REVIEW Acebeam H20 Headlamp mit XP-L Hi

Dieses Thema im Forum "AceBeam" wurde erstellt von amaretto, 15. Februar 2016.

Schlagworte:
  1. Acebeam hat freundlicherweise ein Testexemplar einer weiteren neuen Kopf- und Universallampe geliefert, der Acebeam H20. Thank you Cora!

    Die H20 ist wahlweise mit kaltweißer (6.500K) oder neutralweißer Lichtfarbe (4.000K) lieferbar sowie in den Gehäusefarben schwarz, sandfarben oder Militärgrün. Die Testlampe ist mit 4.000K und grünem Gehäuse.

    Sie hat zwar einige Gemeinsamkeiten zur bereits hier getesteten H10, unterscheidet sich andererseits unter anderem bei der verwendeten LED, der Maximalleistung, bei der Versorgungsspannung, im Gehäuse, der Abstrahlcharakteristik und in den Helligkeitsstufen.

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    Technische Info (überwiegend Herstellerangaben):
    ▪ Lichtleistung: 1.000 Lumen max.
    ▪ Leuchtstufen: 1.000 lm (1.2 Std) / 500 lm (2.5 Std) / 200 lm (6 Std) / 30 lm (70 Std) / 0.3 lm (1.200 Std)
    ▪ Reichweite: 80 m (1.600 Lux)
    ▪ LED: Cree XP-L Hi neutralweiß 4.000 K oder kaltweiß 6.500 K
    ▪ Spannungsbereich: 2.7 - 9 V (1x 18650 Li-Io-Akku oder 2x 16340 Akkus/ CR123A Batterien)
    ▪ 5 Helligkeitsstufen
    ▪ Bedienung über elektronischen Taster
    ▪ Akkuwarnung
    ▪ übersteht Stürze aus bis zu 1,2 Metern Höhe
    ▪ wasserdicht gemäß IPX-6
    ▪ Gehäuse aus HAIII anodisiertem Aluminium
    ▪ gehärtetes Frontglas, antireflex-beschichtet
    ▪ strukturierter Alu-Reflektor (orange peel)
    ▪ tailstand-fähig
    ▪ Neodymmagnet in der Tailcap
    ▪ Maße ca: 107 * 28 * 21 mm (Länge * Ø Kopf * Ø Body)
    ▪ Gewicht: 62 g (eigene Messung, ohne Akku)
    ▪ Akku-Empfehlung: hochstromfähige Typen über 3 A Dauerstrom (egal ob mit oder ohne erhöhten Pluspol)
    ▪ ungefährer Marktpreis: 60 € (Stand Feb. 2016)


    Lieferumfang:
    - Acebeam H20 Lampe
    - Karton-Umverpackung
    - ansteckbarer Trage-Clip
    - Kopfband mit Halterung
    - Ersatzdichtungen
    - Bedienungsanleitung, Garantiekarte

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    Aufbau/Verarbeitung
    Für den Endkunden lässt sich die Lampe nur in zwei Teile zerlegen. Der Tailcap und dem Rest der Lampe. Auch wenn es anders aussieht, weder das Batterierohr noch der Ring um den Reflektor herum lassen sich abschrauben. Möglicherweise sind die Verbindungen durch Schraubsicherungen fixiert.

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    Der Lampenkopf hat dicke und tief ausgefräste Kühlrippen, was auch dringend nötig ist, dazu später mehr.
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    Hier sieht man besser die Beschichtung des Schutzglases, dahinter die Cree XP-L Hi LED (ohne Silikondome) exakt zentriert in einem strukturiertem Alu-Reflektor:
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    Das Tailcapgewinde hat ein quadratisches Profil, ist sauber geschnitten, anodisiert und gut gefettet. Somit ist durch Lösen der Tailcap ein mechanischer Lockout gegen versehentliches Einschalten möglich.
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    Blick ins Batterierohr und auf die Tailcap, beide Kontakte mit vergoldeter Feder. In der Tailcap bedindet sich übrigens eine Neodymmagnetscheibe.
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    Im Lieferumfang ist ein Kopfband ordentlicher Qualität mit Silikon-Lampenhalterung. Durch die Längenverstellmöglichkeit passt das Kopfband universell.

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    Vergleich zwischen der H10 mit MT-G2 und der H20 mit XP-L Hi:

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    Die H20 ist 10 g schwerer als die längere H10 und hat den wuchtigeren Lampenkopf. Obwohl mit kleinerer LED und halber Leistung hat die H20 massivere und ausgeprägtere Kühlrippen.


    Bedienung/Handhabung
    Erfreulicherweise kann man fast alles in der Lampe als Energieversorgung verwenden, was von der Größe her hineinpasst. Wegen des großen Spannungsbereiches von 2.7 - 9 V können folgende Zellen verwendet werden:

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    Ich habe allerdings festgestellt, dass die Testlampe mit CR123A-Batterien nicht die volle Leistung bietet.
    Zwei kleine Akkus oder Batterien sehe ich nur als Notlösung, besser ihr nehmt einen Marken-18650er, der mindestens 3.5 Ampere dauerhaft bringen kann.

    Die H20 frisst alles, egal ob button top oder flat top. Da beide Pole mit Federkontakt ausgestattet sind, wird kein erhöhter Pluspol benötigt.

    Das im Review der H10 Gesagte gilt zum Teil auch für die H20, d.h. man kann die Lampe ganz normal als Taschenlampe benutzen und bei Bedarf den mitgelieferten Halteclip montieren. Alternativ kann man die H20 auch als Kopf- oder Helmlampe verwenden. Man steckt sie mit dem hinteren Teil voran in die Silikonhalterung des Kopfbandes. Der Trageclip muss vorher demontiert sein, sonst passt sie nicht in die Halterung.

    Die Lampe geht ziemlich schwer in die Halterung einzufädeln. Dafür sitzt sie dann auch wackelfrei darin. Der vertikale Abstrahlwinkel lässt sich durch Drehen der Lampe in der Halterung verändern.

    Der Schalterknopf ist etwas flacher als bei der H10. Er vermittelt ein klares Feedback, da gibt es nichts auszusetzen.

    User-Interface
    Ein-/Ausschalten --- Taster > 0.5 s gedrückt halten
    Helligkeit verändern --- Taster kurz betätigen, Schaltreihenfolge von dunkel nach hell

    Die Lampe schaltet immer in der vorher zuletzt benutzten Stufe ein (Memory). Das trifft leider nicht meinen Geschmack, da ich mir anders als die H20 nicht merken kann, welche Leuchtstufe ich benutzt hatte. So kann man insbesondere bei längerer Nichtbenutzung nicht vorhersehen, ob einem beim Einschalten nur ein Glimmen oder schlimmstenfalls die volle Dröhnung erwartet. Ein Sofortzugriff auf Firefly ist nicht möglich und auch ein Lösen der Tailcap "setzt" die Elektronik nicht zurück.

    Da die H20 keinen elektronischen Lockout hat, ist der längere Tastendruck ein Schutz vor versehentlichem Einschalten. Alternativ kann die Tailcap für ein Lockout gelöst werden.

    Die Bedienung der Lampe hat man in kurzer Zeit verinnerlicht. Ich rechne es der Firma hoch an, dass sie auf störendes Blinkiblinki (Strobe, SOS) verzichtet hat. Ich muss so ein Feature nicht in geschätzt 95% aller Taschenlampen finden, obwohl nur unter 5 % der Benutzer jemals so ein Geblinke tatsächlich benötigen.

    Wie schon gesagt wirkt die H20 etwas wuchtiger als die längere H10. Dass sie die dicken Kühlrippen und die zusätzliche Masse am Lampenkopf benötigt, merkt man bei längerem Leuchten auf höchster Leistung. Die H20 wird in kürzester Zeit auf Turbo sehr heiß am Lampenkopf, viel heißer als die H10 bei gleicher Helligkeit. Ich nehme an, dass gleiche Lichtleistung bei kleinerer LED der H20 nur über eine hellere LED (d.h. größere Leuchtdichte?) erreichbar ist. Diese erzeugt wohl mehr Abwärme als die auf Halbgas laufende MT-G2 der H10.

