bezweifle ich, ob man als Benutzer auf Dauer Freude an dieser Umsetzung haben wird. Auch die Anordnung der Bedienungselemente jeweils auf gegenüberliegenden Seiten ist bezüglich einer praxisgerechten Handhabung diskussionswürdig.

Warum ich mit dem Bedienkonzept auf dem Kriegfuß stehe, macht vielleicht ein Video deutlich:
Video:

Die Bedienung mag in der Theorie innovativ und schlüssig sein, im praktischen Einsatz kann sie Probleme bereiten. Die DD2R ist m.M. nichts für Leute, die im Dunkeln eine Lampe schnell und vor allem zuverlässig bedienen möchten (Polizei, Sicherheitsdienst u.a.).

Praktisch ist, dass man mit dem mitgelieferten USB-Kabel den 18650-Akku in der Lampe aufladen kann. Anstatt USB-Anschluss am einen und Miniklinke am anderen Ende des Kabels wäre natürlich ein Standard-USB-Kabel mit USB/Mini-USB noch besser gewesen. Aber auch so ist die Funktion gewährleistet und eine Erleichterung im praktischen Gebrauch. :thumbup:






Das Mini-Netzteilchen ist putzig anzusehen und platzsparend. Die Buchse in der Lampe hält das Ladekabel satt und stramm, das wirkt sehr solide und passt zum restlichen guten Verarbeitungs-Eindruck der Lampe. :thumbup:




Energieversorgung: Für den Betrieb der Lampe kann ein 18650 Li-Io-Akku oder 2x CR123A Batterien/16340 Akkus verwendet werden. Die Lampe hat bei Verwendung von 18650 einen Tiefentladeschutz, es können also auch ungeschützte 18650 verwendet werden.

Achtung: die interne Ladefunktion geht nur bei 1x 18650. 2x 16340 dürfen nicht in der Lampe geladen werden, CR123A eh nicht.


Akku-Leer-Warnung/Tiefentladeschutz: Ein niedriger Ladezustand des Akkus macht sich ab 3.6V abwärts durch kurzes dezentes Blinken eines Batteriesymbols auf dem Display bemerkbar. Ein Herunterschalten auf eine niedrigere Leuchstufe ist nicht programmiert.

Unterhalb von 3.3V schaltet die Lampe ab und schützt den 18650-Akku vor Tiefentladung. :thumbup:
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Leuchtergebnis:





Die DD2R macht alles in allem kaltweißes Licht ohne störende Verfärbung. Dabei ist das Zentrum des Lichtkegels nahezu reinweiß, gefolgt von einer leicht gelblichen Corona und dem kälteren leicht bläulichen Spill. Durch den konzentrierten Spot kommt die Lampe auf eine akzeptable Reichweite. Der Spill (Streulicht) ist frei von Artefakten und eher eng als breit. Wegen der helleren Corona macht die Lampe einen sehr hellen Eindruck und leuchtet insbesondere auf mittlere Entfernung von 1-200 m sehr gut aus.

Für die Ausleuchtung im Wohnbereich empfinde ich die Abstrahlung zu fokussiert und die Lichtfarbe nicht warm genug. Draußen passt das aber.

Ergebnis Leuchttest: :thumbup:

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Fazit:

Imalent bietet mit der DD2R eine schicke Lampe zum fairen Preis. Die Bedienung ist innovativ aber noch nicht überzeugend umgesetzt. Man muss sich vorher überlegen, für welche Gelegenheiten man die Lampe einsetzen möchte. Für taktische Anwendungen empfehlen sich einfacher zu bedienende Lampen. Dank interner Lademöglichkeit über ein mitgeliefertes USB-Kabel benötigt man kein zusätzliches Ladegerät und kann fast an jedem Ort nachladen (z.B. im Auto, am Laptop o.ä.). Die Lichtleistung ist ordentlich, wenn auch hinter den Herstellerangaben liegend. Lichtfarbe und -verteilung geben keinerlei Anlass zur Beanstandung.

+ innovatives Design
+ interne Lademöglichkeit
+ gleichmäßige Lichtverteilung, gute Reichweite
+ niedriges Low
+ gute Verarbeitung und Qualität
+ Akku-Leer-Warnung/Tiefentladeschutz
+ Verpolungsschutz
+ Tiefentladeschutz für 18650
+ kein Disco in der Schaltreihenfolge

- Bedienung nicht ergonomisch und paniksicher
- PWM
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

cuxhavener

Flashaholic***²
7 März 2010
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Sehr gut gemachtes Review:thumbsup:

Mit dem Touchdisplay könnte ich mich wahrscheinlich auch nicht so gut anfreunden, weil meine Finger nicht so schmal sind und weil ich eine stresssichere Bedienung bevorzuge.
Technikverliebte Flashaholics mit schlanken Fingern und etwas Spieltrieb werden das aber vermutlich ganz anders sehen und viel Freude an dem Bedienkonzept haben.

Gruß
Klaus
 

Rafunzel

Flashaholic***
10 Oktober 2010
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Hamm, NRW
Ich sag´ mal lieber nix dazu, nur soviel: da werden Erinnerungen wach... ich fühl mich schon wieder ganz imalent.
 
  • Danke
Reaktionen: Duke

Rafunzel

Flashaholic***
10 Oktober 2010
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Hamm, NRW
Nee! Eine Tala mit einem Stylus zu bedienen... so weit kommt das noch! Obwohl... meine damals hätte ich am liebsten mit einer Dachlatte "bedient".
 

amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
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12 August 2010
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NRW
Das Netzteil trägt wohlgemerkt CE Kennzeichnung. :eek:

Ich bin in Sachen Netzteil kein Fachmann und kann daher nicht beurteilen, ob das Gerät im Gebrauch (ohne dass es jemand auseinandernimmt) tatsächlich ein Risiko darstellt. Falls ja, würde ich mich freuen, wenn jemand Sachkundiger mir einen Tip per PN geben könnte, wie ich das fundiert gegenüber dem Hersteller vortragen könnte. Einfach nur "insecure" wird wohl nicht ausreichen....

Womöglich (oder höchstwahrscheinlich) ist das Netzteil eh aus dem Zuliefermarkt und nicht von Imalent selbst. Gleichwohl läge es in ihrer Verantwortung, da sie es als Package anbieten.
 

9x6

Flashaholic**
2 Dezember 2012
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Berlin
Sehr schönes Review. Ob ich das Bedienkonzept dieser Lampe auch schön und sinnvoll finden soll, weiß ich noch nicht, ich habe erhebliche Zweifel.

ANSI mögen diese Leute wohl nicht, "Reichweite: 368 m / 16.860 Lux" ist offensichtlich nach ANSI falsch. mit 16860cd ergeben sich 260m bei 0,25 Lux auf dem Zielobjekt. Waren diese Angaben bei einer anderen Lampe von ihnen nicht auch schon falsch?

Gruß Jörg
 

light-wolff

Flashaholic***²
14 September 2011
16.006
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im Süden
Das Netzteil trägt wohlgemerkt CE Kennzeichnung.
Ist ja leicht aufzudrucken.
Frage den Hersteller nach einer "declaration of conformity". Es wird keine geben.

...ob das Gerät im Gebrauch (ohne dass es jemand auseinandernimmt) tatsächlich ein Risiko darstellt.....
Ja, tut es.

Stell dir vor, die "angeklebten" Netzspannung führenden Drähtchen an der Löststelle brechen (wenn das Ding z.B. mal runterfällt) und das dann offene Ende fährt frei im Gehäuse herum. Deswegen muss das fixiert werden oder baulich getrennt.

Die Isolation dieses Kabels könnte beim Zusammenbau gequetscht werden und/oder sich an der USB-Buchse (oder anderem Bauteil) durchscheuern - insbesondere, wenn es da drin auch noch ordentlich warm und die Isolation weich wird. Deswegen ist doppelte Isolation vorgeschrieben (z.B. Silikontülle drüber).

Der blaue Kondensator neben den Trafo, der direkt zwischen Netzspannung und USB-Masse liegt, muss ein Sicherheitskondensator sein, vollgepflastert mit Prüfzeichen. Sind welche drauf?

Zwischen diesem Kondensator und dem Trafo ist ein Widerstand. Der liegt auf Netzpotential. Die Lötstelle seines kurzen Endes ist auf der Leiterplattenunterseite geschätzt 1mm von USB-Masse entfernt - 4mm wären notwendig (Kriechstrecke). Da kann also ein Funke auf die Sekundärseite (USB) überspringen - den 5kV-Test wird das Ding ganz sicher nicht bestehen.

Ob der Trafo intern ordentlich isoliert ist (Zweikammerwicklung oder doppelte Isolation), kann ich nicht beurteilen.

Aber: Ich bin da Halblaie, ein Fachmann könnte vielleicht noch mehr finden und v.a. die jeweiligen Richtlinien zitieren.

Sicher ist an den Ding nur eines: dass in der EU nicht in Verkehr gebracht werden darf.


- double isolation and fixation of mains wires is missing/insufficient
- creepage and clearance distances on PCB and between components is by far too small
- violates emc regulations for conducted emmissions (darauf wette ich)
- no declaration of conformity, thus fake CE symbol
- no manufacturer specified
- max. output current is lower than rated (auch darauf wette ich - falls überhaupt ein Strom draufsteht)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Danke
Reaktionen: mkr und amaretto

Bagno

Flashaholic**
26 Juni 2012
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Rheine im Münsterland
- violates emc regulations for conducted emmissions
Ja sicherlich!! Und ich und andere Funkamateure müssen sich dann wieder mit dem Geprassel auf Kurzwelle über sämtliche Bänder abquälen.
Aber heutzutage gewöhnt man sich ja schon fast daran, dass ständig wieder irgendwo ein breitbandiges Signal auftaucht....die Frequenzen auf und ab wandert...und irgendwann wenn der TV aus oder der Akku voll ist wieder verschwindet (wenn man Glück hat).
Selbst die Niteye Eye 30 stört im Betrieb über die Grundstücksgrenze hinaus. Bislang die Lampe in meinem Fuhrpark mit größtem Störpotenzial.