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Lithium [Review] 16340 China-Lader

Bruder_M

Flashaholic
30 Januar 2011
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Bremen
Trustfire Taschenlampen Gatzetec Shop
Hallo,

hier habe ich ein kleines Review zu einem einfachen China-Lader für 2*16340-Akkus vorbereitet. Viel Spaß damit!

Technische Daten (Auszug):
  • Produktbezeichnung: Video/Digital Camera Travel Charger
  • Hersteller: unbekannt
  • Netzspannung: 100 -240 VAC / 50 – 60 Hz; Max. 150 mA
  • Netzstecker: US-Norm
  • Ausgangsspanunung: 4,2 V
  • Ausgangsstrom: 600 mA
  • Ladeschächte: 2 (parallel!)
  • ladbare Akku-Typen: 16340 Lithium-Ionen
  • Besonderheiten: einklappbarer Netzstecker nach US-Norm (Adapter für Euroa erfoderlich!); 2 Stck. Akkus 16340 Ultrafire Protected (grau) im Lieferumfang
  • Bezug: DinoDirect

Vorwort:
Ende November bin ich hier im Forum auf ein Sonderangebot der Trustfire Z1 bei DinoDirect aufmerksam geworden. Da ich bisher weder Lithium-Akkus noch ein geeignetes Ladegerät dafür hatte, bestellte ich das hier behandelte Ladegerät inklusive Akkus gleich mit, um sofort loszulegen zu können. Nach nur 12 Tagen wurde die Sendung an die Packstation zugestellt. Auf den Bildern war leider nicht ersichtlich, dass das Ladegerät einen US-Stecker hat, so dass ich es zunächst nicht testen konnte. Ich musste daher die Nachbestellung der Adapter-Stecker (und zwei weiterer Z1, eine für meinen Kollegen, eine weitere für mich, da die erste zu Weihnachten an Schwiegervater in Spee verschenkt wurde) abwarten. Glücklicher Weise hatte ich noch einen Satz Primärbatterien CR123A mitbestellt, so dass ich wenigstens gleich mit der Lampe spielen konnte. Kurz nach Weihnachten wurden die Adapter geliefert und ich konnte endlich das Ladegerät und die Akkus ausprobieren.

Ein weiteres Review zu dieser Art Ladegerät findet sich auch im Messerforum

Beschreibung:
Bei dem Ladegerät handelt es sich um ein kleines Steckernetzteilgehäuse („Wandwarze“) mit zwei Ladeschächten für 16340-Akkus. Der Netzstecker nach US-Norm ist einklappbar und rastet ein. Der Adapter für EU-Steckdosen sitzt stramm auf den Kontakten. Eine einzige Kontroll-LED lässt nur einen gemeinsamen Ladestromkreis vermuten, wie sich später zeigen soll.

Das Ladegerät wird nur wenig als expliziter Lader für 16340-Typen spezifiziert. Auf der unteren Gehäuseschale gibt es nur einen kleinen Aufkleber mit der Aufschrift „16340“. Dieser Aufkleber verdeckt zudem gleichzeitig eine Gehäuseöffnung, durch die z.B. eine optionale USB-Buchse nach außen ragen könnte. Das Typenschild nimmt hierzu keine Stellung. Die obere Halbschale ist mit „Fits SAN CR16340“ beschriftet. Die Verpackung aus Karton ist ebenfalls allgemein gehalten und bildet sogar einen Lader für 18650-Akkus ab. Hierauf kennzeichnet wieder nur der schwarze 16340-er Aufkleber den passenden Akkutyp.

Auf der Rückseite des Gehäuses gibt es ein Typenschild mit den rudimentären technischen Daten (s.o.) und einigen formellen Sicherheitshinweisen in schlechtem Englisch. Irgendwie habe ich seit Jahren das Gefühl, dass die Chinesen sich mit den Symbolen für „I“, „i“ und „l“ schwer tun. Ferner finden sind noch einige „Sicherheitssymbole“ abgebildet, u.A, mal wieder ein gefälschtes CE-Zeichen und ein um 90 Grad gedrehter „Grüner Punkt“. Das Symbol-Bullshit-Bingo wird übrigens auf der Kartonage ausgiebig weiter exerziert. Dort findet sich u.A. folgende, offensichtlich oder vermutlich gefälschte Produkt-Kennzeichen: CCC S&E ohne Ellipse, TUV SUD, UL ohne Kreis, etwas, was wie ein verkapptes KETI-Symbol aussieht, RoHS, CE, CB (vertification Bodies), ein sehr schlecht gefälschtes Mülltonnen-Symbol sowie der Grüne Punkt.

Kommen wir wieder zu den technischen Facetten des Ladegerätes: Die Batteriefedern sind erwartungsgemäß mit „-“ gekennzeichnet. In den Ladeschächten befindet sich noch die Aufschrift „Forbids to Invert“ und wohl sinngemäß das gleiche noch mal in chinesischen Schriftzeichen. Leider ist das so nicht richtig, denn es ist sehr wohl möglich, die Akkus verkehrt herum einzulegen. Diese werden dann auch kontaktiert, wie sich durch eine Spannungsmessung an den parallel geschalteten Nachbarkontakten überprüfen lässt und würden beim Laden wohl auch bestromt werden (was ich aber nicht ausprobieren wollte).

Die Leerlaufspannung beträgt 4,23 V, die grüne LED signalisert den betriebsbereiten Zustand. Nach einlegen eines bis zum Ansprechen der Schutzschaltung entladenen Akkus (U = 2,82 V) beträgt der anfängliche Ladestrom ca. 280 mA. Der Ladestrom nimmt kontinuierlich ab, während der Ladung leuchtet die LED rot. Es erfolgt eine Ladung mit quasi-konstantem Strom, bei der die Zellspannung in etwa linear zunehmen soll.

