[Review] Fenix HL 30 Modell 2018 Stirnlampe

Dieses Thema im Forum "Fenix" wurde erstellt von soren-hamburgo, 13. Mai 2018.

  1. Hallo zusammen,

    ich wollte Euch zum Wochenausklang die neue Fenix HL30, Modell 2018, vorstellen. Es handelt sich um eine klassische Consumer-Stirnlampe für alle möglichen Freiluftaktivitäten, wie Wandern, Zelten, Laufen etc.

    Fenix hat mir dankenswerterweise die Lampe zum Test zur Verfügung gestellt.

    [​IMG]

    Geliefert wird die Lampe in einer dünnwandigen, recht billig anmutenden Plastikschachtel, die mehr für die effiziente Aufhängung im Ladenregal optimiert wurde, als für das, wie beispielsweise bei Apple, perfektionierte Auspack-Erlebnis.

    [​IMG]

    [​IMG]


    Der Lieferumfang besteht aus

    • der Lampe selbst
    • zwei no-name-Alkalinezellen (AA)
    • einem Ersatz-Dichtring
    • einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung
    • einer Garantiekarte

    [​IMG]

    Die Maße der Lampe sind (in frontaler Ansicht und als lichtes Maß, v.a. bei der Tiefe, da ja nicht eckig)

    • Breite 64 mm
    • Höhe 38 mm
    • Tiefe/Dicke 50 mm

    Die Fenix HL30 wiegt 74 g ohne Batterien.

    Sie soll laut Herstellerangaben stoßfest bis zu einer Fallhöhe von 1 m sein und der Schutzklasse IP67 bis 1m entsprechen, was ich nicht komplett überprüft habe. Immerhin: eine 70 cm-Wassersäule hat die HL30 locker weggesteckt, und nachdem ich die Lampe danach öffnete, war das Wasser auch sauber vor der Dichtlippe geblieben.

    [​IMG]

    [​IMG]


    Die HL30 kann mit zwei Mignon-Zellen betrieben werden, entweder als Primärzellen mit Nennspannung 1,5 V oder mit NiMH-Akkus mit Nennspannung 1,2 V. Die Anleitung erwähnt zudem die Möglichkeit, auch die Fenix-eigenen ARB-L14-1600U zu nutzen, also LiO mit 1,5 V. Ich weiß nicht, ob die besonders verbreitet sind und erwähne das nur der Vollständigkeit halber.

    Das Gehäuse der Lampe lässt sich über eine Arretierung mittels einer kleinen Plastiknase leicht öffnen. Die Batterien sitzen mit leichtem Abstand getrennt fest in ihren Schächten. Sie müssen jeweils gegenüberliegend von der Polarität her eingelegt werden und sinken durch die kleinen Aussparungen für den Pluspol sicher in Position. Das gesagt, ist klar, dass nur Zellen mit erhabenem Pluspol zum Betrieb geeignet sind (aber ich glaube, dass die Flachpolakkus eh nur im LiO-Bereich Verwendung finden, richtig?).

    Beim Schließen fehlt ein satter Klick, vielmehr geht das Arretieren der Nase durch das Eintauchen in die Gummidichtung unter.

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]


    Die Stirnlampe sitzt mit dem Stirnband fest am Kopf und verrutscht dank der eingeflochtenen Gummierung nicht. Neben der Gummierung hat das Stirnband auch eingeprägte retroreflektierende Elemente, was beim Dauerlauf im Dunkeln recht praktisch ist. Fenix spricht bezüglich des Stirnbandes sogar von einer Ableitung des Schweißes durch das Stirnband. Das habe ich nicht überprüft - so heiss ist der Sommer in Hamburg doch nicht :)

    [​IMG]

    Die vorgegebene Schlaufung des Stirnbandes lässt sich leicht verstellen, rutscht nicht von selbst durch, ist aber herstellerseitig am D-Ring festgetackert und lässt sich somit nicht eigenhändig auswechseln.

    [​IMG]

    Die Fenix HL30 hat an der Schlaufenfixierung einen Klappmechanismus, mit dem man die Lampe nach vorne kippen kann. Das geht aufgrund der „klapp“rigen Ausführung der Rasterung auch ganz leicht und schon beim leichten Trab ganz von selbst, was jedoch eher ein bug als eine designierte Automatik ist. Da die Scharniere nicht geschraubt sind, kann man das leider nicht nachbessern.

    [​IMG]

    Auch stehen die Scharniere so vor, dass die Lampe nicht auf einer geraden Oberfläche stehen kann und immer nach vorne kippt.