    Messergebnisse
    Laufzeittest auf hellster Stufe (1.000 Lumen) mit Kühlung und Keeppower IMR2500 (geladen bis 4,21 V)
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    Nach 5 Minuten reduziert die H20 die Leistung um 15% und läuft insgesamt eine halbe Stunde voll geregelt weiter. Danach ist anscheinend die Spannung nicht mehr hoch genug und die Helligkeitskurve folgt der Entladungskurve des Akkus. Nach 69 Minuten, wenn die Leistung auf etwa 30% gefallen ist, setzt die Akkuwarnung ein, d.h. die Lampe blinkt in Intervallen bis zum Ende des Tests. Nach 85 Minuten bei einer Restleistung von 10 % wurde der Test abgebrochen. Die Ladung des Akkus betrug da noch 2,88 Volt.

    Die H20 warnt somit zwar bei Unterspannung durch Blinksignale, jedoch hat sie anscheinend keine Endabschaltung und zieht im ungünstigen Fall einen (ungeschützten) Akku leer.

    Reichweite
    Meine eigene Messung ergab 1.300 Lux (gemessen aus 5 m), ein ziemlich reinrassiger Fluter also.

    Stromverbrauch
    Die längste Leuchtdauer erhält man mit einem 18650 Akku. Zwei kleine Akkus bringt bei der H20 keinen Helligkeitsgewinn. Für die Messung des Stromverbrauchs im Firefly habe ich kein geeignetes DMM. Die übrigen Werte sind

    Low (30 lm) 0.3 A/ Mid (200 lm) 0.65 A / High (500 lm) 1.5 A/ Turbo (1.000 lm) 3.2 A

    PWM?
    Ich konnte kein Flimmern des Lichtes erkennen egal in welcher Leuchtstufe.


    Leuchtergebnis:
    Beim ersten Einschalten der H20 war ich doch überrascht, das passiert mir eigentlich nicht mehr so oft. Mit einer derart warmen Lichtfarbe und dem sehr großen Spot hatte ich nicht gerechnet. Die Lichtfarbe würde ich fast eher zu warmweiß als neutralweiß zählen. Sieht auf jeden Fall sehr angenehm aus. Natürlich ist Lichtfarbe eine Geschmackssache, für Liebhaber eisiger Lichtfarben ist die 4.000K-Version nichts, sie sollten zur 6.500er greifen.

    Über die Lichtqualität im Übrigen gibts ebenfalls nichts auszusetzen. Das gefürchtete Donuthole ist nicht zu sehen und die Lichtfarbe ist über den gesamten Lichtkegel sehr homogen. Das ist ein Verdienst der XP-L Hi, XP-L und XM-L(2)-LEDs zeigen doch dagegen leider sehr oft unterschiedliche Lichtfarben, je nachdem ob man den Spot oder den Spill betrachtet.

    Die Lichtverteilung sollte jedenfalls für den Einsatz als Kopflampe sehr tauglich sein. Als Handlampe könnte sich der eine oder andere dagegen mehr Reichweite wünschen.

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    Die einzelnen Leuchtstufen:
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    Vergleich Acebeam H10 und H20, beide in niedrigster Leuchtstufe:
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    Den einzigen wirklichen Makel an der H10 (keine richtig niedrige Leuchtstufe) bügelt die H20 aus. Sie hat ein Firefly von nur 0.3 Lumen und leuchtet damit viele Wochen lang durch.

    Subjektiv empfinde ich die 1.000 Lumen-Stufe der H10 aber etwas heller als die gleiche Stufe der H20. Das könnte an den unterschiedlichen Lichtfarben liegen.


    Fazit:
    Die H20 ist eine sehr gute Alternative zur H10, der sie eine bessere Helligkeitsabstufung und ein echtes Firefly voraus hat. Die Lichtfarbe der 4.500er H10 könnte polarisieren. Mir gefällt die warme Farbe, da sie nicht so künstlich wie viele kaltweißere LED-Lampen wirkt. Vor die Wahl gestellt würde ich jedoch der MT-G2-Lichtfarbe den Vorzug geben, da sie neutraler erscheint. Ein klarer Trumph für die H20 ist ihr um ein Drittel günstigerer Preis.

    positiv
    + hohe Leistung
    + saubere, praxisgerechte Abstrahlung
    + warme Lichtfarbe (Geschmackssache)
    + anfangs gute Regelung
    + Akkuwarnung
    + Verarbeitungsqualität
    + kompakte Abmessungen

    neutral
    -
    verzögertes Einschalten
    - große Hitzeentwicklung auf maximaler Leistung

    negativ
    --
    keine Abschaltung bei Unterspannung
     
    mixery, Lumenhunter, Riesbachtaler Urgestein und 26 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Folomov
    Auch wenn die h20 jetzt nichts fuer mich ist, da ich schon die h10 habe, finde ich die Verarbeitungsqualitaet von Acebeam 1a. Das Design ist Geschmackssache, finde ich aber auch gut. Schade ist nur, dass man deren Lampen so schwer bekommt und mir ein Pendant zur einer MH27 oder P12GT fehlt.
    Danke fuer das review
     
  3. Danke fürs Review Markus. Sehr schicke und Interessante Lampe. genau der Typ Kopflampe den Ich so schätze.
     
  4. Acebeam
    Danke für das Review! Finde die Lampe schon sehr interessant, vor allem finde ich es super das es sie in verschiedenen Farben gibt und der Preis recht attraktiv ist!

    Anhand den Bildern sieht es so aus als ob man relativ leicht zur LED gelangt (Aluring abschrauben?) wäre für Modder interessant die evtl. ne Nichia reinpacken möchten ;)

    Gibt es schon ein Release Date? Groupbuy denkbar?

    Gruß Andi
     
  5. Danke für das Review, wieder eine sehr interessante Lampe. Auch das niedrige Low ist sehr spannend, aber vielleicht bessert Acebeam bei der H10 noch nach. Dann wäre sie fast perfekt.
    Aber auch die H20 sieht von den Beamshots her auch spannend aus.
     
  6. Gibt es was Neues zur Lampe?
     
  7. Michaels und strolch2505 haben sich hierfür bedankt.
  8. Hallo,
    ich bin dem Tip von Aladin gefolgt und habe mir eine H20 bestellt.
    Die Leuchte ist heute geliefert worden und ich natürlich sofort in den Keller zum ausprobieren.
    amaretto hat die H20 sehr genau beschrieben und wie er bin ich ebenfalls überrascht über den Beam.
    Die Lichtfarbe liegt um 4000K und ist sehr warm, das muss man schon mögen ! Wobei der recht breite Spot mir echt gut gefällt. Die Verarbeitung ist tadellos. Für das Geld eine Top-Lampe ...
    Gruß Gerd
     
  9. Kann mal einer der H20 Nutzer bitte schauen, ob man beim Stirnband das “Überkopfband“ bei Bedarf abnehmen kann?

    Wenn das möglich sein sollte, würde ich mir gerne eine H20 bestellen.

    Vielen Dank u. Gruß Stefan
     
  10. Mit der Schere ganz bestimmt;-)
     
  11. Ja, das Überkopfband ist abnehmbar.
     
    Black Forest hat sich hierfür bedankt.
  12. Eine Schere wollte ich nicht verwenden :confused:, aber vielen Dank für die schnellen Antworten. :thumbup:

    Dann hoffe ich, dass die H20 bei Outdoormesser schnell wieder verfügbar sein wird.
    :schlafen:... :kopflampe:
     
  13. Meine wird wohl morgen eintrudeln. Noch rechtzeitig bestellt...
    Allerdings ist sie gar nicht für mich sondern ein Geschenk. Ausprobieren muss ich sie aber natürlich trotzdem:)
     
  14. Ja, da hilft nur eins: Die Lampe immer im selben Modi ausschalten.
    Allerdings hinterlässt es noch einen anderen Faden Beigeschmack: Der verwendete Modi muss in einen nichtflüchtigen Speicher geschrieben werden und da sind die Zyklen begrenzt (je nach Speicher 10k- 1M), bei höheren Temperaturen sind es auch noch weniger als angegeben, hoffentlich haben Sie da sauberer gearbeitet (nicht bei jedem Modi wechseln schreiben und beim Ausschalten nicht Schreiben wenn es der identische Mode ist), als bei der Bedienungsanleitung, die strotzt immer noch von Rechtschreibfehlern und sowas fällt mir für gewöhnlich nicht auf.....

    Ein Grund, warum es bei mir die Lampe geworden ist, bei einer Kopflampe braucht das doch kein Mensch.
    Die Verarbeitung ist wirklich gut und die Lichtfarbe bei 4000K finde ich richtig schön!
     
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