Leider war es mir mit meinem Multimeter (PeakTech 3340 DMM) nicht möglich, eine aussagekräftige Messung des Ladestromes während des gesamten Ladevorgangs durchzuführen, da der hohe Innenwiderstand von 4 Ohm des Messgerätes den Ladevorgang nachteilig beeinflusst hat.

Das Ladeende wird dabei durch die grüne LED signalisiert, die nach ca. 75 Min aufleuchtet. Die Zellspannung floatet dann bei ungefähr 4,23 V. Dies ist der Konstant-Spannungs-Mode. Nach entnehmen des Akkus normalisiert sich die Zellspannung dann auf 4,17 V.

Innerlich ist das Gerät simpelst gehalten: Als Netzteil fungiert ein freischwingender Sperrwandler (Flyback), wie er sich auch in Millionen Handy-Ladegeräten wiederfindet. Die Regelung findet primärseitig statt über einen Optokoppler. Eine Referenzspannung wird mit dem altbekannten TL431 erzeugt.

Wie vermutet, sind die beiden Ladeschächte parallel geschaltet. Beim Laden von zwei Akkus halbiert sich dabei der jeweilige Ladestrom, wodurch sich die Ladezeit verdoppelt. Beim Laden unterschiedlicher Akkus wird der jeweilige Akku mit der höheren Kapazität den größeren Strom aufnehmen und so den 'kleineren' Akku vor einem zu schnellen Spannungsanstieg bewahren – er fungiert somit als primitiver Balancer.

Dennoch ist bei diesem Verfahren Vorsicht geboten. Legt man z.B. einen tiefentladenen Akku und einen vollen ein, so wird ein sehr hoher Ausgleichsstrom fließen. Der volle Akku wird versuchen, den leeren aufzuladen, ohne dass das Ladegerät was dagegen unternehmen kann.

Ich würde daher raten, entweder nur Akkus mit gleichen Ladezuständen aufzuladen, oder diese getrennt nacheinander zu laden.

Der einklappbare Netzstecker kontaktiert die Platine über zwei Federbleche.

Aufgefallen ist mir, dass die Verbindung zu den Ladeschächten mit einfachen Leitungen vorgenommen wird, die ohne weitere Sicherungsmaßnahmen auf der Platine verlötet sind. Den in China-Geräten sonst großzügig verwendeten Heißkleber vermisst man hier leider. Es kann dadurch aber passieren, dass eine Leitung von der Platine abreißt und mit spannungsführenden Teilen in Berührung kommt, wodurch die Netzspannung an den Batteriekontaken gefährlich berührbar sein kann! Dieser Fehlerfall ist umso tückischer, da er von außen nicht erkannt werden kann!

Ich möchte daher ferner empfehlen das Ladegerät nur in stromlosen Zustand mit Akkus zu bestücken und erst dann in die Steckdose zu stecken und vor Entnahme der Akkus wieder vom Netz zu trennen.

Aus Laufzeittests mit der Trustfire Z1 sowohl im Hi- als auch Low-Mode konnte eine ungefähre Kapazität der Akkus von ca. 430 mAh bestimmt werden. Sie beträgt damit kaum mal 50 % der aufgedruckten Nennkapazität. Das ist sehr schade. Ich werde jedoch dazu bei Gelegenheit weitere Untersuchungen anstellen.​

Pro:
  • kompakte Bauform
  • niedriger Preis
  • genaue Ladeschlussspannung
  • ausreichend geringer Ladestrom
  • geschützte Akkus im Lieferumfang

Contra:
  • Netzspannung kann im Fehlerfall berührbar sein!
  • US-Stecker (Adapter erforderlich)
  • Ladeschächte parallel geschaltet
  • Ladestrom nicht ganz konstant
  • mitgelieferte Akkus mit deutlich kleinerer Kapazität, als angegeben.

Fazit:
Für den Einsteiger und Gelegenheitslader sicher ein interessantes Angebot. Auch kann solch ein Lader als Not- oder Reiseladegerät in der Schublade vorgehalten werden. Man sollte sich aber jederzeit die potenzielle Gefährlichkeit vor Augen halten!

Der ernsthafte Akku-Anwender sollte sich aber nach einem hochwertigeren Gerät umsehen.

Auch zum Ausschlachten und als Ladeschale für eigene Ladegeräte geeignet, wenn man die Verbindung zwischen den Ladeschächten auftrennt.​
 

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tomtetom

Flashaholic*
30 September 2010
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Habe den Lader, aber für 18650-Akkus. Der lädt sehr sauber auf 4.2V hoch, egal wie lange man die Akkus in dem Lader lässt. Einziger Nachteil ist, dass er für einen AW Akku mit 2600mAh ca. 13Std. braucht.

Danke für das Review.

Tom
 
  • Danke
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walter01

Ehrenmitglied
12 August 2011
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Das Ladegerät ist zwar nicht mein Fall, aber sehr schönes Review. :thumbup:

Ich vermute mal, du hast hier mehr Fakten, Daten und Infos zu dem Lader schriftlich zusammengestellt als der Hersteller selbst an Dokumentionen vorliegen hat. :thumbsup:

Gruß Walter
 

Bruder_M

Flashaholic
30 Januar 2011
233
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Bremen
Hallo,

freut mich, dass euch das Review gefällt, auch wenn der Lader an sich nicht spektakulär ist. Ich bemühe mich immer, alles kritisch zu betrachten und auch Hintergrundinformationen und Quellen bereitzustellen. Das dauert leider oft etwas.

Beste Grüße, Marek
 
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