    [​IMG]

    [​IMG]

    Laut Fenix kommt ein Materialmix aus Aluminium und Plastik zum Einsatz. Man sieht und fühlt vor allem Plastik. Die vordere Aluminiumblende (das graue Element) ist für die Kühlung der LED nötig, was man beim Turbo-Betrieb auch merkt.

    [​IMG]


    Bei der LED handelt es sich laut Hersteller um eine CREE XP-G3 S3. Zusätzlich kommt eine rote Nichia zum Einsatz.

    Die LEDs werden über zwei Tasten an der Oberkante der Lampe bedient. Die Tasten sind mit 1,5 cm angenehm breit für die bloße Hand und lassen sich zumindest mit dünnen Handschuhen noch gut bedienen. Mit dicken eher schlecht, weil die Schalter nicht erhaben sind. Damit möchte Fenix vermutlich versehentliches Einschalten verhindern, da rund um die Schalter auch eine gleich hohe Plastikeinfassung eingegossen wurde. Ob das bei der Breite der Tasten erfolgreich ist, sei einmal dahingestellt. Immerhin bietet Fenix einen Lockout durch Tastenkombination, was ich viel sinnvoller finde.

    Die Beschriftung der Tasten ist weder tastbar (no pun intended) noch kalligraphisch einleuchtend.

    [​IMG]


    Eingeschaltet wird die Lampe für weißes Licht mit dem rechten Schalter durch 0,5-sekündigen Druck. Dann kommt man (immer) in die niedrigste Leistungsstufe („Eco“), eine Merkfunktion der letztgenutzten Helligkeitsstufe („memory“) gibt es leider nicht.

    Jeder weitere Tastendruck wechselt eine Stufe höher (siehe Schaubild unten).

    Sehr niedrig (Eco) - Mittel (Medium) - Hoch (High) - Sehr hoch (Turbo)

    [​IMG]


    Ausgeschaltet wird die Lampe wieder durch einen halbsekündigen Tastendruck. Dabei ist es diesmal egal, ob man die rechte oder linke Taste benutzt.

    Fenix bezeichnet in der Anleitung diesen Zyklus als „general mode“.

    Mit der linken Taste schaltet sich nach einem halbsekündigen Tastendruck die rote LED (oben links an der Frontseite) ein. Ein weiterer Tastendruck links wechselt in den SOS-Morsemodus und ein weiterer Tastendruck lässt die rote LED mit 2 Hz blinken.

    rotes Leuchten („red“) - SOS-Morsen („SOS“) - rotes Blinken („red flash“)

    [​IMG]

    Auch hier kann lässt sich wieder mit jeder der zwei zur Verfügung stehenden Tasten durch ein halbsekündiges Drücken die Lampe ausschalten.

    Fenix nennt diesen Modus den „functional mode“.

    Den oben bereits erwähnten Schaltung, mit der ein versehentliches Einschalten der Lampe verhindert wird ("Lock-Out“), wird mit einem dreisekündigem Tastendruck auf einer oder beiden Tasten aktiviert. Als Rückmeldung flackert die rote LED ein bissl.

    Dem Nutzer wird der Schutzstatus durch ein viermaliges Blinken der roten LED signalisiert. Deaktivieren lässt sich die Funktion durch ein wiederum dreisekündiges Drücken (diesmal verpflichtend) beider Tasten zugleich.

    Die Helligkeitswerte sind dem nachfolgendem Schaubild zu entnehmen.

    [​IMG]

    Die Angaben sind aber insofern verwirrend, als die Lampe natürlich herunterschaltet, wenn der Saft zu Neige geht. 7h auf Turbo wäre für zwei AA sonst recht beeindruckend. Fenix schreibt dazu: „The runtime of the headlamp is configured to allow constant brightness per stage, meaning that as battery level decreases, brightness will be downshifted in order to maintain good runtime“.

    Die Abtragung der Helligkeit über die Zeit macht es deutlicher, dass der Turbo schon nach knapp 30 Minuten auf nur noch ca. 150 Lumen statt der anfänglichen 300 Lumen liegt.

    [​IMG]


    Die Leuchtcharakteristik würde ich dabei als ausgewogen breitstrahlend bezeichnen („flood“), so, wie es für den Einsatzzweck der Lampe angemessen ist. Man sieht halt nicht weit, aber dafür vorm Zelt den Kocher, kann beim Laufen auf hoher Stufe den Weg vor sich gut erkennen etc…Die Leuchtfarbe ist ein neutrales Weiß.

    [​IMG]

    [​IMG]

    Die leicht gelbliche Einfärbung fällt in der Realität deutlich weniger ins Gewicht, die Übergänge sind weich, keine ausgeprägte Korona oder harte Ränder.

