Red Heat - C8TT Kühlrippenkopf mit 4x Nichia 219B-V1 R9080 sw45

Dieses Thema im Forum "Modding" wurde erstellt von The_Driver, 23. April 2019.

  1. Als Liebhaber von Lampen mit ausgeprägten Kühlrippen musste ich natürlich auch mal eine Lampe mit dem C8TT Kopf von kiribu_ru im BLF haben. Es handelt sich hierbei um einen Lampenkopf, den man auf das Akkurohr einer C8 schrauben kann. Kiriba möchte hiermit zeigen, wie gut technisch korrekte Kühlrippen funktionieren können, da die meisten Lampenhersteller die Abstände zwischen den einzelnen Rippen viel zu gering halten (für hauptsächlich passiv gekühlte Lampen). Gedacht ist der Lampenkopf speziell für Triple- und Quad-LED PCBs mit 35mm Ledil Optiken in Verbindung mit Konstantstromtreibern.

    Da die Köpfe nur ohne Eloxierung verfügbar sind, macht es Sinn das transparent eloxierte Convoy Akkurohr (1x 18650) zu nutzen:
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    Prädestiniert ist der Lampenkopf zudem für die neueste Generation Lineartreiber & LED-Platinen von led4power (Neven), auf die ich jetzt im Detail eingehe. Als Treiber dient der LD-B4 in der 9A Ausführung. Es handelt sich hierbei um einen MOSFET-basierten Lineartreiber mit allerhand Features und Einstellungsmerkmalen, den viele hier schon kennen. Die "B"-Version zeichnet sich dadurch aus, dass der MOSFET selbst nicht auf dem Treiber sitzt, sondern zusammen mit den LEDs auf der LED Platine. Grund dafür ist die enorme Wärmemenge, die in den mittleren Helligkeitsstufen vom MOSFET abgegeben werden kann. Auf der LED Platine kann diese gut abgeführt werden.

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    Der Treiber wurde mit einem Messingsring verlötet, der in den Lampenkopf geschraubt wird:
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    Problem an der Sache ist, dass der Lötkonktakt des MOSFETS, über den die Wärme abgeleitet wird, nicht elektrisch neutral ist. Somit kann keine Kupferplatine genutzt werden. Neven nutzt deswegen Alu-Platinen, mit einer speziellen Isolierschicht, die sehr gut Wärme leitet ("MOSLED EXTREME"). Bis auf wenige Ausnahmen sind dieses Platinen in der Praxis nicht schlechter als Kupferplatinen. In meiner Lampe kommt das MOSLED EXTREME ( MosX ) Ceramic Insulation 4XP-C (CUTE) 3535 Quad MCPCB 31.4mm zum Einsatz. Es ist für die Benutzung von vier 3535 "XP" LEDs und einer LEDIL CUTE-4-xx Optik gedacht.

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    Zusätzlich zum MOSFET unten rechts sitzt unten links auch ein Temperatursensor. So konnte Neven eine tatsächlich funktionierende Temperaturregelung realisieren. Der Temperatursensor im Mikrocontroller auf der Trieberplatine ist viel zu stark entkoppelt von den LEDs, um vernünftig auf Temperaturänderungen reagieren zu können. Zusätzlich muss man sich beim Bau einer Lampe somit auch nicht um Anbringung eines solchen Sensors kümmern.

    Durch den niedrigen Wärmewiederstand der Isolierschicht hat man allerdings ein anderes Problem - ohne einen sehr starken Lötkolben mit gutem Wärmeübergang ist es fast unmöglich die Anschlussleitungen auf so einer Platine zu verlöten. Die Wärme des Lötkolbens wird direkt an den Lampenkörper weitergegeben und die Lötstelle selbst wird nicht heiß genug. Neven hat dieses Problem durch zwei kleine, vormontierte Platinen mit normaler Isolierschicht und sogenannten Vias benutzt, welche im Vergleich sehr schlecht Wärme ableiten. Auf diese kann man ganz normal löten. Die drei zusätzlichen Leitungen, welche keine hohen Ströme aushalten müssen, werden unkompliziert über einen kleinen Stecker angeschlossen. Sie sind für die Steuerung vom Gate des MOSFETS, den Temperatursensor und den Mondlichtmodus, der über separate Widerstände auf dem Treiber ermöglicht wird.

    Bei den verbauten LEDs handelt es sich um die Nichia 219B-V1 R9080 sw45 (4500K) mit garantiertem Rotstich bei allen Strömen, auf die ich hier schon mal genauer eingegangen bin. Neben der fast perfekten Farbwiedergabe sorgt der Rotstich für sehr intensive Farben und das auch in den niedrigen Leuchtstufen. Ich mag das Licht sehr, vor allem drinnen. Draußen ist es nicht optimal. Beim Einschalten sollten die Lampe bei 9A ca. 1800 otf Lumen abgeben.

    Rotstich bei ~2,5mA Gesamtstrom:
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    Somit ist es eine sehr leichte, recht helle Lampe mit intelligenter Elektronik und einer meiner Lieblings LEDs. Überrascht hat mich das Lichtbild der Cute-4-SS Optik mit diesen LEDs. Es ist sehr ausgewogen, sprich die Lichtstärke ist trotz der quad-Optik recht hoch und der äußere Spill ist sehr breit. Der Unterschied zu 20mm Triple Optiken ist groß. Die Kühlrippen machen sich dadurch bemerkbar, dass der Temperaturunterschied zwischen ihnen und dem Akkurohr größer ist als bei anderen Lampen, sprich man kann die Lampe noch gut festhalten, wenn sie vorne schon richtig heiß ist. Ein Nachteil ist die Ergonomie des Kopfes. Das Akkurohr ist an sich etwas zu kurz, da man den breiten Kopf natürlich nicht mit festhalten möchte.
     
    #1 The_Driver, 23. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2019
    flaschi, Ratzepeter, LightintheNight und 13 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Armytek
    Im wahrsten Sinne sehr coole Lampe, vielen Dank für die schöne Vorstellung :thumbup:
    Falls Du der Lampe mal überdrüssig wirst, bitte PN :pfeifen:
    Viele Grüße
    Frank
     
    Onkel Otto, 18650™ und The_Driver haben sich hierfür bedankt.
  3. Danke, aber das halte ich für eher unwahrscheinlich :)
     
    #3 The_Driver, 23. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2019
    FrankFlash hat sich hierfür bedankt.
  4. Acebeam
    Was man hier noch erwähnen sollte ist, warum der LD4-Treiber auch unabhängig von dem separaten FET besser ist als 7135-basierte Lineartreiber: die höhere Effizienz in sub-maximalen Helligkeitsstufen. Bei FET-basierten Lineartreibern wird die LED tatsächlich mit einem niedrigeren Strom betrieben, wenn man eine der sub-maximalen Stufen aktiviert. Bei 7135-basierten Treibern hingegen wird die niedrigere Helligkeit durch PWM realisiert, sprich die LED hat die gleiche Effizienz in allen Helligkeitsstufen. Bei FET-Basierten hingegen profitiert man von der steigenden Effizienz von LEDs bei sinkendem Strom.
    Das Ganze gilt natürlich nur, wenn man mit dem proprietären U.I. leben kann.
     
    #4 The_Driver, 2. Mai 2019
    Zuletzt bearbeitet: 2. Mai 2019
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    Nur eloxiertes Alu lässt sich mit einer Wärmebildkamera untersuchen. Der Kopf war in echt natürlich wärme als der Akkurohr, gerade bei dieser Lampe ist der Unterschied schließlich besonders groß.
     
  6. Beim Sommereingrillen haben wir dieses Jahr die Lichtqualität der Lampe mit @djozz Messgerät untersucht. Mit einem Duv-Wert von -0,01 geht die Lichtfarbe noch deutlich mehr ins rötliche als sie es bei vielen anderen Lampen mit dieser speziellen Nichia LED sowieso schon tut. Ich vermute, dass dies neben der individuellen Lichtfarbenvarianz zwischen einzelnen LED Exemplaren auch an der Ledil Quad Optik liegt. Sie sitzt nicht direkt auf den LEDs. Der äußerstes Teil des Lichts der LEDs wird nicht eingefangen. Der äußere Teil des LED Lichts hat typischerweise die gelblichste/grünlichste Lichtfarbe (ganz besonders bei Cree LEDs mit Dom).

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    Weiter geht es mit dem Schalter. Neven bietet bei seinen Treibern die Möglichkeit des "Current Bleedings" ("Strom bluten"), um die Nutzung von beleuchteten Endkappen zu ermöglichen. Diese leuchten bei ausgeschalteter Lampe. Passend dazu bietet er hier verschiedenen Module mit beleuchteten Schaltern für Endkappen an. Man kann sich sowohl die Farbe als auch die Helligkeit der vier 0805 LEDs aussuchen. Im Gegensatz zu den selbst gebauten beleuchteten Endkappen, die im BLF sehr beliebt sind, leuchten Nevens mit konstanter Helligkeit und haben einen integrierten Tiefentladeschutz (die LEDs werden by <3,0V abgeschaltet).

    Ich habe mich für die spezielle RGB Variante entschieden. Diese hat vier RGB LEDs, welche dauerhaft ihre Farbe wechseln. Jede der LEDs macht dies einzeln für sich. Durch leichte Unterschiede zwischen den LEDs driften Sie im Betrieb innerhalb kurzer Zeit auseinander, so dass die Endkappe gleichzeitig in mehreren Farben leuchtet. Die Helligkeit der LEDs kann man hier leider nicht einstellen, sie werden mit einem recht hohen Strom von 1mA betrieben und sind im Dunkeln dementsprechend hell.

    Ein Besonderheit des RGB Moduls ist, dass die LEDs bei niedriger Akkuspannung <3,5V nur noch rot leuchten. So erkennt man, wann der Akku leer ist.

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    Die Feder muss man selber verlöten.

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    Funktioniert!

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    Mitbestellt habe ich den weißen Kunststoffring. Dieser sorgt für gleichmäßigere Farbverläufe im Vergleich zum transparenten Ring.

    Ein Nachteil der RGB LEDs ist, dass sie immer mal wieder kurz flackern beim Farbwechsel.
     
    #6 The_Driver, 3. Oktober 2019
    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2019
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