    Fazit
    Bei der 2018er Generation der Fenix HL30 Stirnlampe handelt es sich um eine durchschnittliche Stirnlampe mit einer für das Einsatzspektrum zu erwartenden Ausstattung. Zu dieser vielleicht etwas ernüchternden Bewertung komme ich, da die für Fenix übliche überdurchschnittlich gute leuchttechnische Fertigungsqualität durch die für meinen Geschmack zu nachlässige übrige Umsetzung kompensiert wird. Dass ich von zu kleingedruckten Handbüchern und schwarzen Gehäusen für Nachteinsatzgegenstände wenig halte, ist vielleicht in meiner ersten Lampenvorstellung im Forum schon durchgeschimmert und ich will es der Vollständigkeit halber auch diesmal erwähnen. Das sind sicherlich nur Kleinigkeiten, aber derer gibt in Summe zu viele für eine Lampe, die aktuell für 50€ bei Amazon angeboten wird: die wenig wertige Verpackung, das nicht austauschbare Stirnband, die fehlende sonst bei Fenix angebotene optionale dritte Strapse für die Fontanelle beim schnellen Dauerlauf, die nicht erhabenen Tasten, die sinnlose Tastenbeschriftungen, die mangelnde haptische Rückmeldung am Batteriefach...

    Die wahren Minuspunkte sammelt die HL30 jedoch durch die fehlende Speicherung der letztgenutzten Helligkeit, die schon im Auslieferungszustand zu lasche Rasterung des Kippmechanismus und die mangelnde Stellmöglichkeit auf geraden Flächen. Diese Punkte schränken die Nutzbarkeit im Feld meiner Erfahrung nach doch merklich ein.

    Pluspunkte der Lampe sind die bereits erwähnten Fenix-typischen Leuchteigenschaften: die breite, gleichmäßige Ausleuchtung des Sichtfeldes mit einer angenehm weißen Lichtfarbe ohne störende Ränder oder Übergänge erleichtert das Arbeiten im Dunkeln im Gegensatz zu anderen Lampen erheblich. Auch die Trennung der wichtigen Funktionen (weißes Leuchten, restliches "Gedöns") auf zwei Knöpfe finde ich gut, weil übersichtlich - so muss man sich nicht durch ellenlange Schaltmuster klicken, um es mal eben hell zu machen. Auch die Funktion gegen versehentliches Einschalten ("lock-out") ist gut gelöst: da nach den drei Sekunden Halten keine weiteren Funktionen oder Programmierungen kommen, kann man sich einfach "lange halten" merken.

    Ausblick
    Ist ja Wochenende, da darf man vielleicht mal einfach eine Wunschsektion an die Lampenvorstellung anschließen (schließlich wollen die Hersteller ja durch die Testexemplargestellung auch ein paar Ideen gewinnen): @RS.FREAK hatte vor einiger Zeit eine exzellente Beschreibung der Fenix FD65 hier durchgeführt, da hatte Fenix zwei intuitive Tasten für die Helligkeitsregulierung genutzt. So etwas hätte die hiesige HL30 zusammen mit einem Memory gleich um einiges schicker gemacht, oder was meint Ihr?
     
    Reflektor, Jinbodo, Nachtwanderer und 7 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Gerade das Weglassen einer Memory-Funktion und stattdessen der Low-Start bei der Lampe dürfte vielen Leuten besser gefallen als das von dir favorisierte Memory. Denn bei einem Low-Start ist eine Eigenblendung beim Einschalten ausgeschlossen, während man sich bei Memory (wie?) merken müsste, welche Leuchtstufe man zuletzt verwendet hatte. Insofern werte ich "kein Memory" als positive Eigenschaft.
     
    Nachtwanderer und Tekas haben sich hierfür bedankt.
  3. Danke für den Einwand! Ich nutze sonst eine Armytek Tiara, da starte ich in solch einem Fall bei Bedarf über den Firefly, ansonsten - für
    das kurze Ausschalten - hat die halt memory.
     
  4. Acebeam
    Mein Rat an Fenix wäre:
    Weg von Amazon.
    Diese Lampe einstampfen oder über ausgesuchte Händler für die Hälfte verkaufen oder noch besser als Spende nach Afrika zu schicken.
    Sich mal wieder an alte Tugenden erinnern statt billigen Consumer Schrott herzustellen, der entweder als Amazon Rückläufer oder nach einem halben Jahr Benutzung im Müll landet.

    Nur meine zurückhaltende Meinung.
     
    Lichtorgel hat sich hierfür bedankt.
Die Seite wird geladen...
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden